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Das Alter und die Veränderung gehört nun mal wie der Deckel zum Topf. Mit zunehmenden Alter werden wir etwas ruhiger, wir setzen unsere Energie nicht mehr für sinnlose Dramen und aussichtsloses Chaos ein. Das Leben macht uns demütiger und es wird uns klar, wieviel Zeit wir mit unsinnigen Dingen verbracht haben. Wir lassen uns nicht mehr von den kleinen Ärgernissen des Tages leiten. Wir konzentrieren uns auch nicht mehr auf die Dinge, die nicht zu unserer Lebensphilosophie passen. Unbedeutender „Kleinkram“ wird nicht mehr in endlos langen Gesprächen zerlegt und mit hochrotem Kopf dramatisiert, bis wir beinahe den Verstand verloren haben und wir danach feststellen müssen: unser Leben fühlt sich unvollendet, unvollkommen und anstrengend an.

Wir erkennen die wichtigen und unwichtigen Dinge im Leben

Ich kann gar nicht genau sagen wann diese Einsicht bei mir begonnen hat. So lange ist es allerdings noch gar nicht aus. Es stellt sich auch von ganz alleine ein. Als Zwanzigjährige waren Menschen ab 50 für mich alt. Ich glaube sogar sie taten mir leid, weil ich mir vorstellte, dass das Leben ab 50 sicher sehr langweilig sein musste. :-) Gott sei Dank weiß ich heute welch völliger Blödsinn das war!

Was sich so alles im Laufe der Jahre verändert hat oder vielleicht sollte ich sagen, verändern durfte, darüber habe ich nachgedacht und mir dabei selber über die Schultern geschaut … ich kann nur sagen ein tolles Gefühl ist das schon zu wissen, wie leger der Umgang mit vielen Dingen und Situationen geworden ist. Den Fokus auf das Leben gerichtet. :-) Was das so alles ist, habe ich in ein paar Punkten zusammen geschrieben und wenn Du auch der Meinung bist, dass Dein Leben sich gerade entschleunigt wie so gern gesagt wird, dann darfst Du gerne Deine Erfahrungen anschließen!

  • Kontrolle spielt keine so wichtige Rolle mehr. Je älter wir werden, desto mehr wissen wir, wie wenig wir eigentlich kontrollieren können. UND es wird uns klar und gibt keinen Grund, sich mit Sachen auseinander zu setzen, die wir nicht in der Hand haben. Wir haben gelernt in die Reise unseres Lebens zu vertrauen, auch dann wenn wir es nicht immer verstehen können wo die Reise hingehen soll. So oft waren es Dinge, die ich niemals angesteuert habe, die ich nicht einmal wollte … aber es waren die, die ich in meinem Leben brauchte.
  • Erfahrungen machen uns klug! Endlich begreifen wir, dass wir nicht mehr alles ausprobieren müssen, sondern das es im Gegenteil Sinn macht, erst über die Dinge nachzudenken bevor wir Gas geben. Es gibt weniger zu „tun“aber mehr zu „denken“. Vorausgesetzt wir fangen nicht nochmal sehr spät zum Windelwechseln und Babybrei machen an. :-)
  • Wir lassen uns nichts mehr gefallen. Wenn wir jünger sind und Du keine Ahnung davon hast, wie alles läuft, nehmen wir gerne mal alles mal so hin. Viel später kommen wir dann darauf wir hätten uns wehren sollen! Das Gefühl jemand anderen freiwillig die „Vorfahrt“ zu geben, ist ein gutes Gefühl.
  • In der Ruhe liegt die Antwort. Also wenn ein „Mansplainer“ wieder mal zu einem Monolog ansetzt, können wir ihm sagen: „Sei einfach leise … ich bin nicht blöd …“ oder wenn wir seine Gefühle nicht verletzen möchten, können wir nickend zuhören … freundlich lächeln und uns anschließend sehr sozial fühlen, weil wir einem männliches Ego gerade den Bauch gepinselt haben und er sich danach entspannen konnte! (Undenkbar vor 20 Jahren)
  • Scham? Was ist das? Früher mussten wir uns wegen allem Schämen. Es wurde uns so gelernt. Sämtliche Glaubenssätze haben unserem Leben sehr oft den Spaß verdorben. Das tut man nicht … das sollen wir nicht und über das redet man nicht, usw. Ich finde es heute großartig für jede Macke sofort Gleichgesinnte zu finden, darüber auch unter nicht vorgehaltener Hand zu reden und auch darüber zu lachen. :-)
  • Man sagt ja, eine Frau vereint Jugend mit Erfahrung. Damit schaffen wir es sicher durch die Welt zu gehen und wir wissen wie wir aus der Zeit ein erfülltes Leben machen können! Ich habe erst jetzt begonnen, kräftige Schritte zu gehen und mich in meiner Mitte einzupendeln. <3 Ich trage so einige Erfahrungen auf meinen Rücken und verfüge über die Kraft, meinen Wünschen nachzugehen.
  • Wir dürfen erkennen und lernen und lernen … Wir beginnen unsere Niederlagen, die kleinen und größeren Fehltritte, zu akzeptieren und mit erhobenem Haupt und weit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Wir wissen heute, dass Küsse keine Verträge sind und Geschenke keine Versprechen. Und das Schönste an allem – wir wissen das wir viel aushalten können … das wir wirklich stark sind und das wir etwas sehr Wertvolles sind! 

All das sind für mich Veränderungen, die das Leben in vielerlei Hinsicht leichter machen, wenn wir älter sind (werden).

Sharon Stone hat mit 49 mal gesagt:
„Die Frauen meiner Generation sind die Besten. So einfach ist das. Sie sind heute in ihren Vierzigern, sind schön, sehr schön, aber auch gefasst. Verständnisvoll, bodenständig und vor allem teuflisch verführerisch … Und das, trotz leidiger Cellulite an den Oberschenkeln … das macht sie zu Menschen, dass macht sie echt. Zauberhaft echt…“.

Und ICH sage:
Natürlich hat sie recht. :-) Es besteht auf jeden Fall kein Zweifel, dass der Lebensabschnitt zwischen 40 und 50 Jahren ein ganz Besonderer ist. Es wird uns bewusst wie vergänglich doch das Leben ist! Was wichtig und was unwichtig ist … was schwer bleibt und was leichter wird … und das alles nur in unserem Bewusstsein liegt. Chancen zu nutzen, über uns hinauszuwachsen und uns von alten Wunden zu befreien und mit Sicherheit die Antworten zu erhalten, die wir in der ersten Lebenshälfte nicht gefunden haben …

Älter werden ist wie auf einen Berg steigen. Je höher wir kommen, umso mehr Kräfte haben wir verbraucht, aber umso weiter sehen wir. Unterm Strich – es ist alles gesagt und klingt einfach nur spannend.

Eine wunderbare Zeit, alles Gute zu Deinem Geburtstag (solltest Du ihn gerade haben und über den Du Dich freuen solltest, weil Du wieder ein Jahr dazugewonnen hast) und viele Berge, an denen Du hochklettern kannst um den Weitblick zu genießen. :-) Bis ganz bald …