Leichtigkeit ist selten „leicht“ …

Beobachtet

ICH HÄTTE GERNE EIN BISCHEN MEHR LEICHTIGKEIT …

Nur bitte, ohne dass ich dafür wieder irgendetwas an mir herumschrauben muss. 🙂
Denn wenn ich mich so umschaue, scheint selbst Leichtigkeit inzwischen etwas zu sein, das man sich erarbeiten muss.

Loslassen. Achtsamer werden.
Mehr im Moment leben. Ballast abwerfen.
Grenzen setzen. Dankbar sein
Weniger nachdenken. Mehr genießen.
Und vermutlich morgens warmes Zitronenwasser trinken!

Meine Güte … ich will doch nur ein bisschen „leichter“ leben.
Wann haben wir angefangen, aus etwas, das sich leicht anfühlen soll, eine weitere Aufgabe zu machen?

Früher habe ich über Leichtigkeit überhaupt NIE nachgedacht. Ich glaube, das ist überhaupt das Gemeine daran: Solange sie da ist, bemerkt man sie kaum.
Man war unterwegs. Hat gelacht. Blödsinn gemacht. Sich über irgendetwas fürchterlich aufgeregt und eine Stunde später schon wieder etwas anderes im Kopf gehabt.

Nicht immer natürlich. Auch früher war das Leben nicht jeden Tag eine Party. Und meine richtigen Partys waren ohnehin abgezählt!
Trotzdem habe ich das Gefühl, dass Leichtigkeit irgendwann komplizierter geworden ist.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass man schon ein bisschen länger auf dieser Welt herumläuft?
Da sammelt sich schließlich einiges an.

Jede Menge Erfahrungen. Enttäuschungen. Sorgen. Verantwortung. Menschen. Noch mehr Menschen. Dinge, über die man nachdenkt. Dinge, über die man eigentlich nicht mehr nachdenken will und es trotzdem immer wieder tut!
So ein Kopf wird mit den Jahren offenbar nicht unbedingt leerer. 🙂

Und so bekommt Leichtigkeit eine ganz andere Bedeutung.
Sie ist für mich heute nicht mehr dieses große „Alles ist wunderbar!“.
Ganz im Gegenteil! Sie sitzt völlig unspektakulär irgendwo dazwischen

In einem Gespräch, bei dem man die Zeit vergisst.
Beim Lachen über völligen Blödsinn.
Beim Herumwerkeln, beim Draußensitzen.
An einem dieser seltenen Tage, an denen der eigene Kopf einmal nicht meint, zu allem seinen Senf dazugeben zu müssen!

Und meistens merke ich es erst hinterher … „ach schau mal an, da war sie ja!“
Zwei Stunden, in denen nichts an mir gezogen hat.

KEIN „Ich müsste noch …“
KEIN „Was ist, wenn …“
KEIN gedankliches Wiederkäuen irgendeiner Sache, die ohnehin längst vorbei ist!

Vielleicht war früher gar nicht mehr Leichtigkeit da.
Bestimmt haben wir sie nur weniger „beobachtet“.
Und vielleicht bedeutet leichter leben mit zunehmendem Alter auch gar nicht mehr, dass das Leben leicht sein muss.
Sondern dass ich – wir, nicht mehr alles so schwer schleppen möchten.

Manches darf liegen bleiben. Manche Erwartungen dürfen gepflegt an mir vorbeiziehen.
Viele Diskussionen müssen nicht mehr geführt werden.
Und so mancher Mensch übrigens auch nicht überall mitgenommen werden.  🙂

Das klingt jetzt schon wieder verdächtig nach Lebensweisheit, hab ich recht?
Also höre ich besser auf jetzt.
Nicht, dass wir am Ende noch ein „Workbook“ daraus machen.
Mit fünf Wochen Programm und Morgenroutinen! 🙂

Nein danke. War ja der Plan … wollen wir nicht.
Ich wollte doch nur ein bisschen LEICHTIGKEIT. 🙂

Xo Sandra

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