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Wie schön ist es, schön zu sein?

Ich wäre ja keine Frau, wenn ich nicht manchmal über die Schönheit ein paar Worte verlieren würde. Es kann natürlich auch sein, dass ich diesen Gedankengang dazu benutze um mir einiges von der Seele zu schreiben. Ich will ja immer ehrlich bleiben ne? >zwinker<

Der Herbst ist im Anmarsch so viel steht ja mal fest. Jetzt kann ich also wieder all die Körperstellen einpacken, die während des Sommers hier in Italien, das Licht der Welt erblicken durften. Sie verschwinden wieder allmählich unter langen Ärmeln, den Jeans und in geschlossenem Schuhwerk.

Die Zeit ist vorbei, in der ich abwägen musste, wie viel Haut ich zeigen will, ob der Ausschnitt tiefer oder besser höher sein soll. Die Ärmel fehlen und das Kleid kurz oder über die Knöchel reichen soll. All das sind Entscheidungen die Jahr für Jahr aufs Neue immer wohlüberlegter getroffen werden wollen.

Zusammen mit einer Entscheidung: „Wie gut will ich überhaupt aussehen?“ und vor allem für wen? und welche Opfer würde ich dafür bringen? Schönheit liegt ja immer im Auge des Betrachters … das sag ich ja schon immer!  Manchmal aber, liegt sie auch nur eine Armlänge neben mir. An einem der letzten Tage, hier am Strand.

Sie machte es sich sehr bequem … Miss Italy … das vermutete ich jedenfalls … hier neben mir auf der Liege. Augenblicklich verspürte ich ein deprimierendes Gefühl in mir. Das optische Gefälle war mir durchaus bewusst, aber es war wieder mal ein Test meines Lebens und so versuchte ich taff zu sein.

Vielleicht sollte ich noch sagen, dass ich den ganzen Sommer über mit meinem kleinen Babybauch gekämpft habe. Muss aber dazu auch sagen, dass ich mich nicht wirklich angestrengt habe ihn loszuwerden. Dazu kommt das mein Herz-Mensch durch seine Photographie mit einigen ganz richtigen echten Models gearbeitet hat, die ich alle – zugegeben etwas neidisch beäugt habe.

Also zurück … ich packte nicht zusammen, nein ich blieb und versuchte mich in die straffe Haut der „Miss Italy“zu versetzen. Es gelang mir aber nicht so ganz und so bastelte ich an einer für mich zufriedenstellenden Aktion.
Und so dachte ich dahin …

Ich weiß, dass es Models gibt, die sich selbst nicht schön finden und darunter leiden, dass sie auf ihr Aussehen reduziert werden. Schönheit öffnet Türen. Aber sie gehen auch ganz schnell wieder zu, wenn da nicht mehr kommt außer den Äußerlichkeiten. Da bin ich mir ganz sicher. Bewundert zu werden für etwas, für das man eigentlich nix kann ist immer ein Risiko!

Die nicht so Schönen müssen dafür bezahlen, wenn sie „schön“ sein wollen und Beachtung finden. Die „Schönen“ möchten wie normale Menschen behandelt werden und nicht auf ihre Schönheit reduziert werden … eine ungerechte Verteilung, oder?  Ich glaube, es ist sehr anstrengend schön zu sein und auch zu bleiben. Kein hervorstehendes „Babybäuchlein“, keine Orangenhaut und wellige Schenkel! Das ist harte Arbeit und bedeutet sehr viel Verzicht …

Außerdem muss Frau das mögen ständig von neidvollen Blicken betrachtet zu werden. (So wie ich es die ganze Zeit tue.)

Ich kann einfach rein gar nichts finden. Keine Delle, kleine Falten ja … aber die sehen so gut aus! Es muss schlimm sein  für „Miss Italy“ zu beobachten wie sie sich vom Pfirsich zur Dörrpflaume entwickeln wird …

Ich glaube, ich bin jetzt an einem Punkt, wo meine Bewunderung loslässt! Ich glaube nämlich sie hat sich ganz bewusst neben mich gelegt. Sie will sich so richtig gut fühlen. Bevor nächstes Jahr ein „Dellchen“ bemerkt wird.
Eigentlich schlimm.

Du hübsches wundervolles Ding neben mir, lass Dir von der FrauenPunk Mum etwas sagen: Selbstverständlich siehst Du Bombe aus, bist knackiger als ich. Aber Du siehst nur besser aus, weil ICH ES NICHT BIN! Stell Dir mal vor „Miss Italy“, wenn alle so aussähen, würden wie Du, würdest Du nicht mehr aus dem Rahmen tanzen! Ich erlaube Dir weiter neben mir, Deine Schönheit, die durch mich erst zum Strahlen gebracht wird, zu sonnen.
Etwas Dankbarkeit wäre allerdings nett. Ohne mich würdest Du nicht so strahlen!

Ein Ergebnis mit dem ich zufrieden bin. Ich werde jetzt meine Beine einölen, mich in Position bringen und dabei Schokoladenkekse essen. Der Sommer ist ohnehin vorbei … und nächstes Jahr schauen wir mal wie es um den Babybauch steht. :-)

Aah ich danke Euch das ihr mich labern habt lassen! Das hat jetzt mal unheimlich gut getan. >weglach<
Ich freu mich aufs nächste Mal …

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Wir hüllen uns in schöne Kleider und tragen Make-Up um unsere optischen Vorteile zu betonen, versuchen unsere Haare immer in Szene zu setzen, ziehen hohe Absätze an damit wir grösser sind und unsere Beine länger wirken … aber das wirklich Schöne ist, was wir unter all dem Make-Up, der Kleidung, usw. tragen. Es liegt im Verborgenen, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Das Schöne liegt in Deiner Unvollkommenheit. Die Schönheit unseres Gesichtes ist zerbrechlich und vergänglich, aber die Schönheit unserer Seele ist fest und sicher …

Vollkommenheit ist immer anstrengend!

… und im Übrigen gibt es sie nie wirklich. Es macht mich müde zu sehen, zu hören und zu lesen, wie viele Menschen sich den Kopf darüber zerbrechen wie sie ihre Unvollkommenheit vertuschen können, ja sie umgehen können. Methoden hierfür gibt es ja heute genug. Wir versuchen einem Ideal nachzujagen was unmöglich ist. Was nicht der Wirklichkeit entspricht! Dabei hält es uns gleichzeitig davon ab zu sehen wieviel Schönheit wir in uns tragen … Die echten Werte werden hinten angereiht, die Essenz des Menschen, die Schönheit einer wirklichen Person!

Die Schönheit unserer Unvollkommenheit

Ich habe gelesen, dass die Japaner ihr Porzellan mit Spezialkleber und Goldpulver wieder zusammenfügen wenn etwas in Brüche gegangen ist oder in die Jahre gekommen ist. Mit dem Goldpulver heben sie die Makel der Stücke ganz bewusst hervor anstatt sie zu verstecken. Der Gedanke dabei ist, dass alles was nicht perfekt und vollkommen ist, eine Geschichte zu erzählen hat und das macht es dadurch noch schöner! Ich finde das toll und wir sollten diese Idee auf das Menschliche übertragen. Wir sollten lernen das Unvollkommene wertzuschätzen, wir sollten lernen uns so zu akzeptieren wie wir sind und nicht ständig versuchen den Verlauf der Zeit anzuhalten, der uns weise, schön und stark macht.

Audrey Hapburn schrieb in einem Zitat :

„Die Schönheit einer Frau ist nicht in der Kleidung die sie trägt, in der Figur die sie hat, oder in der Form wie sie Ihre Haare zurechtmacht. Die glücklichsten Frauen sind auch die schönsten Frauen.“

Wir müssen unsere Feinheit zeigen!

Es ist immer noch so, dass viele Leute meinen „vollkommene“ Menschen, jedenfalls die, die sie als solche sehen, dürfen, können und brauchen nicht weinen, sie haben nicht das Recht zu scheitern, sie dürften auch keine Angst zeigen und auch keinesfalls verletzlich sein! (siehe auch Artikel Starke Frauen und die Liebe )

Es ist ein ganz wichtiges Fundament unsere Feinheit und unsere Verletzlichkeit zu zeigen! Es ist ganz natürlich davor Angst zu haben, aber wenn wir es nicht tun, dann werden wir nicht wir selbst sein. Wir werden nicht lernen, uns so zu zeigen wie wir sind. Es ist gut möglich das uns weh getan wird, es ist immer mit einem Risiko verbunden, dass wir aber eingehen sollten um im Einklang mit unserer Identität leben zu können.

Wie ist das mit der unvollkommenen Schönheit?

Die Idee setzt sich mehr und mehr durch, nicht nur ein junges, schlankes Model ist schön, sondern ebenso das wirklich Unvollkommene, das was uns den Verlauf der Vergangenheit sehen lässt! Es werden andere Werte gesucht wie das Wohlbefinden, das Selbstwertgefühl und das „anders sein“. Leider ist es nur sehr schwer möglich zu verändern was unter Schönheit verstanden wird, vor allem weil Schönheit ein breitgefächerter Begriff ist … Schönheit bedeutet für jeden etwas anderes.

Wirkliche Schönheit bedeutet für mich Natürlichkeit, sie ist unvollkommen und wird nicht be- und verdeckt. Sie wird nicht zu etwas gemacht was sie nicht ist. Die Zeichen des Älterwerdens werden keinesfalls versteckt sondern  die Geschichte und die Weisheit, die jeder von uns sammeln durfte, sollte der Welt stolz gezeigt werden …

Lebe Deine Unvollkommenheit und strahle!

Wenn Du Dich so zeigst wie Du bist, wenn Deine Unvollkommenheit zum Vorschein kommen darf, wenn Du absolut nichts versteckst, wenn Du herzhaft lachst, wenn Du Deine Tränen offen zeigst, wenn Du Angst hast und auch darüber offen sprichst, wenn Du Dich verletzlich fühlst und es zulässt das auch andere es sehen, wenn Du das Risiko eingehst dich zu öffnen, und zu lieben … dann bist Du trotz Deiner Unvollkommenheit wunderschön!

Es wurde uns schon als Kind beigebracht stark und schön zu sein. Uns zu „überdecken“, zu schminken und einem Ideal gerecht zu werden, das sich ständig ändert. Wir müssen darunter hervorkriechen. Aussteigen aus der vorgegebenen Konsumgesellschaft, die uns Frauen wirklich stressen kann! Denn wir sind wir und wir sind gut und wunderschön in unserer Unvollkommenheit! Wahre Schönheit ist ein Akt des Mutes.

Wahre Schönheit und Weiblichkeit sind alterslos und nicht künstlich herstellbar. 

Ein etwas anderer Artikel, der mir aber sehr am Herzen gelegen ist, weil ich es immer wieder hautnah erlebe wie Frauen im Alter unter der „Unvollkommenheit“ an sich leiden … ganz unberechtigt muss ich aber abschließend dazu sagen.  :-)

Eine tolle Zeit, und vergeßt nicht – glückliche Frauen sind die Schönsten!