Vom Wert des Nichtstuns

Lebensstil, Persönliches

„NICHTSTUN“ HABE ICH NICHT GELERNT …

In meiner Familie galt es als faul, als Zeitverschwendung, als etwas, das man sich nicht leisten kann. „Von nichts kommt nichts“ – solche Sätze setzen sich fest. Sie bleiben. Oft viel länger, als uns lieb ist. Und selbst dann, wenn man längst erwachsen ist, reden sie noch irgendwo im Hinterkopf mit.

Heute sehe ich das etwas anders. SEHR anders sogar!
Nicht, weil ich plötzlich alles locker nehme oder jeden Tag nur auf der Couch verbringe – sondern weil ich gelernt habe, meinem Körper zuzuhören. Meinen Bedürfnissen. Und zu erkennen, wann es Zeit ist, einen Gang runterzuschalten. Immer wäre mir das auch zu langweilig. Aber gelegentlich ist dieses bewusste Nichtstun wie ein kleiner Urlaub mitten im Alltag. 🙂

Es beginnt meist unspektakulär.
Ich wache auf und lasse den Tag erst einmal kommen. Kein Griff zum Handy. Keine Nachrichten. Keine Termine im Kopf. Ich drehe mich noch einmal um, kuschle mich in die Decke und überlege, worauf ich wirklich Lust habe. Nicht, was erledigt werden müsste – sondern was mir guttun würde. Vielleicht ein ausgedehntes Frühstück? Vielleicht schreiben? Vielleicht auch einfach nur Sein!

An solchen Tagen bleibt das MacBook zu, wenn ich keine Lust habe. Oder es geht auf, wenn mir danach ist. Ich schaue NICHT auf Listen, nicht auf Wollmäuse in der Ecke und ganz sicher nicht auf meinen Bauchumfang. Ich schaue auf mich. Nur auf mich. Ich gehe nicht einkaufen, wenn es mich stresst. Ich spreche mit niemandem, wenn mir gerade nicht danach ist.

Ich bin in meinem eigenen Tempo unterwegs.
Ich muss heute nicht perfekt sein. Nicht produktiv. Nicht pünktlich. Ich verlasse mein Reich nicht, also muss ich auch nirgends ankommen! (Guter Gedanke, noch besseres Gefühl). Fleißig werde ich an solchen Tagen nicht sein. Lustig? Vielleicht. Mal sehen. Das Einzige, was ich heute ganz sicher bin: Ich bin stolz auf mich. Und dankbar. JA, DANKBAR, für jeden Atemzug. Denn das ist ohnehin sehr viel!

Dieses bewusste Nichtstun fühlt sich jedes Mal ein wenig wie Ankommen an. Es ist eine Pause vom ständigen Müssen, vom inneren Antreiber, vom Funktionieren. Eine kleine Auszeit vom Alltag, die mir hilft, die Balance zwischen Anspannung und Entspannung wiederzufinden. Denn genau diese Balance brauche ich, um im Leben kraftvoll zu bleiben.

Wir alle brauchen dieses Bewusstsein: Zur Ruhe zu kommen ist kein Luxus. Es ist notwendig. Unser Körper, unser Kopf, unser ganzes System braucht Phasen, in denen nichts gefordert wird. Nur ein einziger Tag des Nichtstuns kann reichen, um aus dem gewohnten Automatismus auszusteigen und sich wieder zu spüren. Das ist keine verlorene Zeit. Im Gegenteil!

Ich habe keine „Dosieranleitung“ für solche Tage. Ich nehme mich wahr, so wie ich gerade bin, und höre auf die leisen Signale, die mein Körper mir schickt. Ich versuche, mich ernst zu nehmen. Nichts zu tun – ohne Schuldgefühle, ohne alte Glaubenssätze, und ohne inneren Druck!

Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das sagt:
„Beim Nichtstun bleibt nichts ungemacht.“
Ich mag diesen Gedanken sehr.

Denn Nichtstun bedeutet für mich nicht Leere.
Es bedeutet, das zu tun – oder zu lassen –, was mir im Moment wichtig ist. Das ist Routine geworden. Eine gute, gesunde. Und ich finde, das darf so sein. Freiraum fürs Nichtstun hat jede und jeder von uns. Man muss ihn sich nur wieder erlauben.

In diesem Sinne und ziemlich vielen gelesenen „nichts“
Viel Erholung bei deinem ersten oder nächsten Tag des bewussten Nichtstuns in diesem Jahr.
Ich bin dann mal weg. 😊

Xo Sandra

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