Schlagwortarchiv für: Sommergeschichte

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Taschen packen, verreisen um neue Kulturen kennenzulernen, sich von der Sonne streicheln lassen und mal 1,2 oder vielleicht sogar 3 Wochen den, meist eintönigen, Alltag eintauschen gegen etwas tiefergehende Erholung, Spaß und besondere Momente. Der „große“ Urlaub steht für die meisten für uns vor der Tür! Diese Auszeit ist so extrem wichtig für unsere körperliche und seelische Gesundheit.

Freu Dich auf die Pause(n) und entspann Dich!

Diesen Beitrag schreibe ich heute schon am Strand und kurz vor meinem Urlaub. Und würdest Du mich jetzt sehen können, müsstest Du bestimmt lachen! Ganz schmal gemacht, nutze ich die Gunst des Schattens, denn die Zeit als ich noch in der Mittagssonne ohne Schirm schreiben konnte, dürfe jetzt auch vorbei sein … :D

Ich sitze hier und denke an die Zeit, als ich meine Urlaubstage noch mit Arbeit ausfüllte. Entweder stand ein Umzug an oder ich renovierte und malte die Zimmer neu. Darüber kann ich heute nur noch milde lächeln … über mich und meine Art, Urlaub zu gestalten. Es macht nämlich absolut keinen Sinn, die wertvollste Zeit „Urlaub“, für eine andere Form von Arbeit zu nutzen!

Selbst nur ein paar Tage wegzufahren ist besser, als zu Hause nur liegen gebliebene Dinge aufzuarbeiten! Denn erholsam sieht und fühlt sich anders an. Ich habe das Glück und die Freiheit, mir mein Leben in der Zwischenzeit einzuteilen, wie ich es möchte. Das war natürlich auch nicht immer so. Aber Urlaub ist und bleibt immer noch Urlaub. Gemeinsame Zeit oder Zeit nur für sich! Ohne Gedanken an Arbeit, Termine und Listen. ›supi‹

Wie der perfekte Urlaub aussehen soll, ist bei uns allen sehr unterschiedlich. Manche schätzen ausgedehnte Reisen, andere wieder setzen auf totale Entspannung und freuen sich auf das „Nichtstun“. Ob Meer-Urlaub, der nur aus Sonne, Spaß und kühlen Drinks besteht, oder es eine abgelegene Waldhütte inmitten der Natur ist – es ist egal und jedem seine Sache. Wichtig finde ich nur, dass die so wertvollen Urlaubstage, genauso verlaufen wie DU sie DIR vorstellst!

Denn auch wenn wir viel Freude an unserer Arbeit haben, Stresssituationen lassen sich im tollsten Betriebsklima nicht vermeiden. Für unseren Körper ein idealer Nähboden und super Ausgangspunkt, um körperlich und psychisch „einzuknicken“. Davon kann ich wirklich ein Lied singen. :-(
Deswegen: Lass die Arbeit mal Arbeit sein und vor allem lass sie zu Hause!

Vielleicht machst Du es wie ich es getan habe und nutzt Deinen Urlaub, um Deine Lebenseinstellung zu hinterfragen? Mich hat das damals ein großes Stück weitergebracht. Gedanken ordnen, Prioritäten setzen und einfach Dinge verändern … ich kann es Dir wirklich nur empfehlen. ›lächel‹

Seit ein paar Jahren darf ich nun die warmen Monate des Jahres am Meer sitzen und da arbeiten, wo andere Urlaub machen. Einfach genial, wie umfassend und positiv das Meer sich auf mein Befinden und mein inneres Gleichgewicht auswirkt! Aber ganz gleich für welches Urlaubsziel DU DICH entscheidest und sei es Dein grüner, bunt blühender und duftender Balkon oder Garten. ›lächel‹

Ich wünsche Dir eine tolle Urlaubszeit und alles was so dazugehört! Entspanne gut. Denn Urlaub ist etwas sehr Nachhaltiges, wenn Du ihn richtig nutzt. Die Erinnerungen daran werden Dir an weniger guten Tagen ein Lächeln ins Gesicht malen und Dir sofort einen Energie-Kick schenken. :D Urlaub ist so sehr wichtig!

Und da WIR uns erst Anfang September wieder lesen, weil auch ich Urlaub mache, gebe ich Dir noch eine passende sowie total schöne #Sommergeschichtenliebe mit in Deinen Urlaub. :-)
Viel Spaß beim Lesen … Ciao!

Urlaub auf der Insel des Glücks

Einmal hängt ein schlauer Reisebürobesitzer ein Schild mit einem ganz besonderen Angebot in sein Schaufenster:

Einmaliges Sonderangebot.
Pauschalreise zur INSEL DES GLÜCKS
Zum Preis von 999.- Euro

Insel des Glücks? Wie bitte? Die Leute wunderten sich.
„Wo findet man heute denn noch Glück?“, murmelt ein Griesgram. „Stimmt“, klagte eine Dame. „Glück ist so rar geworden.“
Und sogleich hatte jeder etwas zu sagen und dass es so etwas wie GLÜCK heutzutage gar nicht mehr gäbe.
„Vielleicht findet man es auf dieser Insel?“, meinte einer schließlich. „Ein wenig Glück wäre nicht schlecht“, sagte ein anderer und buchte gleich zwei Plätze.

Und weil viele Leute ähnlich dachten, war die Reise zur Insel des Glücks rasch ausgebucht. Der Geschäftsmann freute sich.
„Was für ein Glück mit dem Glück!“, rief er und rieb sich die Hände.
Sechs Wochen später brachte ein alter Fischkutter die erste Reisegruppe zu dieser seltsamen Insel.
Neugierig standen die Reisenden an der Reling und blickten aufs Meer.

„Da ist sie, die Insel!“, jubelte plötzlich ein Kind und deutete zum Horizont.
„Ja, tatsächlich!“, rief ein älterer Herr, und seine Stimme klang freudig erregt. „Was für ein Glück!“
Dann schwieg er betroffen. Hat er soeben GLÜCK gesagt? Beschämt senkt er seinen Kopf, aber sein Herz klopfte.
Die Reisenden starrten erstaunt zum Horizont. Auch ihre Herzen klopften.
War diese Insel eine „Glücksinsel“?

„Unsinn“, murmelte einer und wandte sich um. „Mal sehen, was uns dort so erwartet!“
„Vorsicht! Vorsicht!“, warnte ein anderer, und alle nickten ihm zustimmend zu. Mürrisch starrten die Reisenden zu der felsigen, mit Wiesen, Heiden und Kiefern bewachsenen Insel. „Hier sieht es aus wie auf den Bildern in meinem Pipi-Langstrumpf-Buch“, freute sich ein Mädchen und fasste den älteren Herrn an der Hand. „Ob man hier auch so schön spielen kann?“
„Bestimmt.“
„Au fein“. „Ich freue mich so“.“ Ich auch.“

Stürmisch und begeistert liefen die Kinder an Land und waren in alle Richtungen verschwunden.
Währenddessen nahmen die Erwachsenen die Insel genauer in Augenschein und sie erschraken.
Sie sahen nur alte Fischerhütten, Bauernhöfe und einen Gemischtwarenladen. Hunde, Katzen, Ziegen, Hühner und Schafe.
Hotels, Gasthäuser, Eisdielen und Einkaufscenter aber entdeckten sie keine.

Nur ein paar Hütten hatten man für die Gäste hergerichtet und mit Heidekraut hübsch geschmückt.
„Na ja“, meinte einer schließlich. „Irgendwie werden wir die Zeit schon überstehen.“
„Haha“, lachte ein anderer bitter auf. „Klar! Bei unserem GLÜCK!“

Aber seltsam, die Zeit raste nur so vorbei. Zehn Urlaubstage ohne Auto, Strom, Telefon, Fernseher, Computer.
Keine Hektik, Stress, Ärger, Streit, Hass und Neid – aber mit viel Zeit zum Ausruhen und Reden. Zeit zum Zuhören, Beobachten, Spielen, Lachen, Staunen und Entdecken, ja, und auch zum Vergessen mancher Sorgen und Probleme.

Die Menschen waren so sehr beschäftigt, dass sie ganz vergaßen, das GLÜCK auf dieser seltsamen Insel zu suchen … oder hatten sie es bereits gefunden?

Von Elke Bräunling

Ich für meinen Teil kann jedenfalls bestätigen, dass das „Glück“ an den ruhigsten Orten dieser Erde zu finden ist. Manchmal müssen wir dazu nicht mal verreisen, sondern nur die Augen offen halten! :-)

Pass gut auf DICH auf und wenn DU magst, lesen wir uns im September wieder. ICH freue mich jetzt schon auf DICH.

Lesezeit: 2 Minuten

Die bunten Farben eines Sommertages sind immer wieder etwas ganz Besonderes. Manchmal kommen sogar Erinnerungen an früher hoch. Jedenfalls bei mir, wenn ich mit unseren Hunden über bunte Wiesen laufen kann.

Passend zu meiner Lieblings-Jahreszeit, habe ich eine Sommergeschichte ausgegraben. <3
Viel Freude beim Lesen …

BLÜTEN DER ERINNERUNG

Einmal legte ein kleines Mädchen eine himbeerfarbene Kleeblüte, eine sonnengelbe Habichtskraut Blüte und ein himmelblaues Glockenblümchen in ein Buch. Die alte Marga, die einst Lehrerin im Dorf gewesen war und jeden Mittag zu Schulschluss vor dem Schulhaus auf der verschlissenen Holzbank saß, hatte es dem Mädchen am letzten Schultag vor den großen Ferien geschenkt.

Ein Buch über Worte und Sätze und deren Aufbau. Ein Buch für die Ferien. Es sollte dem Mädchen, dem manchmal die Worte fehlten, das Wissen über die Sprache und deren Regeln vermitteln. „Worte sind ein kostbares Gut“, hatte die Marga gesagt. „Vergiss das nie!“

Das Mädchen hatte genickt und gelächelt und an die Farben des Sommertages gedacht. Farben und Düfte, so kostbar und wertvoll, wie Worte. Nach Lesen und Lernen war ihr wenig zu mute. Und während es höflich den Worten der alten Frau lauschte, ließ es seine Blicke schweifen in das Blau des Sommerhimmels, in die Kronen der Linden, deren Blätter mit dem Licht der Sonnenstrahlen spielten, und in Stauden der purpurfarbenen Levkojen, der roten Stockrosen und der cremeweißen Pfeffernelken.

Von den Farben dieses Sommertages hätte es der alten Lehrerin gerne erzählen wollen, doch es fand die Worte nicht. So, wie die alte Marga die Farben nicht zu sehen vermochte. „Lerne die Worte und ihre Bedeutung! Nutze das Buch!“
Mit diesen Worten hatte die alte Frau das Mädchen schließlich in die Freiheit des Sommers entlassen. Mit Ermahnungen und dem Buch, einer alten Grammatik.

Auf dem Heimweg, pflückte das Mädchen auf einer Wiese die Kleeblüte, das Habichtskraut und die Glockenblume, und legte sie in das langweilige, graue Buch. Drei Blümchen mit dem Duft und den Farben des warmen Sommertages. Sie sollten das Buch heller, die Wörter fröhlicher machen.

So dachte das kleine Mädchen, als es das Buch zu Hause auf das Regal in seinem Zimmer legte … und dort vergaß. Da waren jene anderen aufregenden Dinge in diesem Sommer, die interessanter und wichtiger waren als ein Buch mit staubtrockenen Worten! Und als die Familie wenig später das Haus und das Dorf verlassen und auf die Flucht vor dem Krieg gehen musste, landete das Buch mit den Farben des Sommers neben anderen Büchern, Bildern und Fotografien nach langer Reise in einer Truhe auf einem Dachboden.

Es dauert viele Jahrzehnte, bis das Mädchen das Buch der alten Marga wieder in den Händen hielt. Es lächelte, als es die alte Grammatik entdeckte. Die Farben und Düfte jenes sorgenlosen Sommertages wurden lebendig und die stummen Worte setzten sich zu einer Melodie zusammen. Eine bunte Melodie der Erinnerungen.

Viele Worte fielen dem Mädchen, das nun selbst eine alte Frau war, dazu ein. Doch es schwieg. Die Worte die der alten Marga damals so wichtig gewesen waren, interessierten auch jetzt nicht. Was zählte, waren die Erinnerungen an jenen Sommer, den die welken Blüten der Kleeblume, des Habichtskrauts und der Glockenblume nach so langer Zeit noch einmal zurückbrachten.

Elke Bräunling Geschichtensammlung

Vielleicht hast auch Du eine oder mehrere Erinnerungen an frühere Sommertage? Ich wünsche Dir auf jeden Fall eine bunte restliche Sommerwoche, pass auf auf Dich und wenn Du magst, lesen wir uns ganz bald wieder :D

Ciao, Deine Sandra