Ich muss heute über etwas schreiben, das ich selbst noch nicht so ganz verstehe. Eigentlich brauche ich jemanden, dem ich davon erzählen kann. Mit dem ich ein bisschen darüber nachdenken darf, weil mir seit ein paar Monaten etwas an mir auffällt, das so gar nicht zu dem passt, was ich lange von mir kannte …
Irgendwie wird all das, was mir einmal so wichtig schien, zur Nebensache
Aussehen. Klamotten. Die Veränderungen an meinem Körper. Das Älterwerden und alles, was es sichtbar mit sich bringt. Dinge, über die ich mir Gedanken gemacht habe, die mich beschäftigt und manchmal auch ordentlich genervt haben!
Sie sind nicht plötzlich völlig unwichtig geworden, dass muss ich betonen. Natürlich schaue ich noch in den Spiegel. Natürlich freue ich mich über coole Kleidung und natürlich sehe ich, was die Jahre mit meinem Gesicht und meinem Körper machen. Ich bin schließlich nicht über Nacht zu einem Menschen geworden, dem das alles vollkommen egal geworden ist. 🙂 Aber irgendetwas ist anders.
Es hat nicht mehr diese Wichtigkeit.
Und das Verrückte daran: Ich habe absolut nichts dafür getan!
Kein neuer Vorsatz. Keine große Erkenntnis. Kein „Ab heute nehme ich mich so an, wie ich bin“. Ich habe nicht beschlossen, gelassener zu werden, und auch nicht besonders intensiv darüber nachgedacht.
Dieses lockere Gefühl war einfach irgendwann da. Und es ist IMMER noch da!
Genau das verwirrt mich fast ein wenig. Denn wenn man sich selbst lange genug kennt, kennt man auch seine Themen. Man weiß ziemlich genau, wo man empfindlich ist, worüber man sich Gedanken macht und bei welchen Dingen der eigene Kopf gerne ein paar Extrarunden dreht.
Und dann passiert etwas, womit man überhaupt nicht gerechnet hat:
Man reagiert anders.
Ich sehe Dinge an mir, die mich früher länger beschäftigt hätten, und denke mir heute: Ja. Ist eben so. Ich ziehe etwas an, ohne mich dreimal zu fragen, ob ich das in meinem Alter noch tragen „kann“. Und manches, das früher in meinem Kopf erstaunlich viel Platz bekommen hat, bekommt aktuell nur noch einen kurzen Blick.
WAS ist da passiert mit mir? Oder besser gesagt: in mir? Ich kann es n nicht einmal genau benennen.
Ist das eine Entwicklung, die ich mir insgeheim immer gewünscht, an die ich bei Gott aber niemals geglaubt habe? Hat sich über die Monate etwas verändert, ohne dass ich es bemerkt habe? Oder werden manche Dinge irgendwann tatsächlich kleiner, weil anderes im Leben größer und wichtiger geworden ist?
Ich habe keine Ahnung …
Und genau deshalb schreibe ich darüber.
Ich möchte dieses Gefühl auch gar nicht größer machen, als es ist. Ich sitze nicht jeden Morgen tiefenentspannt vor meinem Spiegel und begrüße begeistert jede neue Falte. So weit wollen wir es jetzt auch wieder nicht treiben. 😉
Ich spüre eine Gelassenheit, die ich von mir in dieser Form nicht kenne. Und natürlich wäre ich nicht ich, wenn nicht irgendwann die nächste Frage auftauchen würde:
Bleibt das jetzt so?
Oder ist dieses wunderbare lockere Gefühl nur kurz zu Besuch und schaut einmal, wie ich damit zurechtkomme?
Gefühle und Emotionen spielen schließlich oft & gerne mit mir! Wir kennen uns lange genug. Manchmal führen sie mich in eine Richtung, nur um wenig später wieder alles durcheinanderzubringen. Deshalb traue ich diesem neuen Frieden noch nicht ganz über den Weg.
Vielleicht muss ich diesmal gar nicht wissen, warum etwas anders geworden ist. Manches passiert einfach so.
Während wir leben. Während wir älter werden. Während wir mit ganz anderen Dingen des Alltags beschäftigt sind.
Und so stehen wir da und merken: Etwas, das einmal ziemlich viel Macht über mich/uns hatte, hat sie nicht mehr!
Ich mag diesen Gedanken … er gefällt mir gut.
Ob mein verwirrendes „Wunder“ bleibt, weiß ich nicht. Ich hoffe es natürlich. Und sollte es mich tatsächlich nur testen, werde ich wohl irgendwann merken, was es vorhatte.
Bis dahin mache ich etwas, das mir früher wahrscheinlich schwerer gefallen wäre:
Ich lasse es einfach da sein!
Ohne daran zu arbeiten. Ohne es zu zerdenken. Ohne gleich die nächste Aufgabe daraus zu machen.
Und unter uns: Es ist ein verdammt gutes wie angenehmes Gefühl … 🙂
Danke das du mir zugehört hast und wenn du eventuelle „Mehr-Erkenntnisse“ dazu schon hast, erzähl sie mir bitte.
Bis demnächst …



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