Ich beobachte Menschen und ihre Handys.
Nicht wertend.
Na gut. Ein bisschen schon. 🙂
Beim Essen zum Beispiel. Ein Paar sitzt sich gegenüber.
Dazwischen zwei Teller, zwei Gläser und ein Handy. Display nach oben.
Nur für den Fall, dass irgendwo auf der Welt etwas passiert, das wichtiger ist als der Mensch gegenüber.
Dann leuchtet es. Und natürlich fällt sofort der Blick darauf.
Wir haben schließlich nicht umsonst einen Menschen vor uns und die ganze Welt in der Hand.
Die Welt gewinnt erstaunlich oft in meinen Beobachtungen.
Beim Gassigehen sieht es auch nicht besser aus.
Der Hund schnüffelt sich durch die interessantesten Nachrichten seines Viertels, während Herrchen drei Meter dahinter aufs Handy schaut.
Eigentlich laufen da zwei spazieren … nur nicht gemeinsam. 🙁
Beim Joggen wird es noch interessanter.
Laufen … Handy am Arm … Kopfhörer drin. Puls auf der Uhr. Kilometer auf der App!
Ich frage mich manchmal, ob ein Lauf überhaupt stattgefunden hat, wenn ihn anschließend niemand auf irgendeiner Plattform sehen kann!
Und dann das Bett. Der S c h l a f b e r e i c h.
Der Ort, an dem „früher“ angeblich andere Dinge passiert sind.
Heute liegen zwei Menschen nebeneinander und streicheln – JEDER sein eigenes Display.
„Schatz, schau mal.“
Und dann hält man sich gegenseitig Videos von Menschen unter die Nase, die man überhaupt nicht kennt.
Romantik 2026.
Ich nehme mich da übrigens nicht aus.
Auch ich greife nach diesem Ding, ohne überhaupt zu wissen, warum. Manchmal entsperre ich es, schaue drauf und denke:
Was gibts neues? Keine Ahnung.
Offenbar nachsehen, ob die Welt die letzten vier Minuten ohne mich zurechtgekommen ist.
Natürlich … ist sie.
Unglaublich eigentlich! Hmm.
Was für ein kleines Ding, dass in jede Hosentasche passt. Und was für einen GROSSEN Platz, wir ihm geschenkt haben!
Aber gut.
Ich muss Schluss machen. Mein Handy leuchtet.



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