Ändere nicht die Menschen, verändere dich
Lesezeit: 4 Minuten

Vielleicht ärgerst Du Dich oft über andere Menschen. Möglicherweise auch über Deinen Partner? Es kommen so Momente auf, in denen Du Dir wünscht, all diese Menschen zu verändern. Dann wäre Dein Mann liebevoller, Deine Mutter nicht so neugierig, Deine Freundin endlich mal pünktlich und Dein Kollege nicht mehr so egoistisch. Ein Wunschdenken, das leider nicht funktionieren wird.

Ich fühle mich in diesem Thema zu Hause, … jedenfalls war das mal mein Zuhause! Ich wollte und glaubte auch allen Ernstes, dass ich Einfluss auf das Verhalten der Menschen hatte, mit denen ich zu tun hatte. Um es abzukürzen: es gelang mir nur kurz. Danach trennten sich die Wege.

Machen wir mal einen Blick hinter die Fassade

Viele Menschen sind verärgert durch das Verhalten anderer. Sie denken: „Würde die/der sich anders verhalten, würde mir jetzt nicht der Kragen platzen!“ Dieser Gedanke ist natürlich immer der Einfachste. Ärger entsteht in unseren Köpfen. Jede Emotion hat ihre gedankliche Ursache. Wir entscheiden darüber, ob wir gleich austicken oder die Sache erst mal gar nicht bewerten und einfach zur Seite stellen. Aus diesem Grund sollten wir unser eigenes Denken mal genauer unter der  Lupe betrachten. :D

Manchmal kritisieren wir andere und meinen eigentlich uns selbst damit. Ein spiritueller Coach (Arjuna Ardagh), sagte dazu: Wenn wir andere Menschen tadeln, sollten wir hinter jeder Kritik die drei Worte platzieren „So wie ich“. Beispielsweise wenn Du Dich über Deinen Partner ärgerst und ihm sagst: „Du hilfst mir viel zu wenig, so wie ich.“ So kritisieren wir uns eigentlich dafür, dass wir uns selbst nicht wichtig genug nehmen.

Jeder zieht das an, was ihm an sich selbst nicht passt

Ich hätte das ja nie für möglich gehalten, aber es ist genauso! Gerade bei der Partnerwahl habe ich es immer und immer wieder erlebt! Es war beinahe magisch. Ich griff in den Topf und zog meine eigenen Defizite, Macken und Eigenschaften, die ich an mir selbst nicht mochte.

Wenn wir darauf achten, was wir an anderen kritisieren, zeigt uns das sehr schnell, was uns an uns selbst nicht gefällt! Es sind wahre „Augenöffner“ dabei. Somit sind uns unsere Mitmenschen bzw. unsere Partner, sehr gute Lehrmeister! Mir haben Menschen so manchen Persönlichkeitsteil an mir gezeigt, der mir so noch nie bewusst gewesen war.

So kam Schritt für Schritt heraus, dass ich den anderen so sein lassen sollte (musste), aber dafür genauer bei mir selbst hinschauen durfte, um mehr über meine „Defizite“ zu erfahren. Bedeutet: Nicht den anderen ändern wollen, sondern uns selbst!

Wir können andere nicht ändern …

Diesen Satz sollten wir uns wie ein Mantra vorsagen. Wir stoßen bei anderen auf ein Problem und wollen das Problem damit lösen, dass wir andere ändern! Es ist eine große Zeitverschwendung, die auf Dauer nur zu noch größerem Frust führen wird. Jedenfalls war das meine Erkenntnis.

Würden wir Menschen ohne weiteres ändern können, würden wir ihnen auch einen Teil ihrer Identität wegnehmen. Mir war es damals immer sehr wichtig, dass meine Partner ihren Kleidungsstil an meinen anpassten. Meine Jobs verlangten immer die Modetrends des nächsten Jahres zu tragen. Ich musste das verkörpern, was ich ein- und verkaufte. Dasselbe erwartete ich auch von meinen Partnern. Das klappte immer nur sehr kurz. Im Endeffekt war es so, dass sich der Mensch an meiner Seite sich in seinen Gestaltungsmöglichkeiten und seiner Ausdrucksfähigkeit stark eingeschränkt fühlte. Das ist eines meiner persönlichen Beispiele, an die ich heute noch sehr oft denken muss. ›lächel‹.

Was ich daraus gelernt habe: Jeder Mensch trägt seine individuellen Überzeugungen in sich, für die er einsteht. In dem Moment, wo eine andere Person diesen Menschen verändern möchte, signalisiert sie: „Hey, so wie du bist, bist du für mich nicht in Ordnung.“ Es ist ein direkter „Frontalangriff“, der auch verletzend ist. Es ist dabei egal, ob es sich um reine Äußerlichkeiten handelt, oder es um Charaktereigenschaften geht, die Wahrscheinlichkeit das uns jemand danach wohlgesinnt ist, fällt relativ „dünn“ aus.

Durch eigene Veränderung verändert sich auch das Umfeld

Wenn es darum geht, sich selbst zu verändern, geht es nicht darum, sich an die Eigenschaften der Menschen anzupassen, die wir kritisieren und verändern wollen. Es geht vielmehr darum, intensiver an den eigenen Verhaltensmustern zu arbeiten! Seit vielen Jahren weiß ich nun, dass sich Persönlichkeitsmerkmale nicht ändern lassen. Allerdings habe ich erlebt, in erster Linie an mir selbst aber auch an anderen, dass Gewohnheiten und Verhaltensweisen beeinflussbar sind!

Man macht sie sichtbar, redet darüber und kommt somit mit anderen Menschen in Kontakt. Ein neues Umfeld tut sich auf. Also anstatt sich darüber zu ärgern, dass der „Vielleicht-Partner“ nur Sporthosen trägt, besser gleich unter „Anzugs-Trägern“ Ausschau halten. Ich habe damals scheinbar lieber genörgelt als mich gleich in den richtigen Reihen umgesehen. Heute habe ich allerdings auch eine total andere Grundeinstellung! Ich habe mein SEIN verändert und mich weiterentwickelt. Ich bin weg von der Oberflächlichkeit und fühle mich im authentischen Leben endlich angekommen und pudelwohl (in Jogginghose ›lach‹). <3

Kleiner Tipp noch zum Ende: Versuchen wir doch mal, nicht immer auf die Fehler und Schwächen des anderen zu blicken! Entdecken wir vorzugsweise das „Unbekannte“ bei uns selbst? Das Verhalten und das SEIN anderer Menschen können wir nicht verbiegen, uns aber schon! Hören wir auf zu bewerten. Menschen sind wie sie sind und ich und DU bist so wie Du bist … jedenfalls in diesem Augenblick. Allerdings kann sich das auch verändern, so wie alles sich verändern kann … muss es aber nicht. ›zwinker‹

Verändern wir unsere Einstellung zu den Menschen und die Menschen ändern ihre Einstellung zu uns.

Samy Molcho

Hab noch einen schönen Dezember, bis bald.

Xo Sandra

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