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Abhängig sein … das liest sich nicht gut und noch weniger fühlt es sich gut an! Die Abhängigkeit gegen Freiheit zu tauschen, ist viel einfacher, als es scheint und auch weniger gefährlich, als es sich gerade für Dich eventuell anfühlt. Du musst jetzt keine Angst haben, dass Du Dich ab sofort von bestimmten Menschen trennen sollst, ganz im Gegenteil. Wenn Du erst mal weißt, wie Du Dir Deine eigene Freiheit bewahrst, wirst Du auch Deine Beziehung unter ein neues Licht stellen und Du wirst Dich durch Deine Unabhängigkeit stärker mit anderen Menschen verbinden können!

So viele Jahre habe ich mich immer wieder mit diesem Thema auseinander gesetzt. Mit dem Wissen, dass es völlig normal ist von anderen abhängig zu sein. Eine vollständige Unabhängigkeit ist meines Erachtens eine Illusion. Wir müssen uns viel mehr die Frage stellen: wie stark wir von den Meinungen, Launen und Gefühlen von anderen abhängen!? Wie stark wir uns beeinflussen lassen durch die Emotionen anderer Menschen? Zum besseren Verständnis kannst Du Dir einige Fragen stellen:

Du am „Prüfstand“

  • Brauchst Du ständige Aufmerksamkeit und Bewunderung?
  • Deine Gedanken drehen sich ständig um Deinen Partner oder Personen, die Dir im Leben wichtig sind, was sie tun oder was sie sich wünschen und erwarten?
  • Du lebst nach den Wünschen der anderen und vergisst dabei auf Dein eigenes Leben?
  • Du kannst Dir nicht vorstellen alleine ohne Deinen Partner zu leben und Dich überkommt bei diesem Gedanken sofort ein panikartiges Gefühl?
  • Du empfindest generelles Alleinsein als Qual?
  • Du leidest an übertriebener Eifersucht, bist besitzergreifend und kontrollierst gerne?
  • Du bist oft erschöpft und müde und hast Du das Gefühl ständig getrieben zu sein?

Und? Wie fühlt es sich an? In wie vielen Punkten musstest Du Dir selbst ein „JA“ zugestehen? Ich stehe hier keinesfalls auf einer höheren Treppe als Du. Jedenfalls musste ich noch vor einiger Zeit jede Frage mit „Genau so ist es …“ beantworten! Ich fragte mich nach einer Weile: „Wenn mir diese emotionale Abhängigkeit so dermaßen schlechte Gefühle bereitet, warum zum Teufel tue ich mir das nur an?“ Und genau an diesem Punkt möchte ich ein wenig länger aushalten und genauer hinsehen.

Wenn Du emotional abhängig bist, lebst Du in einem Gefängnis

Ein Gefängnis voll mit schlechten und unangenehmen Gefühlen! Es ist schwer möglich sich davon zu befreien. Die Angst, die Enttäuschung, die ständige Unruhe und die vielen Erwartungen haben Dich ganz fest im Schwitzkasten! Deine positiven Gefühle haben kaum Luft zum Atmen und werden weggesperrt. Das Negative hält Dich flach am Boden. Dafür gibt es selbstverständlich einige Gründe und diese haben meistens mit einem Mangel zu tun.

Tief sitzende Verlustängste

Wahrscheinlich musstest Du schon früher in Deinem Leben Verluste hinnehmen. Vielleicht waren die Eltern nie wirklich verfügbar oder sie sind sehr bald verstorben. Freunde haben Dich enttäuscht und Dein Partner hat Dich verlassen. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie sich das Gefühl der Verlustangst in Dein Inneres brennen kann! Und von dieser Angst lässt Du Dich in gewisser Weise unbewusst treiben.

Mangelnder Selbstwert

Ich glaube einer der häufigsten Gründe für eine emotionale Abhängigkeit ist mangelndes Selbstbewusstsein! Mit mangelndem Selbstwert werden wir nicht geboren. Meistens sind bestimmte Situationen, Erlebnisse und Erfahrungen die Ursache dafür. Wenn Du schon als Kind lernst, dass Du nur etwas „wert“ bist, wenn Du die Wünsche und Erwartungen Deiner Bezugspersonen erfüllst. Tust Du das nicht, folgt Bestrafung. Oder wenn Du Dich von anderen abhängig machst, hast Du den Glauben daran verloren, Dein Leben selbst zu meistern und selbstbestimmt zu leben. Das macht Dir vermutlich Angst.

Probleme alleine zu sein

Viele Menschen können nicht alleine sein. Es wird zwar selten zugegeben, ist aber dennoch so. Vielleicht hast auch Du ein Problem damit und kannst nicht wirklich etwas mit Dir selbst anfangen. Aus diesem Problem heraus versuchst, die schlechten Gefühle wie Unruhe und Einsamkeit, zusammenzulegen indem Du Deinen Partner oder Deinen Freunden immer und jederzeit zur Verfügung stehst … und auch verlangst, dass es umgekehrt so sein muss!

All diese Mängel treiben Dein Tun an. Durch das Klammern und festhalten an bestimmten Menschen versuchst Du diese Vielzahl an negativen Gefühlen klein zu halten, einfach nicht zu spüren. Das Widersprüchliche daran ist, dass die Menschen, die sich Deinen ständigen Erwartungen gegenüber sehen, genauso gefangen sind wie Du selbst!

Je mehr Du für andere tust, umso weniger tun sie für Dich …

So ist es mir jedenfalls in Erinnerung geblieben. Es ist ja schon verrückt, aber genauso ist es. Du versetzt Berge für Deinen Partner, gibst Deine Hobbys und Interessen auf, nur um für ALLE da zu sein  und was bekommst Du? Nichts … Mir war das viele Jahre nicht klar und ich fühlte mich ständig als Opfer! Was steckt dahinter? ICH sag Dir was da los ist …

Menschen und vor allem Männer spüren dass Du „bedürftig“ bist … dass Du abhängig bist und es Dir keinesfalls um ihr Wohl geht, sondern um die Bestätigung Deiner selbst! Du brauchst die Anerkennung des Anderen … Anerkennung, die Du Dir selber nicht geben kannst. Ich kann Dir versichern, dass ein anderer Mensch es fühlt und sich getäuscht vorkommt. Der Kontakt zu Dir fühlt sich dadurch auch irgendwie „unangenehm“ an, er fühlt sich bedrängt und unter Druck gesetzt!

Eine emotionale Abhängigkeit isoliert Dich also auch von anderen … Du darfst von niemandem abhängig sein, um glücklich zu sein. Keine Partnerschaft kann Dir den Frieden schenken, den Du nicht in Dir selbst geschaffen hast.

Nun, jetzt haben wir genug Zeit damit verbraucht, wie es IST aber NICHT sein sollte. Und nun werden wir gemeinsam einen Weg in die Freiheit bauen. Bye bye Abhängigkeit … hallo Freiheit!

Bist Du bereit dafür?

Tausche Abhängigkeit gegen Freiheit

Dein Weg ist Dein Ziel

Ich möchte Dir in den nächsten Punkten zeigen, wie Du es schaffst wieder mehr zu Deinen Stärken zu finden und dadurch auch zu Deiner Freiheit.

Dein Bewusstsein hilft Dir dabei

Es schenkt Dir die Macht, Dich aus Deiner Abhängigkeit zu befreien. Wenn Du Dich gerade in solch einer Abhängigkeit befindest, werden Deine Gedanken mit Sicherheit immer bei der anderen Person sein. Alles was er oder sie macht, sagt und tut. Nicht sagt und nicht tut. Alles bekommt für Dich eine so übermäßige Bedeutung und beeinflusst Deine Gedanken und Dein Tun. Und so gibst Du die Macht über DICH und Deinen LEBEN aus der Hand. Mach Dir das bewusst, denn es ist der erste Schritt, hin zur Veränderung! Ich selbst musste mich erst wachrütteln und mir bewusst machen, wie abhängig ich eigentlich war. Wie ich mein Leben von Menschen dirigieren ließ, die mir im Nachhinein gesehen, nicht mal etwas bedeuteten!

Werde Dir also Deiner Gefühle und Gedanken bewusst. Beobachte Deine Handlungen in Bezug auf Deinen Partner! Schätze Deine Situation ein. Falls Du damit Schwierigkeiten haben solltest, schreib sie auf … so hast Du es schwarz auf weiß und immer zur Hand. :-)

Noch etwas ganz Wichtiges: Die Wahrheit tut meistens verdammt weh. Aber wenn Du etwas verändern möchtest, ist es sehr wichtig sich davon nicht abhalten und runter ziehen zu lassen. Du musst Dich damit auseinandersetzen.

Gehe der Ursache auf den Grund

Alles was passiert hat seinen Grund, sagt man. Und dem stimme ich vollstens zu! Deine Abhängigkeit hat Gründe, wie ich ja ganz zu Beginn schon angeführt habe. Deine Aufgabe ist, die Ursache für Deine emotionale Abhängigkeit zu finden. Was macht Dir Angst? Ist es das Alleinsein? Ist es eine tiefsitzende Verlustangst? Ich darf Dir sagen, bei mir war es eine Kombination aus mehreren Punkten …

Aber wenn Du weißt wie Deine Abhängigkeit entstanden ist, kannst Du an der Ursache ansetzen und diese bearbeiten. Es ist kein einfaches Vorhaben und es ist ganz wichtig, dass Du viel Verständnis für Dich und Deine Situation mitbringst. Wenn wir uns von jemandem oder „etwas“ abhängig machen, hat das sehr selten etwas mit Schwäche zu tun, es geht weit mehr um ein Verhalten das wir gelernt haben. Wir versuchen durch die Abhängigkeit, in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen zusammenzulegen und neuen Schmerz oder neues Verlassen werden zu vermeiden.

Es ist eine reine Bewusstseinsarbeit, die wie schon gesagt, nicht einfach ist. Es wird nicht jeder Tag „gut“ laufen, wenn Du daran arbeitest und es werden viele Prozesse in Dir ablaufen, die Dir viele Fragezeichen ins Gesicht schreiben werden.  An dieser Stelle möchte ich Dich bitten NICHT aufzugeben … Du tust das für Dich und Deine Freiheit! 

Umarme und akzeptiere alle aufkommenden Gefühle

Du bist also jetzt so weit, dass Du die Ursache Deiner Gefühle kennst. Gut. Der nächste Schritt ist diese Gefühle willkommen zu heissen. Akzeptiere sie und verurteile Dich nicht dafür. Wenn Du also in der nächsten Zeit Angst hast alleine zu sein oder andere schlechte Gefühle bei Dir anklopfen, nimm sie an. Es ist okay dass sie da sind und du wirst nicht daran sterben, auch wenn es sich am Anfang so anfühlt. :D

Du wirst Dich nicht sofort sicher und großartig fühlen, soviel kann ich Dir versprechen. Es geht auch gar nicht darum, sondern weit mehr um Deinen persönlichen Fortschritt den Du gemacht hast! Er beginnt mit Deinem Bewusstwerden, Deinem Verständnis zu Dir selbst bis hin zur Akzeptanz Deiner Gefühle. Du machst kleine Schritte in DEINE NEUE FREIHEIT! <3

Apropos kleine Schritte: Kleine Schritte waren ja nie mein Ding, aber so eine Veränderung kann man nur in Zwergenschritten schaffen. Überforderung ist dabei fehl am Platz. Allerdings führt dieses „Schneckentempo“ in eine ganz tolle Richtung und in  eine enorme Veränderung! Nach und nach wirst Du Dein neues Denken und Dein neues Handeln genießen und ein fantastisches freies Leben führen! Die großen Sprünge kommen später von ganz alleine …

Nimm Dein Leben ernst, dann wirst Du auch von anderen ernst genommen!

Wenn Du in Deinem Leben Deine ganz eigenen Wünsche, Träume und Ziele setzt, wirst Du Dich stärker und viel sicherer fühlen, als wenn Du immer nur der Masse nachläufst. Das tun was andere von Dir erwarten, war gestern. Mehr dazu kannst Du in meinem Artikel Lebe anders als die Masse finden. Du wirst Dich automatisch unabhängiger von anderen fühlen. Ebenso werden Dich auch die anderen wieder ernst nehmen … verbindlicher Dir gegenüber sein. Du erscheinst in einem ganz anderen und starken Licht!

Mein Tipp:

  • Konzentriere Dich auf die Dinge die Dir Freude machen – alleine ohne zu klammern.
  • Setze Dir realistische Ziele. Und zwar für DICH und DEIN Leben.
  • Probiere Neues aus. Etwas das Dich bewegt. Dinge, die Du immer schon mal versuchen wolltest, Dich jedoch nie getraut hast.
  • Komm ins Tun! Ok?

Mach Dich frei für andere neue Dinge. So verschiebst Du Deine Wahrnehmung und löst Dich langsam von Deiner Abhängigkeit. Auch das hatte sich bei mir vorerst „nicht richtig“ angefühlt. Ein schlechtes Gewissen war immer mein Begleiter. Ich machte trotzdem weiter und wurde reich belohnt. <3

Wie Du noch lernen kannst, gerne Allein zu sein

Das ICH so etwas jemals schreiben würde … undenkbar >lach<. Ich konnte nicht alleine sein, ich hab es nie gelernt und ich wollte es auch nicht und hatte Angst davor mich mit mir auseinander zusetzen.  Das „Allein-Sein- Können“ ist aber ein ganz wichtiger Schritt hin zu Deiner Freiheit und auch Unabhängigkeit. Überspringe diesen Schritt nicht!

Mein Weg war folgender: Nimm Dir jeden Tag mindestens 20 Minuten Zeit … für Dich alleine. Spüre in Dich hinein und beobachte Dich. Was fehlt Dir? Fehlt Dir überhaupt etwas? Ist dieser natürlicher Zustand der „Einsamkeit“ nicht ausreichend genug um über alles nachzudenken was Dich beschäftigt? Dazu brauchst Du nur DICH, sonst nichts.

Klar wirst Du Dich danach nicht sofort besser fühlen. Ich  starrte zum Beispiel ständig auf die Uhr und mir war nicht bewusst wie lange 15 – 20 Minuten dauern können >lach<. Doch mit ein wenig Übung und Geduld wirst Du zu Deinen verschütteten Emotionen und Glücksgefühlen vordringen, Du musst sie nur abholen. Übe … jeden Tag … 20 Minuten. Später wirst Du aus 20 Minuten einen ganzen Tag machen wollen – das verspreche ich Dir. 

Und jetzt bist Du dran!

Wenn Du all diese Punkte durchgegangen bist, alle Ursachen und Gründe angenommen und für Dich bearbeitest hast, ist der Schritt in die Freiheit nicht weit! Nimm jede Etappe ernst, gib nicht auf und lass Dich nicht von einem vorbeiziehenden Tief entmutigen! Pack es an – trau Dich! Es ist Dein Leben und es geht um Deine Freiheit!

Wenn Du das erste Mal  den „fluffigen“ Geschmack der Unabhängigkeit probiert hast, wirst Du danach süchtig werden. Das garantiere ich Dir!

Diese Reise hin zu Deiner emotionalen Unabhängigkeit, zu Deiner Freiheit, ist eine der schönsten Reisen, die Du machen kannst! Es ist das Wertvollste, das Du je für Dich selbst tun kannst. Es lebt sich damit so unglaublich leicht.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du Dein Ziel erreichst, dass Du es schaffst Dich „frei“ zu arbeiten um genauso dankbar und zufrieden zu leben wie ich es jetzt kann! <3

Liebe ist doch ein so positives Gefühl? Warum kann sie dennoch manchmal so weh tun? Ist es dann überhaupt Liebe? Die echte Liebe tut nicht weh. Never! Schmerzt sie, ist es keine Liebe, sondern irgendetwas anderes … zum Beispiel eine Abhängigkeit, Co-Abhängigkeit oder ähnliches. Weh tut nur die Egozentrik, die wir gerne mal mit Liebe in Verbindung bringen. Einen Menschen um jeden Preis „haben wollen“!

Als ich so einen ähnlichen Satz zum ersten Mal gehört habe, war ich etwas verstört. Ich war zu dieser Zeit in einer sehr schwierigen Beziehung,  gefolgt von immer wieder sehr ähnlichen Partnerschaften, die mich immer und immer wieder an meine Grenzen führte, und bei der es viel mehr um mein seelisches Wachstum ging, als um Romantik und Liebesgeflüster. Ich dachte mir damals „Hmm, sehr komisch, anscheinend gehört Leiden und Schmerz nun mal zu einer Beziehung dazu …“

Jeder Liebespartner führt uns an unseren emotionalen Schmerz heran

Erst sehr viel später erkannte ich die Wahrheit und den Sinn des Ganzen. Es sind unsere eigenen Themen die angetriggert werden. Die seelischen schon vorhandenen Schmerzen, die im Spannungsfeld zwischenmenschlicher Beziehungen immer und immer wieder an den wunden Punkten berührt werden! Nur, das was uns dabei weh tut, was uns leiden lässt – ist keine Liebe. Es sind die abgründigsten Tiefen unserer Seele, die von Schuldgefühlen, Selbstzweifel und Ablehnung dominiert werden. Schattenanteile die wir von der allumfassenden Liebe in unserem Herzen gespalten haben.

Wenn ich heute über diese anfangs erwähnten „schwierigen Beziehungen“ nachdenke und zurückblicke, weiß ich, dass das eigentliche Problem meine Angst war. Angst, verlassen zu werden. Alleine zu sein. Und unter all diesen Ängsten war ein mieses und richtig schmerzvolles  Gefühl mit dabei, nämlich: Nicht gut genug zu sein! Den Ansprüchen nicht gerecht werden zu können. 

Heute weiß ich, dass ich so eine angstbehaftete Beziehung nie wieder eingehen würde. All das hat mich erkennen lassen weshalb und wieso ich solche Menschen (Männer) und immer wieder die gleichen Beziehungsmuster angezogen habe! Ich habe es alleine nicht geschafft auf diese immer wieder kehrenden Verhaltensmuster hinzusehen. Mir wurde der „Spiegel“ vorgehalten um zu erkennen, welche Gefühlsmuster und Glaubenssätze sich in meinen Beziehungen widerspiegelten. :-)

Klassische Gefühlsmuster die uns immer wieder leiden lassen

Jetzt sei bitte ehrlich: Wer von uns hat sich noch nicht in einen Menschen verliebt, in den er sein eigenes Selbstbild hineinprojiziert hat? Wo Du Qualitäten und Eigenschaften gesehen hast, über die Du dich aufwerten konntest. Oder auch klare Selbstwertdefizite zu kompensieren versucht hast? Wir sind der Meinung, dass nur unsere „bessere“ Hälfte uns ganz machen könne und so machen wir unser Glück, unsere Lebenskraft von der Liebe im Außen abhängig. Diese Beziehungen tun weh und werden auch unweigerlich in sich zusammen brechen. Nicht sofort, aber sehr früh!

Was machst Du, wenn Du merkst, dass Du eine unbeschreibbare innerliche Leere ohne Deinen Partner fühlst, die Du selber nicht ausfüllen kannst?

Betrachte Deine Partner genau, die Du anziehst. Sie sind schmerzvoller aber auch freudvoller Spiegel deiner Stärken und Defizite! 

Der Kampf um Liebe und Zuneigung!

Ich bin ja wirklich nicht stolz darauf, sagen zu können, dass ich immer einen besonderen Hang zu den Männer hatte, die mich auf Distanz gehalten haben, die in irgendeiner Form nie ganz greifbar waren! Genau betrachtet Männer waren von denen Frau hätte besser die Finger lassen sollen!  Ich fand das irgendwie anziehend … sogar sexy. Kennst Du auch :D , diesen Tick haben sehr viele Frauen, das ist mir in der Zwischenzeit bekannt.  Wer will es denn schon einfach, wenn es mit Zittern, Bauchschmerzen und abwarten auch geht! >händezusammenschlag< Das ständige Warten ob er sich nun meldet, die ständige Angst ausgetauscht zu werden, die innere Unruhe, all das ist eine explosive Gefühlsmischung, die unser Ego als sehr lebendig empfindet.

So viel emotionale Anspannung ist ein grandioser Nährboden für eine brennende Leidenschaft, die wir als intensive Verbindung der Herzen wahrnehmen (besonders wenn es um Sex geht!), die uns aber eine ganze Menge Energie auf Zeit nimmt!

Noch ein Beispiel:

Gehörst Du zu den Frauen, die magisch Partner anziehen, die Dich nie komplett an sich heranlassen? Daraus resultieren die sogenannten On-Off-Beziehungen. Es ergibt sich daraus ein Zustand vollkommener Unklarheit und einem Gefühl das Dich instabil werden lässt! In solch ungesunden „Larifari-Beziehungen“ bist Du bereit, dein emotionales Wohlbefinden zu opfern, um endlich das zu bekommen was Du Dir so wünscht … nämlich die Liebe die er zurückhält! Solche Beziehungen werden Dich nie happy machen, es sei denn dieser Zustand erfüllt Dich mit Zufriedenheit?!

Um aus solch ungesunden Partnerschaften auszusteigen oder erst gar nicht „einzusteigen“ bedarf es einer Menge Selbstreflektion. Welche Anteile Deiner selbst hast Du noch nicht in die Selbstliebe integriert? Wo und wann trägst Du noch Deine Maske und hast Angst, Dein wahres DU zu offenbaren? Je mehr Du Dich auf Dich selber einlässt inkl. allen Bedürfnissen und Wünschen, umso weniger wirst Du Dich zu solchen Menschen / Männern /  Beziehungen, die Dir immer wieder dein Vertrauen, Deine Nähe und Liebe entziehen, hingezogen fühlen!

Das Gegenteil wird eintreten. :-) Du wirst ein Magnet sein für gesunde, reife Beziehungen, weil Du diese emotionale intime Reife in Dir selbst erkannt hast.

Unabhängigkeit und Freiheit um jeden Preis!

Frauen, die von sich glauben besonders unabhängig und frei sein zu müssen, haben meiner Beobachtung nach das gleiche Thema vor sich liegen, wie jene, die sich übertrieben bedürftig verhalten oder sich ständig in irgendwelche Beziehungen begeben, die von einer emotionalen Abhängigkeit geprägt sind. Diese tragen ein ängstliches, verletztes und bedürftiges inneres Kind in sich, das grenzenlose Angst davor hat wieder abgelehnt und verletzt zu werden.

Wir Menschen sind so unterschiedlich und genauso ungleich sind unsere Verhaltensweisen, wie wir mit gewissen emotionalen Mustern umgehen. Egal ob wir permanent Beziehungen ausweichen, oder verbissen nach Freiheit und Unabhängigkeit streben oder ob wir uns von unseren Partnern in eine Abhängigkeit gedrängt werden (lassen). Die Konsequenzen sind immer die gleichen: Wir sind dadurch nicht in der Lage gesunde, reife, auf Augenhöhe zu führende Beziehungen einzugehen. Wo wir auf auf erwachsene Weise unsere Bedürfnisse und Grenzen kommunizieren können! Ganz ohne Fluchtimpuls und ohne das Gefühl zu haben, den Boden unter den Füssen zu verlieren … würde die Beziehung zerbrechen.

Keine „heile“ Beziehungserfahrung bedeutet Defizite in der Partnerschaft

Die oben angeführten Beispiele sind die klassischen Gefühlsmuster, die mit Sicherheit schon viele von uns erlebt haben. Aber nun die alles entscheidende Frage überhaupt: Warum verhalten sich viele Paare so verletzend in ihren Beziehungen? Das und weshalb viele von uns immer wieder Beziehungen eingehen, die in Wirklichkeit schon von Anfang an nicht gut sind für uns, wissen wir ja nun. Aber wie sieht es in den Beziehungen aus in denen man sich ständig gegenseitig verletzt? Ich möchte gleich noch anhängen, nicht jede Verletzung in einer Beziehung muss gleich dramatische Auswirkungen haben. Oftmals geschieht so etwas einfach aus einer Kränkung heraus, die nicht negativ für die Beziehung sein müssen!

Wenn Du aber nie erfahren hast wie sich ein Ort der Sicherheit und des Vertrauens anfühlt, werden Dir diese Erfahrungen, die oft aus unserer Kindheit oder auch aus vergangenen Beziehungen stammen, es Dir schwer machen eine Beziehung im gesunden Sinn zu leben. Denn in einer Paarbeziehung werden unsere früheren Beziehungserfahrungen erneut aktiviert. Nur mit dem Unterschied, dass wir nicht mehr das Opfer sind sondern der Verursacher verschiedenster Verletzungen. Der Partner bekommt den erlebten Schmerz zu spüren! Wir versuchen dabei den erlebten Schmerz in der Beziehung zu integrieren und aufzuarbeiten.

Leider findet in der Realität keine Eingliederung des Erlebten statt … im Gegenteil, es wiederholt sich alles wieder, welche beide Seiten zunehmend verletzt und wo keine gemeinsame Lösung zu finden ist!

Warum halten wir solche Verletzungen aus?

Als Kind ist es normal, dass wir die Familie nicht einfach verlassen können. Wir brauchen sie zum Überleben. In erwachsenen Beziehungen hört jedoch das Verständnis bald auf. Für unser Umfeld ist es schwer zu verstehen, weshalb ein Mensch der nun Erwachsen ist und kein kleines Kind mehr ist, an einer verletzenden Beziehung festhält! Warum gehen wir nicht einfach?

In solchen Beziehungen passiert folgendes:
Eine  intensive Beziehung wird aufgebaut. Ein sicherer Boden unter unseren Füßen, ist die Grundlage um die alten Muster und Traumatisierungen wieder hervorzuholen. Darauf entfaltet sich die ganze Vorgeschichte aus unserem Leben. Aus so einer intensiven Bindung entkommen wir nur sehr schwer. Meistens ist es uns bzw dem Partner klar, dass diese Beziehungsform nicht gesund ist. Mental würden wir sofort gehen … aber emotional bleiben wir kleben! 

Fakt ist, wenn wir uns in einer Liebesbeziehung extra verletzend verhalten ist es sehr naheliegend, dass wir in unseren ersten Beziehungserfahrungen stark verletzt worden sind. In den späteren Partnerschaften wird unbewusst, auf der Beziehungsebene, eine „Opfer – Täter Konstellation“ aufgebaut, dabei können wir in beide Rollen rutschen.

Nachsatz:

Wenn wir lernen uns von Abhängigkeiten zu befreien lernen wir auch (wieder), wie wir ganz werden und dann kann in unserer Beziehung ein gesundes Miteinander entstehen. Eine Partnerschaft ohne Verletzungen. Wo zwei Ganzheiten sich begegnen müssen auch keine Löcher gestopft werden. Es kann Liebe fließen!  Wenn wir in Liebe sind … werden wir den anderen schmerzfrei seinen Weg gehen lassen, auch dann wenn wir ihn möglicherweise nicht auf ganzem Weg begleiten!? Die Liebe ist nie verletzend, der Mensch allerdings schon. Wenn uns also die Liebe verletzt, wäre es von Vorteil, einmal genauer hinzusehen … was da eigentlich wirklich passiert.

Falls Du noch mehr darüber lesen möchtest ist Raus aus Deiner Beziehung, die Dich vergiftet ein Folgethema. Und wenn Du Erfahrungen mit dieser Thematik hast und darüber reden/schreiben möchtest, lass mir gerne einen Kommentar da oder besuche uns in meiner FrauenPunk Gruppe bei Facebook! :-)

Eine liebevolle Zeit möchte ich Dir allemal wünschen, bis ganz bald.