Die Psyche, ein komplexes und sehr gewinnbringendes Thema wenn wir uns damit auseinandersetzen. Probleme erkennen, annehmen und gemeinsam lösen sollte das Ziel sein.

An Tagen wie diesen … so könnten viele schöne Geschichten beginnen … nur hab ich keine auf Abruf, tut mir leid. Möglicherweise sind dir solche Tage auch bekannt?! Wenn ja – weisst du ja Bescheid. Wenn du nach dem weiterlesen sagen kannst „Nö – gibts bei mir nicht“, tu mir einen Gefallen und sei sehr dankbar!

Von 0 auf 100

Am Morgen aufgestanden, gut gelaunt mit einigen „das möcht ich heute unbedingt machen“ Gedanken im Kopf. Mann & Hund geherzt und anschliessend Kaffee geschlürft, mit Vorfreude aufs Wochenende. Also alles gut! Meinte ich jedenfalls. Aber da war es wieder mal … dieses schleichende, ekelhafte und krampfende Gefühl das mich fast erdrückte.

„Nicht daran denken sondern ablenken, es vergeht sicher rasch wieder“, so in etwa hören sich dann meine Selbstgespräche an. „DU bist ja Profi, nimm deinen Zaubertrank und hey – entspann dich, ok?“ Klappt meistens ganz gut, ich weiß ja jetzt das ich nicht daran sterben werde … Wieder. „Alles gut, nix passiert“ sag ich mir wieder.

Mein Herz rast, meine Hände und Beine möchten schlafen, der Rest funktioniert, also rein ins Auto den Einkauf erledigen. Es nervt, es nervt gerade alles! Rote Ampeln. Der Stau. Haben die Leute alle den selben Gedanken wie ich gehabt? Die gelben und grünen Autos, wie kann sich jemand ein grünes Auto kaufen! Ja und natürlich einen Parkplatz am Arsch der Welt. Ich merke soeben, die die es wirklich gut gelernt hat beinahe tiefenentspannt zu sein, zuckt beinahe aus. Weil es jetzt auch noch zu regnen begonnen hat und vor mir maschiert eine Flodder Familie, die trotz dicker Jacken so extrem nach Schweiss riechen, das mir das Atmen noch schwerer fällt. Das bedeutet für mich so viel wie von 0 auf 100…

Grünes AutoWas ist los?

Hey altes Mädchen, was ist los? So kenn ich dich doch schon ewig nicht mehr! Es ist ein ganz normaler Freitag, da sind nun mal mehr Menschen unterwegs als sonst, welche Farbe jemand für sein Auto wählt kann dir doch egal sein – solange du selbst kein grünes fährst? Außerdem hast du heute eine ganz extra feine Nase … kann das sein? Und bitte stell dich nicht so an wegen ein paar Regentropfen – DU hast ne Mütze auf, schon vergessen? Und überhaupt – weshalb bitte diese Unzufriedenheit und Gereiztheit?

Dir geht es doch wirklich gut! Es läuft alles so fein bei dir, erinnere dich, all das was vor ein paar Wochen noch unklar war, ist so gelaufen wie du es dir erhofft hast, deine Arbeit entwickelt sich gut, nicht zu vergessen dein Mann der dich und deine „Macken“ liebt … und dein Mädchen auf 4 Pfoten – alle sind für dich da! Und was machst du? Du bist genervt weil dich ein grünes Auto überholt hat und 3 Regentropfen auf deine Mütze gefallen sind oder wie?!“ (Fragen an mich selbst)

In der letzten Ecke

Es waren weniger Menschen da hinten – Zeit um zu zählen, zu atmen und sich zu sammeln. Alles ist gut. NEIN eigentlich nicht. Weshalb, aus welchem Grund bitte hab ich so eine grässliche Panik/Angst Attacke? Mein schlechtes Gewissen machte sich breit. ICH die so viel von dankbar sein schreibt, denkt und redet … ist alles andere als dankbar! Ich will nach Hause, schnell, schnell raus und weg hier!

Mein Körper schmerzt und nichts  ist wirklich besser geworden. Schlafen, nicht viel reden, mein Plan. Unsere Hunderunde wurde übernommen, Jürgen kennt mich eben und das ohne viele Erklärungen. I love him. Augen am nächsten Morgen auf und das Gefühl ist noch immer da. Nur ich habe keine Zeit zum Grübeln, ich darf mit Monja wieder auf den Hundeplatz. Welpenstunde. Hausaufgabe vorführen, lernen und spielen. Das Ganze bei Sturm und Schnee sowie gefühlten minus 15°. Monja ist ein Traum von Hund, wirklich, alles ist gut gelaufen bis auf das dass ICH dieses Mal versagt habe. Mir war kalt, ich war nicht richtig bei der Sache und überhaupt … Wieder Zuhause angekommen war mein  Herzrasen weniger geworden aber ich spürte nicht sehr viel an mir. Game over.

Zwei Tage sind genug und kommen ins Archiv!

Du fühlst dich wie nach einer OP. Schwach, der Kopf leer und ein wenig sediert. Meine zwei Lieblinge haben mich wieder. Es wird nichts zerlegt und hinterfragt. Es ist wie es war – wichtig ist es ist wieder weg. Das Ganze kommt so schnell wie es auch wieder verschwindet, darüber nachzudenken macht keinen Sinn. Mich gibts eben nur mit diesem Chaos 🙂 !

Ich habe es getan, einen Einblick zu geben in „2 Tage Scheissgefühl!“ Nicht ausführlich, aber ein wenig. 2 Tage, die mich blockiert haben in meinem Handeln und Denken so wie ich es eigentlich wollte. Du bist machtlos aber du hast alles in deiner Hand um aus dieser Situation zu kommen. Heute muss ich lachen wenn ich ein grünes Auto sehe 🙂 ! Solche Tage gehören eben auch dazu, sie sind zwar zu nichts nutze aber scheinbar sollen oder wollen sie auf etwas aufmerksam machen?!

Es ist sicher ok wenn ich dem Ganzen keinen Rahmen gebe?! Ich kann dem nichts mehr hinzufügen, außer „Hab es gut, geniesse den Regen ohne Mütze, freu dich über den „bunten“ Verkehr und stell dich in die Menschenmenge …

Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, was ihr euch wünschen würdet wenn plötzlich jemand vor euch steht und sagen würde: „DU hast einen einzigen Wunsch frei und ich werde ihn DIR erfüllen! Überlege bewusst – es ist nur ein Wunsch!“

Klingt wie die Einleitung eines Märchens, ich weiß, aber es gibt ja bekanntlich auch Märchen für Erwachsene …

Schon als junges Mädchen stellte ich mir sehr oft selbst diese Frage, ich spielte diese „Tag-Träume“ bis ins kleinste Detail durch. Damals wusste ich sofort was ich mir wünschen würde! Es waren immer die gleichen Wünsche – lange Zeit, immer das selbe. Ich hätte also alles abgespeichert gehabt, falls ich Aladin begegnet wäre.

Immer wollte ich kleiner und dicker sein (ich war so riesengroß für ein Mädchen und viel zu dünn 🙁 ), wünschte mir lange blonde Haare wie die meisten meiner damaligen Freundinnen und ein eigenes Pferd wollte ich besitzen. Gelegentlich war auch der Wunschgedanke da so lange unter einem Schoko-Brunnen zu liegen bis mir übel war. Wünsche einer 7 Jährigen oder vielleicht war ich auch schon 10? Ich weiß es nicht mehr.

Heute mit 50 drüber, möchte ich nicht mehr kleiner & dicker sein, bin eigentlich sehr froh darüber etwas „herauszuragen“ :-), von Blond bin ich geheilt und in der Zwischenzeit weit davon entfernt! Und die Geschichte mit dem Pferd? Ich liebe sie noch immer, aber Pferde seh ich mir auf der Messe an. 🙂 Bin also über die Entwicklung meiner NICHT in Erfüllung gegangenen Wünsche recht dankbar.

Vor kurzem durfte ich ein Interview mit einem jungen Mann (Miguel Costa) führen, auf meine Frage was er sich denn wünschen würde, hätte er einen einzigen Wunsch frei, überlegte er nicht – sofort hatte er die Antwort parat.
„Meine Eltern … ich würde mir wünschen das meine Eltern noch ein schönes Leben haben“ Punkt. Das war sein Wunsch.

Das zu hören, von einem 26 jährigen Kerl, berührte und beschämte mich gleichermaßen. ICH hätte an meine Eltern nicht gedacht. Seit dem denke ich immer wieder darüber nach was es denn für mich sein würde? Für mich ist es seit dem auch sehr interessant was sich die Anderen so Wünschen würden. Erstaunlich was da alles so kommt wenn man diese Frage in einer lockeren Freundschaft-Runde stellt.

Was ist ein Wunsch?

Der Wunsch ist ein Begehren nach einer Sache oder Fähigkeit, ein Streben oder eine Hoffnung auf eine Veränderung. Das Erreichen eines Zieles, für sich selbst, oder für jemand ANDEREN.

Es gibt gute und böse Wünsche, vernünftige und unvernünftige, mögliche oder eben auch unmögliche Wünsche.

Und genau DIESE kommen dabei heraus, wenn ich diesen „wünsch dir was“ Satz in die Runde schmeisse. Spontan – ohne viel nachzudenken! Die meisten antworten darauf mit dem Satz: „Viel Geld, dadurch wird vieles einfacher“ – OK, wird es das aber wirklich?

Eine antike Überlieferung besagte, das König MIDAS von PYRGIEN, einen Wunsch erfüllt bekam. Alles was er berührte sollte dabei zu Gold werden. MIDAS wäre bei all dem Gold verhungert und verdurstet. DIONYSOS befreite ihm von diesem Wunsch und rettete ihm damit sein Leben. Eine Geschichte mit sehr viel Tiefsinn!

Geld ermöglicht sicherlich „Mehr“ und ebnet eventuell auch schwierigere Wege. Aber macht es auf Dauer glücklich oder gesund? NEIN.

Eine oft geäusserte Antwort ist auch: „Jung & Fesch, das wärs noch mal“, mit einem Riesen Smilie im Gesicht. Selbst wenn die Erfahrungen und das Gelernte mitgenommen werden könnten in das „Jung & Fesch“ sein – ICH würde mir das genauso wenig wünschen.

„Macht und Einfluss“ – sagte vor kurzem jemand. „Ich würde die gerade aus den Fugen geratene Kugel wieder in ihre Bahn bringen und Ordnung schaffen!“ … sagt genau jemand den ICH nicht an die oberste Weltpolitik wünschen würde!

Eine Freundin antwortet auf meine Frage nach ihrem Wunsch „ich möchte unsterblich sein“, auch gut dachte ich mir. Den ganzen Wahnsinn bis zum bitteren Ende durchstehen? DANKE NEIN! Auch nicht meins.

Dazu fällt mir jetzt Rosa ein

Ich habe während eines längeren Klinikaufenthalts eine sehr nette gebildete alte und leider sehr kranke Dame kennen lernen dürfen. Wir teilten uns IHR Klasse-Zimmer. Eigentlich wollte ich meine Ruhe haben, aber diese Frau tat mir gut und so entstanden einige tiefsinnige Gespräche. Und witzig fand ich, das genau SIE mich fragte „Schatzi (alle waren immer IHR Schatzi 🙂 ), was wär denn dein Wunsch, wenn du einen haben würdest?“

Ich kann mich noch gut daran erinnern das ich sehr lange gar nix sagte, weil SO VIEL im Kopf kreiste. Aber ich kann mich noch sehr gut erinnern was Rosa auf meine Gegenfrage antwortete. „Meine Kleine – (ich war 2 Köpfe grösser und damals auch schon 48J.!) ich würde dir meine restliche Zeit schenken, aber umgewandelt in gesunde Zeit, keine Ahnung wie lange die noch ist, aber es würde deine Zeit verlängern.

Klingt kitschig? JA. Und ich weiß auch das man so etwas oftmals ausspricht, weil man weiß das es ohnehin nicht funktioniert! Mir würde so etwas sowieso nicht über die Lippen gehen. Bei Rosa spürte ich jedoch, dass sie es genau so meinte.

Mein schlechtes Gewissen machte sich damals wieder ganz stark bemerkbar – da ich ganz andere egoistische Wünsche im Kopf hatte.

Ich glaube auch das erst am Ende eines Lebens, durch Abstand und viel Reife, die Gedanken zum Thema WUNSCH klarer werden. Was ist wichtig und was ist nebensächlich?

Wo wir bei einem für mich sehr wesentlichen Punkt angelangt wären. Der Wunsch gesund zu sein aber auch zu bleiben. War auch eine häufige Antwort, bei der auch ICH ein Hackerl darunter setzen würde!

Ja, wie wichtig sind jetzt unsere Wünsche

Können sie uns bei Erfüllung wirklich tief glücklich machen? Wir Menschen wünschen uns Liebe, Anerkennung, Sicherheit, Gesundheit, Geld, Macht, ewige Jugend und sogar Unsterblichkeit.

WÜNSCHE – sie sind die Brüder der ANGST.

Deshalb sollten wir uns unsere eigenen Wünsche besonders gut ansehen und hinterfragen. Was würde es wirklich verändern, wenn dieser in Erfüllung gehen würde? Was würde ER mir geben? Dadurch werden die Motive hinter den Wünschen klar. Wir lernen uns dadurch besser kennen.

EINSTEIN war es der sagte: „WILLST DU GLÜCKLICH WERDEN, DANN WIDME DEINEM LEBEN EINEM ZIEL DAS DIR WICHTIG IST“

Über die Wunschobjekte hinaus gibt es auch grundlegende Ziele, die den Sinn des Lebens ausmachen. Wir machen uns darüber nur sehr wenig Gedanken. Wenn wir uns jedoch die Zeit nehmen und dem nachgehen was uns wichtig ist in unserem Leben – die Antwort auf die Frage geben würden: „Du hast einen einzigen Wunsch frei“ für dein Leben….was ist dir das wichtigste für was du dein Leben aufs Spiel setzen würdest? Wenn du das weißt und für dich entschieden hast, bekommt der 12-Master plötzlich ein Ruder, die Segel stehen alle in die selbe Richtung und die Fahrt kann los gehen. 🙂

Ich muss meine Wünsche nochmal neu überdenken und meine Ziele besser benennen. 🙂 Gar nicht so einfach, aber eben ohne Wünsche ist das Leben wohl auch planlos.

Übrigens: EIN WUNSCH IST EIN TRAUM MIT TERMIN!

Ärger, Zorn und dem Zerreissen sehr nahe … es gibt viele Gründe weshalb man manchmal aus der Haut fahren möchte. Leider, oder vielleicht ist es auch gut so, kann und soll man seinen Ärger nicht immer Freiraum geben. Dadurch wird der Unmut zwar nicht weniger, aber die daraus resultierenden oft sehr unüberlegten Handlungen werden vermieden.

Ärger ist kein guter Berater, er verleitet zu voreiligen Handlungen!

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, als mir mein Vorgesetzter vor sehr vielen Jahren, ich war noch sehr jung, unrecht tat und mich das so dermaßen ärgerte, dass ich in dem Moment vergaß mit wem ich mich zu dem Zeitpunkt „anlegte“ … und es mir beinahe meinen Job kostete!

Zu schnell kommen in einer emotionalen Situation einem Worte über die Lippen, die sich, mal ausgesprochen, nicht mehr zurücknehmen lassen. Oft hilft nicht mal eine Entschuldigung. Gesagt ist gesagt und ein bitterer Nachgeschmack bleibt immer hängen.

Darum wäre es gut, wenn es die Situation ermöglicht, erst mal Abstand zu gewinnen. Auch dieser Schritt ist ein oft sehr schwieriger, aber ein sehr kluger! Es kommt auch immer darauf an ob es jetzt um eine „ranghöhere“ Person geht, oder ob du dich über deinen Partner oder Freunde grün und blau ärgerst.

Ich habe für mich entschlossen – IMMER zuerst mal ne Nacht drüber schlafen, das nimmt schon mal den Wind aus den Segeln. Und das Dinge die einem nicht gefallen oder einen eben so ärgern, sich nur durch ein Gespräch aus dem Weg räumen lassen ist logisch! Aber eben nicht vorschnell sondern mit Bedacht.

Ein Blatt Papier und ein Stift können dir dabei helfen

Du wirst dich jetzt fragen wozu das Ganze gut sein soll? Es geht dabei ausschliesslich um das Niederschreiben deiner Gedanken was das Ärgernis betrifft. Vielleicht schreibt der eine oder andere Tagebuch? Wenn ja, verstehst du sicher was ich damit sagen will. Schreiben ist ein befreiender und reinigender Prozess!

Die Objektivität zu dem Ereignis wird besser

Aus dieser Perspektive betrachtet entstehen dann oft Wege für eine Konfliktlösung, die sonst eventuell nie hervorgekommen wäre! Der Ärger wird ausserdem in ein erträgliches Mass abflauen.

Der Brief

Such dir einen Platz wo du ungestört bist. Formuliere deine Wut in geschriebene Worte, nicht darüber nachdenken – einfach losschreiben … WAS dich ärgert … WER dich ärgert. Nenne die oder denjenigen beim Namen. Die Wortwahl hat keine Bedeutung, DU hast jetzt das Sagen und es wird dir keiner ins Wort fallen! Du wirst sehen wie erleichtert du dich danach fühlen wirst.

Steck deine Zeilen in einen Umschlag, heb ihn auf oder verbrenne ihn. Wichtig nur das er nicht in „falsche“ Hände kommt! Dieser Schreibprozess trägt dazu bei, dass deine Gedanken wieder klarer werden. 🙂

Meine Erfahrung

Aus eigener Erfahrung kann ich dazu sagen, dass diese Methode mir immer sehr hilfreich war und ist. Ich gehe wesentlich entspannter und mit einem Gefühl der Vorbereitung auf die ausstehende Aussprache heran. Bei der Aussprache selber ist mir wichtig, dass mein Gegenüber dabei sein Gesicht nicht verliert. Damit beweist man IMMER Grösse und Stärke! Ausdrücke unter der Gürtellinie lasse ich anderen über und eine Auseinandersetzung sollte auch nicht vor Publikum stattfinden.

Mit dieser Strategie kannst DU nur als Gewinner aussteigen. 🙂

Also … lass dich nicht ärgern und falls doch – schreibe einen „bösen“ Brief und schick ihn NICHT ab!

Liebe zwischen zwei Extremen. Vor einigen Wochen hab ich ja über das Schwarz-Weiss Denken der Borderliner erzählt. Heute ist die Liebe und Beziehung an der Reihe. Eine glückliche harmonische Beziehung mit einem von Borderline betroffenen Menschen kann definitiv zu einer Herausforderung werden.

Es gibt Phasen dabei, die für beide Partner nicht einfach sind. Wichtig sind hier klare Kommunikation und in gewissermaßen auch „Regeln“, die es leichter machen eine glückliche Beziehung führen zu können.

Für mich bedeutete Borderline ein Leben ohne feste Wurzeln zu haben. Ein Gefühlschaos im Bauch und Hirn. Es schwankte immer zwischen Liebe und Hass! Idealisierung und Abwertung in einer schwarzen oder weissen Zone ohne Grenzen.

Die jenigen zu lieben ohne Maß, die dann ohne Grund gehasst werden

Besser kann es gar nicht beschrieben werden. Bei meinen Klinikaufenthalten, durfte ich sehr viele betroffene Frauen kennenlernen, die ganz offen und mir auch ohne Scham darüber erzählten. Es waren immer Frauen die viele zwischenmenschliche Beziehungen hatten. Intensive, aber gleichzeitig sehr instabile Beziehungen. Nicht nur zu Partnern sondern auch in Freundschaften. Liebe & Hass … ständig in Abwechslung.

Verlassen zu werden und dann alleine zu sein, eine Vorstellung die keinen Platz hatte, auch in meinem Kopf nicht! Es wird ein impulsiver Lebensstil geführt, ohne Rücksicht auf Verluste! Oft begleitet von innerer Leere und Unausgeglichenheit. Viele Enttäuschungen und persönliche Krisen im Laufe dieser Zeit bewirken das jeder Person ein Misstrauen entgegen gebracht wird.

Ursachen eines solchen Verhaltens

Es können genetische Faktoren eine Rolle spielen, aber Frauen die in ihrer Kindheit oder Jugend ein Traumata erlebt hatten, können das im Alltag nur schwer psychisch verarbeiten! Im Falle der Borderline-Störung fallen unter die Traumata zum Beispiel sehr oft Misshandlungen oder Missbrauch und auch Verlusterlebnisse. Zahlreiche Erlebnisse und Umstände können eine Borderline-Störung hervorrufen. Die Kombination von vielen Faktoren führen zu dieser Störung. Kaum bewirkt ein einziger Aspekt alleine die Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung!

Es war mir bewusst, aber verdrängen war einfacher

Wie oben beschrieben, viele unaufgearbeitete Erfahrungen waren es, die sich dann ohne mich zu fragen über mich stülpten. „Ich bin beziehungsunfähig“ war meine Aussage. Wenn Frau sich das einredet und möchte – sicher.

Mein Traum war aber immer noch mal zu heiraten, eine glückliche Beziehung zu führen – das war es was ich wollte! ICH hab alle potenziellen Partner mit Füssen getreten … Liebe mich und ich hasse dich, war meine Devise . Nach dem Scheitern jeder Beziehung war ich tot unglücklich und wollte zurück. Oft gelang es für kurze Zeit, doch war es nach ein paar Monaten wieder das selbe Schauspiel!

Zahlreiche Therapien und Medikamente, aber besonders mein Wille „normal“ zu werden, wie ich es immer sagte, halfen mir umgänglicher zu werden. Ganz werd ich es nie los werden …

Der Partner sollte eine starke Persönlichkeit mitbringen!

Zu mir hat mal jemand gesagt „DU solltest Künstlerin werden“ … meine plötzlichen Gemütsverwandlungen waren grenzgenial! Das Gehirn von Borderlinern schüttet zu wenig Endorphine aus, was der Grund ist weshalb sie mehr als andere nach Glückshormonen schreien! DAS muss der jeweilige Partner aber erstmal aushalten und geben können.

Ehrlich sein

Geht man eine neue Beziehung stellt sich für Betroffene immer die Frage „Spreche ich gleich darüber?“ Dann jagt man den neuen Partner sofort über die Weide … oder warte ich einfach was passiert, ich bemüh mich, gebe mein Bestes … ICH wünsche es mir doch so sehr!

Mit einigen Frauen hab ich darüber in den Seminaren gesprochen. Sie sind in einer Beziehung UND es funktioniert! SIE waren ehrlich, erzählten von ihren Ängsten und ihren Bedürfnissen, ihren Anwandlungen. Natürlich funktioniert das nur, wenn man über sich selbst Bescheid weiß! Es wird immer Höhen und Tiefen geben, aber das gibt es in „gesunden“ Beziehungen ja auch oder?

ICH sagte mir als ich soweit war, wieder offener zu sein, entweder ER nimmt mich so mit all meinen Kanten und Ecken oder ER ist nicht der Richtige! Also wartete ich nicht lange damit im Laufe der Kennenlernphase die Karten auf den Tisch zu legen. Ich war diesbezüglich gefestigt und erwartete mir nichts mehr! ICH war eben auch schon sehr weit mit mir selber. Und lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Das erspart beiden sehr viel Leid!

Es funktioniert bestens

Ja die Ehrlichkeit währt am längsten. Und wenn dann noch ein persönlichkeitsstarker Charakter in dein Leben tritt, der dir die Grenzen zeigt, wo die richtige Kommunikation vorhanden ist und der dich genau so akzeptiert und liebt wie du bist, dann hat die Liebe eine wahre Chance. 🙂

Bestimmt ist es nicht einfach, für Beide nicht … aber davon war auch nie die Rede.

Rede mit mir darüber, wie geht es DIR damit? Wie überstehst DU /IHR so manches Tief? Freue mich von dir zu hören! 🙂

Ist dir das bekannt? Wenn jemand zu dir sagt „das hast du grossartig gemacht“ oder “ ich bin so stolz auf dich“ oder noch schlimmer „es ist so schön mit dir zusammen zu sein“ … Es ist dir peinlich oder du kannst nur darauf sagen „das ist doch nicht der Rede wert“ und du dabei unsicher wirst?

Viele Frauen sehnen sich danach Komplimente zu erhalten

Jedem „normalen“ Menschen geht dabei das Herz auf, bekommt er diese oder ähnliche Dinge zu hören. Dann gibt es aber auch Frauen (und ich spreche hier ausschliesslich über Frauen), die sich sehr schwer tun, ein Kompliment oder Lob anzunehmen.

Mir ist es wieder extrem an mir selbst aufgefallen

Ich so viele nette Nachrichten zu diesem Blog erhalten, die ich mir auch wirklich gewünscht hatte! Umgehen konnte ich damit nur schwer, es war mir sogar fasst peinlich … die meisten Stunden des Tages verbrachte ich mit Gänsehaut! Wenn der Ansatz da war mich zu freuen – erstickte ich ihn sofort im Keim. Stress pur in meinem Körper und in meinem Kopf!

Mit negativen Äusserungen hätte ich null Probleme gehabt. Das ist mein Revier, das hab ich mein Leben lang gelernt. So etwas passiert wenn Frau in den vielen Jahren ihres Daseins ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstachtung verliert und sie das glaubt was ihr eingetrichtert wird … und davon gibt es sehr viele, dass weiß ich. Gesprochen wird ungern darüber. Wer gibt so etwas schon freiwillig zu? Würde man mich nicht kennen, sondern nur durch die Gegend laufen sehn – kein Mensch würde vermuten das ICH sehr oft an mir zweifle! Ich „oute“ mich hier jetzt einfach. 🙂

Die Gründe für dieses Verhalten sind sehr vielfältig

  • Du vermutest hinter den Komplimenten reine Schleimerei und Manipulation
  • Du hast Angst, durch das Kompliment eine Gegenleistung bringen zu müssen
  • Im Mittelpunkt zu stehen ist dir unangenehm
  • Du hast Angst das andere dich als arrogant ansehen, nimmst du die Komplimente an
  • Du glaubst, kein Lob verdient zu haben, weil du meinst das es nichts Lobenswertes an dir gibt – wie auch? Gesagt wurde dir immer das Gegenteil.

Deine Reaktion wird daher so aussehen, dass du die Komplimente abwehrst und sie auch nicht geniessen kannst! Weil dir dieses Lob mehr als unangenehm ist, lässt du dir natürlich so einiges dazu einfallen …

  • Du hast sofort ein Gegenlob auf der Zunge um die Aufmerksamkeit wieder auf den anderen zu lenken
  • Du wertest dich selbst sofort ab und behauptest das die Leistung nicht dein Verdienst wäre
  • Du argumentierst, dass du das doch alles für selbstverständlich hältst und deshalb kein Lob verdient hast!
  • Sehr oft fällt dann der Satz „Ja, das ist nicht schlecht, aber 
  • Du stellst das Kompliment in Frage „ist das wirklich ernst gemeint? Gefällt das auch wirklich? Ich kann mir das gar nicht vorstellen“ u.s.w.

Uns fehlt das Vertrauen. Wir sind vorsichtig geworden. Zu oft haben wir Positives über uns gehört – ehrlich war es nur sehr selten! Es gibt aber auch diejenigen, die nach aussen hin ein Kompliment abtun, aber innerlich stolz darauf sind. Das kommt davon dass du zu oft die Botschaft gehört hast „Bilde dir ja nix ein“ oder „Sei bloss nicht so überheblich“!

Alles davon ist richtig. Ich stehe ja auch hier mitten drin. Es bedeutet sehr viel harte Arbeit davon los zu kommen. Es einfach ablegen und einen Schalter drücken geht leider auch bei diesem Thema nicht. Da ich ja immer an mir und meinen „Narben“ arbeite, wird auch das ganz langsam besser. Das bedeutet – Wir müssen uns nichts behalten was wir ändern möchten.

Gelernt hab ich einiges zu diesem Thema

Einige Gedanken die mir dazu gesagt wurden, würde ich dir gerne weiter geben. Da sie für mich sehr einschneidend waren. Auch wenn viele von uns negative Erlebnisse mit positiven Zuspruch oder Komplimenten gemacht haben, Fakt ist – wir dürfen nicht in der Vergangenheit hängen bleiben! In der Zwischenzeit haben wir uns verändert, hoffentlich dazu gelernt, haben ein anderes soziales Netzwerk – also sollten wir den Komplimenten eine neue Chance geben!?

  • Auch wenn wir das Kompliment als übertrieben halten, sollten wir es als persönliche Sichtweise des anderen annehmen. Unser Gegenüber hat ja das Recht, uns so positiv zu sehen.
  • Wir brauchen auch nicht gegen argumentieren. Es ist gut wie es ist, und wir brauchen kein Gegenkompliment nachstreuen.
  • Eine angemessene Reaktion auf Lob u.s.w. wäre „Es freut mich sehr, Dankeschön“ das reicht schon.

Lass dich darauf ein, so wie ich! In Wirklichkeit tut es uns ja doch so gut, wir haben viel aufzuholen und wir haben es auch verdient! Wichtig ist, wir müssen an uns selber glauben! Unser Selbstwertgefühl wieder aufrichten! Das alles ist nicht so einfach ich weiß, aber zu einfach wäre auch langweilig! 🙂

„Komplimente sind wie Parfüm. Sie dürfen duften, aber nie aufdringlich werden“.

Es wird bei mir sicher noch ein wenig dauern bis ich dieses Thema abhacken kann, aber eines kann ich euch sagen … Komplimente streicheln aber auch meine Seele, auch wenn es sich noch sehr ungewohnt anfühlt! 🙂

In diesem Sinne, schreib mir wie DU mit Komplimenten umgehst und was du dabei empfindest?

Eines muss ich gleich mal vorweg sagen: Vielleicht denkt sich die ein oder andere von euch warum ich mir anmaße über Psychologie zu schreiben? Eine Thematik für „Studierte“! Ich bin keine Ärztin und will hier auch keinesfalls „wichtige“ Sprüche klopfen. Ich möchte nur manches erklären, meine Ratschläge und Erfahrungen darüber weitergeben.  Ich bin selbst betroffen und habe über die Jahre eine Menge darüber gelernt, gelesen und klarerweise durchlebt. In dieser Zeit habe ich viele Menschen kennengelernt, die in der Zwischenzeit zu echten Freunden geworden sind. Zu den „Studierten“ zähle ich mich nicht, nein, aber der Zuspruch vieler von euch auch diese Themen mit ins Boot zu nehmen, radierten meine Bedenken vom Anfang sehr schnell aus …

Ein gutes Beispiel dazu sind Menschen, die in den oberen Etagen eines Unternehmens sitzen, nur gute Ratschläge austeilen und oft Unmögliches verlangen, selber aber noch NIE in der Lage eines  „Ausführenden“ waren, diese haben für mich einfach keine Berechtigung mitzureden (nicht mehr!). Ausnahmen bestätigen die Regel klar. Es sind Zahlen-Fakten-Daten Menschen, sicherlich wichtig, aber sehr wenig realistisch und schon gar nicht menschlich!

Was ich damit sagen will ist, mir haben in den vielen Jahren DIE Menschen geholfen, die auf Grund gewisser Erkrankungen und den dazu gehörigen Erfahrung ihren Beruf daraus gemacht haben. Die sich neu orientiert haben und dazu muss man keinen 3fachen Doktor-Titel besitzen.

Annehmen, Zuhören, Weitergeben. Mehr soll es nicht sein.

Das Schwarz-Weiss denken ist gar nicht so unüblich wie man glauben möchte. Ich bilde mir schon im Unterbewusstsein meine Meinung: „Finde ich gut“ oder „finde ich nicht gut“, Schwarz oder Weiss. Ein Schwarz-Weiss Urteil wird meist dann gefällt, wenn ein labiler Zustand, eine unerträgliche starke Belastung zur Krise führt, man in der Krise steckt.

Schwarz bedeutet bei diesem Vergleich – der Gegensatz zu allem Positiven. Schwarz entspricht dem unbedingten NEIN. Schwarz bedeutet auch soviel wie „vernichten“. Schwarz bedeutet auch keine andere Meinung und Lebensweise zu akzeptieren.

Weiss bedeutet die absolute Freiheit, Freiheit von allem was dich behindert. Weiss ist der Ausdruck der Auflösung und der Befreiung, eine Bereinigung und bedeutet Neuanfang.

Schwarz-Weiss, das Denken eines Borderliners

Das liest sich ganz normal und klingt nicht schlimm. Ist es aber. Das Borderline Syndrom (BLS) drückt sich in einer Reihe von klassischen Symptomen aus. Jede Menge Ängste, keinerlei Eigenliebe, Depression, Selbstverletzung und ein extremes Denken in jeder Hinsicht. Schwarz oder Weiss. Entweder ist ein Mensch gut oder böse. Schön oder hässlich. Es gibt nur richtig oder falsch. Grauzonen oder ein Mittelmass existieren nicht. Eine „falsche“ Handlung oder ein gesagtes nicht „passendes“ Wort, genügen, damit ein Mensch komplette Abwertung erfährt!

Womit ein Borderliner gar nicht zurecht kommt ist SCHULD. Mitgegeben wurde dieses Gefühl der Schuld meist in der Kindheit oder Jugendjahren, so auch bei mir. Nach mehreren Jahren Therapie und sehr viel Arbeit mit und an mir selbst, hab ich es ganz gut unter Kontrolle. Ganz weg wird es jedoch nie sein.

„Du hast nur diese eine Chance. Wenn du sie verpatzt kannst du dich gleich begraben lassen“

Ich hab es damals verpatzt … Damals wurde mir schon gesagt es geht um alles oder nichts im Leben. Ein Satz den ich mir ab da selber suggeriert habe. Ich habe diese Worte mitgeschleppt und bin sie nie mehr los geworden. Weitere verpatzte Chancen blieben nicht aus. Ich bin eine Versagerin auf ganzer Linie. Unperfekter gehts gar nicht! Bei jedem neuen Projekt (beruflich sowie in der Beziehung), stand ein riesiges Panikorchester vor mir das mir in den grellsten Tönen die bevorstehende Katastrophe vorspielte, sollte ich versagen. Jedesmal begleiteten mich Riesen-Ängste wenn wieder etwas Wichtiges bevorstand. Es gibt ja nur eine Chance … wie mir gesagt, wie ich erfahren und wie ich mir selber einredete. Und daran hielt ich mega fest.

Das Schwarz-Weiss Denken frisst dein Selbstwertgefühl

Und du lebst ständig in Angst. Du fühlst dich minderwertig und als Schuldiger für alles. Du suchst dir Ventile um das alles auszugleichen. Alkohol, Drogen, Selbstverletzung, extremes sexuelles Verhalten und vieles andere mehr. Selbstwert gibt es keinen mehr. Ohne die richtige Hilfe kommst du da nicht mehr raus!

Positive Veränderung erlangst du nur durch Therapie. Es gibt sehr viele Therapieformen. Wichtig für dich ist der entscheidende Faktor, daß die „Chemie“ stimmt zwischen deinem Therapeuten und dir. Eine Form der Beziehung, die du eingehst in der Vertrauen und Wertschätzung gross geschrieben wird!

Wenn du dich für diesen Weg entschieden hast, wirst du es anfangs sehr schwer haben aber die Aussicht auf den gewünschten Erfolg, darauf das es dir wieder besser gehen wird, ist dir sicher!

Ich würde mich sehr freuen wenn du deine Gedanken oder sogar Erfahrungen mit mir teilst, manche Dinge gelingen zusammen einfach besser!

Unter Psychosomatik versteht man körperliche Erkrankungen und Beschwerden, die durch psychische Belastungen oder Faktoren hervorgerufen werden. Eine verständliche „Kurzerklärung“ zu diesem Wort.

Ein Thema mit dem ich mich selber nie beschäftigt habe bis es mich selber erwischte. So erwischte das ich ärztliche Hilfe brauchte. Es gab keine Stelle an meinem Körper die mir nicht weh tat. Manches war nachweisbar, vieles passte aber überhaupt nicht dazu! Es ging oft soweit, dass ich wie ein alter kranker Mensch vom Bett nicht hoch kam. Private Niederlagen und mein beruflicher Druck machten es zudem nicht einfacher. Das dies jedoch die Gründe meiner Beschwerden waren – wurde mir erst viel später gesagt und bewusst.

Psychosomatik ist die Lehre wie Körper, Geist und Psyche sich gegenseitig beeinflussen.

Alles woran ich dachte, was ich dabei fühlte, hatte Einfluss auf mein körperliches Befinden! Seele, Körper und Geist sind ein Ganzes und lassen sich nicht von einander trennen. Es heisst auch nicht umsonst: geht es der Seele gut, ist dein Körper gesünder. Wenn es der Seele schlecht geht, dann geht es auch dem Körper schlecht.

Leidet die Seele, leidet auch der Körper.

Ich kann mich noch genau erinnern als ich meinen Arzt konsultierte und er mich nach sämtlichen abgeschlossenen Untersuchungen mit runzliger Stirn ansah und zu mir sagte: „Die Befunde sehen alle tadellos aus bis auf einen leichten Bandscheibenvorfall (der durchs MR ans Licht kam) ist alles gut! Also ihre Schmerzen passen definitiv nicht dazu … Ich war eingeschüchtert und kam mir sehr blöd vor. Eine „eingebildete“ Kranke quasi.

Diesmal lies ich aber nicht locker und wechselte den Arzt. Ein Aufenthalt in der Klinik stand mir bevor. Der Arzt sah, dass ich kaum gehen konnte, mein rechtes Bein tat was es wollte, ich null Gefühl darin hatte. So etwas konnte man nicht vortäuschen! Nicht wenn einem X-Nadeln treffen und ich es nicht mal merkte. Endlich ein Arzt bei dem ich mich verstanden und gut aufgehoben fühlte. Erstmals wurde ich ernst genommen.

„Wer unter psychosomatischen Beschwerden leidet, der verspürt körperliche Symptome und Schmerzen die medizinisch nicht erklärbar sind“ sagte er. In mir kam das Gefühl auf total irre zu werden.

Lange Zeit die falsche Behandlung

Wenn Ärzte keine Ahnung haben woher die Beschwerden kommen, werden Menschen über lange Zeit „falsch“ behandelt, unnötigen und belastenden Untersuchungen ausgesetzt. Mal ganz abgesehen davon das nichts besser wird!

Ich sah zu diesem Zeitpunkt schon aus wie ein Luftballon. Aufgeschwemmt vom Kortison, blau und zerstochen von den vielen Schmerzinfusionen – im Nachhinein gesehen alles für die Katz, wie ich später erfuhr.

Ein Riesenfehler bei Behandlung von Krankheiten ist, dass es Ärzte für den Körper und Ärzte für die Seele gibt, wo doch aber beides nicht voneinander getrennt werden kann!

Gefühle wie Traurigkeit, Ärger oder Depressionen belasten den Körper. Dauern sie über einen längeren Zeitraum an, können sie zu psychosomatischen Erkrankungen führen. Angst und Einsamkeit gemixt mit Stress, schwächen unsere Selbstheilungskräfte.

Die Erkenntnis kam mit der Verlegung

Ich wurde in ein anderes Krankenhaus verlegt, mir ging es zu dem Zeitpunkt immer schlechter. Ich konnte nichts mehr essen und schon gar nicht aufstehen. Ich hatte Angst und dachte mir ich sei tot krank. Irgendwie kam es mir auch seltsam vor, dass ich ausser „viel reden“ und über mich „erzählen“ gar nichts machen musste! „Zur Ruhe kommen“, sagten sie mir. Ausschlafen, keine nervigen Untersuchungen, keine Spritzen und Säfte. Nur Menschen, die jede Stunde nach mir sahen und mit mir redeten – und das muss ich auch dazu sagen, mir sehr viele Tränen entlockten …

In der 3. oder 4. Nacht lag ich wach, konnte nicht schlafen. Gedanken quälten mich was es den jetzt mit mir alles auf sich hatte. Ich wusste, dass ich die Antwort nächsten Vormittag vom Arzt übermittelt bekam. Ich fühlte mich extrem allein gelassen und wünschte mir jemanden an meiner Seite. Meinen Kinder wollte ich da nicht mit rein ziehen und die übergeblieben Freunde konnten das nicht ersetzen was ich gerne gehabt hätte … ICH bin „hingefallen„, habe versagt, ließ mich von meinen Emotionen in die Knie zwingen.

Es war ein besonderes Frühstück für mich

„Guten Morgen Sandra“ wir wollten zu ihnen heute Morgen als Erstes. Ihre seelischen und psychischen Belastungen setzen ihrem Körper eine Menge zu, der Arbeitsstress und vergangene Krankheitsgeschichte verstärkt die momentane Situation noch.“

Das sagte man mir. Zudem steckte ich mitten in einem zweiten Burnout.

„Organisch ist nichts zu finden – jetzt sind nur sie wichtig! Körperliche Kräfte sammeln, Ruhe und eine Gesprächsteraphie wird ihnen dabei helfen es bald wieder leichter zu haben.“ So fuhr der Arzt fort.

Die Ärzte waren weg und ich begann sofort wieder zu weinen. Auf der einen Seite war ich froh keinen Magenkrebs oder so zu haben (ich hatte 12 kg abgenommen in kürzester Zeit), andererseits war ich schockiert. Psychotherapie? Facharzt? Dauermedikamente? Ticke ich also doch nicht ganz richtig? Schlimm … und wieder fühlte ich mich extrem alleine.

Positive Gefühle und Gedanken haben Auswirkung auf unseren Körper

Um alles besser werden zu lassen, müssen wir uns um eine Besserung des emotionalen Befindens kümmern! Wichtig ist es an die Genesung zu glauben und diese auch wirklich zu wollen! Zuversichtlich in die Zukunft blicken wurde mir sehr oft gesagt. Fühlst du dich wohl und bist innerlich entspannt, ist auch unsere Abwehr kraftvoll und aktiv. Wir haben über unsere Psyche einen grossen Einfluss auf unseren Körper! Wir können viel tun wenn wir krank sind, viel dazu beitragen dass es uns wieder besser geht. TUN müssen wir es jedoch alleine…

Wenn DU jetzt glaubst ich hab das alles in 0,0 umsetzen können irrst du dich! Es gab viele Rückschläge. Jedoch hab ich auch sehr viel geändert in meinem Leben. Ein Burnout wird mir nicht mehr passieren! Definitiv nicht! Ich reisse mir nämlich meinen Arsch nicht mehr für irgendwelche Leute auf, die mich schon vergessen haben bevor ich zur Tür raus bin! Ich höre mehr auf meinen Körper und versuche auch die Warnsignale wahrzunehmen. Was ich mir allerdings behalten darf sind meine immer wieder kommenden Schmerzen die sich bemerkbar machen, wenn mir etwas Sorgen oder Ängste bereitet.

Ich kann nur jeder Frau raten sich nicht „belächeln“ zu lassen. Wechsle deinen Arzt und tausche deine Freunde aus! Es dürfen nur DIE mitreden, die wissen wovon du sprichst und wie es sich anfühlt oft von Schmerzen geplagt zu werden, die aus deiner Psyche entstehen!

Dieses Zitat hatte ich immer in meiner Tasche in dieser Zeit, ich find es sehr gut deshalb lasse ich es für DICH da 🙂

Spruch

In diesem Sinne, sprich mit mir darüber falls dir dieses Thema bekannt ist?!

Ich bin mir sicher du kennst diesen Spruch, hast ihn schon oft gelesen oder vielleicht auch manchmal gesagt bekommen? Ich mag diesen Satz, er beinhaltet so viel. Die letzten 2 Worte hab ich mir erlaubt zu ändern, von „weitergehen“ auf „neu beginnen“, ich finde das passt in diesem Fall etwas besser.

Hinfallen und Aufstehen

Hinfallen ist keine Schande! Fast alle von uns straucheln einmal oder fallen hin, wichtig ist immer wieder aufzustehen, eben einmal öfter als hinzufallen. Wichtig ist DAS was wirklich zählt – nicht diejenigen, die aufzeigen, wie der Starke gestolpert ist oder wo der Mensch, der Taten gesetzt hat, sie hätte besser machen können! Ich finde die Anerkennung gehört denen, die sich tapfer schlagen und bemühen, die sich auch gelegentlich irren und auch manchmal hinfallen.

Frauen (sowie Männer), die grosse Begeisterung kennen, die mit völliger Hingabe und mit viel Mut auf die Stimme ihres Herzens hören. Frauen, die riskieren neue und unbekannte Wege zu gehen wobei auch die Gefahr besteht, wieder zu scheitern. Trotz alter Verletzungen. Trotz dem Schmerz, der sich noch manchmal bemerkbar macht. Kämpfernaturen – die bereit sind ihre wahren Werte zu leben! Denn ohne ein gewisses Riskio zu nehmen sind viele Ziele und Träume nicht erreichbar.

Wieder aufstehen, weitermachen und neu beginnen … Egal wie oft du hinfällst. Hinfallen ist notwendig und gehört dazu, alles andere wäre gelogen und sehr unecht! Lerne daraus. Bleibe bei dir und vor allem sei ehrlich zu dir selbst, richte dich wieder auf und sage dir: „Fuck, es hat so weh getan, aber ich bin eine Kämpferin und es ist mir wichtig neu zu beginnen“… DAS sind diejenigen die wahrlich Respekt verdienen!

Viele Frauen gibt es die statt ihre Verletzungen zu fühlen und sich damit auseinander zu setzen, aus ihrer Verletzung heraus handeln und damit leider sehr oft anderen Menschen Schmerzen zufügen. 🙁

Verletzlichkeit und Mut gehen Hand in Hand

Viele Frauen haben verlernt Mut zu haben und diesen einzusetzen. Dies passiert oft da sie sich auf ihren Partner verlassen haben, der sie „beschützt“ – der eben die Männerrolle zu 100% erfüllt (ich spreche von den Idealfällen). Er fühlt vor, er testet und er erledigt. Dafür braucht „Frau“ nicht wirklich MUT. (Ich musste mich um gar nichts mehr kümmern.) Anfangs war das ein gutes Gefühl, aber später kommt man drauf, dass man dadurch etwas weltfremd wird und in einer Art Abhängigkeit gefangen ist.

Ein Leben in der absoluten Komfortzone! Bitte wer braucht da schon Mut für irgend etwas?

So verlernst du still und leise den Mut und die Kraft einzusetzen wie es manchmal notwendig ist im Leben. Was aber wenn du stürzt? Länger nicht aufstehen kannst weil die Verletzung so gross ist? DER der uns beschützt, alles für uns erledigt und vieles von uns ferngehalten und geebnet hat ist fort … aus und vorbei … was ist bitte dann? Neu sortieren ist angesagt. Du kannst dich für Mut und Courage oder für eine sofortige neue Komfortzone entscheiden!? Beides gleichzeitig ist nicht möglich.

Ich will mein Leben leben, ich will mutig sein, ich will in die Arena des Lebens!

Ab jetzt will ich mein Leben MUTIG leben, auch wenn es mit Sicherheit wieder blaue Flecke geben wird oder vielleicht sogar kleinere oder grössere Narben – egal – ich will!

Mut ein so kurzes Wort … das aber viele Gefahren mit sich bringt . Verletzt zu werden ist keine Frage des Verlierers oder des Gewinners. Es bedeutet MUT sich zu zeigen, sich in die Mitte zu stellen, ohne vorher das Ergebnis zu kennen.

Auf den billigen Plätzen der Arena sitzen die Menschen, die sich niemals in die Mitte des Platzes stellen würden! Diese Plätze werden von den Mitläufern belegt. Menschen, die kein Risiko gehen, Menschen die einfach nur „funktionieren“. Frauen die so leben, wie sie es vorgegeben bekommen! Es sind oft Menschen, die aus sicherer Entfernung Kritik und abwertende Kommentare von sich geben ohne selbst etwas riskiert zu haben. Hätte ICH mich von solchen Menschen definieren lassen, mir angehört was sie von mir denken, ich hätte jeglichen Mut verloren.

Deshalb gilt für mich – und das möchte ich unbedingt weitergeben: Wenn jemand nicht selbst in der Arena steht und riskiert sich Abschürfungen und blaue Flecke zu holen, bin ich persönlich an seiner Meinung nicht mehr interessiert! Aus. Punkt. Aus.

Wer oft mutig ist, wird auch öfter mal fallen. Selbst die erfolgreichsten Geschäftsleute sind ein paar Mal gefallen, und? Heute sind viele von ihnen gerade dadurch, durch ihren Mut nicht aufzugeben sondern aufzustehen und es noch mal zu versuchen, aus den Fehlern zu lernen, erfolgreicher als je zu vor. Es gibt kein Patentrezept vor dem Hinfallen bewahrt zu bleiben. Genauso wenig wie es sicher ist, feste Partner ewig an unserer Seite zu haben …

Angst vor dem alleine sein?

Panische Angst hatte ich davor allein zu sein. Ich hatte keine Erfahrung damit, war es nie gewohnt. Radio und TV ritterten sich bei mir zu Hause darum wer lauter sein durfte. Ich lud mir ständig Gäste ein, nur um nicht allein zu sein! Meine damalige Wohnung war viel zu gross für mich. Die Erinnerungen erdrückten mich. Wenn die Zeit kam die Gäste zu verabschieden, bekam ich schon vorher Panik. Meine Angst kam mit der „schwarzen Luft“. Ich saß im Zwischengang auf meiner Treppe und weinte … und das sehr lange.

Die Konfrontation mit der Einsamkeit, die in diesem Prozess steckt ist eine gewaltige Herausforderung. Jedoch im Nachhinein sehr hilfreich und eine absolute Notwendigkeit um zu lernen, dass FRAU niemand anderen für ihr Glück braucht ausser sich selbst! Keine Abhängigkeit – keine Komfortzone.

Hast du diese lange Durststrecke geschafft, hast du den Entzug geschafft. Eine Menge dazu gelernt und noch mehr MUT bewiesen! Sei stolz auf DICH 🙂 Deine innere Stärke ist gewachsen.

Es verändert nicht nur uns, sondern auch unser Umfeld

Unsere Erfahrungen können unsere Mitmenschen tief beeinflussen. Bei manchen Menschen ändert sich das Denken zum Positiven, sie rücken dir näher und stehen dir wirklich zur Seite. Andere aber werden sich von dir entfernen, oft einfach weil sie mit deiner Situation nicht umgehen können oder vielmehr wollen! Doch auf diese „Freunde“ kannst du getrost verzichten, sie passen nicht mehr in dein Leben.

Die positive Seite des Ganzen

Wie gesagt, dieser Prozess erleichtert dir das Aufstehen nach der Niederlage. Jeder der sein Hinfallen erfolgreich überwunden hat, ist in der glücklichen Lage, seine Geschichte neu zu bewerten. Du kannst dich mit Themen wie Vergebung, Scham, Ärger, Wut und Schuldzuweisungen auseinandersetzen. So kommst du zu wahren Erkenntnissen über dich und den anderen Beteiligten.

Du lernst deine immer wieder kehrenden Verhaltensmuster, die du in bestimmten Situation machst, besser zu verstehen und kannst sie mit Abstand nachvollziehen. Der Grundstein für Veränderung ist gelegt.

Nimm dir Zeit, sei nur du dir wichtig

Du steckst gerade in der Phase des „Fallens“ sind oder bist noch in den Nachwehen der Verletzung? Bist noch nicht im Stande die Verantwortung für deine eigene Wahrheit zu übernehmen?

Steh unerschrocken wieder auf und geh aufs Neue nach vorne, finde deinen Weg! Nimm dir die Zeit – schau dir deine blauen Flecke genau an. Sie lehren dir viel für das Leben und wie du Schritt für Schritt diesen schwierigen Prozess bewältigen kannst. Wenn du alleine nicht klar kommst hol dir Hilfe, scheu dich nicht davor!

Frag dich: Möchtest du deine neue Geschichte selber schreiben? Oder gibst du diese Macht aus deiner Hand?
Ich saß im selben Boot und möchte dazu unbedingt sagen: Übernimm Verantwortung für DEIN Leben & DEINE Wahrheit, sonst wirst du ewig um DEINEN Stellenwert und DEINEN Selbstwert kämpfen!

Das Ende jeder Geschichte bedeutet du kannst eine Neue beginnen.

Hinfallen, aufstehen, Krone richten, neu beginnen … so lautet der Slogan.

DU bist die Autorin deines Lebens … Einfach lieben, wen du liebst, einfach leben was du fühlst!

Du gehörst nicht zu den Opfern, auch nicht zu den Bösen, nicht zu den Helden. Du/Wir sind die Autoren unseres Lebens, unser Ende schreiben wir uns selbst. Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit innere Stärke zu entwickeln!

Aufstehen, Krone gerade rücken, weiterlaufen.

Die Parabel vom Adler

Einst fand ein Mann bei seinem Gang durch den Wald einen jungen Adler. Er nahm ihn mit nach Hause auf seinen Hühnerhof, wo der Adler bald lernte, Hühnerfutter zu fressen und sich auch wie ein Huhn zu verhalten. Eines Tages kam ein Zoologe des Weges und fragte den Eigentümer, warum er einen Adler, den König der Lüfte, zu einem Leben auf dem Hühnerhof zwinge. „Da ich ihm Hühnerfutter gegeben und ihm gelernt habe, ein Huhn zu sein, hat er nie das fliegen gelernt“ antwortete der Eigentümer. „Er verhält sich genau wie ein Huhn, also ist es kein Adler mehr.“

„Dennoch“, sagte der Zoologe, „hat er ein Herz eines Adlers und kann ganz sicher das Fliegen lernen“. Nachdem sie die Sache beredet hatten, kamen die beiden Männer überein, zu ergründen, ob es wirklich möglich sei. Behutsam nahm der Zoologe den Adler in die Arme und sagte: „DU gehörst den Lüften und nicht der Erde, breite deine Flügel aus und fliege“. Doch der Adler war verwirrt, er wusste nicht, wer er war und wo er hingehörte. Und als er sah wie die Hühner ihre Körner pickten sprang er hinab um wieder zu ihnen zu gehören.

Unverzagt nahm der Zoologe den Adler am nächsten Tag mit auf das Dach des Hauses und drängte ihn wieder:“ DU bist ein Adler – breite deine Flügel aus und fliege“. Doch der Adler fürchtete sich vor seinem unbekannten Selbst und der Welt und sprang wieder hinunter zu dem Hühnerfutter. Am dritten Tag machte sich der Zoologe früh auf den Weg und nahm den Adler aus dem Hühnerhof mit auf einen hohen Berg. Dort hielt er den König der Vögel hoch in die Luft und ermunterte ihn wieder: „DU bist ein Adler. Du gehörst ebenso den Lüften wie der Erde! Breite deine Flügel aus und fliege!“

Der Adler schaute sich um, sah zurück zum Hühnerhof und hinauf zum Himmel. Noch immer flog er nicht. Da hielt ihn der Zoologe direkt gegen die Sonne und da geschah es, dass der Adler zu zittern begann und langsam seine Flügel ausbreitete. Endlich schwang er sich mit einem triumphierenden Schrei hinaus gen Himmel. Es mag sein das der Adler noch immer mit Heimweh an die Hühner denkt, es mag auch sein, dass er hin und wieder den Hühnerhof besucht. Doch er ist nie zurückgekehrt um das Leben eines Huhnes wieder aufzunehmen. ER war ein Adler, auch wenn er wie ein Huhn gehalten und gezähmt worden war …

Eine Geschichte die mir Schwester Johanna ausdruckte – nur für mich

Beinahe 3 Jahre her, und noch immer bekomme ich Gänsehaut beim Durchlesen und jetzt beim Schreiben dieser Zeilen. Mir kommt der Tag in Erinnerung als sie mir diese Seite in die Hand drückte und sagte „ich hab etwas gefunden das perfekt zu ihrem Leben passt, lesen sie es aufmerksam durch und kommen sie zu mir wenn sie etwas dazu zu sagen haben“ … Sie lächelte herzlich, drückte meine Schulter und ließ mich im Gesprächszimmer sitzen.

Da ich nicht wusste worum es ging, kam ich mir blöd vor, hier soll ich gut aufgehoben sein? Lässt mich einfach alleine statt das sie sich um mich kümmert? Ich kannte sie ja gerade mal erst 1 Tag, länger war ich noch nicht in der Klinik und dann sowas.

Ich ging in mein Zimmer und meine Zimmerkollegin merkte mir meinen Unmut an. „Schwester Johanna denkt sich immer etwas dabei wenn sie so etwas macht und du kannst froh sein sie als deine Bezugsschwester bekommen zu haben!“ Verärgert war ich trotzdem.

Ich wurde neugierig, und meine Zimmerkollegin wusste, dass ich diese Seite nie neben ihr lesen würde, also ging sie raus – auch mit einem doofen Grinsen im Gesicht. Für sie war das alles nichts Neues, ICH war hier die „Neue“.

Wenn ich zurück denke, brauchte ich ca. 3-4 Anläufe, ich konnte mich nicht konzentrieren, merkte mir nichts, verstand den Inhalt nicht sofort – ein Grund von vielen weshalb ich hier war. Nach länger Zeit und mehreren Anläufen hatte ich es dann gecheckt … Ich wollte weinen, doch ich hatte es verlernt und meine Tränenflüssigkeit war für Jahre im Voraus verbraucht. So saß ich am Bett. Es begann zu regnen. Die Tropfen klatschten ans Fenster und ich dachte mir, die da oben haben das „weinen“ für mich übernommen.

Es war der erste Mensch, nach ich wusste nicht wie langer Zeit, der mich nicht als Huhn sah, sondern meine Stärken oder mein wahres ICH nach erst so kurzer Zeit des Kennenlernens erkannte! Gefühlstechnisch war ich tot, hatte keine Emotion dazu, aber ich wusste das ich hier richtig war!

Was ich damit sagen will

Es ist nie zu spät Verlerntes wieder neu zu erlernen, man selbst zu sein. Seine Wünsche wieder auszugraben, seine Wunden nicht selbst zu verarzten sondern sich „versorgen“ zu lassen! Es gehört eine Menge Mut dazu, oft ist die Scham grösser als alles Andere. Hast DU es jedoch dann geschafft den ersten Schritt in diese Richtung zu gehen – bist du schon auf der Gewinnerspur!

Ich möchte diese Geschichte den Frauen widmen, die ebenfalls kleiner gemacht oder gehalten wurden oder sogar noch werden, als sie tatsächlich sind! Ich werde hier viel von mir preisgeben, weil ich mir denke damit anderen Frauen wirklich helfen zu können.

Wie es weiter ging, erfährst DU das nächste Mal …