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Als introvertierte Frau in einer extrovertierten Welt zu leben, ist jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung. DAS können mir sicher viele Intro-Frauen bestätigen. Von allen Seiten bekommen wir „Auflagen“. Wie wir sein sollten … was wir tragen sollten … wie wir reden und lächeln sollten und so weiter. Diese Normen können zurückhaltenden Frauen das Gefühl vermitteln, dass sie den „Weiblichkeitsstandard“ nicht erfüllen. Manchmal kann das wirklich sehr frustrierend und anstrengend sein.

Gleich mal vorne ab: Ich BIN eine introvertierte Frau. Ich kenn mich aus in der Gesellschaft, wo redselige gesprächige Frauen die Norm sind. Ich muss auch zugeben, dass sich ein großer Teil in mir  sehr verändert hat. Mein Leben ist mehr still als laut. Und das ganz freiwillig bitteschön! Ich ziehe die Menschenleere der Masse vor! Und wenn du nicht redest … redest … redest, dann kann etwas mit dir nicht stimmen. Das ist jedenfalls die Meinung der anderen. Denn Frauen gelten doch als gesprächig? Sie sind einfach zu unterhalten und lachen ständig? Das sind die Gedankengänge anderer zu diesem Thema.

Damit kann ich nicht dienen …

Und ganz viele andere Frauen ebenfalls nicht. Ruhige Frauen bekommen sofort eine Bewertung verpasst. Wir werden als eingebildet, gefühlskalt und frustriert wahrgenommen. Das erlebe ich oft. „Warum bist du so schlecht gelaunt? „… „Oder traust du dich nicht zu reden?“ Fragen, die gerne gestellt werden. Denn normalerweise ist diese Art bei gestandenen Frauen nicht üblich. Ja, wie soll ich erklären, dass ich grundsätzlich nicht gerne viel rede! Für mich ist das völlig normal.

Introvertierte Frauen, und ich habe viele davon kennengelernt, sind sehr schlecht im Smalltalk. Es langweilt und ermüdet uns viel zu schnell. Wir reden nur, wenn wir etwas Wichtiges zu sagen haben. Es ist für uns Intros keine neue Situation, aber es wäre wünschenswert, sich deswegen nicht so oft so viele Fragen stellen zu müssen.

Sollen wir uns in eine Kultur einfügen, in die wir nicht passen?

Was macht eine attraktive Frau aus? Diese Frage stelle ich oft und bekomme immer dieselben Antworten. Männer definieren so: Kontaktfreudig muss sie sein. Sie soll die Kunst des Flirten und der Unterhaltung kennen. Und sollte jede Art von Spaß verstehen und natürlich mitmachen. Ist „Frau“ so wird sie als selbstbewusst, gesellig und selbstverständlich als attraktiv wahrgenommen.

Ja, ich stimme dem zu. Extrovertierte, spontane Frauen tun sich dabei leicht. Sie können darauf losreden, kichern da und dort, flirten wie von selbst und es scheint, als hätten sie ein sehr unbeschwertes leichtes Dasein.

Aber ist man als „stille“ Frau wirklich um so viel weniger attraktiv? Ja, wir reden vielleicht weniger. Lachen leiser. Sind solider in unserer Art und wir wissen meistens, wovon wir reden. Unsere Argumente fallen „anders“ aus. ›zwinker‹. Und ich finde, es liegt genau deshalb ein gewisser Charme in der leisen Art, die uns begleitet. Und trotzdem wird es von der eklatanten Attraktivität der extrovertierten Frau in den Schatten gestellt.

Introvertierte Frauen haben keine Angst vor Menschen …

Wenn Leute hören, dass eine Frau gerne auf Distanz geht, still und lieber wenig als viel redet, beginnen die Menschen sich darüber ihre ganz „eigenen“ Gedanken zu drehen und zu bilden. Nur weil man als Intro nicht die Gesellschaft der Menschen sucht und braucht, hat man automatisch Angst vor ihnen! Wir sind NICHT schüchtern, weil wir weniger reden.

Introvertiertheit und Schüchternheit sind keinesfalls das Gleiche! Eine Intro-Frau entscheidet sich dafür in der Anwesenheit mehrerer Menschen überhaupt wenig zu reden. Ein schüchterner Mensch möchte zwar mitreden aber fühlt sich zu gehemmt und unsicher das zu tun.

Und ich möchte auch klarstellen, Introversion und Angstzustand sind ebenso grundverschiedene Dinge. Soziale Ängstlichkeit ist ein Zustand der Psyche. Sie tritt bei sozialen Interaktionen auf und kann genauso von extrovertierten Menschen gleichermaßen erlebt werden. Mich hat auch diese Seite eine ganze Weile begleitet.

Und auch wenn ich sehr oft von mir gebe, dass ich kein Menschenfreund bin, hasse ich den Menschen und die Gesellschaft an sich nicht. Ich brauche sie eben nicht. Im Gegensatz zu einer extrovertierten Person, die sich durch soziale Kontakte energetisiert fühlt, fühle ich mich in der Gesellschaft sehr schnell ausgelaugt und müde. Dann ist es Zeit, sich Zeit zu nehmen, alleine zu sein um wieder aufzutanken!

Das Thema Mann: Wir mögen Männer. Und wir wollen nicht für den Rest unseres Lebens solo sein und bleiben! Sicher werden das einige wollen, aber es hat nichts mit Introvertiertheit zu tun. Nur weil ruhige, unauffällige – damit meine ich nicht das Optische – nicht in jeder Situation auf Teufel komm raus flirten, sich die Seele aus dem Leib quatschen und lachen, heißt das nicht das kein Interesse besteht ECHTE und TIEFE Verbindungen einzugehen. Doch! Das möchten wir! Eben anders …

Wir sind auch keine Spaßbremsen, weil wir sehr gerne Zeit alleine verbringen möchten. Intros genießen die Zeit mit ihren „Lieben“ am meisten. Dazu braucht es nicht mal eine Großfamilie. Mir persönlich reicht mein Herzmensch … manchmal ein paar Freunde und ab und zu meine Kinder. Und natürlich unsere Hunde! :D Es ist aber tatsächlich so, dass auch Freunde und Kinder manchmal Anstrengung bedeuten. Diese Menschen wissen aber darüber Bescheid. Sie akzeptieren es, wenn es danach wieder heißt: Ich zieh mich zurück … in meine leise Welt. ›lächel‹.

SCHLUSSWORT:

Heute habe ich als Intro zu Dir geschrieben. Viele stellen sich unter meiner Person etwas ganz anderes vor. Deshalb war es mir mal wichtig Dich über meine Schulter schauen zu lassen. :D Vielleicht erkennst Du Dich ja in manchen Passagen wieder? Wenn es so sein sollte, denke daran, dass DU klug, stark und verantwortungsbewusst bist! Du kannst alle Herausforderungen überwinden! Es ist absolut möglich für eine introvertierte Frau das Leben zu leben, dass sie sich für sich vorstellt. Auch in einer lauten, lärmenden Welt.

Ich wünsche Dir eine gute und nicht allzu „laute“ Zeit. Und wenn Du magst, darfst Du mir gerne Deine Gedanken und Erfahrungen zu meinem Thema heute dalassen.

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Es ist wieder mal Zeit der hohen Erwartungen, der guten Vorsätze und der Vorfreude. Es ist ein „zwischendrin, ein bald wird wieder alles besser!“ Seit ich mich erinnern kann, ist die Silvesternacht für mich immer anders verlaufen als ich es mir vorgestellt hatte. Kaum einem Tag wird so viel Bedeutung zugeschrieben. Der Jahreswechsel soll ja schließlich was Besonderes werden? Jedenfalls ist das die Erwartungshaltung vieler Menschen. Auf die all jährliche Frage, die mir gestellt wird, gibt es seit einigen Jahren nur noch ein Lächeln als Antwort, was soviel heißen soll – es ist ein Tag wie jeder andere für mich.

Die Frage drängt sich mir jedes Jahr aufs Neue auf: Warum wollen sich so viele Menschen nur zu Beginn eines neuen Jahres verändern? Warum werden nur an diesem Tag, so viele Glückwünsche ausgesprochen und warum wird an Silvester so viel geplant wie an keinem anderen Tag des Jahres? Schon in der Frage „Und, was machst du so?“, liegt so viel Erwartung, dass es mir richtig Spaß macht, in die erwartungsvollen Augen des Fragenden zu sehen, wenn ich nur lächle und trocken sage: „NIX“.

Es liegt am gesellschaftlichen Zwang

Die ständige Angst etwas zu verpassen! Ich habe so oft erlebt, dass mir komischerweise sehr viel Mitleid zugetan wurde, wenn ich erzählt habe, dass ich am Jahreswechsel „alleine“ sitzend am Sofa verbracht habe. Die Meinungen dazu gingen auseinander. Die einen sahen mich als Spießer und andere als Spaßbremse de Lux, schließlich sei Silvester und da muss gefeiert, getrunken und Party gemacht werden! Das Wörtchen „muss“, war noch nie mein Freund gewesen. Es zwängt und drängt mich in eine Ecke, wo ich nicht sein kann wie ich möchte. Genau DAS ist für mich schon Grund genug, diesem Tag keine besondere Bedeutung mehr zu schenken.

Rückblickend betrachtet waren selbst in meinen jungen Jahren, die lang herbei gesehnten Silvester-Partys immer nur eine Party von vielen. Diese Partys machten mich auch im neuen Jahr nie zu einem neuen anderen Menschen … deswegen. Wenn ich mit Menschen ins Reden komme, heißt es auch oft: „Irgendwie war Weihnachten auch heuer wieder nur Stress, ich bin froh, dass es vorbei ist jetzt nur noch Silvester halbwegs rüberbringen und gut ist’s.“

Auch hier wieder meine Frage – weshalb macht man Sachen und plant beinahe schon kleine Events an solch „besonderen“ Tagen, wenn man es ohnehin nur als Stress wahrnimmt und man froh ist, wenn es vorüber ist? Und so kommt es, dass the best time of the year, oftmals ganz anders ausklingt als geplant!›lach‹.

Silvester, unerfüllte Erwartungen und bittere Enttäuschungen

Silvester, was machst Du?Eine höhere Erwartungshaltung als an das Weihnachtsfest haben viele nur noch an Silvester. Eigentlich müsste alles doppelt so toll und glänzend sein, als im alten Jahr! Schließlich haben sich viele da draußen so viel Mühe gemacht, um gut ins neue Jahr zu starten! Ein teures fünf Gänge Menü  mit Weinbegleitung für zwei, für dessen Preis man einen Kurzurlaub man antreten könnte. Ganz zu schweigen von der Zeit und der Mühe, die man in ein perfektes Outfit gesteckt hat!

Ich hab’s durch … deshalb weiß ich genau wie es sich anfühlt! ›lach‹. Gerade in meinen wilden Jahren gehörte ich auch dazu. Überfüllte teure Clubs, im engen Party-Kleid an der Bar stehend, weil zum Sitzen es viel zu eng war! Es sind bestimmt Erfahrungen, die man als junger Mensch machen muss, um sich später dann doch für etwas anderes zu entscheiden! Aber es gibt sie, diese Fraktion „ich kann nicht loslassen“. Für sie ist Silvester wie ein Trip in die Vergangenheit … alles darf, nix muss!

In der Realität ist es aber dann doch sehr oft anders. Das Abendessen im überteuerten Lokal wird sich nicht in eine Hollywood Szenerie verwandeln, der Champus im Club wird mit Sicherheit auch nicht in goldenen High Heels serviert, es sei denn, du trinkst aus deinen eigenen ›lach‹! Und weil ich gerade beim Aufzählen bin: die Wahrscheinlichkeit, dass um Mitternacht DER/DIE „Traumprinz/essin“ aus dem Nichts plötzlich vor dir steht, geht auch gegen null!

Warum ich das sagen kann? Ich war viele Jahre dabei und hab’s erlebt. Was ich auch noch für gut befinde. Diese Tage sind nun mal fett am Kalender angezeichnet. Sie sind da und das ist vollkommen in Ordnung. Wir können aber unsere Erwartungen ein wenig drosseln. Es kann in Wirklichkeit JEDER Tag Silvester oder Weihnachten sein, wir müssen das Glück und das besondere auch an allen anderen Tagen des Jahres suchen. :D

Und wenn du mich jetzt fragen würdest: „Was machst du so an Silvester?“ würde ich dir antworten NIX. Denn es wird ein Tag wie jeder anderer, für mich und meinen Herzmensch werden. Mit gemeinsamem Kochen, einem Glas Wein (schon vor Mitternacht), einer ausgiebigen Hunderunde und Jahresrückblicken von uns und unseren Freunden. Also wie du siehst … ziemlich normal und unspektakulär oder wie manche sagen würden: „Ur langweilig!“

Was mir dennoch ein großes Anliegen ist und ich dir wünschen möchte ist:

Neue Magie
Neue Gedanken
Neue Gelegenheiten
Neue Träume
Neue Abenteuer
Neue Lichtblicke
Neue Hoffnung
Neue Chancen
Neue Wege
Neuer Anfang?

Zum Wohl, auf DICH. Salute!
Ein frohes und gesundes Jahr 2021