Mit alten Schmerzen abschließen
Lesezeit: 4 Minuten

Wenn wir ständig in der Vergangenheit leben, gehen wir zugrunde. Vielleicht nicht tatsächlich aber mental davon bin ich überzeugt! Ich konnte es selbst viele Jahre selbst erleben. Wenn wir zu oft dem schon Geschehenen nachhängen, haben wir keinen Platz für die schönen Dinge, die einen mit Leben erfüllen. Das ist uns allen bekannt. Wir wissen wie wichtig das Leben im JETZT ist. Wie kommt es aber, dass sehr viele Menschen ein Problem damit haben Vergangenes freizulassen?

Wir verstellen uns den Blick auf das Wesentliche

Vielleicht hast Du ein ähnliches Problem, ein Erlebnis aus Deiner Vergangenheit lässt Dich einfach nicht zur Ruhe kommen. Es gibt da ein Thema das Deine Gedanken am Laufen hält oder sogar mehrere Themen. Vielleicht wird dieses Thema sogar zum ständigen Gesprächsthema? Es sitzt wie ein Dorn in Deiner Ferse. Es ist eine kleine Wunde, die nie ganz abheilen konnte und bei der kleinsten Gelegenheit wieder zu schmerzen beginnt.

Sind es verpasste Chancen, ist es das Ende einer Freundschaft oder eine gescheiterte Beziehung? Sind es Familienstreitigkeiten oder sind es vielleicht Worte, die gefallen sind. Gefolgt von Fehlentscheidungen, die Du getroffen hast?

Wie Du siehst, es ist so vieles möglich, das uns maßgeblich prägt. Manchmal so sehr, dass diese Themen zu einem bestimmenden Teil unseres Lebens werden.

Wir sind nicht machtlos!

Sich hilflos fühlen ist eine sehr mächtige Emotion! Jeder der sie schon mal gespürt und erlebt hat, wird jetzt kräftig mit dem Kopf nicken. Diese Emotion kann uns „ausbremsen“. Aber das Gute daran, WIR haben es in der Hand wie wir mit Dingen und Ereignissen aus unserer Vergangenheit umgehen.

Daran etwas zu verändern, braucht einen kräftigen Tritt in den Hintern, jedenfalls war es bei mir mit reden und überdenken, nicht getan! Ich musste und wollte raus aus dieser „Opferstarre“ und dazu brauchte ich scheinbar das Gefühl eines kräftigen Tritts in den Po!

Womit möchtest DU abschließen?

Diese Frage wurde mir auch gestellt, und zwar nicht nur einmal. Diese Frage konnte ich sehr lange gar nicht konkretisieren. Ich fand es lächerlich darüber Worte zu verlieren UND ich schämte mich für ganz viele Dinge, die passiert waren. Schließlich sollte da schon wieder lange „Gras“ darüber gewachsen sein.

Jeder der auf dieser Erde lebt, hat schon mal Schmerzen erfahren. Emotionaler Schmerz ist auch mit anderen Formen von Schmerzen verbunden. Schmerz ist eine Reaktion auf eine schmerzhafte Erfahrung, aber es ist auch ein Signal, dass uns unser Körper aussendet. Er will uns damit auf ein Problem aufmerksam machen.

Achtung, ich komme wieder mit einem meiner Beispiele: Angenommen, wir werden immer wieder von den gleichen Worten eines Elternteils verletzt. Das kann eine wunderbare Gelegenheit sein, um den Auslöser herauszufinden und all das was dahinter steckt. Eines ist mir klar geworden: Wir können nur verletzt werden, wenn wir dem Gesagten glauben und es für die Wahrheit halten! Dann stellt sich gleich die nächste Frage: „Ist das was hier gesagt und behauptet wird, auch wahr?“ Und wenn nicht weshalb glauben wir es dann?

Oft, wenn wir in unserer Vergangenheit etwas Unschönes erlebt haben, und nicht wussten wie wir unsere Emotionen ausdrücken und verarbeiten sollen, werden diese Emotionen in uns aufgehoben (gespeichert). Manchmal werden diese Erinnerungen durch ähnliche Gerüche, Geräusche, Farben oder Gefühle wieder ausgelöst und wir erleben denselben Schmerz, denselben Dorn der uns schon damals so weh getan hat, erneut.

Das wird so lange passieren, bis wir mit diesem Ereignis abschließen und die damit verbundenen Emotionen loslassen.

Wie kannst Du es schaffen mit alten Schmerzen abzuschließen

Meine Meinung ist das Wichtigste auf dem Weg zur Selbstbestimmung, wie ja schon oben beschrieben, aus der Opferrolle zu treten. Aus der Rolle auszusteigen, die von anderen verletzt und schlecht behandelt wurde! Es reicht nicht, es ein wenig zu wollen. Dieser Wunsch muss von innen kommen und wirklich echt sein! Wie gesagt, ich holte mir einige Tritte in den Hintern ab, bis ich dieses „wollen“ auch tatsächlich spürte. ›lächel‹

Wenn diese Entscheidung steht, muss der Schmerz gefühlt werden und sollte auch Ausdruck finden, um ihn dann vollkommen aus dem System zu streichen. Ich behauptete ja felsenfest, nicht mehr verletzt zu sein. Aber ich wurde besserem belehrt. Unterdrückte Emotionen sind einer der Hauptgründe für Krankheiten in unserem Körper! Deshalb ist es so sehr wichtig, sich dem Schmerz zu stellen und ihn dann leichten Herzens loszulassen.

Das kann in vielerlei Hinsicht passieren: Das kann geschehen, indem Du Dich an sehr eng vertraute Personen wendest. Du es in ein Tagebuch schreibst oder sogar einen Brief schreibst, den Du nie an die andere Person absendest. Es gibt auch einige Methoden, die auf unser Unterbewusstsein zugreifen, in dem alle unsere Erfahrungen gespeichert sind. Dabei lässt sich die Ursache des Schmerzes herausfiltern. Dabei findet man die Ursache und sieht, wo der Dorn sitzt. Der Schmerz wird gelöst und ein alternatives Verhalten wird als „Ersatz“ erstellt. Ich könnte auch sagen unsere Software wird neu geschrieben. Fehler werden gelöscht damit wir ungebremst im Leben wieder Fuß fassen können. <3

Ich habe alle Möglichkeiten getestet. Und brauchte auch alle um an mein Ziel zu kommen. Es ist auch maßgeblich und individuell,  wie weit in der Vergangenheit „Schaden“ angerichtet wurde. Die letztere Methode wurde mir auch nur stationär angeboten und dauerte relativ lange.

Ein wichtiger Teil des Loslassens ist die Vergebung

Das klang für mich zu Beginn unmöglich! Wie kann ich etwas vergeben, dass mich psychisch und körperlich so verletzt hat? Es klingt tatsächlich schwer, aber wenn wir verstehen, was es bedeutet, ist es gar nicht mehr so unmöglich! :-) Dem anderen und sich selbst zu vergeben ist ein schöner und befreiender Prozess.

Ich denke dabei immer an mich selbst. Wir sind nicht perfekt und verletzen andere oft aus Unwissenheit und Mangel an Mitgefühl. Oft habe ich von einer Person erwartet, dass sie sich auf eine bestimmte Weise verhält, ohne zu wissen, was dieser Mensch erlebt hat. Es ist immer eine Frage der Perspektive. Bei manchen Menschen weiß ich heute, warum sie mir einen Dorn in meine Ferse gerammt haben und für diese Menschen empfinde ich heute nur noch Mitleid.

Alte Schmerzen loszulassen bedeutet nicht, ein Verhalten von damals zu akzeptieren! Loslassen ist eine aktive Entscheidung, den Schmerz der Vergangenheit nicht in die Zukunft mitzunehmen. Vergebung … das mache ich für mich selbst und nicht für andere.

Und, obwohl mir auch vieles aus der Vergangenheit niemals klar sein wird, habe ich mich entschieden, den Schmerz ganz und gar loszulassen. Ich habe die Dornen gezogen und begrüße stattdessen das Glück und die Zufriedenheit in meinem Leben.

Ich wünsche Dir, dass auch Du diesen Weg gehen kannst. Und wenn Du ihn gehen willst, wirst Du ihn auch schaffen. <3

Xo Sandra

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