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Sinnliches erfahren …

Es gibt immer wieder Tage, an denen man keine Kraft für Beziehungen hat. Der Wunsch ist, viel lieber alleine zu sein.
Ausnahmsweise ist dieses Leeregefühl, das man dann in sich spürt, etwas Angenehmes und Positives. Introvertierte Menschen kennen dieses Gefühl am besten. Manchmal habe ich das Gefühl ich hätte eine „Überdosis“ an Menschen erwischt. Zu viel, zu laut, zu anstrengend und wenn ich ehrlich bin … auch zu nervig.

Dann suche ich die Leere, die Einsamkeit, die Stille ohne Worte! Ich weiß, dass viele damit nicht zurechtkommen. Kein Verständnis mit einem plötzlichen Rückzug haben. Dabei ist das eine wunderbare Stärke, die ich immer wieder genieße …, weil in meinem Umfeld das Verständnis vorhanden ist. Mein Herzmensch und ich sind auch dabei ein hervorragendes Team. <3

„Alleinsein“ kann es erst geben, wenn die Einsamkeit überwunden ist!

Ich brauche dieses Leeregefühl um nachzudenken. Ich verkrieche mich … endlich keine Ablenkung … keine Menschen. Genieße dabei meine geistige grenzenlose Freiheit. Ich muss dabei keine Kompromisse eingehen!
Dabei entstehen immer meine besten Ideen. :-)

Ich lasse mich sehr oft viel zu viel lenken von all den Dingen, die um mich herum geschehen. Lasse mich beeinflussen, wenn auch unbewusst und entscheide, dann nicht so wie ich es eigentlich möchte. Deshalb brauche ich diesen „Break“ … raus aus meiner gewohnten Umgebung … rein in die Stille und die Leere.

Wenn wir mit uns alleine sein können, macht uns das selbstsicherer und stark. Wir trauen uns immer mehr zu und sind danach stolz auf uns. Jedenfalls habe ich diese Erfahrung gemacht. Ich wachse an meinen Aufgaben. <3

Ich sehe das Alleinsein als meditativen Zustand.

Es gibt uns Zeit, in uns selbst zu ruhen.

Falls Du im Moment ungewollt alleine bist, mache Dir bewusst, dass Alleinsein nichts Negatives ist. Ganz im Gegenteil!
Dabei lernst Du, mit Dir selbst ins Reine zu kommen.

Ich brauche diese Tage des Rückzugs um danach wieder „aufnahmefähig“ unter die Menschen treten zu können. Zuhören und verstehen zu können. Spaß haben und lachen zu können … bis zu meinem nächsten Break. ›lach‹

Kennst Du? Machst Du genauso? Super.
Sentire la vita ciao.

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ATEMPAUSE … Zeit für die Zeit zwischendurch. Eine aufrichtige Umarmung ist eine liebevolle Geste, die dem anderen sagen soll „Ich mag Dich so wie Du bist.“ Sie ist nicht zu verwechseln mit Umklammerung und dem Nicht-Loslassen-wollen, dessen was wir gern haben und lieben. Ich habe eine sehr schöne Geschichte gefunden, die mich auch sehr an meine Kindheit erinnert … von Gisela Baltes

DAS LEBEN UMARMEN

Nie habe ich eine lebenslustigere Frau kennen gelernt als meine Großmutter. Sie war spontan, temperamentvoll und immer gut drauf. Mein Großvater dagegen war ernsthaft und grübelte viel. Das Leben schien ihm oft eine Last zu sein. „Du musst das Leben umarmen!“ sagte ihm meine Großmutter dann. Aber mein Großvater zuckte darauf nur hilflos die Schultern.

Wie oft habe ich diesen Satz meiner Großmutter gehört. Was das bedeuten sollte, war mir völlig klar. Über dem Sofa meiner Oma hing nämlich seit eh und je ein Foto. Es zeigte Opa und Oma in herzlicher Umarmung. Für mich war es selbstverständlich, dass es so aussah, wenn man das Leben umarmte. Hin und wieder versuchte ich das mit meinem kleinen Bruder nachzumachen, was der aber gar nicht mochte.

Eines Tages als Oma wieder mal ihr Lebensmotto zum Besten gab, wollte ich mit meinem Wissen punkten und sagte: „Stimmt Oma, das Leben umarmen, dass ist so wie auf dem Bild da.“ Sie lachte und sagte „Ja, manchmal ist es so, aber nicht immer.“ Sie zog mich auf ihren Schoß und machte aus ihren Armen ein Nest, wie das niemand besser konnte. „Warum nehm ich dich wohl in den Arm, Herzchen?“ fragte sie. „Weil du mich lieb hast.“ „Genau!“ sagte die sie „und das Leben umarmen, heißt das Leben lieb haben.“

Da kamen mir die vergeblichen Versuche mit meinem Bruder in den Sinn: „Aber Benno mag das gar nicht, wenn ich ihn umarme.“ Oma lachte „Ja wenn er das nicht mag, dann musst du ihn auch wieder loslassen. Umarmen heißt nicht festhalten. Das wird dir im Leben immer wieder passieren, dass du wieder loslassen musst was du umarmst.“ „Warum, weil ich das nicht mehr lieb habe?“ „Nein, lieb hast du es trotzdem weiter. Ich habe dich doch auch lieb, wenn du nicht auf meinem Schoß sitzen sondern spielen möchtest. Ich hab dich immer lieb, egal was ist.“

„Auch wenn du manchmal Sachen machst, die mich etwas traurig machen. Und genauso kann man das Leben lieb haben, auch wenn einem da manchmal traurige Dinge passieren.“ Was sie mir damit sagen wollte, verstand ich erst einige Jahre später richtig, als bei meinem Großvater die Parkinsonsche Krankheit festgestellt wurde. Sein Zustand verschlechterte sich in immer neuen Schüben. Über Jahre hinweg versorgte ihn meine Großmutter mit der ihr eigenen Vitalität, ohne je zu klagen. So wie sie früher fröhlich genossen hatte, „umarmte“ sie nun auch diese schweren Zeiten.

Als Großvater schließlich starb, sah ich sie zum Ersten und Einzigen mal weinen. Etwas unbeholfen umarmte ich sie und versuchte zu trösten. „Ich hab dich lieb Oma. Und auch der Opa hat dich lieb. Aber ich glaube, der Opa wollte trotzdem nicht mehr leben.“ Oma sagte „Ja Herzchen, ich weiß, ich muss ihn loslassen.“ Und dann, nach einer Weile fuhr sie fort „Und ICH werde auch weiter das Leben LIEB haben, auch wenn es mich traurig macht. Aber in den letzten Jahren habe ich gelernt, wie schwer es ist, in traurigen Zeiten das Leben zu umarmen. Oft hatte ich einfach nicht mehr die Kraft dazu und hab losgelassen und gedacht, dass nun alles aus ist. Doch dann habe ich gemerkt, dass das Leben MICH umarmt und mir Menschen geschickt hat, die mir wieder Kraft gegeben haben … so wie du jetzt gerade.“

Ja, es sind nur Geschichten, aber sie sind keineswegs aus der Luft gegriffen! Das Leben zu umarmen heißt, lebendig zu sein … es selbst zu gestalten, bewusst zu leben! Das Leben umarmen heißt auch, es mit offenen Armen zu empfangen, JA zu sagen, so wie es uns begegnet.

Eine schöne Restwoche, pass auf auf Dich … fühl Dich umarmt.