Unfreundlich? NEIN. Nur unbeeindruckt!

Persönliches

Neulich sagte jemand zu mir: „Du wirkst oft so unfreundlich.“ Ich habe kurz überlegt, ob ich das jetzt erklären, relativieren oder weich verpacken soll. Und dann habe ich gesagt: „Ich bin nicht unfreundlich. Ich bin nur unbeeindruckt.“ Dieser Satz begleitet mich schon lange. Und er beschreibt ziemlich genau, wie ich durchs Leben gehe – und warum das für manche Menschen irritierend ist.

ICH BIN NICHT UNFREUNDLICH – BLOSS UNBEEINDRUCKT …

Mir wurde schon als sehr junger Mensch vorgeworfen, ich würde in mich gekehrt, hart oder unnahbar wirken. Wahrscheinlich habe ich das tatsächlich ein Stück weit von meinem Vater mitbekommen. Er wirkte immer streng und distanziert – selbst in seinen guten Momenten. Nicht, weil er es böse meinte. Sondern weil er einfach so war.

Wenn man einmal in diese „Schublade“ gesteckt wird, wird das Leben nicht unbedingt einfacher! Denn das Absurde daran ist: Man selbst sendet diese Signale gar nicht bewusst aus. Und noch absurder wird es, wenn man sich – wie ich über viele Jahre – ernsthaft bemüht, genau das Gegenteil zu verkörpern. Sehr früh wurde mir klar, dass mein Auftreten unterschiedlich gelesen wird. Manchmal hat es mir Autorität verschafft. Manchmal Respekt. Und manchmal war es einfach nur schmerzhaft, weil ich ausgegrenzt wurde oder als unsensibel und unnahbar galt, obwohl ich innerlich alles andere als gefühllos war!

Auch heute, nach über sechzig Jahren, trage ich diese „Auszeichnung“ noch immer am Ärmel: unfreundlich, Empathie könnte mehr sein, nicht wirklich redselig, für manche sogar arrogant. Der feine Unterschied zu früher ist nur: Es verletzt mich NICHT mehr. Als Kind und Jugendliche hat mich das tief getroffen. Als Frau im Berufsleben war ich darüber nicht glücklich – aber ich habe daraus meine ganz persönliche Strategie entworfen. Eine Stärke, wenn ich so sagen will, die mir zwar nicht viele Freunde eingebracht hat, mir aber immer gute Jobs ermöglicht hat. 🙂 Ich habe gelernt, meine Ruhe, meine Klarheit und meine Nüchternheit für mich zu nutzen, statt mich dafür zu rechtfertigen und zu erklären.

Der ständige Versuch, mein Äußeres anzupassen, freundlicher zu schauen, weicher zu wirken und mehr zu lächeln, ist mir NIE gelungen! Es wirkte immer aufgesetzt, künstlich und – zugegebenermaßen – ziemlich lächerlich. Heute sehe ich das entspannt. Ich lächle in mich hinein, wenn jemand sagt: „Du bist überaus unsensibel.“ Oder: „Kannst du auch freundlich?“ Denn Menschen, die mich wirklich kennen, wissen genau, was sie von mir erwarten dürfen. Und was nicht. Deshalb habe ich aufgehört, mich zu erklären oder zu rechtfertigen, warum ich nicht wie eine Grinsekatze durchs Leben renne. Es ist nun mal, wie es ist.

Frauen müssen nicht immer lächelnd nicken und gefallen. Und nur weil eine Frau ein freundliches Gesicht macht und zustimmend lächelt, heißt das noch lange nicht, dass sie respektiert oder ernst genommen wird! Selbstsicherheit ist kein Charakterfehler. Und Grenzen zu setzen ist kein Imageproblem. So sehe ich das heute.

Deshalb sage ich manchmal ganz trocken: „Hey Leute, ich bin nicht unfreundlich. Ich bin nur unbeeindruckt.“ Das ist keine Provokation. Es ist eine Feststellung. Sie bedeutet nicht, dass ich schlechte Laune habe oder jemanden absichtlich abwerte, sondern dass mein Verhalten aus innerer Ruhe entsteht – oder aus schlichter Gleichgültigkeit gegenüber Menschen oder Situationen, die mich emotional nicht abholen.

Es gibt Menschen wie mich. Wir sind nicht absichtlich abweisend. Wir sind NICHT gefühllos. Wir haben einfach keine starke emotionale Reaktion auf alles, was gerade passiert oder gesagt wird. Ich würde es für mich so beschreiben: gleichmütig, ruhig, kühl, unaufgeregt. 🙂

Ein „kühles“ Verhalten ist keine böse Absicht. Es ist schlicht das Ergebnis mangelnder Begeisterung für das Gegenüber oder für eine Situation. Und ja – damit kommen viele Menschen leider NICHT gut zurecht. Deshalb fällt dann auch schon mal der Satz: „Meine Erwartungen sind einfach höher als der Unterhaltungswert, der hier geboten wird.“

Für viele ist das unerhört. So etwas sagt man doch nicht! Ich finde: Doch. Man kann. Man soll sogar! Es ist ehrlich. Es ist klar. Und vor allem ist es zeitsparend.

Ja, ich bin öfter unbeeindruckt, aber nicht aus Überheblichkeit, sondern aus innerer Ruhe, Erfahrung und dem Wissen, dass ich – du – wir NICHT mehr auf alles reagieren müssen, was uns vor die Füße fällt. Klar, nicht für alle gefällig, aber ehrlich!

Und das ist mein Weg – gut möglich auch deiner. 🙂
Hab eine gute Zeit und bis bald, wenn du magst!

Xo Sandra

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