Die Psyche, ein komplexes und sehr gewinnbringendes Thema wenn wir uns damit auseinandersetzen. Probleme erkennen, annehmen und gemeinsam lösen sollte das Ziel sein.
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Nichts ist mehr, wie es vorher war. Aggressionen, Vertrauensverlust und Rückzug  … das ist das Alltagsverhalten eines Menschen, der unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Kurz PTBS genannt. Für Familienangehörige, speziell den Partner, ist es eine ganz besondere Belastung. So als sei der Herzmensch ausgetauscht worden! Manchmal zerreißt sich die ganze Familie regelrecht für eine rund um die Uhr Betreuung. Dabei wird leider immer wieder vergessen: Nur wer dabei auf sich selbst achtet und seine eigenen Bedürfnisse nicht zurückstellt, ist fähig die Fürsorge für seinen Partner zu übernehmen!

Letzte Woche hat mir ein Leser (ja, auch Männer lesen so manchen Beitrag) eine sehr „offene“ Mail geschickt die gleichzeitig aber auch ein Hilferuf war. Da mir dieses Thema selbst sehr am Herzen liegt, da ich selbst betroffen bin, wollte ich dieses Thema in einer Einfachheit aufnehmen und den ein oder anderen Erfahrungswert mit Dir teilen.

Information ist das Wichtigste

Damit der Umgang mit einem PTBS – Patienten richtig und sicher gelingt, ist es zunächst wichtig sich über die Krankheit bzw. das Krankheitsbild zu informieren. Die Symptome und die damit verbundenen Veränderungen sind nicht einfach und brauchen daher eine gute Aufklärung! Natürlich ist das Krankheitsbild von Patient zu Patient unterschiedlich.

Es gibt Menschen, die sich gar nicht mehr an das Trauma oder den gesamten Lebensabschnitt erinnern können. Andere wiederum haben das Erlebte im emotionalen Gedächtnis abgespeichert. Außerdem leiden Betroffene sehr oft an einer Abhängigkeitserkrankung oder Depressionen, die sich auch in Suizidgedanken äußern können! Im geschützten Rahmen eines stationären Aufenthalts hat der Partner die Möglichkeit sich zu stabilisieren. Für mich war es eine enorme Erleichterung, mich in „neutrale“ Hände zu begeben … durchzuatmen und mich „geschützt“ zu fühlen.

Es ist leider so, dass sich das Verhalten und die Persönlichkeit eines PTBS Patienten verändert. Es wirkt sich auf das ganze Leben, das ganze Umfeld aus. So besteht die Gefahr, dass das gemeinsame Leben nur noch durch die Krankheit bestimmt wird. Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Es gibt zahlreiche Therapiemöglichkeiten und so muss die PTBS nicht ein Dauerleiden bleiben! Schön und sehr hilfreich ist es auch, den Rückhalt der Familie und des Partners zu spüren, der zu einem erfolgreichen Heilungsprozess führt.

Dazu ein paar praktische Alltagstipps

Ein PTBS erkrankter Mensch braucht sehr viel Sicherheit und Kontinuität! Ein traumatisches Erlebnis geht für das Opfer mit einer Verletzung der persönlichen Grenzen und deshalb mit einem Vertrauensverlust in die Mitmenschen einher. Bei einem Unfall zum Beispiel fehlt oft das Vertrauen in die Technik oder die Umwelt. Deshalb ist es wichtig, die Grenzen Deines erkrankten Partners bedingungslos zu akzeptieren und über bevorstehende Veränderungen offen zu sprechen. Verständnis steht an oberster Stelle! Ebenso Vertrauen …

In diesem Fall ist Routine im Alltag gut. Geregelte Essenszeiten, Spaziergänge und gemeinsame Entspannungsübungen. Leider sind Schlafprobleme oft ein Teil einer PTBS. Der „Begleitschutz“ am Abend ins Bett, kann dabei hilfreich sein, sich entspannter der Nacht zu widmen.

Außerdem sind Betroffene schneller gereizt, werden wütend und ziehen sich zurück. Sie stumpfen emotional ab. Wichtig dabei ist, diese Reaktion nicht auf sich selbst zu beziehen! Betroffene sehen sich selbst als eine Belastung. Sie äußern ihre Wünsche selten, weil sie nicht zur Last fallen möchten. Man kann helfen, indem man ausreichend Ressourcen für die Erinnerung des anderen hat und ihm zuhört. Dabei ist es für den Partner und die Angehörigen wichtig, die Balance zu halten, denn ein zu großes Mitgefühl kann dazu führen, dass sich der Betroffene in die Rolle des hilflosen Kindes verliert oder annimmt, man hätte kein Vertrauen in seine Fähigkeiten und sich dann abwendet.

Ich weiß, dass es trotz aller Anstrengung und Hingabe des Partners oder der Familie, immer wieder zu Konflikten kommen wird. Es kann vorkommen, dass ein PTBS erkrankter Mensch auch gewalttätig werden kann. Hier geht die eigene Sicherheit vor, auch ein Trauma kann Gewalt nicht entschuldigen! In solchen Situation darf auch mal ein negatives Gefühl wie Ärger oder Wut über den Partner sein.

Sich selbst Hilfe zu holen bedeutet nicht schwach zu sein!

Das Zusammenleben mit einem PTBS Partner ist vor allem für den Partner eine enorme Herausforderung! Deshalb ist es keine Schande sich professionelle Hilfe zu holen oder anzunehmen. Denn der „gesunde“ Part einer Beziehung muss ausreichend dafür sorgen, seine Energiereserven aufrechtzuerhalten. Kraftschöpfen, um sich so um das eigene Wohl zu sorgen. Nur so kann man dem Erkrankten eine verlässliche Stütze sein!

Gespräche mit Therapeuten helfen die richtigen Strategien zu finden um die Konflikte, die immer wieder aufkommen werden, richtig zu deuten und um in Frieden miteinander leben zu können. Als helfender und fürsorglicher Partner werden manchmal auch eigene Ängste und Sorgen oder sogar Zweifel hochkommen. Es ist wichtig all das loszuwerden. Ein Erfahrungsaustausch kann dabei sehr behilflich sein. Es gibt viele Hilfsangebote wie Selbsthilfegruppen in diversen Foren. Aber auch Kliniken bieten ein mal im Monat solche Gruppengespräche an (zumindest ist mir das in Österreich so bekannt).

Noch ein paar Gedanken zum Schluss

All das hier Be- und Geschriebene stammt aus meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen. Einfach erklärt und ich denke gut nachvollziehbar.

Traumatisierungen hinterlassen immer Spuren! Jedoch kann ich berichten, dass Menschen, die ein Trauma in ihrem Leben erlitten haben, gut damit klarkommen können … ihr Leben danach viel bewusster wahrnehmen und auch leben! Sie sind emphatischer mit sich selbst und mit der Umwelt. Sie haben auf ihr Trauma hin, ihr Leben umgestellt.

Jede Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen, hilft in die Tiefen von sich selbst einzutauchen, mit sich selbst in eine Begegnung zu gehen. Es ist ein hoch intensives Arbeiten. Wenn man als Paar schafft, zusammen all das auszuarbeiten, passiert etwas sehr Magisches. Es ist so unsagbar viel Intensität und Liebe darin, was man als riesiges Geschenk sehen sollte! Auch wenn es immer wieder schwierige Tage oder Phasen geben wird, es fühlt sich gut an, aber vor allem fühlt man sich als PTBS Patient verstanden, geliebt und sicher aufgehoben! <3
Das ist meine Erfahrung …

Ich hoffe wirklich sehr, dass Du für Dich eine kleine Hilfestellung in diesem Beitrag finden konntest. Falls Du andere Erfahrungen oder Tipps für uns/mich hast – ich bin immer dankbar dafür. :-)

Ich wünsche Dir und Deinem Partner eine heilsame Zeit, die euch nicht auseinander, sondern noch mehr zueinander führen soll.

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Eines muss ich gleich mal vorweg sagen: Vielleicht denkt sich Die ein oder andere von euch warum ich mir anmaße über Psychologie zu schreiben? Eine Thematik für „Studierte“! Ich bin keine Ärztin und keine Psychologin und ich möchte auch hier keinesfalls wichtige Sprüche klopfen. Ich möchte nur manches erklären, meine Erfahrungen und Ratschläge zu diesem Thema weitergeben. Ich bin selbst betroffen und habe über die Jahre eine Menge darüber gelernt, mir angeeignet und klarerweise auch durchlebt. In dieser Zeit habe ich viele betroffene Menschen kennengelernt und konnte auch tolle Freundschaften schließen. Zu den „Studierten“ zähle ich mich nicht. NEIN, aber der Zuspruch vieler von euch hat meine Bedenken, darüber zu schreiben oder es besser sein lassen, sehr schnell ausradiert …

So begann mein Artikel Schwarz-Weiß Denken, den ich im Jahr 2017 veröffentlicht habe. Ein Beitrag der noch immer sehr gut be- und gesucht  wird. Das ist auch der Grund weshalb ich das Thema nochmals aufgegriffen habe … Es war einer der ersten Beiträge, die ich verfasst hatte und unbedingt teilen wollte, beinahe musste.  Ich kam frisch aus einer sehr langen Reha nach Hause, aus der ich motiviert und positiv gestärkt, wieder ins „normale“ Leben rutschen wollte und auch bin. Jetzt, einige Jahre später, bin ich zwar noch immer ein Borderliner, ausgestattet mit genügend Ängsten, oftmals mangelnden Selbstwert und manchmal null Toleranz zu mir selbst … aber ich habe mein Denken verändert, die Sicht auf diese Krankheit und mein Verhältniss zu der Farbe Schwarz – Weiß. :D

In diesem Artikel, möchte ich immer wieder Auszüge aus dem schon vorhanden Beitrag einfügen, aber dabei etwas mehr in  Tiefe gehen.

Borderline – ein Leben ohne Halt

Ich weiss, dass viele Menschen mit dem Wort Borderline nicht wirklich etwas anfangen können.  Warum auch? Es ist nichts worüber man unbedingt mit Leidenschaft reden möchte, ist man ein(e) oder auch kein Betroffener. Eine Borderline Diagnose zu bekommen ist einem „standardisierten“ Diagnoseschlüssel unterlegen. Das heißt es werden ausführliche, strukturierte Gespräche und psychologische Tests gemacht um andere psychische Erkrankungen auszuschließen. Die meisten Borderliner leiden zusätzlich an Depressionen, Suchterkrankungen oder einer Essstörung.

Wegen des selbstgefährdenden Verhaltens, gilt diese Persönlichkeitserkrankung als schwerwiegende und ernstzunehmende Erkrankung. Diese Erkrankung kann man alleine nicht loswerden, oder heilen. Betroffene gehören in die Hände eines Facharztes für Psychiatrie und eines Psychotherapeuten.

Für Betroffene, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, fühlt sich das Leben wie eine nicht aufzuhaltende Achterbahnfahrt an. Extreme Stimmungsschwankungen, impulsives Verhalten und Selbstverletzung sind Alltagsgeschehen. Das „Denken“ eines Borderliners, ist schwer nachvollziehbar …

Auszug:
Schwarz -Weiß, das Denken eines Borderliners. Das liest sich ganz normal und klingt nicht weiter schlimm. Ist es aber. Das BLS Syndrom drückt sich in einer Reihe von klassischen Symptomen aus. Jede Menge Ängste, keinerlei Selbstliebe, Depressionen, Selbstverletzung und ein extremes Denken in jede Richtung. Schwarz oder Weiß. Gut oder böse. Schön oder häßlich. Heiß oder kalt. Richtig oder falsch. Grauzonen oder ein Mittelmaß existieren nicht. Eine „falsche“ Handlung oder ein gesagtes, falsch verstandenes Wort genügen, damit ein Mensch komplette Abwertung erfährt! 

Gefühle sind außer Kontrolle

Was sich innerlich so aufstaut, ist eine massive innere Anspannung. Sie entsteht, weil man als Betroffener nicht in der Lage ist, die alltäglichen Erlebnisse direkt und emotional richtig einzuordnen und dadurch es auch nicht möglich ist, sie zu verarbeiten. Wenn mich damals jemand fragte, wer ich bin, wer ich gerne sein möchte, wusste ich keine Antwort und kein Gefühl dazu … ich besaß keinen Selbstwert und ich fühlte nur eines: stille Leere in mir!

Wenn dieser emotionale Stress zu hoch wurde, ging  ich auf die Suche nach einer Notlösung, einem Ventil um die Spannung abzubauen. Die Handlungen waren immer impulsiv und unüberlegt! Nicht selten selbstgefährdend. Manche geben dabei exzessiv Geld aus, konsumieren Alkohol oder Drogen oder beides … wechseln ständig ihre Sexualpartner oder verletzen sich selbst. Bei mir war alles ausser Drogen dabei.

Auszug:
Du lebst ständig in Angst. Du fühlst Dich minderwertig und schuldig für alles! Du suchst Dir Ventile um all das auszugleichen. Alkohol, Drogen, Selbstverletzung oder ein extremes sexuelles verhalten und vieles anderes mehr. Selbstwert gibt es trotzdem keinen und ohne richtige Hilfe kommst Du da nicht mehr raus!

Zwischenmenschliche Beziehungen fallen schwer

Borderline-Patienten fällt es sehr schwer stabile Beziehungen einzugehen. Das Problem ist, sie suchen die fehlende eigene Wertschätzung im intensiven Kontakt zum Anderen. Gleichzeitig aber haben sie große Angst, alleine zu sein oder verlassen zu werden. Diese hohen Ansprüche kann kein Partner erfüllen und auch selten aushalten. Irgendwann fühlen sich die meisten Borderliner zutiefst enttäuscht, finden plötzlich den „Idealpartner“ nicht mehr ideal, werten ihn ab und trennen sich von ihm, was sie aber auch relativ schnell wieder bereuen. Ein auf und ab. Ein „ich will Dich“ und „ich brauche Dich nicht“ beginnt. Das ist die Instabilität eines Borderliner.

So komplex wie ihre Symptome, sind auch ihre Ursachen. Eine Borderline-Störung zeigt sich in der Regel erstmals im frühen Erwachsenenalter. Die Betroffenen zeigen fast immer Spuren traumatischer Erlebnisse.

  • Fehlende emotionale Zuwendung,
  • Mangel an Anerkennung,
  • Mißhandlungen,
  • sexueller Missbrauch

sind die häufig genannten Gründe. Als meine Diagnose gestellt wurde, sagte man mir, dass „Fehlfunktionen in bestimmten Hirnregionen, die für die Gefühlskontrolle, Angst und Aggression zuständig sind, für meine Instabilität schuld sind. Doch nicht jeder Erkrankte legt die selben Symptome und Verhaltensmuster an den Tag. Sie können unterschiedlich stark ausgeprägt sein, deshalb ist eine Diagnose nicht einfach.

Auszug:
Das Schwarz-Weiß Denken ist gar nicht so unüblich wie man glauben möchte. Ich bilde mir schon im Unterbewusstsein meine Meinung: „Finde ich gut, oder finde ich nicht gut.“ Schwarz oder Weiß. Ein solches Urteil wird meist dann gefällt, wenn ein labiler Zustand, eine unerträgliche starke Belastung zur Krise führt und man darin gefangen ist.

Schwarz bedeutet bei diesem Vergleich der Gegensatz zu allem Positiven. Schwarz entspricht dem NEIN. Schwarz bedeutet auch soviel wie „vernichten“. Schwarz bedeutet auch keine andere Meinung und Lebensweise zu akzeptieren.
Weiß bedeutet die absolute Freiheit, Freiheit von allem was einem im Wege steht. Weiß ist der Ausdruck der Auflösung und der Befreiung und bedeutet Neuanfang …

Gefangen zwischen Schwarz und Weiss

Frustration, die nicht zum Aushalten ist

Schwarz oder Weiß … wenn man ständig seinen Gemütszustand verändert und das ohne erkennbare oder vernünftige Ursachen, wird von einer emotionalen Instabilität gesprochen. Eine Charaktereigenschaft, die alles andere als wünschenswert ist. Die dabei entstehende Frustration war für mich die Hölle. Bevor ich noch meine Diagnose kannte, war mir bewusst, dass meine Verhaltensweisen (das ich zuvor nicht in diesem Ausmaß kannte) nicht „normal“ waren. Das heißt, wenn etwas nicht so lief, wie ich es gerne gehabt hätte, reagierte ich mit einer Serie von extremen Gefühlen und Verhalten. Mein Wut und Aggression richtete sich vorerst gegen Andere und dann gegen mich selbst.

Ich dachte nicht an mögliche Konsequenzen, die mein Handeln betraf. Ich war ausschließlich impulsiv und explosiv und das hatte zur Folge, dass ich mir immer mehr und mehr Probleme schaffte mit denen ich nicht mehr umgehen konnte. Menschen, die es gut meinten, wendeten sich von mir ab … negative Personen traten in mein Leben und so ergab eines das andere. Ich hatte Probleme im Beruf, in der Familie und im sozialen Leben!

Beziehungen scheiterten, weil der Partner den ständigen Wechsel zwischen Wutausbrüchen und erdrückender Liebe nicht aushalten konnte. Auf der einen Seite verlangte ich nach extremer Nähe … und im Handumdrehen wurde ich aggressiv, weil mich diese Nähe erdrückte. Es war ein Teufelskreis, der sich immer weiter „verselbstständigte“.

Es gab so viele unzählige Situationen in denen ich überspannt „angespannt“ war, dass ich wütend Dinge aus mir herausschrie: „Ich will alleine sein … ich will nicht reden!“ Wenn mein Partner diesen Wunsch geduldig akzeptierte und mich tatsächlich alleine ließ, saß ich völlig verzweifelt in einer Ecke und warf ihm in gleichen Moment vor, wie er mich in diesem Zustand alleine lassen konnte! Das war die Ambivalenz in mir. Eigentlich auch mit nur einem Satz erklärbar: „Hau ab, aber bitte geh nicht …“ Die Angst verlassen zu werden, das allein sein, war so groß, dass ich sie kaum aushalten konnte …

Mein Leben wurde von einem Verhalten getrieben das ich nicht wollte. Es war ein Leben immer auf des Messers Schneide. Meine Ventile, die ich brauchte um mich wieder richtig zu „spüren“ wurden immer extremer. Ich begann mich für mein aus der Kontrolle geratenes Tun zu betrafen. Selbstverletzungen folgten.

Als ich irgendwann wieder einen klaren Moment fassen konnte, war mir klar es kann so nicht weitergehen. Ich weiß heute noch nicht wie ich den Mut zusammen bekam, mit meinem Arzt darüber zu reden, aber ich tat es und ich wollte mir helfen lassen. In der Klinik wurde der Verdacht bestätigt. Diagnose – Borderline Persönlichkeitsstörung.

Auszug:
„Ich habe es damals verpatzt … mir wurde es immer wieder gesagt, es geht um alles oder nichts im Leben. Ein  Satz, den ich mir dann selbst suggerierte. Ich habe diese Worte mitgeschleppt und bin sie nicht mehr losgeworden. Ich habe eine Chance um die andere verpatzt. Ich war eine Versagerin auf ganzer Linie. Unperfekter ging gar nicht! Bei allen neuen Projekten, ob beruflich oder privat, stand ein riesiges Panikorchester vor mir das mir in den grellsten Tönen die bevorstehende Katastrophe vorspielte. Begleitet von riesen Ängsten, die ich jedes Mal hatte, wenn etwas „Wichtiges“ bevorstand. JA genau da war doch was … es gibt ja nur eine Chance …

Ein Kontrollverlust der Gefühle

Es ist so, dass bei nichtigen Auslösern eine viel stärkere Emotion hochkommt, die nur langsam wieder verschwindet, aber sehr schnell wieder in eine andere Emotion umschlägt. Also stark ausgeprägte, negative Emotionen, aber auch überschwänglich positive, die stärker ausgeprägt sind als bei gesunden Menschen. Es ist ein Leben ohne „bremsen“ … so war mein Gefühl dazu.

Mein Leben war eine einzige Katastrophe und schien mir aus den Händen zu gleiten. Bis mir nach einer „Erstversorgung“ und noch genaueren Untersuchungen in der Notfallklinik, ein Therapieplatz in einer Spezialklinik zur Verfügung gestellt wurde. Eine lange und harte Zeit wartete auf mich.

Therapien sind auf die Störung zugeschnitten

Das muss so sein, da es so viele Formen von Borderline gibt. Es gibt so viele spezifische Zentren mit leider nur einem Problem: Die lange Wartezeit! Ich hatte damals Glück? JA, es war Glück,es hat mir mein Leben gerettet. Ich konnte übergangslos von der einen in die andere Einrichtung übergehen. Wichtig ist es, wenn man sich dazu entschließt sich einer Therapie zu unterziehen, das Wort Zeit zu streichen.  Zeit wird aufeinmal unwichtig … will man wieder ein normales Leben führen …

Meine Therapieform war eine Mentalisierungsbasierte Therapie. Es wird die Fähigkeit erarbeitet, zu erkennen, wie Wünsche, Vorstellungen und Gedanken zu Verhalten führen. Mit einfach nur „hinsetzen“ und zuhören, ist es aber nicht getan und wird auch nichts erreicht!  Ein passives Verhalten in diesen Zentren wird auch ebenso wenig geduldet, dafür sind die Plätze zu kostbar! Es ist eine sehr aktive Intervention und die ersten Wochen waren alles andere als einfach für mich, meine Störung wurde sogar kurzfristig schlimmer. Durch die fachärztliche Betreuung und Unterstützung war diese Verschlechterung bald wieder vorbei.

Ich durfte Fertigkeiten lernen, um in schwierigen und panischen Situationen ruhig zu bleiben. Als Skills-Training bekannt. Ich brauchte starke Sinnesreize um mich selbst wieder zu spüren. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Mein Favorit waren Gummiringe die ich auf meine Haut klatschen ließ. Der Sinn: es tat weh, damit war ich erstmal beschäftigt mit diesem Reiz und ich konnte mich nicht mehr um andere Gefühle kümmern.

Achtsamkeit und Selbstliebe waren die meisten Einheiten, die am Stundenplan standen. Das war der Punkt an dem ich beinahe scheiterte. Es wurde in meinen tiefsten und dunkelsten Ecken gegraben. Es fühlte sich alles bedrohlich an für mich. Es waren die Gefühle, die angetriggert wurden. Es ging bis in de Kindheit zurück. In vergangene Beziehungen und traumatische Erlebnisse. Sterben konnte sich nicht schlimmer anfühlen …

Fazit

Ich begab mich vor genau 10 Jahren auf diese Reise … auf eine Reise zu mir selbst. Ich nahm mir über ein Jahr Auszeit um nur für mich da zu sein, weil ich wusste, dass DAS kein Leben ist was ich führen will. Mit sehr viel Hilfe lernte ich  meine Instabilität abzugeben. Mein Selbstverletzungen und mein exzessives Leben hinter mir zu lassen. Ich lernte nach und nach  positiver zu werden, das Leben und die Veränderungen mit beiden Armen zu umschlingen und gut für mich zu sorgen … weil ich nach Jahren endlich begriff – ICH bin es wert!

Heute, nach 10 Jahren würde ich von mir behaupten, ich bin eine „trockene“ Borderlinerin.  Eine Therapie nutze ich immer noch. Und eine weitere Traumatherapie steht mir noch bevor. Inzwischen kann ich aber Menschen mit psychischen Problemen auf Augenhöhe begegnen und auch helfen … nämlich mit dem besonderen Blick einer ehemaligen Betroffenen!

Noch etwas: Es ist so wichtig, das schwierige Verhalten eines Erkrankten nicht persönlich zu nehmen, denn die Ursache dafür ist die Erkrankung … nicht der Mensch!

Ein kleiner Teil von mir wird immer wieder mal ängstlich und traurig sein. Das ist vollkommen ok. Und es geht auch gar nicht anders. Ein kleiner Teil wird bleiben. Ich habe es geschafft mit dieser Störung zu leben und auch manchmal zu sagen: „Hey heute geht’s grad nicht so gut …“ Aber wer hat das nicht?  Schwierigkeiten hat jeder mal.

Auszug:
Wenn Du Dich für diesen Weg entschieden hast, wirst Du es am Anfang sehr schwer haben, aber die Aussicht auf den gewünschten Erfolg, darauf dass es Dir wieder besser gehen wird, ist Dir sicher!

Das sehe ich nach so vielen Jahren noch genauso!

Wenn Dir mein Beitrag helfen konnte, freue ich mich natürlich riesig. Wenn Du etwas dazu zu sagen hast, ebenso. Und ja, wenn Du jemanden kennst für den der Beitrag passen könnte … teile ihn gerne. :D

Eine gesunde und wunderschöne Zeit für Dich, bis bald und alles Liebe.

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Abhängig sein … das liest sich nicht gut und noch weniger fühlt es sich gut an! Die Abhängigkeit gegen Freiheit zu tauschen, ist viel einfacher, als es scheint und auch weniger gefährlich, als es sich gerade für Dich eventuell anfühlt. Du musst jetzt keine Angst haben, dass Du Dich ab sofort von bestimmten Menschen trennen sollst, ganz im Gegenteil. Wenn Du erst mal weißt, wie Du Dir Deine eigene Freiheit bewahrst, wirst Du auch Deine Beziehung unter ein neues Licht stellen und Du wirst Dich durch Deine Unabhängigkeit stärker mit anderen Menschen verbinden können!

So viele Jahre habe ich mich immer wieder mit diesem Thema auseinander gesetzt. Mit dem Wissen, dass es völlig normal ist von anderen abhängig zu sein. Eine vollständige Unabhängigkeit ist meines Erachtens eine Illusion. Wir müssen uns viel mehr die Frage stellen: wie stark wir von den Meinungen, Launen und Gefühlen von anderen abhängen!? Wie stark wir uns beeinflussen lassen durch die Emotionen anderer Menschen? Zum besseren Verständnis kannst Du Dir einige Fragen stellen:

Du am „Prüfstand“

  • Brauchst Du ständige Aufmerksamkeit und Bewunderung?
  • Deine Gedanken drehen sich ständig um Deinen Partner oder Personen, die Dir im Leben wichtig sind, was sie tun oder was sie sich wünschen und erwarten?
  • Du lebst nach den Wünschen der anderen und vergisst dabei auf Dein eigenes Leben?
  • Du kannst Dir nicht vorstellen alleine ohne Deinen Partner zu leben und Dich überkommt bei diesem Gedanken sofort ein panikartiges Gefühl?
  • Du empfindest generelles Alleinsein als Qual?
  • Du leidest an übertriebener Eifersucht, bist besitzergreifend und kontrollierst gerne?
  • Du bist oft erschöpft und müde und hast Du das Gefühl ständig getrieben zu sein?

Und? Wie fühlt es sich an? In wie vielen Punkten musstest Du Dir selbst ein „JA“ zugestehen? Ich stehe hier keinesfalls auf einer höheren Treppe als Du. Jedenfalls musste ich noch vor einiger Zeit jede Frage mit „Genau so ist es …“ beantworten! Ich fragte mich nach einer Weile: „Wenn mir diese emotionale Abhängigkeit so dermaßen schlechte Gefühle bereitet, warum zum Teufel tue ich mir das nur an?“ Und genau an diesem Punkt möchte ich ein wenig länger aushalten und genauer hinsehen.

Wenn Du emotional abhängig bist, lebst Du in einem Gefängnis

Ein Gefängnis voll mit schlechten und unangenehmen Gefühlen! Es ist schwer möglich sich davon zu befreien. Die Angst, die Enttäuschung, die ständige Unruhe und die vielen Erwartungen haben Dich ganz fest im Schwitzkasten! Deine positiven Gefühle haben kaum Luft zum Atmen und werden weggesperrt. Das Negative hält Dich flach am Boden. Dafür gibt es selbstverständlich einige Gründe und diese haben meistens mit einem Mangel zu tun.

Tief sitzende Verlustängste

Wahrscheinlich musstest Du schon früher in Deinem Leben Verluste hinnehmen. Vielleicht waren die Eltern nie wirklich verfügbar oder sie sind sehr bald verstorben. Freunde haben Dich enttäuscht und Dein Partner hat Dich verlassen. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie sich das Gefühl der Verlustangst in Dein Inneres brennen kann! Und von dieser Angst lässt Du Dich in gewisser Weise unbewusst treiben.

Mangelnder Selbstwert

Ich glaube einer der häufigsten Gründe für eine emotionale Abhängigkeit ist mangelndes Selbstbewusstsein! Mit mangelndem Selbstwert werden wir nicht geboren. Meistens sind bestimmte Situationen, Erlebnisse und Erfahrungen die Ursache dafür. Wenn Du schon als Kind lernst, dass Du nur etwas „wert“ bist, wenn Du die Wünsche und Erwartungen Deiner Bezugspersonen erfüllst. Tust Du das nicht, folgt Bestrafung. Oder wenn Du Dich von anderen abhängig machst, hast Du den Glauben daran verloren, Dein Leben selbst zu meistern und selbstbestimmt zu leben. Das macht Dir vermutlich Angst.

Probleme alleine zu sein

Viele Menschen können nicht alleine sein. Es wird zwar selten zugegeben, ist aber dennoch so. Vielleicht hast auch Du ein Problem damit und kannst nicht wirklich etwas mit Dir selbst anfangen. Aus diesem Problem heraus versuchst, die schlechten Gefühle wie Unruhe und Einsamkeit, zusammenzulegen indem Du Deinen Partner oder Deinen Freunden immer und jederzeit zur Verfügung stehst … und auch verlangst, dass es umgekehrt so sein muss!

All diese Mängel treiben Dein Tun an. Durch das Klammern und festhalten an bestimmten Menschen versuchst Du diese Vielzahl an negativen Gefühlen klein zu halten, einfach nicht zu spüren. Das Widersprüchliche daran ist, dass die Menschen, die sich Deinen ständigen Erwartungen gegenüber sehen, genauso gefangen sind wie Du selbst!

Je mehr Du für andere tust, umso weniger tun sie für Dich …

So ist es mir jedenfalls in Erinnerung geblieben. Es ist ja schon verrückt, aber genauso ist es. Du versetzt Berge für Deinen Partner, gibst Deine Hobbys und Interessen auf, nur um für ALLE da zu sein  und was bekommst Du? Nichts … Mir war das viele Jahre nicht klar und ich fühlte mich ständig als Opfer! Was steckt dahinter? ICH sag Dir was da los ist …

Menschen und vor allem Männer spüren dass Du „bedürftig“ bist … dass Du abhängig bist und es Dir keinesfalls um ihr Wohl geht, sondern um die Bestätigung Deiner selbst! Du brauchst die Anerkennung des Anderen … Anerkennung, die Du Dir selber nicht geben kannst. Ich kann Dir versichern, dass ein anderer Mensch es fühlt und sich getäuscht vorkommt. Der Kontakt zu Dir fühlt sich dadurch auch irgendwie „unangenehm“ an, er fühlt sich bedrängt und unter Druck gesetzt!

Eine emotionale Abhängigkeit isoliert Dich also auch von anderen … Du darfst von niemandem abhängig sein, um glücklich zu sein. Keine Partnerschaft kann Dir den Frieden schenken, den Du nicht in Dir selbst geschaffen hast.

Nun, jetzt haben wir genug Zeit damit verbraucht, wie es IST aber NICHT sein sollte. Und nun werden wir gemeinsam einen Weg in die Freiheit bauen. Bye bye Abhängigkeit … hallo Freiheit!

Bist Du bereit dafür?

Tausche Abhängigkeit gegen Freiheit

Dein Weg ist Dein Ziel

Ich möchte Dir in den nächsten Punkten zeigen, wie Du es schaffst wieder mehr zu Deinen Stärken zu finden und dadurch auch zu Deiner Freiheit.

Dein Bewusstsein hilft Dir dabei

Es schenkt Dir die Macht, Dich aus Deiner Abhängigkeit zu befreien. Wenn Du Dich gerade in solch einer Abhängigkeit befindest, werden Deine Gedanken mit Sicherheit immer bei der anderen Person sein. Alles was er oder sie macht, sagt und tut. Nicht sagt und nicht tut. Alles bekommt für Dich eine so übermäßige Bedeutung und beeinflusst Deine Gedanken und Dein Tun. Und so gibst Du die Macht über DICH und Deinen LEBEN aus der Hand. Mach Dir das bewusst, denn es ist der erste Schritt, hin zur Veränderung! Ich selbst musste mich erst wachrütteln und mir bewusst machen, wie abhängig ich eigentlich war. Wie ich mein Leben von Menschen dirigieren ließ, die mir im Nachhinein gesehen, nicht mal etwas bedeuteten!

Werde Dir also Deiner Gefühle und Gedanken bewusst. Beobachte Deine Handlungen in Bezug auf Deinen Partner! Schätze Deine Situation ein. Falls Du damit Schwierigkeiten haben solltest, schreib sie auf … so hast Du es schwarz auf weiß und immer zur Hand. :-)

Noch etwas ganz Wichtiges: Die Wahrheit tut meistens verdammt weh. Aber wenn Du etwas verändern möchtest, ist es sehr wichtig sich davon nicht abhalten und runter ziehen zu lassen. Du musst Dich damit auseinandersetzen.

Gehe der Ursache auf den Grund

Alles was passiert hat seinen Grund, sagt man. Und dem stimme ich vollstens zu! Deine Abhängigkeit hat Gründe, wie ich ja ganz zu Beginn schon angeführt habe. Deine Aufgabe ist, die Ursache für Deine emotionale Abhängigkeit zu finden. Was macht Dir Angst? Ist es das Alleinsein? Ist es eine tiefsitzende Verlustangst? Ich darf Dir sagen, bei mir war es eine Kombination aus mehreren Punkten …

Aber wenn Du weißt wie Deine Abhängigkeit entstanden ist, kannst Du an der Ursache ansetzen und diese bearbeiten. Es ist kein einfaches Vorhaben und es ist ganz wichtig, dass Du viel Verständnis für Dich und Deine Situation mitbringst. Wenn wir uns von jemandem oder „etwas“ abhängig machen, hat das sehr selten etwas mit Schwäche zu tun, es geht weit mehr um ein Verhalten das wir gelernt haben. Wir versuchen durch die Abhängigkeit, in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen zusammenzulegen und neuen Schmerz oder neues Verlassen werden zu vermeiden.

Es ist eine reine Bewusstseinsarbeit, die wie schon gesagt, nicht einfach ist. Es wird nicht jeder Tag „gut“ laufen, wenn Du daran arbeitest und es werden viele Prozesse in Dir ablaufen, die Dir viele Fragezeichen ins Gesicht schreiben werden.  An dieser Stelle möchte ich Dich bitten NICHT aufzugeben … Du tust das für Dich und Deine Freiheit! 

Umarme und akzeptiere alle aufkommenden Gefühle

Du bist also jetzt so weit, dass Du die Ursache Deiner Gefühle kennst. Gut. Der nächste Schritt ist diese Gefühle willkommen zu heissen. Akzeptiere sie und verurteile Dich nicht dafür. Wenn Du also in der nächsten Zeit Angst hast alleine zu sein oder andere schlechte Gefühle bei Dir anklopfen, nimm sie an. Es ist okay dass sie da sind und du wirst nicht daran sterben, auch wenn es sich am Anfang so anfühlt. :D

Du wirst Dich nicht sofort sicher und großartig fühlen, soviel kann ich Dir versprechen. Es geht auch gar nicht darum, sondern weit mehr um Deinen persönlichen Fortschritt den Du gemacht hast! Er beginnt mit Deinem Bewusstwerden, Deinem Verständnis zu Dir selbst bis hin zur Akzeptanz Deiner Gefühle. Du machst kleine Schritte in DEINE NEUE FREIHEIT! <3

Apropos kleine Schritte: Kleine Schritte waren ja nie mein Ding, aber so eine Veränderung kann man nur in Zwergenschritten schaffen. Überforderung ist dabei fehl am Platz. Allerdings führt dieses „Schneckentempo“ in eine ganz tolle Richtung und in  eine enorme Veränderung! Nach und nach wirst Du Dein neues Denken und Dein neues Handeln genießen und ein fantastisches freies Leben führen! Die großen Sprünge kommen später von ganz alleine …

Nimm Dein Leben ernst, dann wirst Du auch von anderen ernst genommen!

Wenn Du in Deinem Leben Deine ganz eigenen Wünsche, Träume und Ziele setzt, wirst Du Dich stärker und viel sicherer fühlen, als wenn Du immer nur der Masse nachläufst. Das tun was andere von Dir erwarten, war gestern. Mehr dazu kannst Du in meinem Artikel Lebe anders als die Masse finden. Du wirst Dich automatisch unabhängiger von anderen fühlen. Ebenso werden Dich auch die anderen wieder ernst nehmen … verbindlicher Dir gegenüber sein. Du erscheinst in einem ganz anderen und starken Licht!

Mein Tipp:

  • Konzentriere Dich auf die Dinge die Dir Freude machen – alleine ohne zu klammern.
  • Setze Dir realistische Ziele. Und zwar für DICH und DEIN Leben.
  • Probiere Neues aus. Etwas das Dich bewegt. Dinge, die Du immer schon mal versuchen wolltest, Dich jedoch nie getraut hast.
  • Komm ins Tun! Ok?

Mach Dich frei für andere neue Dinge. So verschiebst Du Deine Wahrnehmung und löst Dich langsam von Deiner Abhängigkeit. Auch das hatte sich bei mir vorerst „nicht richtig“ angefühlt. Ein schlechtes Gewissen war immer mein Begleiter. Ich machte trotzdem weiter und wurde reich belohnt. <3

Wie Du noch lernen kannst, gerne Allein zu sein

Das ICH so etwas jemals schreiben würde … undenkbar >lach<. Ich konnte nicht alleine sein, ich hab es nie gelernt und ich wollte es auch nicht und hatte Angst davor mich mit mir auseinander zusetzen.  Das „Allein-Sein- Können“ ist aber ein ganz wichtiger Schritt hin zu Deiner Freiheit und auch Unabhängigkeit. Überspringe diesen Schritt nicht!

Mein Weg war folgender: Nimm Dir jeden Tag mindestens 20 Minuten Zeit … für Dich alleine. Spüre in Dich hinein und beobachte Dich. Was fehlt Dir? Fehlt Dir überhaupt etwas? Ist dieser natürlicher Zustand der „Einsamkeit“ nicht ausreichend genug um über alles nachzudenken was Dich beschäftigt? Dazu brauchst Du nur DICH, sonst nichts.

Klar wirst Du Dich danach nicht sofort besser fühlen. Ich  starrte zum Beispiel ständig auf die Uhr und mir war nicht bewusst wie lange 15 – 20 Minuten dauern können >lach<. Doch mit ein wenig Übung und Geduld wirst Du zu Deinen verschütteten Emotionen und Glücksgefühlen vordringen, Du musst sie nur abholen. Übe … jeden Tag … 20 Minuten. Später wirst Du aus 20 Minuten einen ganzen Tag machen wollen – das verspreche ich Dir. 

Und jetzt bist Du dran!

Wenn Du all diese Punkte durchgegangen bist, alle Ursachen und Gründe angenommen und für Dich bearbeitest hast, ist der Schritt in die Freiheit nicht weit! Nimm jede Etappe ernst, gib nicht auf und lass Dich nicht von einem vorbeiziehenden Tief entmutigen! Pack es an – trau Dich! Es ist Dein Leben und es geht um Deine Freiheit!

Wenn Du das erste Mal  den „fluffigen“ Geschmack der Unabhängigkeit probiert hast, wirst Du danach süchtig werden. Das garantiere ich Dir!

Diese Reise hin zu Deiner emotionalen Unabhängigkeit, zu Deiner Freiheit, ist eine der schönsten Reisen, die Du machen kannst! Es ist das Wertvollste, das Du je für Dich selbst tun kannst. Es lebt sich damit so unglaublich leicht.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du Dein Ziel erreichst, dass Du es schaffst Dich „frei“ zu arbeiten um genauso dankbar und zufrieden zu leben wie ich es jetzt kann! <3

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Wenn wir das Wort „Wunden“ hören, ist wahrscheinlich der erste Gedanke ein spitzer scharfer Gegenstand, der tiefe Verletzungen an uns hinterlassen kann. Stimmt. Darum geht es aber heute nicht in meinem Beitrag. Die Wunden von denen ich heute schreiben werde, bluten nicht … jedenfalls sind sie nicht sichtbar für andere! DU hingegen spürst sie deutlich. Sie brennen in Deinem Herzen und es gibt kein Medikament dagegen … Es sind Wunden, die ganz leise und nach und nach entstanden sind … Wunden entstehen nicht immer durch scharfe Gegenstände, sondern durch Lügen, falsches Verhalten und Worte.

Wenn ich mich zurück erinnere, haben meine blutenden Schienbeine und Hände, mir damals nicht solche Schmerzen bereitet als die Sätze meiner Eltern, die zu mir sagten: „Kannst Du nicht einmal Deine Beine heben so wie alle anderen es auch tun?“ Bam  … das saß. Ich weinte nicht weil mir das Blut über meine Strümpfe lief, ich weinte weil ich wieder mal nicht entsprochen habe. Es ist nur ein Beispiel das hängen blieb und womit ich sagen möchte: Wunden, die durch Worte entstehen, können mehr Schmerz verursachen als offensichtliche und blutende Verletzungen.

Verletzungen, die unsere Seele berühren, verändern uns

Wir alle wurden oder werden verletzt.  Und wir alle tragen so manchen Scherbenhaufen mit uns. Sei es eine dramatische Kindheit, der Verlust eines geliebten Menschen oder eine schmerzlich endende Liebesbeziehung. Tag für Tag treffen wir Menschen, ohne zu wissen welche Wunden sie mit sich tragen.

Jeder von uns hat seine persönlichen Kämpfe, die er auszutragen hat. Wer verletzt wurde, kommt eine lange Zeit nicht wieder hoch. Wir trauern, wir weinen und wir geben uns unantastbar. Wir merken, dass wir uns verändert haben. Dieser Rückzug bedeutet reinen Selbstschutz und Selbstschutz bringt Misstrauen und sehr oft auch Wut mit sich. Es ist eine Taktik und ein Abwehrmechanismus, mit dem wir versuchen nie wieder so verletzt zu werden!

Ich nehme mich mal wieder selbst als Beispiel: Ich habe gut drei Jahre um eine Beziehung getrauert … war vollgestopft mit Wut und schlechten Gedanken. Ich konnte (wollte) vielen Menschen nicht verzeihen. Ich verkroch mich in mein Schneckenhaus und verwehrte mir selbst so meine Chance auf das Glück, dass irgendwo auf mich warten hätte können.

Mit Leid umzugehen ist eine gewissenhafte Aufgabe und nicht leicht

Eine jede seelische Wunde knabbert an unserem Selbstwert. Und sich damit auseinanderzusetzen ist nicht das selbe, als ein Eis essen zu gehen. Ich weiß noch genau, dass ich mir dessen gar nicht bewusst war. Ich glaubte mein Selbstwert war ok. Alles gut. Ich bin im Reinen mit der ganzen Geschichte und ich bin NICHT wütend. Das man sich als Mensch so viel vormachen kann, war mir gar nicht bewusst.

Kein Mensch kann ewig mit dieser Selbstlüge und mit dieser „Schneckenhaus-Taktik“ leben. Wir dürfen nicht wie Einsiedlerkrebse werden und uns selbst bemitleiden. Alle Verletzungen heilen … nach und nach. Wichtig dabei ist, sich mit seinem eigenen Schatten auseinander zu setzen. Ehrlich zu und mit uns selbst zu sein. Wir müssen unser Selbstwertgefühl wieder herstellen … heilen und das kann niemand ausser uns selbst tun! 

Nur wenn es uns gelingt, sich all diesen schmerzhaften Erfahrungen mutig und voller Entschlossenheit zu stellen, können wir aus dieser Situation als neuer Mensch wieder aufstehen. Die Auseinandersetzung mit unseren Themen die Narben hinterlassen haben, die feindseligen Menschen, die uns langsam und still verletzt haben müssen wir als erledigt sehen können. In eine Schublade packen können und versperren. Diese Arbeit an und mit uns verändert. Man ist danach nicht mehr der selbe Mensch. DU WIRST DADURCH STÄRKER.

Das ist der erste Schritt zur Akzeptanz!

Balsam für meine Wunden war die ehrliche Auseinandersetzung. Das wieder ins Gleichgewicht kommen. Damit konnte ich mich von all dem befreien was so schwer auf meinen Schultern saß und was so viele Jahre so sehr weh tat. Es war eine Entscheidung, mir eine dickere und schönere Haut zuzulegen … eine, die sich nicht so sehr ausgeliefert anfühlte und verletzlich war.

Ich meine jeder Mensch ist auf seine Weise verletzlich. Der eine mehr der andere weniger. Manche wollen es auch nicht zugeben. Ich hasste meine Verletzlichkeit! Für mich war es ein Schwächeakt gegen den ich ankämpfte. Zu mal unsere Gesellschaft auch „verbietet“ Verletzlichkeit zu zeigen. Schwachsinn … das ist heute meine Meinung dazu. Es ist wichtig und macht uns menschlich, unsere zerbrechlichen Teile in uns zu akzeptieren und auch zu zeigen! Wir müssen uns aber auch immer vor Augen halten, dass wir es verdient haben glücklich zu sein … unser Glück zu finden und mit allem Frieden zu schließen.

Ein wichtiges Thema dazu ist die Wut

Wie gesagt, ich war ein zorniges Rumpelstilzchen … voller Wut und Hass. Es brachte mir nichts ausser Kopfschmerzen, Falten und ein Magengeschwür. Und ob wir es glauben oder nich, diese Wut vergiftet das Gehirn, die Denkweise verändert sich.

Die ständige innere Wut sorgt dafür, dass wir die positive Sichtweise auf unser Leben und auf andere Menschen verlieren. Und bitte – wer soll in so einem Zustand seinen Frieden finden und abschließen können? Wie sollen unsere Wunden heilen, wenn wir voller Wut sind? Diese unsichtbaren Wunden würden immer in uns schlummern.

Was zu tun ist, um aus diesem Wutdenken auszusteigen, möchte ich noch mit Dir teilen:

  • Öffnen wir unser inneres Auge um uns selbst wieder Hoffnung zu geben. Es bringt uns nichts, sich immer und immer wieder auf das Leid und auf den Schmerz zu konzentrieren, die unsere Wunden verursacht haben. Diese negativen Gedanken versperren uns den Weg der Möglichkeiten etwas daraus zu lernen!
  • Um das zu erreichen, müssen wir aufhören misstrauisch zu sein. Nicht jeder Mensch will uns verletzen!
  • Gedanken, die sich ständig um Angst und Wut drehen, bremsen uns darin unseren Fokus auf die Zukunft zu legen!
  • Wir müssen unser Gesicht in die Sonne drehen … neue Klarheit und neue Hoffnung finden, und auf neue Projekte zu gehen!

Diese Punkte sind sehr wichtig um abzuschließen zu können. Es wird immer so sein, dass Menschen anderen Menschen im Laufe ihres Lebens Leid und Schmerz zufügen  … Wunden, die sie still hinterlassen und sich dann davonschleichen. Dennoch sollten wir uns immer daran erinnern das wir in der Lage sind, uns selbst zu heilen! <3

Manchmal ist die Art wie wir handeln nur ein Spiegel unserer Wunden.

Ich bin heute glücklich und dankbar, mich intensiv mit meinen „Wunden“ auseinander gesetzt zu haben. Ich habe Frieden gefunden und es kostet mir nur noch ein sanftmütiges Lächeln wenn ich an diese Zeit denke … das Rumpelstilzchen ist Vergangenheit. :-) Der Platz für meine Verletzlichkeit ist geblieben … der Rest ist ein positives, glückliches und zufriedenes Gefühl! <3

Ich wünsche Dir ein Leben ohne Wunden und wenn, dann jede Menge Selbstliebe, die Dich heilt.
Pass auf auf Dich.

Lesezeit: 4 Minuten

Selbstannahme ist ein gar nicht so leichte Sache. Ich finde es ist ein großes Mißverständnis von uns Menschen, dass wir meinen zu glauben, plötzlich alle unsere Fehler und Macken für grandios zu erklären, wenn wir über Selbstannahme reden. Selbstannahme bedeutet lediglich: Annehmen was ist. Wir müssen es nicht gut finden … und wir müssen das auch nicht mögen was gerade ist. Wir müssen es einfach nur akzeptieren. Annehmen dass die Lage und die Situationen nun gerade mal so sind wie sie sind. 

Das schreibt sich so einfach!

Es ist wieder mal ein Herz-Thema von mir und wie ich weiß, auch ein Thema das viele Frauen immer wieder zur „Baustelle“ erklären. Selbst hatte ich lange Zeit enorme Schwierigkeiten damit. Um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen: Ich dachte die meiste Zeit meines Lebens, nicht gut genug zu sein. Ich glaubte mich verstellen zu müssen um angenommen zu werden. Ich konnte (durfte) nicht ich selbst sein. Diese „Art“, die ich an den Tag legte, war eine Art, die mir eigentlich gar nicht entsprach.

Besonders hart war es, als sich einige gesundheitliche Probleme ansammelten. Ein nicht authentisches Schauspiel vorzulegen war anstrengend, machte müde, traurig und auch wütend. Die ganze Wut war natürlich gegen mich gerichtet. Mein Umfeld bekam davon nichts mit. Annehmen was und wie es ist … und dabei noch so tun als wäre nichts und es ist alles toll! Das war kein Zustand der so bleiben durfte …

Was auch immer wir an uns nicht mögen, sei es die Persönlichkeit, die körperlichen Einschränkungen, das Aussehen, unser Körper … solange wir uns dagegen lehnen, desto weniger Chancen haben wir, etwas daran zu ändern.

Selbstannahme verändert Dein Leben

Ich habe mich ewig und drei Tage über meine körperlichen Einschränkungen geärgert. Über meine dadurch entstandene Unsicherheit, manchmal auch Schüchternheit. Was auch immer es für Dich sein mag, sich darüber aufzuregen und zu ärgern bringt gar nichts. Es brachte mich keinen Meter weiter. Ganz im Gegenteil, es zog mich runter und machte mich unglücklich. Ich verschwendete meine ganze Lebensenergie damit, um mich selbst abzulehnen.

Das allergrößte Problem dabei ist, solange wir gegen uns selbst sind, nehmen wir uns jegliche Möglichkeit unseren Zustand zu verändern. Nur wenn wir unseren „IST -Zustand“ bewusst wahrnehmen UND annehmen, können wir ihn auch aktiv verändern! Selbstannahme ist die Grundlage jeglicher Veränderung! 

Das konnte ich nach und nach lernen. Ich habe gelernt, dass es sich IMMER lohnt, authentisch zu sein und einfach das zu zeigen und zu sagen wonach mir ist. Das tun was ichwill … auch wenn es manchmal nur auf einem Bein passiert. Und zwar, ohne es zuerst durch unzählige „Filter“ laufen zu lassen und zu analysieren ob ich ja bei niemanden ein „schlechtes Bild“ erzeuge oder gar anecke. Es war ein langer Prozess den ich durchlebt habe und um ganz ehrlich zu sein – ich bin noch nicht ganz am Ziel. :-)

Das menschliche Bedürfnis ist sich gut zu fühlen

Sich emotional, physisch und mental gut zu fühlen ist unser aller Wunsch. Dazu brauchen wir unser Bewusstsein. Unser Bewusstsein schenkt uns die Klarheit, wie wir unsere Welt um uns herum und in unserem Inneren wahrnehmen. Mit einem gesunden Level an Bewusstheit sind wir im Großen und Ganzen in harmonischem Einklang mit der Realität. Das Level an Bewusstheit entsteht durch alle Einflüsse und Erfahrungen, die wir im bisherigen Leben aufgesammelt haben. Alle unsere Gefühle und Entscheidungen bzw. Handlungen werden von unserem Bewusstsein bestimmt.

Ein klassisches Beispiel dafür: Vielleicht gab es Personen, die Dir ständig vorgesagt haben, dass Dinge wie Geld, materielle Dinge und Macht entscheidend für Deinen Wert als Mensch sind. Du wirst es solange glauben, bis Du andere Erfahrungen darüber gemacht hast. Und an dieser Stelle, verändert sich Dein Bewusstsein. 

Was ich damit sagen will ist, Du musst Dir bewusst machen

  • was Du an Dir selbst alles ablehnst,
  • es so annehmen ohne Dich selbst deswegen weiterhin fertig zu machen,
  • um Dich dann anschließend in kleinen Schritten zu verändern … bis daraus Selbstliebe wird. <3

Wie erreichst Du das?

Ich halte ja eine Menge davon, viel zu lesen und sich weiter zu bilden und auch zu fordern, aber ich glaube es ist noch niemanden gelungen, sich in mehr Selbstannahme zu „Denken“. Denn das Denken macht nur einen kleinen Teil unseres Bewusstseins aus.

Ein wesentlich größerer Teil ist das „Fühlen“. Um wirklich unsere Gefühle in uns selbst zu verändern, also dass wir wirklich unsere Selbstannahme spüren, und sie uns nicht nur einreden, ist es unerlässlich ins Handeln zu kommen. Es geht dabei darum, aufmerksamer in bestimmte Situationen zu treten, in denen Du Dich unwohl fühlst. Ich weiß … es gibt Angenehmeres. Aber je weiter Du Dich selbst erforscht und Du Dich damit auseinandersetzt, desto schneller wirst Du in der Lage sein, Dich selbst annehmen zu können. Auch wenn es da Dinge gibt, die Du gerne an Dir ändern möchtest, wirst Du sie schlussendlich als ein Teil von Dir akzeptieren.

Du wirst diese Dinge, und damit auch Dich, in einem ganz anderen Licht sehen. Einem positiven Licht. Dein Denken wird sich positiv verändern, weil es um Dich geht! So ist der erste Schritt zur Selbstannahme getan. Leider sind es immer die unangenehmen und intensiven Situationen, in denen sich die Selbstverurteilung und die Unsicherheit blicken lassen. Aber dadurch können wir sie erkennen und effektiv mit ihnen umgehen!

Fazit

Mit etwas Übung und konstantem Verlassen Deiner „Komfortzone“ wirst Du Deine Einstellung Dir gegenüber nachhaltig verändern können. Du wirst ein authentisches Leben führen. Du wirst Dich nur dann nach anderen richten wenn Du es wirklich möchtest. Du wirst Deine Fehler, Deine Macken, Deine äusserlichen oder gesundheitlichen Probleme zwar noch immer nicht toll finden (wie gesagt, das musst Du auch nicht). Doch Du hast sie angenommen weil sie zu Dir gehören und Dich zu dem machen, was Du bist … ein sicher wunderbarer Mensch. <3

Und noch etwas: Deine Selbstannahme findest Du niemals, in der Meinung der Anderen!

Ich wünsche Dir bei Deiner Weiterentwicklung viel Spaß, einige unangenehme Situation … >lach<, ja gemein ich weiß, aber sie sind dafür notwendig, um weiter zu kommen. Und letztendlich ein besseres Leben.

Ich freu mich immer über ein Feedback, geteilt darf natürlich auch ganz fleißig werden und noch mehr freue ich mich wenn Du mich wieder besuchst … ich bin da.

Lesezeit: 3 Minuten

Gute Gespräche oder einen aufmerksamen  Zuhörer zu haben, wirken oftmals wie ein Pflaster für unsere Seele. Mit Sicherheit hast auch Du Dir schon mal die Seele frei geredet ohne eine Pause zu machen. Ein gutes Gefühl umgibt uns danach, und so manche Probleme fühlen sich nach unserer „Seelenausschüttung“ plötzlich gar nicht mehr so schlimm an. Negative Emotionen können durch aufmerksames Zuhören geglättet werden.

Ich habe Menschen schon immer beneidet, die sich hinsetzen konnten und sich einfach alles von der Seele zu reden … egal wer vor ihnen sitzt. Schwieriger wird es für Menschen, die sehr introvertiert sind und die sich nur sehr schwer jemandem anvertrauen können bzw. auch möchten! Dabei würde es manchmal unsagbar gut tun. Bevor ich die Erfahrung gemacht habe, dass reden gar nicht so „gefährlich“ ist, war ich auch jemand, der alles mit sich alleine ausgemacht und auch alles hinunter geschluckt hatte. 

Sich alles von der Seele reden habe ich erst in der Therapie kennen gelernt. Zu Beginn war es keine Seltenheit, dass ich eine ganze Stunde einfach nur dagesessen habe und kein Wort über meine Lippen brachte. Es gab maximal ein ja, nein oder ich weiß es nicht von mir zu hören. Nicht dass ich nicht wollte … ich konnte es einfach nicht. Ich schämte mich über Dinge zu sprechen die privat waren und die ausschließlich für mich von Bedeutung waren!

Die positive Wirkung eines guten Gespräches

Heute bin ich sehr dankbar reden „gelernt“ zu haben. Und ich bedanke mich bei so manchem Therapeuten, der es mit mir nicht leicht hatte. Sich etwas von der Seele reden ist nicht nur so ein gängiger Spruch, der schnell mal verwendet wird, sondern er hat tatsächlich eine positive Wirkung auf uns. Negative Reaktionen können dabei nachweislich abgeschwächt werden! Gerade in der Psychotherapie, wo es um die Verarbeitung verschiedenster Emotionen und Situationen geht, die nicht immer nur negativ sein müssen, wird dem Gespräch und dem Zuhören eine angemessene Aufmerksamkeit geschenkt.

Die positive Wirkung eines guten Gespräches ist immer der Ausdruck der Befriedigung eines wichtigen Grundbedürfnisses nach Bindung und Nähe. Die Empathie des Gegenübers und das Gefühl, endlich gehört und verstanden zu werden, wirkt sich unmittelbar positiv auf uns aus.

Also wenn wir im Moment unserer Gespräche achtsam sind … ganz bei der Sache sind, reden aber auch zuhören … offen für alle Eindrücke und Gedanken sind, die da plötzlich auftauchen, wird uns das sehr helfen über unsere Stimmung unsere Gefühle und über eine Situation anders zu denken.

Wenn uns etwas so sehr auf der Seele liegt und unbedingt raus muss!

Als hätte jemand einen Schleier über die Welt gelegt. Alles erscheint unklar. Das Unwohlsein ist mehr als nur eine schlechte Laune des Tages. Das negative Gefühl, dass wir mit uns herum schleppen ist ein Zeichen dafür, Unausgesprochenes loszuwerden. Jeder von uns hat ja so seine Strategien, wie er seine schlechte Laune bei Seite schieben kann. Wenn wir durch dieses „drückende“ Gefühl den Anforderungen des Alltags nur mangelhaft gerecht werden und wenn wir eine Antriebslosigkeit in uns verspüren ist es an der Zeit sich eine Bezugsperson zu suchen, die Verständnis für die gegenwärtige Situation mitbringt.

Für die meisten ist es eine gute Freundin, Schwester oder die Mutter, wo man auch sicher sein kann diesen Satz wie: „Komm, jetzt reiß Dich mal zusammen …“ nicht zu hören. Eine Aussage, die für jede Frau  (Menschen) deplatziert ist, wenn etwas auf der Seele drückt! Manchmal ist allerdings das Leid so groß oder eine Situation so festgefahren, dass die betroffene Person professionelle Hilfe (einen Therapeuten) braucht.

Das die Suche nach einem passenden Therapieplatz nicht immer einfach ist, ist leider auch amtlich. Lange Wartezeiten oder auch der erste Eindruck des Therapeuten kann schon Grund genug für einen „Rückzug“ sein! Dabei können Freunde und Familie aber sehr unterstützend einwirken.

Eine Therapie hilft, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse im Mittelpunkt zu stellen

In der Therapie werden die Wünsche des Therapeuten komplett zurückgestellt. Er widmet sich mit seiner vollen Aufmerksamkeit und Empathie dem Betroffen. Eine sehr emotional entlastende Situation … für jeden der etwas sagen möchte. Ich habe es damals so empfunden und kaum glauben können, dass es da wirklich jemanden gibt, der mich als Person unvoreingenommen wahrnimmt! 

Ich würde es heute so beschreiben: Es ist so ähnlich wie bei einem kleinen Kind … es fällt ihm leichter etwas zu basteln, wenn jemand dabei zuschaut! „Helfer“ im Hintergrund sozusagen. Sie helfen ohne dabei wirklich etwas zu tun. Einen Teilhaber für sein Leiden oder für Situationen zu haben, kann einem das Gefühl geben, einen Teil der Last abzugeben. Die Last geschmeidiger zu machen. 

Für einen Therapeuten, sind jedoch unsere belastenden Gefühle wie Angst, Trauer, Wut oder Hilflosigkeit und Schmerz sehr anstrengend und intensiv. Für uns hingegen ist das Gefühl ähnlich zu vergleichen mit einem Luftballon. Wir lassen die Luft raus indem wir darüber reden. Das Resultat ist, dass die negativen Emotionen deutlich an Intensität verlieren. <3 Danach fühlen wir uns so, als würden wir ein „Pflaster“ auf unserer Seele tragen.

Es gibt aber auch Momente, da will man nicht reden sondern nur in den Arm genommen werden, um zu spüren, was Worte nicht ausdrücken können … Beides kann ich nur empfehlen!

Ich wünsche Dir viele hilfreiche, aufmerksame und ehrliche Gespräche wann immer Du sie nötig hast!
Pass auf auf Dich.

Lesezeit: 6 Minuten

Wird eine Krankheit diagnostiziert, ist das für jeden Betroffenen häufig ein Schock. Es bedeutet, sein Leben neu zu gestalten … nach der Krankheit zu strecken. Es kann passieren, dass vieles nicht mehr so wie früher sein wird. Es bedeutet in ein neues Leben einzutauchen, dass von langwierigen Therapien, Schmerzen und vielen Unsicherheiten gepflastert ist. Ein Leben mit einer „unsichtbaren“ Krankheit oder chronischen Krankheit, wie ich auch sagen könnte, wird sehr oft von unserer Gesellschaft belächelt. Die Aussage „Du hast doch gar nichts …“ ist dabei keine Seltenheit.

Einleitung

Ich habe etwas überlegt ob ich diesen Artikel schreiben soll, muss, möchte? Denn in der Regel berichte ich lieber über positive Dinge oder schreibe über Themen die zwar nicht immer schön und angenehm sind, aber dennoch immer einen guten Ausgang finden … setzt man sich damit bewusst auseinander.

Nun, ich weiß aber auch dass es eine hohe Zahl an Frauen (sicherlich auch Männer, aber sorry – ich schreibe nun mal für Frauen >zwinker<)  gibt, die ein Leben mit chronischer Erkrankung führen. Unsichtbar für Aussenstehende … Tage, die schmerzerfüllt sind und es auch dauert, bis man sich davon wieder erholt hat.

Eine „unsichtbare“ Erkrankung ist anders als zwei gebrochene Arme. Eingegipst und in der Schlinge tragend. Keiner würde je auf den Gedanken kommen zu sagen: „Hey, Du trägst das sicher zum Spaß, und Schmerzen hast Du sicher auch keine …“ Ein gebrochener Arm ist offensichtlich und kein Mensch würde es in Frage stellen! Anders ist es meist bei chronischen Leiden. Ich muss an dieser Stelle ganz klar sagen, dass eine chronische Erkrankung auch immer Wut, Angst aber auch Verzweiflung mit sich bringt. Man steht plötzlich Problemen gegenüber, über die man sich in seinem gesunden Leben niemals Gedanken gemacht hat.

In den letzten Wochen bin ich selbst, auch als Betroffene, mit ähnlichen Aussagen konfrontiert worden. Deshalb finde ich es nicht verkehrt, ganz offen über dieses Problem und über die Angst, den Rest des Lebens mit einer chronischen, unsichtbaren Erkrankung zu leben, auch zu sprechen.

„Du hast doch gar nichts …“

Oder stell Dich nicht so an … das kennst Du vielleicht, wenn Du ein Leiden mit Dir herumträgst, dass für andere nicht unbedingt sichtbar sein muss! Wie ich oben schon angeführt habe, ein gebrochenes Bein, das Gehen an Krücken oder eine sichtbare Narbe lassen es erkennen. Man ist krank, fühlt sich nicht gut oder ist in der Genesungsphase. Punkt. Wie sieht es aber bei chronischen Schmerzen aus? Einer labilen Psyche? Selten erkennt man das Problem zudem man als Betroffener ein Meister der „Vertuschung“ geworden ist. Und was nicht offensichtlich ist, ist für viele Menschen einfach nicht da. Nichts davon existiert.

Ich bezeichne mich jetzt mal als noch einigermaßen „jung“. Ich sehe gesund und manchmal sogar richtig frisch und zum Bäume ausreißen aus! Aber wie so oft, trügt der Schein. Auch ich gehöre zu den Menschen, die an unsichtbaren chronischen Krankheiten leiden. Wobei ich sagen muss, dass „leiden“ für mich nicht so richtig passt. Mir ging es auch schon viel schlechter als heute und ich komme im Moment ziemlich gut klar damit.

Einer meiner „unsichtbarer Begleiter“ hat den Namen Fibromyalgie und ich bin eine Borderlinerin. Beides wurde erst sehr spät diagnostiziert, obwohl die Anzeichen schon seit meiner Kindheit da waren. Fibromyalgie ist ein Muskelfaserschmerz der sich im ganzen Körper absetzen kann. Bei mir speziell ist es  die Druckschmerzempfindlichkeit. Sehr oft so schlimm, dass ich nicht mal die Bettdecke in der Nacht ertragen kann. Über Borderline aufzuklären, würde hier auch den Rahmen sprengen, da es eine seh große Bandbreite von Symptomen dieser Krankheit gibt und diese auch unterschiedlich „gelebt“ werden. Es sind jedenfalls für den Laien unsichtbare Krankheiten.

Ein mühseliger Weg zur Diagnose

Nicht nur das man an sich selbst zweifelt, sondern auch die Ärzte nehmen einen nicht immer ernst, wenn es um Schmerzen und eigenartiges Empfinden geht. Alles wird zunächst auf die Psyche geschoben. Alles wird auf den seelischen Zustand geschoben. „Alles in Ordnung … oder nur Einbildung …“. Daher war es ein sehr langer Weg bis zum endgültigen Befund. Selber weiß man dass sich etwas im Körper abspielt das nicht so ist wie es sein sollte. Die Kraft und die Ausdauer reicht oft für viele nicht aus um dran zu bleiben und nicht locker zu lassen um endlich zu wissen was eigentlich los ist.

Als ich noch meinen Job arbeitete, ging es mir in der letzten Zeit sehr oft schlecht. Stress der mich zuvor immer in Höchstform brachte war plötzlich pures Gift für mich. Der Verantwortung war ich nicht mehr gewachsen. Der Körper war stets anderer Meinung als ich. An ein gewisses Schmerzlevel habe ich mich in der Zwischenzeit gut gewöhnt. Oder besser gesagt, man arrangiert sich damit. Der Körper tut immer irgendwo weh und sehr oft bewege ich mich wie eine alte Frau, worüber ich in der Zwischenzeit schon scherzen kann. :-)

Worum es aber in Wahrheit geht

Nur Menschen die mich sehr sehr gut kennen und das sind nicht viele, kennen mir meine Schmerzen und die Krankheiten dahinter an. Ein Fremder wird es weder beim zweiten noch beim dritten Blick erkennen. Und deswegen wird man auch nicht ernstgenommen, wenn man sich mal erlaubt zu sagen, dass es einem grad nicht so besonders gut geht. In der Regel behalte ich es auch lieber für mich, schließlich ist meine Passion eine andere als jammern!

Leider ist es aber so, dass Leute sehr gerne ohne nachzudenken ihre Meinung abgeben. Oftmals auch ohne um sie darum zu bitten, oder noch schlimmer, sich „laut“ Gedanken machen über einen, wenn man gar nicht anwesend ist! „Die hat doch gar nix …  Theater um nichts … sie steht gerne im Mittelpunkt …“ nur um ein paar Beispiele zu nennen. Aussagen die natürlich verletzend sind wenn man sie zu hören bekommt.

Chronisch krank zu sein bedeutet nicht, dass wir „markiert“ durch die Welt laufen müssen. Das gilt genauso für an Diabetes Erkrankte, depressive Menschen, Menschen, die unter Angstzuständen leiden und vieles mehr. Es wäre schon in Ordnung, ernst genommen zu werden  ohne sich erklären zu müssen …  es wär eine imense Erleichterung für alle Betroffenen.

Es  ist schwierig jemandem zu erklären, der keine Ahnung hat und sich das auch nicht vorstellen kann, was es bedeutet, jeden Tag mit Schmerzen zu erwachen, ständig müde zu sein, während man nach außen lächelt, und so tut als sei alles in Ordnung.

Als chronisch kranker Mensch, geht man oft jahrelang an seine körperlichen und emotionalen Grenzen um den Anforderungen unserer Gesellschaft zu entsprechen. Ich habe das getan, bis ich merkte dass ich dabei kaputt gehen würde.

Beruflicher Erfolg oder doch lieber die Gesundheit?

Es gibt Menschen, ich ebenso, die haben sich immer über ihren Beruf definiert. Man immer zum Besten erfüllt was von einem verlangt wird und darüber hinaus. Es ist keine schöne Sache wenn man sich eingestehen muss, dass seine Leidenschaft plötzlich nur noch als Last empfunden wird! Dem nicht mehr gerecht werden kann, da der Körper und der Geist einen anderen Weg eingeschlagen haben. Ich habe die Anzeichen meiner Krankheit völlig missachtet und spielte mit meiner Gesundheit. Bis ich für die Firma durch die vielen, nicht mehr kalkulierbaren Krankheiten, nicht mehr verlässlich einsatzfähig war. Ich hatte auch die Garantie erhalten, dass mir meine Schmerzen erhalten blieben. Mein Alltag musste sich verändern.

Ich entschloß mich für meine Gesundheit und gegen den beruflichen Erfolg. Ich bin die Leiter hinunter gestiegen, musste mich in allen Dingen verkleinern und zurückstecken,  etwas wofür ich mich die ersten Jahre fürchterlich geschämt habe! Ich fühlte mich als große NULL. Für Außenstehende wirkte ich gesund, was mir auch immer wieder gesagt wurde.

Ich sah die Menschen in meinem Umfeld, die an mir vorbeizogen. Die ihre Leistung brachten. Erfolgreich waren … sich etablierten und mit ihren Familien in schönen Häusern lebten. Während man selbst die erste Zeit im Krankenhaus verbringt und danach zu Hause am Bett liegt und versucht mit den körperlichen und seelischen Schmerzen klar zu kommen.

Es ist schwer wieder Fuß zu fassen, es ist schwer seine Freizeit zu gestalten, es ist schwer eine Partnerschaft zu führen oder Menschen zu finden, die einen so akzeptieren, wie man nun mal ist. Und am allerschwersten ist es, sich dabei selbst zu lieben! Das größte Problem ist man wie so oft selber …

Materielle Güter lösen vergängliche Glücksgefühle aus

Yep – das ist mir heute bewusst. Viel zu viele Menschen legen sich diese „Fesseln“ selbst an. Sie schwimmen mit dem Strudel mit. Viel zu viele Menschen ordnen sich einem System unter, welches ihnen nicht gut tut. Ich habe mich für meine Gesundheit und gegen eine bessere  Firmenposition entschieden … gegen ein noch besseres Gehalt.

Heute richte ich mein Leben nach mir und meiner Krankheit und nicht nach den Zahlen fremder nichts ahnender Menschen!

Ich akzeptiere es, wenn ich einen Tag nicht so „kann“ wie ich gerne wollte. Ich lege mein Tempo fest und bestimme den Rhythmus ohne in ein System zu rutschen in dem ich gezwungen werde. Auch wenn es für viele nicht den gesellschaftlichen Regeln entspricht, was aber deren Problem ist und nicht meines. Das was ich heute mache wird nicht bezahlt, aber es erfüllt mich mit Freude. Es lässt mich meine Erkrankung und Nebenerkrankungen besser akzeptieren, weil ich Zeit habe mich um sie zu kümmern! 

Natürlich hasse ich die Tage, an denen ich das Sofa nicht verlassen kann, ich weiß aber auch, dass je mehr ich mich dagegen wehre, es nicht besser werden wird. Und wenn heute wieder jemand der Meinung ist „Die hat doch gar nix …“ dann lass ich diese Meinung genauso stehen.

Eine chronische Erkrankung bringt leider viele Folgeerkrankungen mit sich. Man muss lernen mit physischen sowie psychischen Einschränkungen umzugehen. Und immer wieder muss man sich aus einem vorbeiziehenden Tief wieder hochrappeln und weiter machen. Doch eines ist ganz sicher, das Leben belohnt auf eine andere Art und Weise. <3

Dein Körper kann fast alles schaffen. Es ist Dein Geist, den Du nur überzeugen musst.

Lesezeit: 3 Minuten

Wir fühlen uns manchmal so deprimiert, dass uns das Leben einfach nur noch leer und unsinnig erscheint. Ich sehe es als einen Erschöpfungszustand, bedingt durch unsere Traurigkeit, der ohne um Erlaubnis zu fragen bei uns einzieht. Werden wir gefragt was eigentlich mit uns los sei, ist die Antwort: „Ich bin nur müde“ Obwohl wir eigentlich traurig sind. Das sind Gefühle und Emotionen die uns Frauen nur allzu bekannt sind. 

Traurigkeit, wie lange wirst Du bleiben?

Gerade die „trostlosen“ Tage lösen manchmal in uns etwas aus. Ohne Grund, es fehlt die Sonne, dass Licht das uns hilft, unsere Gedanken positiv zu halten. Traurigkeit kann selbstverständlich sehr viele Ursachen haben. Wenn wir zum Beispiel einen Verlust erlitten haben, wenn wir ein Ereignis negativ bewerten, oder wenn wir ein bestimmtes Ziel eben nicht erreicht haben. Gründe gibt es unzählige! Es ist ein Gefühl das uns allen vertraut ist und immer wieder mal in unserem Alltag vorkommt.

Ich war früher sehr oft traurig … ich machte mir viel zu viele Gedanken um zu viele Dinge, die ich in Wahrheit sein hätte lassen sollen. Ich nahm alles sehr persönlich und das machte mich hilflos und traurig. Es war ein Zustand der mich auch sehr müde machte! Wenn ich nach dem „Warum“ forschte und im Internet nach Erklärungen von Traurigkeit suchte,  schleuderte mir Mr. Google sofort das Wort Depression vor meine Augen.

Traurig zu sein, bedeutet aber nicht immer unter einer Depression zu leiden! Diese, ich nenne es mal „gedrückte Grundstimmung“, hat auch oft ein seelisch schmerzliches oder aussichtsloses Ereignis hinter sich. Das kann die Lebensfreude richtig dämpfen und zu einer Lebenskrise führen. Bei mir traf Letzteres zu und das stürzte mich in Wellen immer wieder kehrender Traurigkeit, was mich sehr müde machte.

Diese Phasen gehören zu unserem Leben

Phasen der Traurigkeit gehören aber leider zu einem normalen und gesunden Leben dazu. Es ist keine Krankheit und sollte auch nicht sofort als Depression bewertet werden! Traurigkeit sollte als Fähigkeit gesehen werden, sich mit aussichtslosen oder belastenden seelischen Ereignissen, auseinanderzusetzen.

Erst dann wenn man eine unendliche anhaltende Niedergeschlagenheit und Traurigkeit verspürt und ein massiver Erschöpfungszustand in den Vordergrund tritt, ist das ein Zeichen dafür, dass eine krankhafte Ursache für den Gemütszustand verantwortlich ist.

Wir lassen uns manchmal viel zu oft von außen beeinflussen und vergessen dabei, dass Traurigkeit und Depression nicht dasselbe sind. Solange es nicht unser Leben dirigiert! Und so paradox es jetzt vielleicht klingen mag … aber diese Traurigkeit hilft uns zu wachsen und vorwärts zu kommen. Wir sollten unsere Traurigkeit also nicht unbedingt als bedrohlich ansehen.

Aber warum fühlen wir uns so müde wenn wir traurig sind?

Wie ich ja gleich zu Beginn geschrieben habe, sagen wir Frauen nicht „ich bin traurig“ wenn uns jemand anspricht, sondern „ich bin nur müde …“. Diese Aussage bedarf keiner weiteren Erklärung, die uns eventuell unangenehm sein könnte. Der Weg zum Arzt wird nichts bringen da physisch alles in Ordnung sein wird. Es ist tatsächlich so, dass manche Gefühlslagen keine „Medizin“, sondern einfach nur Licht, Sonne, frische Luft und Zeit benötigen.

Traurig zu sein zieht uns eine Menge Energie ab. Sie macht aus uns ein „müdes Bündel“. Der Umgang mit anderen Menschen ist anstrengend. Der Lärm unserer Außenwelt stört uns und ich kann mich noch gut erinnern, mir war eine einsame Ecke lieber als das allgemeine Chaos auf den Straßen. Dieses Sparprogramm in unserem Körper ist aber auch sehr nützlich und hat seinen Zweck:

Es regt die Selbstwahrnehmung an. Unser Köpfchen sagt uns, dass es an der Zeit wäre stehenzubleiben. Innezuhalten und nachzudenken. Wir sollten bestimmte Aspekte in unserem Leben reflektieren!

Traurigkeit verdient Deine Aufmerksamkeit

Traurig zu sein bedeutet, dass wir uns für eine kurze Zeit müde und isoliert fühlen werden. Das ist vollkommen in Ordnung. Traurigkeit können wir nicht mit Vitaminen vertreiben, wir müssen zum wahren Kern unseres Problems vordringen. Deine Traurigkeit verdient in diesem Moment Deine vollste Aufmerksamkeit und Du darfst ihr auch erlauben, etwas länger zu bleiben.

Es ist sehr wichtig diese Emotionen anzunehmen, stehen zu bleiben und darauf zu schauen, was uns traurig macht. Unseren Verstand unklar erscheinen lässt oder uns beunruhigt. Tun wir das nicht, wird die Traurigkeit wachsen und dann hat Dr. Google recht mit seinem Vorschlag „Depression“. Wenn wir aber mit diesem Gefühl arbeiten, können wir als Mensch wachsen!

Sieh die Traurigkeit als Deine innere Stimme

Zusammenfassend möchte ich noch sagen, dass es immer wieder Abschnitte in unserem Leben geben wird, in denen die Müdigkeit mehr emotionaler als körperlicher Natur sein wird. Deshalb sollten wir die Traurigkeit nicht sofort als eine zu behandelnde Erkrankung sehen. Sehen wir sie als eine innere Stimme, der wir zuhören müssen! Sie ist eine wertvolle und sehr nützliche Emotion, die wir nutzen können, um daran zu wachsen .

Traurig sein liegt zwar nicht gerade im Trend, aber ich habe für mich festgestellt, dass mir die Traurigkeit in meinem kreativen TUN hilft. Aus ihr entstehen Texte, Impulse, Bilder und Ideen. Wenn ich mich „traurig“ sein lasse, ist das eine unerschöpfliche Quelle für mich. Wir können uns im „Traurigsein“ sehr nah sein. <3

Ich wünsche Dir wenig Traurigkeit … und falls sie doch mal vorbeischaut, hör ihr zu was sie zu sagen hat.

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Es sind immer wieder die sensiblem und gleichzeitig gütigen Menschen, die alles aus ihrem Herzen heraus tun. Ziemlich oft sind es aber auch gerade die, deren Seele voller Narben besteht. Trotzdem, oder gerade deswegen, schaffen sie es unser Leben zu bereichern. Denn Sensibilität und Güte ist nicht nur eine „Art“ zu sein … es ist auch eine Art zu leben und Erfahrungen zu teilen.

Ich hatte zum neuen Jahr einen Wunsch von meiner italienischen Freundin aufgefangen, der mich immer wieder einholt. Sie sagte und postete es auch: „Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder zu mehr Sensibilität finden könnten und gleichzeitig gütiger und nachsichtiger werden, auch wenn das Leben es nicht immer gut meinte mit ihnen …“. Ein schöner Wunsch von einer Frau, die so viel Güte und Sensibilität ausstrahlt, obwohl sie auf Grund ihrer Erfahrungen auch anders denken könnte.

Gütige, sensible Menschen bestärken andere

Es gab und wird immer Personen geben, die Gültigkeit und Sensibilität kritisieren. Es als ein Zeichen von Schwäche und Naivität ansehen und die Vorteile, die diese Stärken tatsächlich beinhalten, nicht sehen! Die Mehrheit lässt uns glauben, dass diese Einstellung uns weniger stark, entscheidungsfähig und effektiv macht. Diese Menschen sehen nur eines: ärmlich, mittelmäßig, verwundbar und schwach.

Eine Aussage ist mir ebenso in Erinnerung geblieben. Es wurde mir gesagt, dass die guten Menschen von heute ein „Fehler der Natur“ sind … ohne Worte oder? Dabei ist es doch so, dass wir uns gut fühlen wenn wir Dinge für andere Menschen tun können, weil wir merken sie stecken in einer Phase in der sie für jedes Lächeln dankbar wären!

Güte kann durch verstehende Blicke, ein ehrliches Handeln und all die Weisheit, die durch Nähe zum anderen entsteht, ausgedrückt werden. Ein sensibler Mensch zu sein und sich mit den Menschen um uns herum zu verbinden und emphatisch aufzutreten, eröffnet uns eine Welt voller angenehmer Emotionen!? Davon bin ich überzeugt.

Güte … was ist das eigentlich genau?

Über Sensibilität habe ich ja schon mehrmals geschrieben, weil ich der Ansicht bin, dass es ein wichtiges und für viele Frauen nicht immer einfaches Thema ist. Meine Sensibilität hat mir nicht immer nur Gutes eingebracht …

Über Güte wird ja nicht gerade soviel geredet und geschrieben. Irgendwie klingt dieses Wort „veraltet“. Viele verbinden es mit Glauben und Kirche. Ja, kann sein … aber es steckt wesentlich mehr dahinter. Ich habe zu Beginn von meiner Freundin geschrieben, deren Wunsch mich ja eigentlich zu diesen Beitrag angeregt hat. SIE ist eine Person, die über ein unerschöpfliches Maß und Vorrat an Güte zu verfügen scheint!

Vielleicht kennst Du ja auch so jemanden, der jeden Menschen freundlich und strahlend, immer mit einem ehrlichen Lächeln im Gesicht, begegnet. Die Herzenswärme ist immer zu spüren und man kann sie nicht in Worte fassen! Ihre gesamte Art sorgt dafür, dass wir immer gerne in deren Nähe dieser Mensche sind. Jeder der einen solch gütigen sensiblen Menschen kennt, wird nun sicherlich gerade an ihn denken müssen und wird sich darüber freuen, ihn zu kennen. :-) Mir geht es ebenfalls so.

Und trotz der vielen Assoziationen ist es nicht einfach, genau zu definieren wie sich Güte äußert. Oft spürt man es einfach. Und in manchen Situationen offenbart sich die Güte im Charakter eines Menschen. Wir leben alle in einer Ellbogengesellschaft. Wer erfolgreich sein und sich durchsetzen will, sollte nicht all zu viel Rücksicht auf den anderen nehmen. Für Güte scheint in unserer Welt echt kein Platz mehr zu sein. Jedenfalls erlebe ich das immer wieder und da fängt das Problem auch schon an.

Güte ist eine schwer greifbare Zielsetzung

Nur um ein Beispiel zu nennen, ist Hilfsbereitschaft sehr leicht und direkt beobachten. Die Güte hat es da nicht so einfach. Sie ist komplexer. Klarheit und Erklärungen finden wir in den häufigsten Synonyme die im Sprachgebrauch immer wieder verwendet werden. Wie zum Besispiel

  • Liebenswürdigkeit
  • Wärme
  • Barmherzigkeit
  • Geduld
  • Freundlichkeit
  • Wohlwollen

um nur ein paar zu nennen. Güte ist aus verschiedenen Eigenschaften und auch Verhaltensweisen zusammengesetzt. Güte ist eine Kombination aus all den oben angeführten Eigenschaften! Und genau DAS macht es so schwer Güte zu finden. Ich bin überzeugt, dass die eigene Einstellung und Denkweise dafür sorgt, dass wir Güte nur noch so selten wahrnehmen. Wir sehen nur noch die großen Ereignisse die durch die Medien gehen und beeindrucken. Dabei werden die kleinen, faßt schon normalen Gesten, die ebenso von Güte zeugen, ignoriert.

In jeder Persönlichkeit steckt auch eine Stückchen Güte!

SIE ist nicht ausgestorben. Wir müssen nur wieder lernen SIE zu erkennen und zu leben. Was dabei fantastisch ist, ist dass ehrliche wahre Güte ausschließlich von innen kommt und weder vorgetäuscht oder gespielt werden kann! Denn wer das versucht wird meist sehr schnell enttarnt und macht sich damit sicherlich keine Freunde.

Güte ist in unserer Persönlichkeit verankert. Allerdings kann sich der Charakter mit der Zeit verändern. Dafür gibt es wie für alles in unserem Leben einen Auslöser. Ich werde heute nur das positive Beispiel nennen. Jemand der große Güte erleben hat dürfen, nimmt diese oftmals an und zeigt sich selbst in der Zukunft gütiger seinen Mitmenschen gegenüber. Ich konnte schon sehr oft beobachten, dass Menschen die früher nur an sich selbst gedacht haben, plötzlich anderen unter die Arme greifen anstatt sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Sie wurden und blieben freundlich anstatt wie ein „Giftfrosch“ herum zu hüpfen …

Güte ist also keine Einmaligkeit, sondern eine Frage unserer Persönlichkeit und die lässt sich ändern. Zwar nicht von einen Tag auf den anderen aber Schritt für Schritt. Alles braucht seine Zeit.

Die Liebe hat zwei Töchter … Die Güte und die Geduld >zwinker<

Wenn wir gerne mehr Güte „versprühen“ möchten, sollte das allerdings immer aus eigenem Antrieb heraus geschehen. Nur wenn Du anders auf andere Menschen zugehen möchtest, wird es Dir gelingen Dein Verhalten auch langfristig zu ändern. Gütig zu sein bedeutet vor allem eines: Anderen Menschen mit seiner Art etwas Gutes zu tun. Wer versucht aus Eigennutz gütig zu sein (sich einen Vorteil zu erhoffen) führt den Gedanken jedoch ad absurdum!

Sehe das Gute in anderen Menschen

… Dann wirst auch Du Energie und Freude daraus ziehen können. Herauszufinden was einen Menschen liebenswert und wertvoll macht ist ein wunderbares Tun. Das alleine reicht aber nicht ganz. Genauso wichtig finde ich es diese positiven Beobachtungen auch in Worte zu fassen und als wertschätzende Anerkennung auszusprechen. Jemanden zu haben der immer ein ehrliches Kompliment auf den Lippen hat, ist zum Beispiel ein gutes Indiz dafür, dass es sich dabei um einen gütigen Menschen handelt. :-) Wahre Güte bedeutet auch respektvoll zu bleiben, wenn jemand mal einen Fehler gemacht hat und sich nicht immer nur vorbildlich verhält.

Wenn Du in der Lage bist, die Emotionen und Wünsche anderer Menschen zu verstehen, trägst Du einen, den wichtigsten, Faktor der Güte auszeichnet in Dir! Die Empathie zeigt sich dadurch dass Du weißt, wie sich Deine Mitmenschen fühlen, was sie belastet und wie Du ihnen in der aktuellen Situation behilflich sein kannst.

„Geduld ist eine Tugend …“ jeder der mich regelmäßig am Blog oder auf Facebook besucht, weiß dieser Satz gehört MIR. Ich mag ihn einfach, weil ich mich selber immer wieder dabei erwische, dass ich mit den Finger auf der Tischplatte klopfe. :-) Ich erlebe immer wieder, wie gütige Menschen sich kaum aus der Ruhe bringen lassen. Sie sind gerne dazu bereit jedem die Zeit zu geben, die er braucht. Ein Grund weshalb Güte für mich so anziehend und sympathisch wirkt. Denn jemand der bereit ist mir Zeit zu schenken, gibt mir damit ein wertvolles Geschenk! In dem er Geduld zeigt, zeigt er mir/uns, dass wir wirklich geschätzt werden und das sich „Warten“ immer lohnt! <3

Gute Menschen gehen nicht von der Bosheit anderer aus. Ein gütiger Mensch macht andere glücklich … aber noch glücklicher macht er sich selbst … Ich finde es ist wichtig über dieses Thema nachzudenken. 

Ich hoffe ich konnte Dich mit diesem Beitrag inspirieren. Vielleicht passte er ja für einen Menschen, bei dem Du Dich damit für seine Güte und Freundschaft bedanken kannst?! Ich wünsche Dir auf jeden Fall eine schöne Zeit und freue mich, wenn wir uns wieder lesen …

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Die Angst vor Berührungen

Berührungen zulassen ist eines der Dinge, die bei einer Partnersuche oder in einer Beziehung, sicherlich sehr hilfreich sind. Allerdings ist eben das auch ganz offensichtlich ein Problem für viele Frauen. Letzte Woche habe ich ja über „Beziehungsangst“ berichtet, diesen Beitrag darfst Du als Fortsetzung sehen. Berührungen – Nähe – Distanz – Angst … all das kann sich in einer Beziehung wieder finden. Gerade Frauen die sich sehr schwer damit tun Nähe zu akzeptieren und anzunehmen, haben leider auch oft ein Problem, wenn es um Berührungen geht.

Eine feste Umarmung, ein aufmunterndes Klopfen auf unsere Schulter oder ein zärtliches Streichen über die Hand … wir alle mögen und brauchen diese Berührungen, auch wenn manche da ganz fest dagegen halten, ich glaube ihnen nicht. Gerade wenn wir uns längere Zeit, aus den verschiedensten Gründen, von anderen Menschen fern gehalten haben, fühlen wir uns irgendwann einsam. Wir leiden körperlich und seelisch. Berührungen und körperliche Nähe zählen von Geburt an, bis zu unserem Tod, zu den Grundbedürfnissen unseres Lebens. Zärtlichkeiten sind wie Balsam für unsere Gesundheit. Und doch lösen sie bei uns manches Unbehagen aus!

Der Wunsch nach Berührung ist da … doch die Angst davor auch

Bei manchen Menschen bezieht sich die Angst nur auf die Berührung durch das andere Geschlecht … und bei anderen auf alle Menschen. Diese Angst haben wir deshalb, weil wir meinen, der unbekannten Sache nicht gewachsen zu sein. Eine wichtige Rolle spielt auch sicher, wie wir aufgewachsen sind. Wie unsere Mutter oder Eltern, nahe Bezugspersonen, mit uns umgegangen sind.

Wurde mit uns „geknuddelt“, gestreichelt? Konnte unsere Mutter ihre Liebe durch körperliche Nähe zeigen oder war sie körperlich eher abwesend und kühl? Meine Mutter oder meine Eltern, taten sich schwer, mich zu trösten indem sie mich in den Arm nahmen oder auf den Schoß setzten. Ich denke sie hatten es beide nicht gelernt mit Gefühlen umzugehen und so wurde es auf mich weitergegeben. Als ich Erwachsen wurde hatte ich große Probleme mich zu öffnen. Mich in einer Beziehung fallen zu lassen. Ich hatte davor eine Riesenangst, als würde ich meine Seele verkaufen.

Gewalttätigkeiten oder (und) sexueller Missbrauch sind häufige und verständliche Gründe für die Berührungsangst. Jede Frau die solche Erfahrungen machen musste weiß, dass ihr Selbstwert hinüber ist. Man beginnt den eigenen Körper zu hassen, man misstraut jedem und will deshalb niemanden zu nahe an sich heranlassen. Leider muss ich paralell, unsere Eltern wieder mit ins Boot setzen. Wenn sie nämlich ständig kritisiert und getadelt haben, dann konnten wir auch nicht lernen, dass wir und damit auch unser Körper liebenswert ist! 

Ein klassischer Tatsachenbericht zeigt, dass dieses Verhalten bis ins Alter Spuren hinterlassen kann. Als Kind schon viel zu „moppelig“ von der Familie gehänselt. Das schwarze Schaf der Familie quasi. Zu unattraktiv weil zu dick … jedoch durfte der Tisch erst verlassen werden, wenn alles aufgegessen wurde. Liebe und Zuwendung wurde in gefüllte Teller serviert. So wurde gelernt den eigenen Körper abzulehnen und wenn man seinen Körper ablehnt, weil man ihn für unattraktiv hält, dann tut man sich auch schwer jegliche Art von Berührungen zuzulassen! Ein Teufelskreis in dem viele von uns schon seit Kindheit stecken.

Nun ist ja jeder Mensch für sich selbst verantwortlich

… Vielleicht geht Dir so etwas ähnliches gerade durch den Kopf. Da gebe ich Dir auch vollkommen recht! Eine nicht so tolle Kindheit, schlechte, schmerzhafte und unschöne Erfahrungen sollten keinesfalls die Richtung und das Lebensgefühl in unserem Dasein vorlegen! Trotzdem beeinträchtigen sie uns öfter als wir tatsächlich glauben. Dieses Thema war auch für mich eine riesige Hürde. Ich gab mich sehr verschlossen und kühl. Dabei war ich nur unsicher und hatte manchmal sogar panische Angst vor einer zärtlichen Umarmung. Manchmal war ich aber auch mutig … aber nur kurz, denn ich löste mich schneller als gewünscht aus den Armen eines Mannes weil ich nur Unbehagen und ein riesen Fragezeichen in mir spürte! Es war eine lange Zeit und mir völlig unmöglich Berührungen und Körperkontakt unbeschwert zu genießen.

Ist die Fähigkeit aktiven Körperkontakt zu suchen und anzunehmen eingeschränkt bzw. blockiert, geht es uns schlecht. Ein Leidensweg beginnt…

Verhaltensauffälligkeiten kommen zum Vorschein

Es ist es uns selbst gar nicht bewusst, wie wir auf den „Berührungsentzug“ reagieren. Eines meiner Verhalten war, Machtkämpfe im beruflichen Umfeld auszutragen. Ebenso war die Schwelle zur Reizbarkeit sehr niedrig. Der Entzug von Berührung, Streicheleinheiten und Umarmungen, war für alle anderen sicht- und spürbar.  Weitere Folgen können auch sein:

  • aggressives Verhalten
  • soziale Unsicherheit
  • Angst und Panikstörung
  • psychosomatische Erkrankungen

Für Frauen (Menschen) mit dieser Entwicklungsstörung ist es natürlich sehr schwer einen positiven Kontakt zu dem anderen Geschlecht aufzubauen. Das Gute aber ist, es kann geholfen werden! Es gibt Methoden um diese Körperkontaktblockaden zu lösen. Das Erlernen und  Festigen positiver Erlebnisse ist also für jeden zugänglich. Ich hatte die Möglichkeit in einem sehr langen Reha-Aufenthalt diese Lernschritte für mich zu nutzen und dementsprechend positive Körpererfahrungen zu sammeln.

Das Hauptziel war der Aufbau positiver Beziehungsfähigkeit. Emotionale und körperliche Nähe und Berührungen anzunehmen und aktiv aufzusuchen. Vertrauen aufzubauen und zu lernen, mit mir selber liebevoll umzugehen. 

Berührungen haben eine mächtige Wirkung auf uns

Angenehme Berührungen lösen nicht nur wohlige Gefühle in uns aus, sie beeinflussen auch unser Verhalten. Wer regelmäßig berührt wird, in den Arm genommen, gestreichelt oder sich in der Beziehung richtig fallen lassen kann, ist ausgeglichener, hilfsbereiter, freundlicher und riskiert auch mehr in seinem Leben! Das ist definitiv so.

Wie die Sprache gehören auch Berührungen zu unserer alltäglichen Kommunikation. Je nach dem, wie nahe wir unserem Gegenüber stehen, welche Absichten wir haben #zwinker, berühren wir den Anderen auf ganz verschiedene Art und Weise und können so auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Dinge damit ausdrücken. Übrigens lassen wir Frauen uns eher berühren als Männer. Wir sind es auch, die durch Körperkontakt stärker beeinflussbar sind und werden … unabhängig davon ob die berührende Person männlich oder weiblich ist. :D

Zusammengefasst: Wie also umgehen mit der Angst vor Nähe und Berührungen?

Ich habe gelernt und musste tatsächlich feststellen, dass wenn wir jemanden kennen lernen, er/sie keinesfalls sofort von uns erwartet, direkt bei der ersten Begegnung all unsere Gefühle, Wünsche, Geheimnisse, Ängste und Träume von uns zu erfahren!

Außerdem bin ich mir  sicher, dass niemand auf die Idee kommen wird, uns näher kommen zu wollen um direkt über uns zu urteilen und in unser Leben einzudringen.

Und der Satz „Nähe und Berührung zulassen müssen …“ sollte auf dürfen verändert und verankert werden! Einfach damit beginnen, sein Gegenüber zu sehen, anstatt auf unsere Ängste zu schauen und die schlimmsten Befürchtungen zu haben was denn hinter jeder Berührung stecken könnte. Ich kann Dir nämlich sagen … es wird nichts passieren.

Wenn wir uns nach Liebe und Geborgenheit und folgedessen auch nach Berührungen sehnen, wir uns zu einem Menschen hingezogen fühlen, dann ist es auch notwendig, dass man sich einander näher kommt und es auch zulässt. Angst vor Nähe und Zärtlichkeit, bedeutet auch Angst seine Bedürfnisse auszudrücken! Weil wir meinen, dass der andere die eigenen Bedürfnisse nicht erfüllen kann oder will. Doch eigentlich geht es doch beim Kennenlernen darum dass wir herausfinden können, ob beider Bedürfnisse zusammenpassen? Ob das was wir uns wünschen und was wir zu geben haben, zu dem passt, was unser Gegenüber will und ebenfalls geben möchte/kann. Um das herauszufinden wäre Nähe sehr hilfreich! :D

Und falls es nicht passt. Wir uns nach wie vor unwohl fühlen, sollten wir auf unser Gefühl hören und dankbar sein, dass es sich meldet. Dann wird es einen Grund geben … es sollte nicht sein. Es ist auch nichts Schlimmes passiert … im Gegenteil. Immerhin wissen wir dann, dass wir diese Person von unserer Liste „potentieller Partner“ streichen können!

Sicherlich gibt es viele Frauen da draußen die wie ich, ihre negativen Erlebnisse zum Thema Berührung und Nähe in neue  positive Erfahrungen verwandeln haben können. Durch Hilfe von außen, einen besonders liebevollen und geduldigen Partner oder einfach nur mit der Hilfe von Zeit. Fakt ist … alles kann heilen und wieder gut werden! <3

NÄHE BERÜHRT IN JEDER SITUATION.

Ich wünsch Dir jede Menge Unbeschwertheit mit Deinen Gefühlen … Pass auf auf Dich und bis ganz bald.