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Gehörst Du eher zu den Freigeistern, oder bist Du mehr eine Klette, wenn Du in einer Beziehung bist? Welches Symbol repräsentiert Deine Partnerschaft am Besten: Verschlungene Ringe? Fliegende Tauben oder ein Dornbusch? Falls Du jetzt meinst, dass ich jetzt beginne irgendwelche Selbst-Tests anzubieten, muss ich Dich enttäuschen (oder aber Du kannst durchatmen) … Davon halte ich nämlich nicht unbedingt viel! DAS überlasse ich wie so oft den anderen. Das es allerdings wirklich verschieden Muster und Charaktere gibt, was Beziehung betrifft ist bekannt. Genau darüber habe ich mir Gedanken gemacht …

Solche Themen und Beiträge von mir entstehen, ich muss jetzt wirklich lachen, hauptsächlich nach einem Gespräch mit einer oder mehreren Frauen/Freundinnen. Das Thema Beziehung ist eben immer allgegenwärtig … irgendwie! Die Gespräche starten meist lustig und werden dann ernsthafter, beinahe wie eine Diskussionsrunde die wahrhaft fernsehreif wäre! :D An dieser Stelle  … danke für die Inspiration. >zwinker<

Beziehungsforschung auf eigene Faust

Stimmt nicht ganz. Ich hatte ganz zu Beginn meiner persönlichen Veränderung sehr wichtige Stationen in verschiedenen Therapien durchschreiten müssen (heute sage ich – dürfen). Dabei wurden auch grundlegende Erkenntnisse aus der Beziehungsforschung erzählt. Der Beziehungsalltag wurde, wenn ich so darüber nachdenke, „zerlegt“. An Hand von vielen hilfreichen Beispielen, sollten wir uns selbst zuordnen. Gehörte ich nun zu den sehr sicheren Beziehungstypen … zu den ängstlichen oder war ich die „Vermeidende“ in einer Beziehung?

Wie oben schon geschrieben, Quiz & Co mochte ich noch nie, das war und ist mir alles zu allgemein und oberflächlich. In der Therapie hatte das Ganze ein Format das ich annehmen konnte und mir auch realistisch glaubwürdig erschien. Beziehung war vor einigen Jahren für mich ein großes und irgendwie nicht lösbares Thema. Aber dank der Erkenntnisse, die ich mir von damals mitgenommen habe, kann ich endlich sagen, welchem Beziehungstyp ich mich heute anschließen kann. ER passt wie der Deckel zum Topf. :-)

Damals lautete meine Frage, warum ich mir immer den „falschen Mann“ aussuchte und mich verliebte. Danach hatte ich Gewissheit. Ich gehörte zu den ängstliche Typen und mein damaliger Partner zu den Vermeidern. Es wurde mir sehr schön aufgezeigt, dass meine „Strategie“ mich als ängstlicher Beziehungstyp an einen vermeidenden Partner zu halten, nicht zu einer erfüllenden Partnerschaft führen wird! Der vermeidende Partner vermeidet nämlich genau das, wonach ich mich sehnte, emotionale und körperliche Nähe. Diese Beziehungskontellation war also sehr schwierig! Was aber nicht heißen soll sie ist hoffnungslos. Wenn die Kommunikation offen und ehrlich vorhanden ist, kann sich das Blatt auch wenden. Damals war ich noch nicht so weit und ich entschloss mich für den „einfachen Weg“. Beenden nicht reden.

So lässt sich jeder Mensch nach der „Beziehungsforschung“ einem speziellen Typen zuordnen. Diese drei Typen möchte ich mir heute gemeinsam heute mit Dir nochmal ansehen.

  • Die (der) Sichere –  sie hat kein Problem mit Nähe und fühlt sich auch sehr wohl diese zu genießen. Sie ist in der Lage eine auf wechselseitiger Abhängigkeit beruhende langfristige Beziehung zu führen.
  • Die (der) Ängstliche – sie braucht sehr viel Nähe und ist immer besorgt, ob ihr Partner sie auch genügend liebt. Ob sie „genügt“ so wie sie ist. Wenn sie sich zurückgewiesen fühlt, neigt sie zu Protestverhalten.
  • Die (der) Vermeidende – setzt Intimität sehr oft mit dem Verlust von Unabhängigkeit gleich und sucht zudem auch noch emotionale und körperliche Distanz. Typisch dafür ist das Aussenden zweideutiger Signale.

Die einfache Wahrheit

Sobald wir uns an jemanden binden bilden wir eine funktionelle „Einheit“. Unser Partner reguliert unseren Herzschlag, unseren Blutdruck , die Atmung und den Hormonhaushalt. Es ist auch nachgewiesen, dass zwei Menschen die eine liebevolle und von Nähe geprägte Beziehung führen, abwechselnd ihre psychisches und emotionales Wohlbefinden ausgleichen. Die körperliche Nähe beeinflusst unseren Stressbarometer. Sicher hast Du schon beobachtet: Wenn wir in einer schwierigen Situation die Hand unseres Partners halten können, fühlen wir uns besser und der Stresspegel sinkt. Anders verhält es sich, wenn der Partner vermeidend oder ängstlich ist!

Sobald wir uns für einen Partner entschieden haben, kommen starke verankerte Kräfte ins Spiel, die auch gegen unseren bewussten Willen wachgerüttelt werden. JEDER der schon mal verliebt war, weiß wie irrational und stark diese Kräfte sein können.

Die Wahl unseres Partners hat auch Auswirkungen auf unseren Körper. Wenn er nicht in der Lage ist, unsere Bindungsbedürfnisse zu befriedigen – wie es zum Beispiel beim ängstlichen aber vor allem beim vermeidenden Beziehungstypen der Fall ist … können wir feststellen, dass uns eine chronische Unruhe und Anpassung überfällt oder belastet. Das macht uns anfälliger für viele bestimmte „Wehwehchen“. Rückenschmerzen, Magenschmerzen oder Bluthochdruck. Befriedigt unser Partner aber unsere Bedürfnisse, wie es der sichere Beziehungstyp kann, wird es uns helfen gesünder zu bleiben.

Kannst Du Dich einordnen?

Hast Du schon erkannt zu welchen Beziehungsmenschen Du Dich zählen kannst? Welches Verhalten Du in Deiner Beziehung vorlegst, welche Strategie Du und ebenso Dein Partner verfolgt? Letztendlich geht es darum, sich eine sichere Basis zu schaffen und sich positiv sicher zu entwickeln. Hat man das alles für sich erkannt, geht es nur mehr darum entweder „Ciao Amore“ zu sagen oder den schwereren Weg zu nehmen und gemeinsam an der Beziehung zu feilen. 

Vielleicht denkst Du Dir: „Das weiß man oder spürt man doch alles schon im Vorfeld des Kennenlernens …“ NEIN. Blind vor Liebe. „Du gefällst mir … dich behalt ich“ und plötzlich ist der Alltag da und wir bemerken das wir anders ticken als anfänglich geglaubt. Verändert wird jedoch nichts mehr . Zu wenig aktive Kommunikation … Frau/Mann macht einfach weiter und findet sich damit ab.

Somit sollte das Ziel sein zu den sicheren Beziehungstypen zu gehören. Zusammengefaßt: Wie ist sie/er was braucht sie/er, wie zeigt sie/er sich:

  • Sie/er empfindet es ganz natürlich liebevoll und herzlich zu ihren Partner zu sein.
  • Sie/er ist in der Lage, emotionale sowie körperliche Nähe zu genießen.
  • Sie/er macht sich keine allzu großen Sorgen um die Beziehung.
  • Sie/er ist gut darin, emotionale Signale des Partners zu deuten und angemessen zu reagieren.
  • Sie/er lässt seinen Partner an seinen Problemen und Erfolgen teilhaben.
  • Sie/er ist beständig, ehrlich, aufrichtig und zuverlässig!
  • Sie/er benötigt keine Distanzierungsstrategien.
  • Sie/er führt die Beziehung so, dass keine emotionalen Berg-und Talfahrten Platz haben. Genauso wenig wie Dramen oder Manipulationen!

Glaube an die Beziehung!

Diese Worte können allerdings nur aus dem Mund eines sicheren Beziehungsmenschen kommen. Sie/er glaubt nun mal auch fest daran, dass sich die Qualität der Beziehung im Lauf der Zeit verbessert und sie/er wird auch alles dafür tun, damit das geschehen wird. <3 Diese Menschen zählen zu den „Guten“ und ich nenne sie vorsichtig „Herzmenschen“.

Mit solch einem Partner an seiner Seite herrscht das Gefühl von Vertrautheit und Wärme, das zunehmend steigt. Gehören wir zu den sicheren, guten, Herzmenschen … können wir einfühlsam, sensibl und verständlich mit unseren Partner alles besprechen. 

Übrigens  … sichere Beziehungstypen sind nicht einfach zu suchen und auch schwer zu finden. Warum? Weil sie/er weniger oft den Partner wechselt.

Und wenn Du Dir jetzt sagst: „Na super … ich ängstlich … er vermeidend …“ Was soll das nun? Also nichts für die Ewigkeit? Doch. Dazu ist allerdings Bewegung auf beiden Seiten nötig und jede Menge Kommunikation! So kannst Du den Sprung in eine sichere Bindung finden.

PS:
Ja und ich habe gewechselt. Von ängstlich auf sicher. Ein Danke möchte ich heute hier lassen, an die Menschen, die mir geholfen haben mein Leben zu verändern … auch wenn sie wahrscheinlich gar nicht wissen was und wie ich heute bin. :D

Alles Liebe und pass auf auf Dich.