Lerne aus deinen Lebenskrisen

Notsituationen sind ein unumgänglicher Bestandteil in unser aller Leben. Unangenehme Veränderungen in unserem Leben schaffen es, uns aus dem alltäglichen Leben herauszureissen. Manchmal sogar aus den Schienen unseres Seins zu schleudern. Meistens sind wir unvorbereitet und haben keine Ahnung, wie wir mit diesen neuen Veränderungen umgehen sollen. Wir sind überfordert und fühlen uns hilflos.

Wie Lebenskrisen negativ auf uns einwirken

Das Gefühl von Überforderung und Hilflosigkeit, ist ganz klar, eine normale Reaktion. Vielleicht ist dir selber noch in Erinnerung, wie es war als du deinen Arbeitsplatz verloren hast, oder der plötzliche Verlust deines Partners, der Tod eines geliebten Menschen oder eine Krankheit, die völlig unerwartet über dich hereinbricht?! Plötzlich bekommt dein Leben einen Weg vorgeschrieben auf den du nicht vorbereitet warst und gegen den du dich auch wehrst. Wenn ich an so manche Krisensituation denke, fällt mir spontan immer nur eines ein. Nämlich ein Gefühl der Ohnmacht … und plötzlich sind alle Stimmen, die Menschen ganz weit weg. Der Kopf und die Gedanken fühlen sich an wie Watte. In den Ohren nur ein langer lauter Pfeifton … schlimm.

Es gibt Phasen die wir in solchen Krisen durchlaufen müssen

Mir ist kein Mensch bekannt, der mit Hiobsbotschaften und Krisen gelassen auf seiner Veranda sitzt. Wenn doch, handelt es sich sicher nicht um einschneidende Erlebnisse! In den meisten Fällen überkommen dich diese Gedanken in mehreren Phasen durch die du musst …

  • du wehrst dich vehement gegen die Veränderung, willst es nicht wahrhaben und kannst sie sehr schwer annehmen.
  • du fühlst dich überfordert, unsicher und ungerecht behandelt, haderst mit dem Schicksal und dem Leben, bist wütend und hast Angst.
  • du beginnst nach Auswegen Ausschau zu halten, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.
  • du hast die neue Situation angenommen (akzeptiert, würde ich gar noch nicht mal sagen), aber du versuchst positiv zu sein und zu denken.

Wie schnell jeder Einzelne diese Phasen durchlebt ist unterschiedlich. Ich bin eine längere Zeit in der zweiten Phase hängen geblieben. Eine Zeit die ich scheinbar brauchte, von der ich aber heute sagen muss: Es wäre ratsam sich so schnell als nur möglich mit dem dritten Punkt auseinander zusetzen! Warum? Eine Lebenskrise kann viele Auswirkungen auf dein Denken, dein Verhalten und deine Gefühle haben.

Ein sehr gutes Beispiel kann sein, dass du dich nur mehr in der Vergangenheit aufhältst, dich in Selbstmitleid badest und fest der Meinung bist, dass das Leben es nur schlecht mit dir meint. Ständige Fragen wie „Warum passiert mir das?“ oder „Weshalb kommt das jetzt daher, es lief doch alles so gut?“ „Was ist falsch an mir und meinem Leben?“ Fragen auf die du keine Antwort bekommen wirst, diese Fragen ohne Antworten machen allenfalls deinen Kopf weich und du wirst nie über andere, neue  Lebensperspektiven nachdenken!

Auch werden dich körperliche Beschwerden einholen!

  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Rücken und Kopfschmerzen
  • ständige Unruhe
  • Magen-Darm Beschwerden
  • Suchtgefahr

Persönlich kam ich in Lage bei allen Punkten „hier“ zu rufen, ich hatte zwar kein Problem mit Suchtgiften, aber ich hatte ein dysfunktionales Verhalten an den Tag gelegt. Was soviel bedeutete, nicht gut für mich zu sorgen … eher im Gegenteil. Und genau das will ich damit sagen, bist du in einer Lebenskrise dann versuche so schnell aus der zweiten Phase rauszukommen! Immer wieder einfacher gesagt als getan – das weiß ich nur zu gut.

Aber jetzt zum positiven Teil einer Lebenskrise

Gibt es nicht? Doch gibt es. In jeder noch so schlimmen Krise hat das Leben auch eine Chance für uns/dich versteckt. Diese Aussage mag dir vielleicht sarkastisch vorkommen, ist jedoch dennoch richtig. Ich hab die Erfahrung machen „dürfen“ (zwinker), dass Lebenskrisen einen aus der Gleichgültigkeit reißen, sie wollen uns zu erkennen geben das unsere eigenen Grenzen noch nicht erreicht sind. All diese unschönen Notlagen zwingen uns aus den immer wieder gleichen Gewohnheiten auszubrechen und nach neuen Lösungsmöglichkeiten zu suchen! Dafür bin ich noch immer dankbar. :D

Was darfst du aus einer Lebenskrise lernen?

  • das der Sinn des Lebens ein anderer ist.
  • das Leben mehr zu schätzen.
  • das du deinen Bedürfnissen mehr Beachtung schenken musst.
  • das du nicht nach deinen körperlichen und seelischen Bedürfnissen gelebt hast?
  • das du neue Prioritäten in deinem Leben setzen sollst.
  • deine Gesundheit das aller Wichtigste ist.
  • Dankbarkeit zu zeigen.

Eine Krise kann auf jeden Fall ein sehr produktiver Zustand sein. Du musst ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

Max Frisch

Krisen sind Chancen um dich weiter zu entwickeln

Wie schon zu Beginn beschrieben, besteht eine Lebenskrise aus reiner Verzweiflung. Du siehst kein Licht am Ende deines Tunnels. Aber es gibt Werkzeuge und Tipps die du anwenden kannst, damit du besser durch diese Phasen kommst. Wie schon erwähnt, ich war nicht unbedingt ein Vorzeigebeispiel, aber ich durfte daraus lernen wie es besser und leichter zu schaffen ist und jede Krise als kleine Chance zur Veränderung zu sehen … deshalb möchte ich dir hier einige Tipps von mir weitergeben, die mir immer wieder helfen schneller vorwärts zu kommen!

Positive und hoffnungsvolle Gedanken sind sehr wertvoll

Die Gedanken wie „Ich schaffe das niemals mehr hier raus zu kommen und ich geh kaputt daran, das war es mit meinem Leben“ rufen in dir nur weitere Verzweiflung, Angst und Unsicherheit hervor. Mache dir stattdessen selber Hoffnung. Was hast du schon alles schaffen können? Wieviele Lösungen sind dir zu den unterschiedlichsten Themen in deinem Leben schon eingefallen und waren hilfreich? Und einer meiner Zaubersätze der immer treffend ist, lautet „Wenn sich eine Türe verschließt, öffnen sich manchmal sogar gleich zwei andere …“ diese hoffnungsvollen Gedanken werden dir helfen, schneller dein Gleichgewicht wieder zu finden. Deine Kraft wird zurück kehren!

Umgib dich mit Menschen die ein ähnliches Schicksal gemeistert haben

Wir Menschen sind nun mal so, es ist für uns sehr tröstlich, anderen Menschen zu begegnen die in einer ähnlichen Lebenskrise waren und sie gut überwunden haben. „Schaffen die das … schaffe ich das auch“ oder so ähnlich. Ein sehr guter Ansatz und auch wirklich hilfreich. Ein ehrlicher Austausch in schweren Momenten tut uns gut. Sie können dich wieder auf den Boden der Tatsachen holen und dabei deinen Blick auf das Wesentliche richten. Dabei will gesagt sein – schau dir dabei die Menschen genauer an bevor du dich öffnest.

Bücher – Balsam für deine Seele und Trost Spender

Ich lese für mein Leben gerne, das war schon immer so. Und ich erinnere mich, wie es mir nach meiner Diagnose Brustkrebs erging. Ich holte mir alle Bücher aus der Bibliothek die sich mit dem Thema beschäftigten. Ich holte mir neue Sichtweisen und Lösungsalternativen, las Berichte über Frauen die Mut machten usw. Ob es nun um Trennung, den Tod eines geliebten Menschen oder Krankheit geht, Bücher spenden Trost. Manche lesen Ratgeber oder Biographien und manche Menschen greifen zur Bibel.

Beginne zu schreiben

Ich musste gerade selber schmunzeln, da ich in sehr vielen Artikeln immer das Schreiben als sehr wertvolle Therapie erwähne! Tut mir leid, dabei bleibe ich noch immer. :-) Schreiben ist anders als mit einem Menschen über dein Thema zu reden. Ich würde auch keine der beiden Handlungen weniger gut heißen. Beides ist sehr wichtig, durch das Reden wirst du einen anderen Blickwinkel bekommen, den du dann in deinen Worten niederschreiben darfst! Papier ist geduldiger als alle Menschen. Es verzeiht dir alles und ist noch dankbar dafür, dass du es benutzt! Ich hatte zu dem damaligen Zeitpunkt das Vertrauen an die meisten Menschen verloren. Den emotionslosen und nicht bewertenden Büchern, vertraute ich … und das half mir sehr!

Setze dir ein realistisches Zeitfenster

Ich finde es toll wenn Menschen ihre Krisenbewältigung sofort in die Tat umsetzen können. Zack. Und in zwei bis drei Wochen bin ich wieder die Alte und alles ist wieder wie vorher. So beginnen Menschen die sich um jeden Preis selbst belügen müssen. Es wird nicht funktionieren. Einschneidende Lebensabschnitte brauchen ihre Zeit um zu heilen. Du fühlst dich zu Beginn einer Krise so überwältigt, dass du dir nicht mal vorstellen kannst diesen Schmerz auszuhalten. Also zu sagen in drei Wochen bin ich wieder am Berg ist unrealistisch. Ich hatte mir damals immer einen Tag nach dem anderen vorgenommen. „Heute werde ich das schaffen, morgen das Nächste … und wie kann ich heute gut für mich sorgen.“ Lebst du von einem Tag in den anderen mit kleinen überschaubaren Zielen, wird dir das in deiner Krise zu 100% helfen.

Welchen Sinn hat diese Lebenskrise in meinem Leben?

Was darf ich daraus lernen? Diese Frage solltest du dir wirklich stellen. Ich kann dir versichern, sobald du deiner Krise einen Sinn für dein Leben gegeben hast, wirst du dich nicht mehr als Opfer sehen. Sondern du wirst daraus eine neue Lebensperspektive erlangen. Lebenskrisen kommen leider nicht nur einmal im Leben daher, das bedeutet, du darfst an ihnen wachsen! Manche Krise hat bei mir lange keinen Sinn ergeben, bis ich alles von einer anderen Seite aufgeräumt habe. Und siehe da … meine Erkenntnis war groß! :-) Ich kann in drei Worten alles zusammenfassen, was ich darüber gelernt habe:

ES GEHT WEITER.

Ich wünsche mir für dich, dass DU alle Situationen in deinem Leben gut überstehst. Daraus lernst und deine Lebenskrisen als neue Chance für ein glückliches Leben nutzen kannst! Hat dir der Beitrag gefallen, dann darfst du ihn gerne weiterreichen. :-) Bis bald.

XOXO Sandra FrauenPunk

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