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Adieu Sommer, Bonjour Melancholie!

Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel, ich klammere mich an die letzten wärmenden Sonnenstrahlen und tu mir wahnsinnig schwer feste Kleidung anzunehmen. Ich fühle mich immer in meiner Freiheit beraubt, hat mich der Sommer doch wieder sehr verwöhnt mit seiner Wärme.

Ich glaube von mir behaupten zu können, ein fröhlicher ausgeglichener Mensch geworden zu sein. Wenn aber der Altweibersommer seine letzten Meter macht, setzt bei mir eine Verwandlung ein. Meine Fröhlichkeit versteckt sich öfter mal für längere Zeit, ich friere und würde am liebsten zu Hause ein Lagerfeuer machen und ich habe Schwierigkeiten mich in festes Schuhwerk zu begeben. Anders war das früher als ich es kaum erwarten konnte die neuesten Herbsttrends an meinen Füssen zu tragen … und jetzt, ich vermisse das Barfußgefühl. Meine heiß geliebten Flip-Flops! Da wir ja den Winter in Österreich verbringen und nicht mehr den Strand und das Meer vor uns haben, fällt mir diese Umstellung ganz besonders schwer.

Wieder zu Hause, fällt mir immer auf wie die Menschen hier sich dem nasskalten Wetter anpassen. Sie tragen ihre Mundwinkel sehr tief, sehe ich in die Augen mancher Leute tun sie mir beinahe leid. Wach werde ich dann so richtig, bekomme ich einen triefend nassen Regenschirm im Gedränge der Strassen zu spüren. All diese äusseren Einflüsse helfen mir natürlich nicht unbedingt dabei, mich gut zu fühlen.

Mir wäre im Sommer niemals der Gedanke gekommen, mich gemütlich auf das Sofa zu schmeißen und Musik zu hören, so ist es jetzt beinahe ein Pflicht-Moment des Tages! Sogar mein Musikgeschmack verändert sich um diese Jahreszeit, zwar nicht grundlegend, aber mich sprechen die ruhigen, melancholischen Lieder mehr an als alles andere. :-) Genauso geht es mir auch mit Menschen. Die Gesellschaft vieler umher wuselnden und hektischer Menschen umgehe und vermeide ich wann immer möglich. Ich empfinde es als Stress.

Früher habe ich mich dem Ganzen angeschlossen, habe mich so verhalten wie die meisten Menschen. Ich war schlecht gelaunt, hektisch und habe gejammert über den Beginn der ungemütlichen Jahreszeit. Ich habe diese Phasen nicht erkannt. Ich habe jedem vorgemacht gute Laune zu haben, dadurch konnte ich mein Inneres verstecken. Das habe ich  aber Gott sei Dank mit der Zeit abgelegt.

Wo es mir allerdings immer noch schwer fällt mich zu korrigieren, ist mein Gefühl wenn der Herbst  einzieht. Das Ganze zu hinterfragen weshalb das so ist, wird mir allerdings nichts bringen. Ich bin in der Zwischenzeit so weit diese kleine Melancholie zu akzeptieren. Ich erkenne diese Phasen jetzt und bin darauf eingestellt, aber vor allem versuche ich sie nicht mehr zu verdrängen. Ich weiß ja es geht wieder vorüber … spätestens wenn die Sonne wieder für längere Zeit scheint :-) , und bis dahin habe ich mich entschieden einfach meinen Gefühlen und Befindlichkeiten zu folgen!

Der Herbst und die kalte Jahreszeit ist mittlerweile zwar noch immer nicht mein bester Freund, aber wir kommen ganz gut aus gemeinsam. Ausserdem haben meine beiden Hunde einen Riesenspaß daran das Laub aufzuwirbeln und sich darunter zu verstecken und zu sehen wie sie diese Zeit genießen macht mich wiederum sehr glücklich!

Ich habe für mich auch herausgefunden wie ich der Melancholie entgegenwirken kann: Ich nutze sie als Chance, einmal im Jahr vom Gaspedal zu steigen und mich mehr meinen Gedanken und Gefühlen zu widmen. Und hatte ich mich früher auf eine neue Herbstgarderobe gefreut, freue ich mich nun jedes Jahr auf eine neue Kuschel-Decke, neue Teesorten und viele neue Bücher … und auf Monja und Amon, unsere beiden Hunde, die zu meinen Füßen liegen und mir ein Lächeln ins Gesicht malen, seh ich diesen Anblick. :-)

Ja so ist es eben, ich habe viele Facetten – Sehnsucht und Melancholie gehören eben auch dazu … vielleicht sind dir diese Gefühl ja nicht ganz fremd, dann wirst du mich auch sicher verstehen. :-)

Ich würde sagen ich bin bereit für die langen ungemütlichen Tage, die ich mir aber so richten werde wie sie mir gut tun!