Ich schreibe nicht für Algorithmen

Persönliches

Ich schreibe für echte Menschen

Ich thematisiere gerne Themen, die uns Frauen betreffen. Schon sehr lange. Und ziemlich konsequent. 

Sehr lange Zeit war ich überzeugt, dass Männer irgendwann ohnehin immer verschwinden. Diese Überzeugung kam nicht aus dem Nichts. Sie wuchs aus unzähligen Erfahrungen, aus Kindheit, aus jungen Jahren, aus Beziehungen, aus Enttäuschungen. Sie hat sich tief in mir eingenistet und mein Weltbild geprägt.

Mehr als ein halbes Leben hat es gedauert, bis mir ein entscheidender Gedanke kam:
Die Geschichten meiner Eltern waren ihre Geschichten. NIEMALS meine.
Meine Geschichte sieht anders aus. Ganz anders!

Es mag gut sein, dass ich für viele Menschen „zu anstrengend“ bin. Zu viel von allem. Zu direkt. Zu ehrlich. Ich kann damit gut leben.

Ich trete niemandem zu nahe, der nichts mit mir zu tun haben will. Gleichzeitig bin ich da, wenn ich gebraucht werde. Und natürlich – ich öffne noch immer den Mund, wenn ich es für nötig halte. 🙂

Manchmal denke ich, wie wohltuend diese Lebensphase ab fünfzig doch geworden ist!
Nicht mehr alles rechtmachen müssen. Nicht mehr kleiner werden. Nicht mehr dauernd erklären.

Ich stehe zu dem, was ich fühle.
Ich stehe zu dem, was ich denke.
Und ich stehe sehr zu mir. 🙂

Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich mein MacBook aufklappe und einfach losschreiben kann. Dann fühle ich mich lebendig, klar und sicher. Schreiben ist mein Zuhause. 

„Erfolgreich“ im klassischen Sinn bin ich damit nie geworden. Das war auch nie der Maßstab.

Vor einigen Jahren habe ich ein intensives Seminar bei Laura Malina Sailer besucht. Irgendwann kam dort diese eine Frage:
„Was ist eigentlich dein Beitrag für diese Welt?“

Ich hatte keine Antwort. Keinen Plan. Null Ahnung. Und wurde nervös.
Andere im Call sahen meine Verzweiflung und sagten einen Satz, der sich bis heute in mir festgesetzt hat:
„Du schreibst für Frauen. Du teilst deine Schattenseiten und die Erfahrungen daraus, die für andere Frauen hilfreich sind.“
In diesem Moment ist etwas in mir eingerastet.

Seitdem sehe ich es genau so!
Wenn ein Text am Tag einer Frau ein wenig Licht, Mut oder Trost oder ein Lächeln ins Gesicht zaubert, dann hat sich ALLES gelohnt.
So einfach ist das für mich.

Ich lese viel. Wirklich viel. Querbeet.
Ich bin auf Instagram. Auf Facebook. Ich lese viele andere Blogs.
Und ich sehe:
Es gibt nichts, was es nicht schon gibt. In hundertfacher, in tausendfacher Ausführung.
Jedes Thema wird ausgeschlachtet, bis nichts mehr davon übrig ist.

Psychische, Gesundheit als Dauer-Content.
Krisen und Krankheiten als Clickbait.
Heilversprechen in Dauerschleife.
Die „eine Wahrheit“, die alle retten soll …

Dramatik zieht. Nacktmachen zieht. Skandale sind Magnete!
Ob Geschichten stimmen oder überzogen sind, scheint nebensächlich geworden zu sein. Geglaubt wird irgendwie alles.
Dazu KI-Texte, die alle gleich klingen. Gleiche Tonalität, gleiche Phrasen, gleiche Bildsprache, gleiche Farben.
Eine triste Schreiberlings-Welt ist es geworden. 🙁

Und ja – das macht mich müde.
Und manchmal auch lustlos.

Ich muss damit KEIN Geld verdienen.
Ich schreibe NICHT, um zu beeindrucken.
Ich schreibe nicht, um REICHWEITE zu jagen.

Ich schreibe, um jemandem die Hand zu reichen.
Um zu sagen:
„Hallo. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Ich kenne das. Du bist nicht allein.“

Das ist mein Maßstab.

Also frage ich mich manchmal:
Warum gibt es Menschen wie mich, die immer noch bloggen?
Die Dinge beschreiben, die es längst an jeder Ecke gibt – oft lauter, dramatischer und wesentlich perfekter oder professioneller inszeniert?

Meine Antwort ist simpel:

Jeder Text, der von einem echten Menschen geschrieben wird, trägt dessen einzigartige Geschichte in sich. Seine Brüche, seine Zweifel, seine Verletzlichkeit, seine Perspektive. Diese persönliche Note kann nicht reproduziert werden. Nicht durch Algorithmen. Nicht durch KI.

Sie verleiht einem Blog Identität. Und eine echte Stimme.
Ich halte mich für eine empathische Schreiberin.
Ich wünsche mir eine echte Verbindung zu meinen Leserinnen.

Und ich bin mir sicher:
Menschen SPÜREN den Unterschied zwischen Texten aus Erfahrung und Texten aus Berechnung.
Sie spüren, ob jemand etwas schreibt, das er gelebt hat. Oder etwas, das gerade gut „klickt“.
Ich bleibe bei dem, was ich tue.

Auch wenn die Leserzahlen früher höher waren, als sie heute sind.
Auch wenn Themenfindung sich manchmal absurd schwer anfühlt für mich!
Auch wenn der Kopf mir einredet, dass es niemanden interessieren könnte.

Ja, und?
Dann ist das eben so.
Ich schreibe trotzdem.
Nicht aus Pflicht. Nicht aus Ehrgeiz.
Sondern aus Wahrhaftigkeit.

Gedanken wollen Buchstaben werden. Immer. 🙂
Und ja – ich stelle diese Frage kaum noch am Ende meiner Texte:

„Was sagst du dazu?“

Viele Menschen nehmen sich dafür schon lange keine Zeit mehr.
Nicht einmal für ein „Hallo“.
Nicht einmal für ein „Danke“ oder „Bitte“ außerhalb der Online-Welt.
Ich frage dich heute trotzdem.
Nicht aus Höflichkeit. Nicht aus Gewohnheit. Sondern aus ECHTER Neugier.

WAS sagst DU dazu?  🤍

Xo Sandra

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Ich möchte mit FrauenPunk viele Frauen erreichen und freue mich wenn Du diesen Artikel teilst und weiterempfiehlst. Ich bin Dir für jede Unterstützung dankbar!

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2 Kommentare

  1. Kirsten

    Ich denke, dass ist der Grund warum ich mich dir von Beginn an, so unglaublich nah gefühlt habe….

    Antworten
    • Sandra

      Liebe Kirsten,
      Da wir uns schon sehr lange kennen ( durch und über meinen Blog hier ) – freut es mich doppelt, deine Nachricht hier zu lesen!
      Und JA – es gibt Menschen die muss man nicht mal persönlich gesprochen oder gesehen haben um sich zu „mögen“ und sich NAHE zu fühlen. 🙂

      Danke für deine TREUE und ich wünsche dir nach wie vor NUR das BESTE, denn wir haben es verdient.
      Danke und noch einen wundervollen Rest-Tag!

      SANDRA 🙂

      Antworten

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