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Wir träumen alle davon, was wir alles schaffen könnten, würden wir noch mehr Gas geben  … Wir sind erst dann zufrieden, wenn alle Punkte auf unserer To-Do Liste abgehakt sind! Entspannung, Zufriedenheit und Relaxing gibt es immer erst am nächsten Tag, wenn überhaupt, nie am selben oder im Moment.

Leider ist dabei auch kein Ende in Sicht. Es macht sogar den Eindruck, dass alles noch schneller sein sollte. Immer noch mehr zu schaffen in weniger und kürzerer Zeit. Ein problematischer Kreislauf unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Überall geht es nur um Wachstum, um mehr Leistung. Die Ziellinie ist dabei kaum mehr sichtbar. Und so katapultieren wir uns selber immer mehr in eine Beschleunigungsblase. Wir Menschen erschöpfen uns allmählich immer mehr. Doch unser Ziel dabei glücklich und zufrieden zu sein, rückt damit immer in weitere Ferne.

Vor lauter „Tun“  „und ständigem „Machen“ kommen uns unsere physischen und psychischen Bedürfnisse immer mehr abhanden. So bleibt für unsere Träume, Visionen und Fantasien immer weniger Zeit bzw oft gar keine mehr. Es ist an der Zeit, dass wir unserem Leben wieder neue Ziele geben und es dahin ausrichten, Dinge zu tun, die uns Spass machen, die unser Leben lebenswert und leicht machen. Genauer gesagt – das wir die schönen Momente dabei richtig aufsaugen können!

Langsamkeit, das Zauberwort

Wir müssen wieder lernen zu entschleunigen – einfach langsamer zu werden und zu leben … wenn wir innerlich nicht ganz verkümmern wollen, sondern lebendig bleiben möchten. Dazu müssen wir bereit sein aus der alles beherrschenden Zeit und der Stressmaschinerie auszusteigen. Jedoch geht das so einfach? In einer Welt, die durch Digitalisierung fasst alle Lebensbereiche einschliesslich auch uns Menschen fest in der Hand hat?

Zurück ins Jetzt

Seit jeder von uns sein Smartphone nahezu ständig in den Taschen hat, ist alles anders geworden. All unsere Gewohnheiten haben sich systematisch und radikal verändert. Jeder ist beschäftigt mit Messenger, Mails, Facebook oder Twitter. Besonders gut zu beobachten ist das in Bus oder Bahn. Vorbei die Zeiten als man den Feierabend im Zug zum „Cool Down“ genutzt hat … die vorbei rauschende Landschaft noch bemerkte und genossen hat. Ein Buch las, sich möglicherweise mit Mitreisenden auf ein Gespräch eingelassen hat. NEIN … nichts dergleichen. Es klingt beinahe utopisch. 🙂

Wir sind immer in „Habacht – Stellung“, ein Nachrichtenton aus der Tasche oder Hose sollte auf keinen Fall ignoriert werden, könnte ja wichtig sein! Wenn uns bewusst wäre wie viel richtiges Leben uns damit abhanden kommt …

Ein Zitat von Christian Morgenstern:

„Ruhe im Inneren, Ruhe im Äusseren. Wieder Atem holen lernen. Den Puls des eigenen Herzens fühlen.“

Wenn eine von uns es schafft in ihrer freien Zeit mal nicht auf sein Phone zu sehen, kann sie schon eine neue Form des Glücks entdecken. Und genau darum geht es beim „Lebe langsamer“.

Sich wieder der Welt zuwenden, mit all ihren Geheimnissen. Uns für Dinge Zeit nehmen, die wertvoll und für uns wichtig sind. Alles mit vollen Sinnen ergreifen und in Bedächtigkeit ausüben. Bewusst wahrnehmen und auch genießen.

Sich dafür zu entscheiden unsere Zeit souverän zu nutzen, und nicht von Anderen benutzen und auch ausnutzen lassen! Wahrer Luxus ist wieviel Offline Zeit wir uns gönnen.

Langsamer ist gleich ein glücklicheres Leben

Wichtig ist auch wieder zu lernen, das gute Leben zurück zu erobern. Offener werden für die alltäglichen Geschenke, die uns das Leben in Hülle und Fülle bieten kann, wenn man es denn bemerkt!

Mal einfach nichts tun … das ist in unserer Gesellschaft ein „geht gar nicht“ Satz. Aber genau darum geht es doch, seine Zeit zu verschwenden. Wir können uns nämlich genau in dieser Null-Zeit, uns selber widmen. Wir nehmen uns wahr, und all das was um uns passiert. Darin liegt der Sinn eines langsameren und damit bewussteren Lebens.

Ich könnte es jetzt auch mit etwas mehr Rotzigkeit formulieren: Je mehr Zeit wir vergeuden, umso langsamer wird unser Leben. Wenn wir etwas unvernünftig mit unserer Zeit umgehen, viele „nutzlose“ Dinge tun, kann das ein Akt der Befreiung werden. Zeitverschwendung ist eine Unproduktivität, die in Produktivität umschlagen kann, die dann aber als angenehm empfunden wird!

Thich Nhat Hanh sagte:
„Statt zu sagen: Sitz nicht einfach nur so da, tu irgendwas. Sollten wir das Gegenteil fordern: Tu nicht einfach irgendwas, sitz nur so da!“ Genial, oder?“

Verpflichtungen mal canceln

Es gibt da noch etwas was sich der Ökonomisierung unserer Zeit entgegenstellt. Wir können eingegangene Verpflichtungen auch einfach mal verweigern und  still legen. Damit mein ich jetzt nicht statt ins Büro zu gehen, ans Meer zu fahren (was jedoch sehr reizvoll klingt) … nein … sondern die sozialen Sachen sind gemeint, bei denen wir uns öfter schon gefragt haben: muss das jetzt tatsächlich sein?

Die einzige Bedingung für diese „schlimme Tat“ 🙂 ist die dadurch freie Zeit auch ungenutzt lassen und sie NUR zur Zeitverschwendung nutzen! Ohne schlechtem Gewissen, DU bist der Boss DEINER  Zeit – Niemand anders!

Die Zeit sind wir

Die Zeit ist nicht dazu gemacht erkannt, sondern gespürt und erlebt zu werden

  • Zeit sollte Glück sein
  • Zeit sollte Liebe sein
  • Zeit ist Bewegung und Veränderung
  • Zeit sind WIR

In Wahrheit ganz einfach, also wenn wir es wieder mal eilig haben … vergeuden wir ein wenig unsere Zeit und machen einen kleinen Umweg. Es funktioniert … und ist der 1. Schritt langsamer zu werden! 🙂

Wie ist es bei dir so, lässt du dir auf die Fersen treten und eilst dem Leben ständig hinter her, oder lebst du schon und verschenkst sogar manchmal deine Zeit … an DICH? Schreib mir doch deine Gedanken dazu, bis ganz bald.

Du fühlst dich ausgelaugt, müde und schlapp? Die Hektik im Alltag bestimmt dein Leben und gibt dir immer die Richtung vor? Dein Akku ist leer und du fühlst dich nicht mehr so leistungsstark wie früher? Dann ist es an der Zeit dir etwas Gutes zu tun, eine Auszeit zu nehmen! Du musst jetzt keinesfalls deine Koffer packen und eine Weltreise starten 🙂 , es genügt schon, wenn du es einrichten kannst, dir ein Wochenende frei zu machen. Einfach ein paar Tage den alltäglichen Verpflichtungen nicht nachkommen zu müssen genügt, die Seele baumeln zu lassen, damit du dich erholen kannst.

Du solltest dir die Auszeit wert sein

Ich bin selbst kürzlich in den Genuss gekommen ein paar Tage frei machen zu können, und jetzt sitze ich hier und muss einfach diesen Artikel schreiben. Nicht das ich jetzt viel Stress gehabt hätte, auch bin ich sehr gerne in meinem Zuhause, aber manchmal brauche auch ich eine räumliche Veränderung, ohne Gewohntes um mich zu haben. Ich nutze so kleine Auszeiten um neue Inputs zu bekommen, innerlich aufzuräumen und noch tiefer zu atmen … das gelingt mir jedenfalls, in einer anderen Umgebung am allerbesten. Man braucht keinen zwei wöchigen Auslandsaufenthalt um seine Akkus neu aufzuladen, oder muss eine Weltreise starten, die Ruhe und Distanz liegt so nahe!

Es geht nur darum es zu tun

Stehen wir mitten im Berufsleben ist es oftmals schwer spontan ein paar Tage frei zu bekommen. Und genau dieses Argument benutzen wir dann auch für uns selbst um sagen zu können „Ich kann ja nicht weg“! Doch kein Mensch arbeitet sieben Tage rund um die Uhr! In Wahrheit geht es dabei nur um die Organisation. Heutzutage kann man ganz gemütlich vom Sofa aus seine Urlaube und Kurz-Trips suchen und buchen. Der Gang ins Reisebüro hat beinahe „antiken“ Charakter bekommen. 🙂 Ein freies Wochenende und wenn möglich, seinen freien Tag noch dran zu hängen, ergibt genügend Zeit um mit samt seinem angesammelten Ballast loszufahren und sich auf zwei, drei Tage „blöd schauen“ zu freuen!

Ich hatte vor 2 Jahren einen solchen Kurz-Urlaub von meiner Tochter bekommen. Irgendetwas ist immer dazwischen gekommen. Wenn ich darüber nachdenke waren es genau die vorhin angeführten Punkte die mich hinderten – also lächerliche Ausreden! Und die letzten Tage ist mir dieses Geschenk wieder in den Sinn gekommen, kurz vor der Verjährungsfrist. Also wurde kurz und bündig gebucht, eine Freundin an der Hand genommen und weg waren wir. 😀 Es geht also nur darum es zu TUN.

Vorfreude ist die schönste Freude

Ich bin ja dann jemand der solche Vorhaben wirklich zelebrieren kann. Schon das Packen, die Verabschiedung meiner drei Herzen zu Hause und die Hinfahrt lösten bei mir ein wohliges Gefühl aus und das ganz ohne schlechtem Gewissen! Denn das habe ich in der Zwischenzeit lernen dürfen. Es ist gut wie es ist, denn ich hab es mir verdient! Der Empfang ist ja ebenso immer sehr nett. Das Gästeblatt wird bei einem Glas Prosecco ausgefüllt, bevor es dann aufs Zimmer geht. Es folgt ein „wau, poah und genial“ nach dem anderen. Und schon ist man mitten drin, in einer anderen Welt, einer Welt die dir die Möglichkeit schenkt, deine Gedanken runter zu fahren. Einen Gang runter zu schalten und über das Nachzudenken was du dir „eingepackt“ hast. Nämlich die Dinge die dich irgendwo im Bauch drücken …

Tage die besonders sein werden

Ich bin ja jemand der große Menschenansammlungen nicht sehr gerne mag und ich habe damit auch hin und wieder Probleme. Doch ein Hotel für sich alleine zu haben wird eben schwierig werden. 🙂 Umso mehr hatten wir uns gefreut das es aber fast so war! Die schlechten Fahrbedingungen und der andauernde Schneefall, hatten viele davon abgehalten ihre Buchung wahrzunehmen – das bedeutete wir waren beinahe alleine >lach<! Jedenfalls war ich sehr dankbar die ganze Luft  fasst für uns alleine zu haben. Ich begann mit dem Gedanken mich die nächsten Tage ausschließlich um mich zu kümmern. Ausklinken. Keine Hunderunden (obwohl ich ständig an die Zwei gedacht habe), kein Essen zubereiten, im Gegenteil, sich bedienen lassen von morgens bis zum Bett gehen!

Am Beispiel meiner Freundin merkte ich, wie die ständigen Termine, der Beruf und Haushalt, die eigenen Bedürfnisse verkümmern lässt. Ich weiß das egoistisch sein, nicht gerade zu den positiven Charaktereigenschaften gehört, aber hin und wieder kann man sich von den gesellschaftlichen Dogmen befreien und nur an sich denken! Ein gesunder Egoismus eben! Das sollten wir uns alle wert sein.

Die Erholung beginnt mit der Langsamkeit

Ich zähle immer noch zu den Menschen die alles auf einmal machen möchten. Ich trage unzähliges im Kopf herum und mein Tag wird mir zu kurz. Ich möchte mich weiter entwickeln, Neues beginnen und auch bewältigen, mit diesen Gedanken bin ich hier her ins Werfenweng Bergresort gefahren. Slow down und nicht High Speed war die Bedingung. Wenn wir eine Sache, und das gilt auch für unsere Gedanken, langsamer angehen oder darüber nachdenken, ist es einfacher auf einen Punkt zu kommen, den man akzeptieren kann. Ich hab also meinen Chaos-Kopf zu Hause gelassen und mich der Langsamkeit hingegeben … Runterschalten – gelassen sein + Pausen machen = Erholung. Eine Formel die ich mir wieder mehr zu Herzen nehmen sollte.

Plötzlich ist da Zeit

Zeit für gutes Essen, ein ausgedehntes langes Frühstück, langes Schlafen und viele kreative und positive Gedanken. Die Falten zwischen den Augen entspannen sich. Schmerzen werden leichter, der Müdigkeit darf man Raum geben und plötzlich stellt sich eine Tiefenentspannung ein. Im Alltag wünschen wir uns oft nichts anderes als einfach mal Zeit zu haben. Eine Auszeit ist da um das zu tun, das wir tun möchten und wenn es nur drei Tage schlafen ist, essen und sich eine Massage um die andere zu gönnen!

Meine Tür für neue Ideen

In kuscheligen Tüchern, im Bademantel auf loungigen Betten zu liegen, weg von zu Hause, kann ich meiner Phantasie freien Lauf lassen. Tagträumen und rumspinnen, mir das ideale Leben ausmalen. 😀 Wie könnte ich den Alltag zu Hause neu gestalten, wo möchte ich für immer leben? Welche Wünsche habe ich generell noch offen? Welche Menschen sollen mich umgeben und wie würde ich leben wenn Geld keine Rolle spielen würde? Wie schaut mein Haus am Meer aus? Will ich immer noch eine weiße Veranda? Wie wird der Titel meines Buches lauten das ich unbedingt schreiben möchte?

All diese Fragen mögen sicher auch zu Hause auftauchen, aber irgendwie nimmt man sie nie wirklich ernst, weil die Antworten zu weit von der Realität erscheinen. Hier, zwischen den warmen Tüchern oder während einer wohltuenden Öl-Massage, ist die Zeit vorhanden darüber nachzudenken und plötzlich sind die Antworten ganz nah! Oft sind ja die verrücktesten Ideen die Besten, weil man ohnehin nichts zu verlieren hat und das bietet eine Vielfalt ungeahnter Möglichkeiten. Mit neuen Erkenntnissen, Ideen und Einsichten packt man dann wieder seinen Koffer und beendet diese wundervollen, Pulverschneetage mit einer Kutschenfahrt oder einem warmen Topfenstrudel. Wir entschieden uns für die Kalorien! 🙂

Schlusswort:

Am Abend vor der Abreise wünschte ich mir, das es die Nacht das Doppelte an Schnee bringen sollte und wir wie in einem kitschigen Film eingeschneit gewesen wären … Es war auch beinahe so, doch bis zum Abend waren die Straßen wieder einigermaßen befahrbar und der Fahrt nach Hause stand nichts mehr im Weg. 🙂

Was ich aber damit noch sagen möchte: Wir sollten es uns öfters mal wert sein eine kleine, kurze Auszeit zu nehmen. Man hat die Zeit und die Muße, sich mit sich selbst und seinem Leben auseinanderzusetzen, um danach mit neuen Ideen in unseren normalen Alltag zurück kehren zu können. Frisch und voller Energie! Alles kann, nichts muss!

Ich möchte mich auch bei meiner Freundin bedanken, die diese „Spontan-Photos“ von mir eingefangen hat :D! Und bei dir möchte ich mich bedanken, dass du mich besucht hast! Vielleicht habe ich dich jetzt mit meinen Gedanken infiziert? Dann überlege nicht lange … Mach ES!

Ich muss es mir leider wirklich selber eingestehen: Je älter das ich werde, umso schneller rast die Zeit vorbei! Das ICH dies mal genauso sagen würde wie es meine Eltern oft getan haben … kann und will ich eigentlich gar nicht wahrhaben. Die Tage stellte ich mir selber wieder diese Frage: Rast die Zeit wirklich so schnell an mir vorbei oder bin ich langsamer geworden bei meinen täglichen Tätigkeiten? Kaum hat der Tag begonnen, ist er auch schon wieder vorbei … dabei stand soviel am Plan. Nehme ICH mir zuviel vor? Kann es daran liegen, oder bin ich definitiv langsamer geworden? Ich muss sagen – das Letztere scheint eher der Fall zu sein …

Immer diese Zeit

ZEIT zu haben, ZEIT sich zu nehmen, ZEIT, ZEIT, ZEIT … ZEIT ist etwas sehr knappes, das wissen wir ja. Unterhalte ich mich mit Menschen ist das immer wieder ein Hauptthema. Keine Zeit zu haben umgibt dich mit der Aura von „Wichtigkeit“ oder es ist einfach nur eine Ausrede, weil wir keinen Bock auf irgend welche Treffen haben! Ist so. Denke ich dabei an MICH selbst, muss ich ebenfalls sagen das manche Verabredungen immer schwieriger werden für mich. Einerseits möchte ich mich dem Stress nicht ausliefern, mehrere Freundschaften an einem Tag mit einem „muss“ am Laufen zu halten, auf der anderen Seite habe ich aber oftmals auch keine Lust mehr, mich nach einem ausgefüllten Tag auf ausgehreif zu trimmen und mich mit Freunden zu verabreden und mir dabei ständig das Gähnen zu verkneifen! All DAS hätte es vor einiger Zeit noch überhaupt und gar nicht gegeben!

Statussymbol ZEIT

Ich hetze der Zeit immer hinterher, und es kommt mir vor als sei sie mir immer eine Nasenlänge voraus, SIE muss immer einen Schritt vor mir sein … das nervt mich manchmal. Vor einiger Zeit wäre das noch cool gewesen. Die Zeit ist ein Statussymbol geworden, je voller dein Timer umso „wichtiger“ bist du.

Hätte ich damals gesagt „Ja da und da hätte ich Zeit und frei“, es wäre undenkbar gewesen das gleichzusetzen mit: ICH bin nicht wichtig, nicht erfolgreich oder habe keine Freunde die sich für mich interessieren – mit einem Wort, ICH wäre eine Langweilerin! Zeit zu haben ist beinahe so als hättest du einen grossen Pickel auf der Nase – ein Makel, der an dir haftet und dich sogar etwas abstempelt. Also eine sofortige Zusage auf die Frage „Hast du morgen Zeit?“ ist – passt du dich den „Wichtigen“ an, sehr uncool! 🙂

ICH habe wahrscheinlich wieder mal etwas verschlafen, weil ICH da anders ticke. Mir ist es ziemlich egal ob es (und so scheint es), zum guten Ton gehört sich alle Möglichkeiten offen zu halten. Es werden Ausreden gesucht und erfunden, vertröstet und rumgemacht und wenn du Glück hast, wird kurz vorher abgesagt … viele machen sich die Mühe gar nicht und falls du sie beim nächsten Mal triffst und darauf ansprichst, kommt ein maximales „Ups, total verschwitzt“. Wenn ICH keine Lust habe brauche ich nicht wichtig in meinem Timer rum zu blättern und dann zu sagen „Tut leid … komplett voll“. NÖ, da kommt ein ehrliches sei mir nicht böse aber ich diese Woche keine Lust mehr!

Gehen wir anders mit der ZEIT um wenn wir älter werden?

JA. Oft denke ich darüber nach dass ich eigentlich die Hälfte meines Lebens hinter mir habe. Hab ich diesen Gedanken, bekomme ich eh gleich einen Panikanfall gg – ICH hab doch noch so viel vor, was ich noch alles erleben und schaffen möchte, das geht sich nie und nimmer aus!

Und genau das ist dann der Punkt, wo ich mir selbst viel Projekte „umhänge“ und auch gleichzeitig beginne … wie das endet kannst du dir sicher denken – in einem heillosem Durcheinander. Ich bin mit meiner Waagschale zwischen Tun und Lassen noch nicht ganz im Klaren. Ich schaffe es noch nicht, die Schnelligkeit von der Langsamkeit zu trennen. Meinen Tag bewusster zu strukturieren, konzentrierter EINER Aufgabe nach zu gehen. Aber ICH arbeite daran und bemühe mich … (nicht immer) >lautlach<. Da meine Tätigkeit jetzt auch eine andere ist als noch vor 2 Jahren und ich nicht mehr fremdbestimmt arbeiten muss, mir meine Zeit eben selbst einteilen darf und kann, passiert es oft das ich mich von Nebensächlichkeiten leichter ablenken lasse … Ich hab ja eh ZEIT! 

Die Gangart ändern

Oftmals vergesse ich das ich meine „Sprint-Schuhe“ ausziehen darf und mir eine andere langsamere Gangart zulegen kann. Ich habe eben jetzt die Freiheit, nur noch das zu tun woran ich gerne arbeite, mit Menschen die mag und liebe und das in einer Zeit die mir passt. Wichtig dabei ist es, die richtige Balance zu finden, zwischen Geschwindigkeit und Muße, alten Gewohnheiten und neuem Erleben. Wiedermal eine Herausforderung der ich mich stellen werde! Fakt ist, älter werden bedeutet intensiver Leben und das ist Grund genug sich auf jedes weitere Jahr das kommt zu freuen!

Es würde mich natürlich brennend interessieren wie es mit deinem Zeitempfinden in einem gewissen Alter steht? Schaffst du alles genauso gut und schnell wie früher? Ich bin gespannt auf deine Antwort.

Kannst du dir vorstellen völlig emotionslos zu sein? Keine Gefühle zu besitzen, einfach nur ein und aus zu atmen und zu existieren? In mir löst dieser Gedanke Unbehagen aus. Auch wenn man sich öfter die Frage stellt „Warum bin ich bloß so nah am Wasser gebaut…“ oder „Weshalb explodiere ich wegen der kleinsten Kleinigkeit?“ Ärger, Wut und Traurigkeit sind Gefühle auf die wir gerne oft verzichten könnten. Freude und Glück hingegen möchte keiner missen!

ALLE Gefühle sind wichtig und helfen uns Entscheidungen zu treffen, eine Richtung zu finden und Informationen die wir haben, zu bewerten. Und hierfür sind unsere Emotionen zuständig. Und trotzdem passiert es immer wieder das wir manch ein Gefühl in uns nicht erkennen oder unterdrücken.

Heute kannst du mich begleiten, auf:

DIE INSEL DER GEFÜHLE

Vor langer Zeit gab es einmal eine schöne kleine Insel. Hier lebten alle Gefühle, Eigenschaften und Qualitäten der Menschen einträchtig zusammen. Der Humor und die gute Laune, der Stolz und der Reichtum, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und die Intuition. Eigenschaften und Qualitäten, die einen Menschen eben so ausmachen. Natürlich war auch die Liebe dort zu Hause.

Eines Tages machte die Nachricht die Runde, dass die Insel vom Untergang bedroht sei und schon in kurzer Zeit im Ozean versinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe, deren Schiff gerade nicht seetauglich war, wollte bis zum letzten Augenblick warten. Sie hing sehr an der Insel!

Als das Eiland am sinken war, bat die Liebe die anderen um Hilfe. Der Reichtum war gerade dabei auf einem sehr luxuriösen Schiff in See zu stechen, da fragte ihn die Liebe: „Reichtum … kannst du mich bitte mitnehmen?“ „Nein“, das geht nicht. Auf meinem Schiff ist zu viel Gold und Silber, da hab ich keinen Platz mehr für dich.“

So fragte die Liebe den Stolz, der auf einem stattlichen Schiff vorbeikam. “ Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?“ “ Liebe ich kann dich nicht mitnehmen, hier ist alles so perfekt und du könntest mein Schiff beschädigen!“ Es war die Traurigkeit an der Reihe: „Traurigkeit … bitte nimm du mich doch mit!“ “ Oh Liebe“, entgegnete die Traurigkeit, “ ich bin so traurig, dass ich alleine bleiben möchte!“

Plötzlich aber rief eine Stimme: „Komm Liebe, DU kannst mit mir mit!“ Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie völlig vergass, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen. Später fragte die Liebe das Wissen: „Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?“ “ Ja sicher „, antwortete das Wissen, „Das war die Zeit.“

„Die Zeit?“ fragte die Liebe erstaunt, „Warum hat mir den ausgerechnet die Zeit geholfen?“ Und das Wissen antwortete „Weil nur DIE ZEIT versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist …“

Verfasser/in unbekannt gefunden bei engelsrecht-media.de

Tja, die Liebe … manchmal ein „Stiefkind“ in unserer Gefühlssammlung. Und Zeit … ebenfalls ein sehr wertvolles Gut aber wir nehmen sie uns viel zu wenig und daher „verpassen“ wir sehr oft sehr viel. Erlaube DIR mehr davon – und DU wirst deine Liebe neu finden … bis bald in meinen Geschichten, alles „LIEBE“.

Sehr oft lese ich in der Zwischenzeit den Satz „Offline ist der neue Luxus“ oder so ähnlich. Die Sehnsucht der Menschen strebt wieder mehr nach dem realen Leben. Einfach mal abschalten und einen Cappuccino in der warmen Frühlingssonne geniessen ohne dabei Mails oder sein Handy zu prüfen. Manchmal ist es wirklich ein sehr angenehmes Gefühl eine Weile „WEG und OFF“, eine Zeit einfach nicht erreichbar zu sein und sich dem Realen zu widmen.

Ich bin ja nicht so der Fan von jeglicher Digitalisierung, einerseits fehlt mir das Wissen, (wäre es anders … vielleicht würde ich dann diesen Artikel erst gar nicht schreiben? ), und zum anderen fehlt mir das „Persönliche“ dahinter. Da rede ich aber jetzt gar nicht von Facebook oder WhatsApp. Die Tage hab ich nur so meine Augen aufgerissen als ich mir einen Termin für eine Endbesprechung beim Arzt fixieren wollte „Wir machen das schriftlich, sie werden verständigt“ … hallo? Es wird also davon ausgegangen dass ich dazu keine offenen Fragen habe oder wie? Oder muss ich die dann per Mail schicken? DAS meinte ich mit dem „persönlichen“, ich will jemanden in die Augen sehen, auf Mimik und Gestik achten können und keine Mails erhalten und welche durch die Gegend schicken.

Arbeit ohne das Digitale – heute undenkbar

Digitale Gerätschaften haben es uns ermöglicht, schneller und effizienter zu arbeiten. Das ist gut so. Man ist flexibler UND wir sind für ALLE erreichbar und abrufbar! DAS ist nicht so gut. Ein Segen und Fluch zugleich finde ich. Auf der einen Seite arbeiten wir an der „Work-Life-Balance“ und auf der anderen Seite zeigt uns unser Pflichtbewusstsein sofort den strengen Finger, schalten wir unser Handy auf lautlos und sind auch sonst eben „off“. Ist das Konzept der Trennung von Leben und Arbeit schon überholt? Oder schaffen wir es einfach nur nicht?

Achtsamkeits-Camps werden an jeder Ecke angeboten

Dann gibt es diese Camps, für digital verseuchte Menschen. Es sind Menschen, die es einfach nicht schaffen „OFF“ zu gehen … es aber möchten! Sich nach einem Wochenende sehnen an dem sie wieder mal die Natur erleben können. Ihren Einstig in die Meditation finden möchten, einfach abschalten und sich dem Leben widmen können. In der Gruppe ist natürlich alles einfacher. 🙂 Der „Aha-Moment“ nach so einem Wochenende ist für sehr viele dann oftmals Grund genug weiter zu machen. Es kann sehr schön sein sich mit Menschen zu unterhalten, Meinungen auszutauschen. Besser als stundenlang zu telefonieren oder zu Whats-Appen und hinterher eine Mail zu schicken! Also kann es durchaus sein das Phone, Tablet und MacBook dann am Freitag Abend auf Urlaub geschickt wird :-).

Der Wunsch nach echten Begegnungen wächst also wieder

Parallel zu Internet und Co, ohne die das Leben scheinbar nicht mehr funktioniert, entsteht aber wieder zunehmend der Wunsch nach echten Erlebnissen und Erfahrungen. Was wir alle zum Teil schon ein wenig verlernt haben. Es ist doch auch wesentlich schöner sich in der „Wirklichkeit“ zu verabreden, als sich im Internet zu „Daten“, es ist auch mit Sicherheit zielführender sich Meinungsverschiedenheiten oder Ärger mit Händen und Füssen von der Seele zu deuten und zu reden als eine, oft falsch verstandene, Nachricht zu schicken?!

Zudem finde ich es schön wenn eine Angestellte weiß wofür sie acht Stunden am Tag die Stellung hält. Nämlich: für eine freundliche kompetente Beratung inklusive eines netten Smal-Talk am Ende des Einkaufs? Ja das gibt es, man muss nur wissen wo man hingeht. 🙂 Amazon und Konsorten  machen das auf jeden Fall nicht … Ja ich weiß und es ist mir klar dass es schneller, einfacher UND wahrscheinlich billiger sein wird, aber es geht um den Genuss! Sich ein paar nette Stunden genommen zu haben und mit einer Tüte schön verpackt mit Schleife nach Hause gehen zu können, als nächsten Tag ein verdrücktes Paket in die Hand gedrückt zu bekommen, wo der Innhalt vielleicht nicht mal dem entspricht was man sich vorgestellt hat?

Fazit

On und Off … Beides ist wichtig. Wir dürfen nur nicht verlernen was online passiert, in offline zu tun und zu handeln. Können wir beides gut miteinander verbinden und verlieren wir nicht den Blick fürs Reale ( auch wenn es nicht ganz hip ist) ist alles wunderbar! Weil: die leibhaftigen, aufregenden und spannenden Begegnungen finden im prallen Leben statt. 😀

Also: ICH bin dann mal kurz weg.

Wie lange schaffst DU es, mal nicht erreichbar zu sein? Geht oder geht gar nicht? Deine Meinung zählt immer 🙂

PS: Ich schreibe vom „realen“ Leben und der Realität. Alles Digitale ist ja schon lange Realität, also sollte ich vielleicht besser vom Offline-Leben schreiben? Wie bezeichnet man das eigentlich heute richtig?