Die Psyche, ein komplexes und sehr gewinnbringendes Thema wenn wir uns damit auseinandersetzen. Probleme erkennen, annehmen und gemeinsam lösen sollte das Ziel sein.
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Kontakte und soziale Beziehungen sind die wichtigsten Dinge in unserem Leben heißt es. Sie festigen und sie machen uns happy (sollten sie) und sorgen letztendlich für ein glückliches Leben. Allerdings weiß ich, dass dies für Menschen mit Traumatisierung ein sehr schwerieges Thema ist.

Du fragst Dich vielleicht, warum ich solche Themen immer wieder mal einbringe? Zum einen, weil es mehr als genug Frauen gibt, die damit zu kämpfen haben und zum anderen, weil ich selbst betroffen bin. Aber das wirst Du ja schon wissen, wenn Du meine Artikel verfolgst. :D Du kannst jetzt hier schließen oder Du liest zu Ende, denn Kontakte finden und schließen, ist nicht nur für Menschen mit „Vergangenheits-Narben“ ein Thema, sondern für viele andere auch!

Beeinflusst ein Entwicklungstrauma die Art, wie wir Kontakte herstellen?

Ein Trauma beeinflusst die Art der Kontaktaufnahme

Ich hätte diesen Satz auch als Frage formulieren können. Tat ich nicht, weil ich mir ganz sicher bin, dass es tatsächlich so ist. Neue Kontakte sind ein immer wieder kehrendes Thema für traumatisierte Menschen. Viele Frauen erzählen davon, wie frustriert und enttäuscht sie von anderen Menschen sind, wenn sie einen Kontakt herstellen möchten. Das Gefühl vom Desinteresse des Gegenübers spielt dabei eine große Rolle. Viele neu geglaubte Kontakte ziehen sich auch wieder zurück bevor noch ein richtiger Kontakt geschlossen wurde.

Das kann natürlich viele Gründe haben. Oder aber auch, dass Interesse ist zu einseitig. Ein anderer Grund ist allerdings, dass traumatisierte Personen, vor allem Frauen mit einem Entwicklungstrauma, Kontakt auf eine Art herstellen, die sehr oft enttäuschend ist.

Was ist ein Entwicklungstrauma?

Leider führt jedes Wort das „Trauma“ beinhaltet zu bestimmten Assoziationen, die in diesem Fall sehr oft falsch sind. Ein Entwicklungstrauma kann ganz „untraumatisch“ entstehen. Bei Trauma schießt jedem Menschen sofort Gewalt, sexuelle Übergriffe oder Vernachlässigung in den Kopf. Diese Ereignisse sind zwar für viele Menschen in ihrem Leben Wirklichkeit geworden.

Ein Entwicklungstrauma kann aber auch schon dadurch entstehen, dass Babys nach der Geburt nicht bei Ihrer Mutter sein durften. Viele Mütter leiden auch an Wochenbettdepressionen oder haben schlicht weg keine Zeit für das Kind. Sie sind empathisch unfähig sich in die Bedürfnisse des Kindes hineinzufühlen!

Diese schon frühen Verletzungen hindern die Fähigkeit zur Selbstregulation. Gemeinsam mit der Fähigkeit Kontakte und Bindungen einzugehen. Kommen noch die oben angeführten Übergriffe hinzu, verlieren die Frauen auch ihren körpereigenen Zugang samt den Gefühlen dazu! Glück und Entspannung sind meistens ein sehr seltener Gast. :-(

Das nur zum besseren Verständnis.

Der „gesunde“ Beziehungsaufbau

Solange ich denken kann, waren mein Kontakt- und Beziehungsaufbau niemals „gesund“. Freundschaften und Beziehungen funktionierten nie richtig gut und schon gar nicht lange. Durch die Traumatisierungen ist mein Gespür und der „gesunde“ Ablauf einer Kontaktaufnahme durcheinander geraten. Das lag daran, dass ich keine sicheren Bindungserfahrungen gemacht habe. Und dieses Gefühl war sofort ON, wenn ich einen neuen Versuch startete.

Der geläufige Ablauf ist doch so: Wir lernen jemanden kennen … lernen ihn noch ein bisschen besser kennen und beginnen uns auszutauschen. Dabei schauen wir, ob uns die Person guttut. Ob uns deren Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften gefallen. Man sucht gemeinsame Interessen und wenn all das vorhanden ist, baut man nach und nach mehr Nähe auf. Der Kontakt wird tiefer und aus dem Kontakt wird eine Bindung. Klingt wie auswendig gelernt ›lach‹. So irgendwie ist es doch …

Bei uns Menschen mit unsicheren Bindungsmuster ist das etwas anders: Bei Frauen, die unter einem  Entwicklungstrauma leiden und dadurch ein total anderes Bindungsmuster besteht, läuft dieser Vorgang manchmal umgekehrt! Frau lernt jemanden kennen, findet die Person gut und sympathisch … sie versucht sehr schnell viel Nähe herzustellen und geht auch schnell eine Bindung ein.

Danach wird erst herausgefunden, ob die Person überhaupt ehrliches Interesse hat, ob die Harmonie stimmt und ob die unterschiedlichen Eigenschaften zusammenpassen! Das heißt, eine Bindung wird hier schon eingegangen, bevor man die Person überhaupt richtig kennenlernt.

Die Enttäuschung ist natürlich vorprogrammiert

Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus, kann ich sagen, dass es an der riesigen Sehnsucht nach einer funktionierenden Bindung liegt. Außerdem kann es sein, dass ein netter Austausch mit einer Bindungsabsicht verwechselt wird. Es wird irgendwas hineininterpretiert, was Frau sich eben wünscht. Die Enttäuschung ist also greifbar naheliegend. Denn es fehlt die Zeit, Interessen werden nicht schrittweise überprüft und das echte Empfinden des anderen wird einfach übergangen.

Diese Erfahrung habe ich ständig machen müssen. Es folgte eine Enttäuschung nach der anderen. Alles „selbstgemacht“ das war mir klar. Erst im reiferen Alter und mit sehr viel Arbeit, ist es mir gelungen, die Form des Kontakte-Suchens zu verändern.  Schließlich wollte ich nicht andauernd frustriert durchs Leben laufen. Ich wünschte mir ja nach wie vor eine glückliche Liebesbeziehung, wie auch ehrliche Freundschaften, die mal länger hielten als nur ein halbes Jahr!

Jeder Frau braucht unterschiedlich viel Kontakt

Nun ich bin ein Mensch, der mit sehr wenigen Kontakten auskommt. Mir ist gleich mal etwas „zu viel“, „zu eng“ und „zu langweilig“. Ich könnte mir niemals vorstellen, Freunde jede Woche geschweige denn jeden Tag zu sehen oder mit ihnen zu telefonieren! Da bin ich einfach eigen geblieben. In meiner Beziehung ist das anders. Wir sind 24 Stunden zusammen … wir arbeiten gemeinsam, gehen denselben Interessen nach, lachen und schweigen zusammen und trotzdem hat jeder seinen Freiraum! Es gibt kein Klammern und ausreichend Zeit, wenn er es möchte.

Diese Beziehung klappt nur deswegen so gut, weil ich mein Bindungsmuster verändert habe. Beziehungen sind wie ein Tennisspiel. Man spielt sich die Bälle zu und schaut, wie oft der andere zurückspielt. ›lächel‹. Mein Herzmensch hat sehr oft den Ball getroffen und ich habe ihn sogar freiwillig geholt und wieder zurückgespielt ›grins‹.

Das Wichtigste dabei ist, dass es für alle Parteien passt und eine gemeinsame Ebene gefunden wird. Ob Freundschaft oder Beziehung. Ich habe oft den Fehler gemacht, wenn ich jemanden getroffen habe den ich mochte, dass ich ihn durch meine Sehnsucht nach mehr Kontakt, total überfordert habe! Die Bereitschaft mich näher kennenzulernen, löste sich schnell in Luft auf.

Deshalb sollten wir uns nicht wie eine Löwin auf das „Opfer“ stürzen, sondern langsam und mit Gefühl auf das Gegenüber zugehen. Sich nur Stück für Stück zeigen. Dabei ist zuhören ein wichtiger Schritt. Nach und nach können wir beginnen, mit unseren eigenen Geschichten anzukoppeln. Die Zeit, die wir dabei investieren, schenkt Vertrauen und bietet Raum um vertrauensvolle Themen zu bereden und sich damit weiter näherzukommen.

Es funktioniert. Auch traumatisierte Frauen sind in der Lage, eine gute und beständige Bindung einzugehen. Gesunde Kontakte zu knüpfen, auch wenn es nicht immer ganz leicht fällt. Was zählt, ist das Muster zu ändern, das wir gewohnt waren zu gehen. Und wie gesagt, Frau muss nicht unbedingt traumatisiert sein. Bindungsmuster hat jeder seine ganz eigenen.

Und alle Männer verzeihen mir bitte, dass ich nur über uns Frauen geschrieben habe … aber ich schreibe nun mal für uns Mädels. ›zwinker‹

Sich nicht mehr zu verlieben, weil man Angst hat verletzt zu werden, ist, als ob man aufhört zu leben, weil man Angst hat zu sterben.

Pass auf Dich auf.

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GERECHTIGKEIT – der Begriff hat viele Gesichter. Ein großes Wort und die Grundform des menschlichen Daseins. Es ist total egal, wie Dein Karma zu Dir steht, Ungerechtigkeiten werden an alle ausgeteilt. Staatliche Einrichtungen wie Richter, Polizei, Menschen die eben für Recht und Ordnung sorgen sind die eine Sache. Da gibt es aber noch die soziale Gerechtigkeit. Die, die für ALLE geltend ist, weil wir alle den gleichen Zugang zu den gleichen Chancen und gleiche materielle Güter haben. Die Realität sieht aber anders aus. Das Unrecht in unserem Alltag macht vor keiner Türe halt.

Ungerechtigkeit hat viele Köpfe

„Es ist sowas von unfair! Wie kommt es nur? Wie kann er/sie einfach? Ich reiß´ mir den Arsch auf und das ist der Dank dafür …“
So oder so ähnlich kennst Du das sicher auch? Und dann steigt die Wut und die Aggression in einem hoch. Es kann aber auch sein, dass es mich traurig und verzweifelt macht. Unterm Strich: Schlichtes Unverständnis zieht auf.

Wenn ich daran denke, wie viele Dinge und Situationen es in meinem Leben gegeben hat, die ich NIE wirklich verstanden habe und die ich als Kind schon als große Ungerechtigkeit wahrgenommen habe! Ungleiche Geschenke zum Geburtstag von uns Kindern, ein kleineres Stück vom Geburtstagskuchen, verletzende und ungerechte Worte, eine Beförderung im Job, die ich mir so sehr erhofft und auch verdient hätte und ganz viel mehr! Und schon war/ist er da, der saure Geschmack der Ungerechtigkeit.

Für viele Menschen bedeutet Ungerechtigkeit nur eines: Rache. Sie holen aus und zielen mit giftgetränkten Pfeilen  oder es treffen Dich wie aus der Pistole geschossene impulsive Widerworte! So  entsteht ein hin und her das kräftezehrend ist und unschöne Blessuren hinterlässt. Eines weiß ich auf jeden Fall – Rache ist niemals süß! Keine Ahnung von wem dieser Blödsinn stammt. Rache schmeckt bitter und nicht süß. Egal wie viel Genugtuung und Schadenfreude es Dir bringen mag!

Rache gegen Ungerechtigkeit ist keine Lösung, das habe ich gelernt. Die Welt dreht sich danach genauso „ungerecht“ weiter als davor. Deshalb lass es sein … lass Deinen Ärger an die Luft, aber schmiede keine Rachepläne! Ungerechtigkeiten passiert ständig. Dir … mir, uns allen. Klar mag ich sie genauso wenig wie Du, aber sie passieren. Die Welt ist eben nicht immer fair.

Es ist sicher nicht Deine Schuld

Früher dachte ich immer, es wäre meine Schuld und nur ich hätte dieses Los gezogen. Bis ich langsam mitbekommen habe, dass Ungerechtigkeiten jeden streifen. Alleine der Gedanke half mir schon, Ruhe zu bewahren und die Situationen etwas gelassener zu sehen. ›lach‹

Ganz egal wie persönlich Dir die Demütigung Deiner erhofften Jobabsage, ein ausbleibendes Geschenk oder ungerechte bissige Kommentare diverser Personen vorkommen, glaube mir, es hat selten etwas mit DIR zu tun! Wir wissen nicht, was im Leben unserer Mitmenschen gerade los ist, was passiert und welche Gedanken sie gerade quälen.

Ich habe mir angeeignet dieses Wissen zu meiner Stärke zu machen. Natürlich ist es nicht immer so einfach wie es sich liest, aber wir können im Leben immer nur für uns selbst sprechen. Wer weiß, aus welchen Gründen Du den Job nicht bekommen hast? Neue Umstrukturierungen, Geldeinsparungen, persönlich Gründe, Streitigkeiten? Keine Ahnung. Mir sind solche Dinge oft passiert in den verschiedensten Lebensbereichen und ich weiß heute, dass es absolut nicht mit meiner Qualifikation oder vollbrachten Leistung zu tun hatte!

Und die ungerechten und bissigen Aussagen einer Person, die Dir an den Kopf geworfen wurden, haben wahrscheinlich mit deren eigenem Leben zu tun. Menschen verhalten sich komisch, wenn sie mit Ihrem Leben nicht zufrieden sind. Und was ist einfacher als den Erstbesten als Prellbock zu benutzen? Natürlich ist es nicht fair. Aber es ist nicht Deine Schuld, Du hast nichts „Böses“ gesagt oder getan.

Du bist nicht der Grund für deren schlechte Laune und für deren negative Energie! Lass dieses Wissen Dein emotionaler Schutzschild sein. Er schützt Dich vor Verletzungen und sorgt für den notwendigen Abstand in dieser Situation.

Die Töne machen die Musik

Ich habe mich wie gesagt sehr lange als ungerecht behandeltes Opfer gesehen. Passiv zu bleiben, machte mich genau zu dem Spielball anderer Leute, der ich eigentlich nicht sein wollte! Wir tragen die Verantwortung für unser Leben. Ich habe zwar wenig Einfluss darauf wie Situationen ablaufen oder wie manche Menschen mich behandeln. Doch ich bzw. wir haben Einfluss auf die Gefühle, Gedanken und Reaktionen in uns! Wenn ich heute das Gefühl habe, jemand behandelt mich ungerecht, suche ich einen ehrlichen offenen und respektvollen Dialog.

Ich versuche das Verhalten und die Gründe der anderen Person zu verstehen. Ich erkläre, wie ich mich durch diese Behandlung fühle. Ungerechtes verletzt, kränkt aber auch manchmal verunsichert. Es kommt immer auf die Situation und auf die Beziehung zum Gegenüber an, aber eine Lösung gibt es jedes Mal. Die Töne machen die Musik. Das wird sich niemals ändern. ›lächel‹

Ende der Geschichte:
Gegen Ungerechtigkeiten wird kein Kraut wachsen. Viele Menschen tanzen relativ leicht und unbeschwert durchs Leben und andere werden öfter mit ungerechten Handlungen konfrontiert. Unser Leben ist selten gerecht. Wir können nicht immer alles verstehen oder umdrehen. Und soll ich Dir was sagen? Müssen wir auch nicht! Es reicht, schon wenn wir mit etwas mehr Achtsamkeit unseren Alltag bestreiten. Eine etwas nüchterne Betrachtung mancher Situationen hilft gelassener und vor allem respektvoller mit unfairen Ereignissen und den dazugehörigen Menschen umzugehen.

Gerechtigkeit beginnt bei uns. Sei gerecht zu Dir selbst und allen anderen, dann wirst Du ebenfalls Gerechtigkeit erfahren.

Danke das Du mich gelesen hast. Falls Du Gedanken dazu loswerden möchtest, lass sie  mir gerne in den Kommentaren da.
Bis ganz bald, pass gut auf Dich auf.

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Da gibt es Menschen die geben so ein Strahlen von sich, weil sie mit sich und der Welt vollkommen im Reinen sind. Und dann gibt es die anderen … die jeden Tag aufs Neue mit sich im Clinch liegen. Menschen, die sich selbst nicht annehmen und lieben können …

Ein Gespräch mit meinem ICH

Ja, da steh´ich mal wieder wie jeden Morgen und jeden Abend vor dem Spiegel und betrachte mein müdes und blasses ICH. Genaugenommen starre ich ins Leere, da ich mich gar nicht ansehen will! Haare die wie Dell-Wolle aussehen. Augenringe, die trotz ausreichenden Schlaf einfach nicht verschwinden wollen und dann noch dieser Mund … die Lippen so fest aufeinander gepresst, dass das Gesicht „mundlos“ erscheint!

„Ich mag dich nicht! Deshalb kann ich dich auch nicht lieben …“
Ich weiß, wir hatten keinen guten Rutsch ins Leben. Schwierige Geburt – hat es geheißen, ständig krank und eine Außenseiterin schon von Anfang an!

Deine Kindheit und Jugend hattest du dir auch anders vorgestellt … dein Leben, ein ewiges auf und ab. Hürden über Hürden. Aber du hast es geschafft! Warum siehst du deine Erfolge nicht? Du hast so viel Anerkennung für deine Arbeiten bekommen und viel Lob von anderen Menschen erhalten, warum zum Teufel siehst du das alles nicht?

Dein Partner, deine Kinder und auch deine Freunde würden alles für dich tun! Sie sind und waren dagewesen, wenn du sie gebraucht hast! Weil sie dich lieben … genauso wie du bist. Und was machst du? Du haderst mit dir, weil du denkst, du hast diese wundervollen Menschen in deinem Leben nicht verdient!

Du kannst es ruhig zugeben … manchmal bildest du dir sogar ein, sie würden schlecht über dich reden. Wie kommst du eigentlich auf so viel Blödsinn? Bist du dir selbst nichts wert? Du hast schon so oft vor dem Spiegel gestanden – so wie jetzt, hast ins Leere geschaut. Erfüllt von Wut und Selbsthass, weil du dich selbst nicht ertragen kannst. Wie weit das gegangen ist, muss ich dir nicht sagen.  :-( Die Wut und deine Selbstablehnung haben dich so betäubt, dass du dir weh tun musstest, um dich wieder zu spüren. Ich frage dich:

„Warum kannst du dich selbst nicht lieben?“

Mein liebes ICH, ich wünsche mir, dass du endlich erkennst, was für toller Mensch du bist. Du bist stark. Ehrgeizig. Eine Kämpfernatur mit einem großen Herz und einen sensiblen Kern. Sei stolz darauf, was du schon alles (alleine) gemeistert hast! Also fang´ endlich an, dich selbst in den Arm zu nehmen und zu lieben! Nimm die Geschenke des Lebens! Nimm sie an, ohne zu hinterfragen, ob du sie verdienst!

Du schaffst das … enttäusche mich  nicht. Denn ich möchte, dass du mich zum „Strahlen“ bringst.
Dein ICH.

Tja, so gings ab bei mir noch vor einigen Jahren. Und das mit gut 45 Jahren.

Vom Selbsthass zur Selbstliebe

Mir ist diese Zeit noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Und Tagebucheintragungen bringen es auch noch mal schwarz auf weiß. Wieder weiß ich das ich damit kein Einzelfall bin. Deshalb habe ich mich entschieden diesen Beitrag zu schreiben. Menschen die es nicht schaffen zu sich selbst zu finden, haben eine tiefe Abneigung zu sich selbst. Ich habe damals alles an mir gehasst! Mein Verhalten mein Aussehen, meine plötzliche Unsicherheit und auch meine Faulheit nichts dagegen zu unternehmen! Das war allerdings nicht immer so.

Wie entsteht Selbsthass?
Jeder von uns hat sein ganz individuelles Idealbild und ein Selbstbild. Das Idealbild beschreibt, wie wir gerne sein möchten. Ich z. B. habe mir damals meine Lockerheit und mein Selbstbewusstsein wieder zurückgewünscht. Mutig und emphatisch wollte ich sein!

Das Selbstbild beschreibt, wie wir uns zum jeweiligen Zeitpunkt sehen. Ich sah mich als eine langweilige unschöne Frau, die ihr Leben scheinbar nicht mehr auf die Reihe bekam. Je mehr das Selbstbild vom Idealbild abweicht, umso mehr Selbsthass kann dadurch entstehen. Vielen Menschen ist es dann nicht mehr möglich, sich so zu akzeptieren, wie man ist.

Wenn ich mich damals mit einem Wort beschreiben hätte müssen wär mir nur ein Wort eingefallen: „Versager“. Das Selbstwertgefühl ist am Tiefpunkt und der Vergleich mit anderen, machte es nicht leichter. In meinem und ich glaube auch in den meisten Fällen, sind diese Muster schon in der Kindheit oder Jugend entstanden. Man wäre nichts wert, zu dumm und irgendwie falsch …

Das alles führt dazu, sich selbst immer kritischer gegenüberzustehen. Der Wunsch nach einer Veränderung wird dabei immer lauter. Ein langwieriger schwerer ABER erreichbarer Prozess! ›lächel‹ Es gibt nämlich nichts, was wir nicht umdrehen können. Deshalb: „Liebes ICH, es tut mir leid, dass ich dich damals so verletzt und vernachlässigt habe …“

Wie kann man Selbsthass überwinden?

Ganz genau – durch Selbstliebe! Es war gar nicht so schwer, wie ich anfangs gedacht habe. Selbstliebe ist kein „Hexenwerk“ weißt du? ›lach‹. Ändere mit diesem Artikel Deine Gewohnheiten. Den Umgang mit Dir selbst, damit Du Dich so zu akzeptieren lernst, wie Du bist. Ich helfe Dir mit ein paar Punkten, die mir sehr dabei geholfen haben, wieder in Liebe zu mir selbst zu finden.

  • Kontrolliere Deinen Fokus. Habe ein Auge auf Deine Stärken! Was läuft bei Dir besonders glatt? Worin bist Du besonders geschickt? Worin bist Du ausdauernd? Lass Dich dabei nicht von Deinem inneren Kritiker ablenken.
  • Sei gut zu Dir. Es gibt 100 Möglichkeiten, um sich liebevoll zu behandeln. Das sieht bei jedem anders aus. Fokussiere Dich dabei vollkommen auf Dich! Gönne Dir etwas Schönes und das in einer Regelmäßigkeit – weil Du es absolut wert bist!
  • Spreche liebevoll mit Dir. Ist es nicht so, wir denken so viel darüber nach, wie wir Kritik an anderen „schön“ verpacken können. Aber bei uns selbst? Wenn ich daran denke, wie ich mit mir selber gemeckert habe … inklusive Tonfall … oh mein Gott! Lass das sein. Sei sanft in Deiner Stimme und ignoriere auch dabei die Stimmen aus Deiner Vergangenheit. So zeigst Du Dir jeden Tag, dass Du Dich wertschätzt und magst.
  • Schau Dir tief in die Augen! Es ist wirklich ein gewaltiges Ding für Deine Selbstliebe … der Gang zum Spiegel! Nimm Dich wahr, schau wer da vor Dir steht. Schau in Dich hinein und erkenne das ganze Wesen in Dir! Entdecke den Teil in Dir, der sich so wünscht geliebt und akzeptiert zu werden und der es auch für jeden Preis der Welt verdient hat.
  • Sprich mit Deinem Spiegelbild. Sag ihm, dass Du Dich jetzt um Dich kümmerst. Am Anfang ist dieses Ritual etwas gewöhnungsbedürftig, ab es ist der Schlüssel dafür, etwas zu verändern. Das kann ich Dir versprechen!
  • Lebe Deine Wünsche und Träume. Zur Selbstliebe gehört auch, sich für seine Träume einzusetzen. was jetzt nicht heißen soll, dass Du heute noch alles hinschmeißen sollst. :-) Aber Du sollst Dir im Klaren sein, was Du willst. Wie willst Du leben? Mit welchen Menschen möchtest Du Dich umgeben? Erfüllt Dich Deine Arbeit? Je öfter Du daran denkst und je klarer Deine Bilder sind, umso schneller wirst Du all das erreichen. :D

Ja und wer jetzt glaubt, dass Selbsthass ein Thema für noch orientierungslose junge Menschen ist, hat sich wahrlich geirrt. Viele Frauen waren ihr halbes Leben taff, selbstsicher, erfolgreich, glücklich und fühlten sich wie eine Königin … bis plötzlich das Leben anderer Meinung war. Die Gründe muss ich wohl nicht aufzählen.

Ich kann es sagen: Es muss nicht so bleiben. Von Selbsthass zur Selbstliebe … es funktioniert. Liebes „ICH“ von damals, es tut mir leid, dass ich lange Zeit keine gute Meinung von dir hatte und ich mich deshalb nicht um dich gekümmert habe. Heute liebe ich dich dafür umso mehr. Ohne Selbstliebe keine LIEBE.

Lesezeit: 3 Minuten

Lass es zu und lass Dich ein meine Liebe. So spreche ich gerade mit mir selbst. Oft sind es nur Kleinigkeiten, nichts Weltbewegendes das uns veranlasst, uns einfach zurückzuziehen. Den Tag abschließen … nichts mehr angreifen. Sich einfach an einem Ort der Ruhe zu begeben, bevor noch mehr geschieht, was uns nicht guttut.

Die letzten Tage sind nicht besonders gut gelaufen für mich. Meine Motivation steht gerade am Nullpunkt. Auch kein Wunder, wenn man sich wie tiefgefroren fühlt. Die Seele kalt und ängstlich. Hilflosigkeit und Wut … alles ist dabei. Schon ein Weilchen her, dass ich mich so gefühlt habe …

Es darf sein …

In Wahrheit ist es unwichtig, weshalb ich mich so mies fühle und nur langsam wieder „warm“ werde. Ich habe in den letzten Jahren, mir eine Sache ganz fest verinnerlicht. Nämlich das diese Gefühle alle ihre Berechtigung haben! Es wird immer mal Auslöser geben, wo unsere Grundstimmung nicht gerade die Beste sein wird. Fühlt sich zwar scheiße an, aber das passt. >schulterhochzieh<

Hast Du auch manchmal solche Tage? Tage an denen Du am liebsten alles in den Müll schmeißen möchtest? DU nur einen einzigen Wunsch hast, das alles ganz schnell vorübergeht und alles einen positiven Ausgang findet? So als würdest Du aus einem schlechten Film aussteigen, den Kinosaal verlassen. Es sind Tage, da helfen keine aufmunternden Worte … keine Sprüche, die wir an die Wand gemalt haben, nichts. JA? Kennst Du auch, dann leiste mir bis zum Ende meines Artikels Gesellschaft. Du bist richtig!

Weißt Du was? Es ist in Ordnung. Solche Tage dürfen (müssen) sein. Ich bin keine Frau (mehr), die Ihre miese Laune an anderen auslässt. Im „Normalfall“ jedenfalls. Aber es gibt auch Ausnahmetage, so wie eben gestern. Ist das schlimm? Ich habe niemanden gekillt also sorry, es ist manchmal notwendig. Denn unter die Bettdecke rutschen und darauf warten bis die Welt sich verbessert ist auch keine Lösung!

Es ist nicht immer alles easy

Diese scheiß Tage haben wir denke ich mal „mit abonniert“ in unserem Leben. Wir sind Menschen und ein Menschenleben ist nicht immer „ach so geil“ tut mir leid. Manchmal sind wir total irrational und unfair zu anderen. Wir blamieren uns und stehen uns selber ständig im Weg. Wir enttäuschen damit andere und vielleicht hassen wir manchmal sogar die ganze Welt! Wir sind wütend aber auch traurig, dabei aber nicht zu trösten …

Ich kann Dir sagen, das wird nie aufhören, wenn man damit begonnen hat das Leben zu lieben! Am Leben zu sein bedeutet auch mal durch miese Tage zu stapfen. Sie erwischen uns unvorbereitet … so wie gerade mich. Schläge ins Gesicht fühlen sich kein bisschen anders an! Ich stelle mir die Frage: „Wo sind meine positiven Denkansätze? Meine Leidenschaften? Wo sind sie hin … es ist alles gut!

Schieben wir diese Gefühle weg, schieben wir uns selber weg. Und DAS funktioniert nicht. Ich habe es versucht. Meine Gefühle waren mit den Situationen nicht kompatibel – ich schob sie beiseite. Nur war ich dabei nicht ich selbst! Erst als ich meine Gefühle zu mir holte, hatte ich das Gefühl, dass das „Kühlfach“ (ich) langsam abtaute.

Zulassen und darauf einlassen ist ein guter Weg

Was sagt uns (mir) diese Situation? Nur indem wir negative Emotionen zulassen und sie nicht zur Seite schieben, können wir zu unserem eigenen ICH zurückfinden. Die „Schönheiten“ in uns, kommen wieder an die Oberfläche! <3

Resümee aus den letzten Tagen folglich:
Es waren zwar „bescheidene“ Tage, aber sie waren lehrreich … wie schon so oft! Zulassen und darauf einlassen … das verkürzt solche Tage und lässt die Leidenschaften in uns wieder hochkraxeln. :-)

Ich beobachte, dass sich hier auf meiner Reha, tief verwurzelte Themen noch mal um ein Stück mehr vertiefen, aber auch bestätigt bekomme und erkennen darf. Und das will ich auch Dir weitergeben, falls Du mal wieder in einem scheiß Tag verwickelt bist. ›zwinker‹

Es ist vielleicht nicht die einfachste Entscheidung, auf seine Gefühle zu hören, aber es ist immer die ehrlichste.

Falls Dir ähnliches bekannt ist, freue ich mich von Dir zu lesen. Eine schöne Zeit und bis ganz bald.

Lesezeit: 4 Minuten

Wenn Erwachsene „Kinder“ den Kontakt zu Ihren Eltern abbrechen,  sind meistens die Schatten der Vergangenheit stärker als die Gegenwart. Es sind immer wiederkehrende alte Muster die bestehen bleiben und scheinbar nicht gelöst werden können. Dieser Abbruch kommt nicht wie meistens geglaubt, abrupt, sondern er entsteht aus einer Folge langer Verletzungen oder (und) Enttäuschungen …

Ich kenne unglaublich viele Menschen, die die Brücke zu Ihren Eltern abreißen. Da gibt es Töchter die beschreiben, dass sie diese ständige Bevormundung Ihrer Eltern nicht mehr durchdrücken. Mit 43 Jahren … verheiratet und selbst Mutter zweier Kinder. Dann gibt es die andere Art. Nichts ist recht, alles ist verkehrt und falsch. Statt lobende Worte kommt nur Kritik! Und das von Kinderbeinen an … Dann gibt es die Sorte „Ich bin dann mal weg“ Eltern. Mutter oder Vater flieht vor jeglichem Konflikt. Das Einzige, was von den Eltern kommt, ist Stille. Gerade in Mutter-Tochter Beziehungen kommt es vor, statt sich mit der Tochter an einem Tisch zu setzen, wird das Problem lieber mit Außenstehenden beredet. Dann gibt es die Eltern, die nur von sich reden, jede Kleinigkeit doppelt so groß machen und nur negativ sind.

Diese Situationen sind wie ein Ohnmachtsgefühl

Es ist keine schöne Sache, wenn wir es aus eigener Kraft nicht schaffen, etwas an der Qualität der Eltern-Bindung zu ändern. Es ist ein jahrelanger Prozess, der in sich schlummert, immer in der Hoffnung, doch etwas ändern zu können! Einfach nur gesehen und gehört zu werden. Oft ist allerdings die eigene Belastung zu hoch und der Kontakt wird gekappt.

Ich habe vor drei Jahren den Kontakt zu meiner Familie abgebrochen. Genauer gesagt, sie haben es so gewollt und ich habe es akzeptiert. Es ging dabei nicht um eine Bestrafung irgendwelcher Verhaltensmuster meiner Eltern, sondern eher darum, dass ich lieber die Eltern verliere als mich selbst! Und dieser Prozess war in meinem Fall schon sehr weit fortgeschritten.

Ich weiß kaum jemand will darüber reden. Es ist ein Tabu Thema. Es gehört sich nicht. Und man schämt sich vielleicht?

Es tut weh und man ist unendlich traurig darüber

Wir sehen unsere Eltern bis zu einem gewissen Alter als fehlerlose Geschöpfe an. Wir stellen sie auf ein Podest, das aber spätestens in der Pubertät zu bröckeln beginnt. Eine ganz normale Sache. Diese veränderte Sichtweise auf unsere Eltern ist notwendig  um ein selbstbestimmtes und authentisches Leben führen können. Eltern sind ja auch nur Menschen.

Es gibt aber auch Eltern, die fest der Meinung sind fehlerlos zu sein! Die glauben, immer alles richtig gemacht zu haben. Eine „Schuld“ einzugestehen, würde für sie niemals infrage kommen, den es würde bedeuten versagt zu haben. Und so kommt es in vielen Eltern – Kind Beziehungen bis ins erwachsene Alter dazu, dass Eltern nach wie vor ständig kritisieren und manipulieren. Und so passiert es nicht zu wenig, dass sich Töchter und Söhne auch noch als Erwachsene die Frage stellen: „Bitte was stimmt eigentlich nicht mit mir?“ Wir machen unseren Wert als Mensch nicht selten davon abhängig, wie Eltern uns behandeln. Ein trauriges Zugeständnis finde ich. :-(

Glaubenssätze, die falsch sind

Die ständige Kritik und die strafende „nicht Beachtung“ meiner Eltern machten mich als junges Mädchen schon nachdenklich. Früher fand ich natürlich keine Worte dafür. Für mich war es okay und normal. Ich bin der Meinung, dass Kinder einen Erwachsenen brauchen der Ihre Gefühle spiegelt. Kinder müssen sich selbst erkennen um später Ihre Gefühle regulieren zu können.

Ist das nicht der Fall, wird es im schlimmsten Fall so sein, dass Kinder die Art der Eltern übernehmen. Diese Verhaltensmuster wurden von den Großeltern auf die Eltern projiziert und wir übernehmen einfach weiter. Für mich allerdings ist es keine Entschuldigung.

Jeder von uns bringt eine Geschichte mit

Nach außen hin unscheinbar. Im Inneren jedoch ist es für viele sehr belastend. Ich kenne Frauen, die in einer Großfamilie aufgewachsen sind, und sie wurden als eines von vielen Kindern vernachlässigt. Die Eltern konnten keine Gefühle zeigen. Sie wurden von Mutter oder Vater ausgelacht, wenn ein Missgeschick passierte. Sie mussten schon sehr früh im Haushalt mit anpacken und nebenbei die lautstarken Streitereien des alkoholkranken Vaters mit anhören. Es blieb nur der Rückzug.

Jeder Mensch bringt seine Biografie mit. Wenn wir eines Tages selbst Mutter werden, werden wir alles daran setzen es besser zu machen. Leider sind Verhaltensweisen wie Abzugsbilder, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Weil einfach nichts erkannt wurde. Der Unterschied von „gesund und ungesund“ wurde nie erkannt. Seelische Störungen haben sich durch mangelnde Fürsorge entwickelt. Es ist ein Beispiel von vielen.

Wenn wir uns rückblickend noch immer verletzt fühlen …

Wenn wir uns als erwachsene Frau/Mann vom Verhalten der Eltern noch immer verletzt fühlen und keine Möglichkeit oder der Wille besteht, darüber zu reden … gemeinsam zu verändern, dann wird zwangsläufig die Frage auftauchen:

Lasse ich Euch los?
Oder lasse ich das jetzt los?

Auch ich hatte mir bewusst gemacht, dass ich mein Leben nicht mehr von meinen Eltern abhängig machen darf. Auch wenn es in der Kindheit einen Mangel an Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit gab, diese nachträglich einzufordern ist ein Ding der Unmöglichkeit!

Der Wert von Dir und mir ist nicht abhängig vom Verhalten unserer Eltern. Wir dürfen – NEIN wir MÜSSEN uns unbedingt klar darüber werden, dass wir liebenswerte Wesen sind. Wir sind genug und perfekt ist kein Mensch!

Selbstfürsorge und Selbstliebe sind dabei sehr hilfreich

Diese Eigenschaften helfen uns dabei. Allerdings wurden diese uns in den angeführten Fällen wahrscheinlich nicht mitgegeben. Wir müssen sie lernen. Ein harter aber sehr lohnenswerter Weg der sich auszahlt. Denn darauf zu warten, dass die Eltern ihr Kind irgendwann so annehmen wie es ist  und auch Ihre Freude zeigen … es wird nicht eintreten. ›leider‹

In Liebe aufatmen. Die „Schuld“ loslassen und um Vergebung  bitten. Das ist das, was ich tu. Denn oft ist es leider nicht (mehr) möglich, mit seinen Eltern ein ausführliches und klärendes Gespräch zu führen. Ein Kontaktabbruch gleicht für mich einer Ohnmacht, aber es ist auch die erste Maßnahme einer Veränderung. Wie die Veränderung aussieht, hängt von beiden Seiten ab. Hier bin ich … und da seid Ihr. 

Ich wünsche mir für jeden, dass sich die Karten neu mischen und sich neue gemeinsame Wege mit den Eltern auftun.
Für viele ist jedoch ein Kontaktabbruch zu den Eltern gut überlegt. Lassen wir die Vergangenheit los, befreien wir unser inneres Kind und beginnen wir uns selbst anzunehmen wie wir sind. Versorgen wir uns mit ausreichend Selbstliebe und verzeihen wir uns und anderen! <3

„Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen. Eltern verzeihen Ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie ihnen selbst anerzogen haben.“

Ich wünsche Dir eine schöne Zeit und wenn Du dazu eine Meinung hast … ich bin immer hier.

Lesezeit: 4 Minuten

Wir reden viel zu wenig über die Themen, die uns gerade auf der Zunge brennen. Es gibt so viele Dinge, die wir einfach immer schön flach halten, obwohl sie uns so beschäftigen! Gesprochen wird über so vieles. Manchmal reicht schon ein Kopfschütteln. Gerüchte über Menschen, die wir nicht mal persönlich kennen. Über Dinge, die uns bewegen oder nerven. Warum also nicht über ANGST reden?

Angetrieben, dass ich diesen Artikel hier schreibe, hat mich wiedermal eine treue Leserin. Ein Wort ergab das andere und stehen geblieben sind wir bei dem Thema Angst. Ich fühlte mich sofort wieder in eine andere Zeit versetzt, wo Angst mein Leben dominierte. Ich hatte vor 100 Dingen Angst. Heute sind es nur mehr eine Handvoll Sachen, die mir Angst machen.

Ich hatte zum Beispiel ständig Angst, die Kontrolle über mein Leben zu verlieren. Angst das ich die Kurve nicht mehr kriege, in die ich ständig viel zu schnell hinein raste! Ich hatte Angst vor Halteschleifen in der U-Bahn, vor öffentlichen Toiletten, vor zu engen Räumen, vor zu lauten Menschen. Und vor Krankheit. Ich hatte Angst, plötzlich auf der Straße zu sitzen und ich hatte Angst, dass Menschen meine Witze nicht verstehen und vor der Stille danach …

Angst ist ein abscheuliches Gefühl

Ich denke, das brauche ich niemandem erzählen. In jedem Lebensratgeber steht geschrieben: Lass Dich von Deiner Angst nicht dominieren. Sei stark und mutig und tu all die Dinge, vor denen Du Angst hast …

In den ersten Versuchen meine Angst irgendwie in den Griff zu bekommen, sah das dann so aus: Ich stieg in die U-Bahn und hielt mich an diesen ekelhaften Schlaufen fest. In meinen Gedanken sah ich Menschen, die Ihre Erreger an den Griffen platzierten. Schmutzige schmierige Leute …, wenn ich den Ratgeber gefolgt wäre, hatte ich auch das Händewaschen danach vermeiden müssen – das habe ich aber NIE geschafft. In Wahrheit hätte ich das Bedürfnis verspürt, mich total unter eine Dusche zu stellen!

Es ist nur ein Beispiel von sehr vielen gewesen, mit denen ich zu kämpfen hatte. Lebensratgeber sind okay. Ich möchte sie nicht schlecht reden, schließlich habe ich eine ganze Bibliothek leer gelesen. Geholfen haben mir nur ganz wenige Bücher. In kleinen Schritten sollen sie uns anleiten, aus jeder negativen Situation, eine positive zu machen. Sie wollen uns beruhigen und uns sagen, dass alles gar nicht so schlimm ist und die ANGST nur aus fünf Buchstaben besteht, jawohl!

Ja, und so richtet „man“ sich ein. Versucht sich selbst zu beruhigen und geht täglich irgendwelchen „Mutproben“ nach. Und mit „man“ bin ich natürlich selbst gemeint. Oder kennst Du das auch?

Angst ist anstrengend und sie nervt

Ängste und Katastrophengedanken, sind für Menschen, die nicht betroffen sind, kaum vorstellbar. Ich habe nicht nur einmal erlebt, dass ich deswegen ausgelacht wurde. „Ach komm, stell Dich doch nicht so an, ist ja nur ein Aufzug, ein Griff von einem Einkaufswagen.“ Und vieles mehr.

Aber die Wahrheit ist, die richtige, die schlimme, nicht beschreibbare Angst, interessiert sich nicht für das Gerede anderer Leute! Sie pfeift auf richtiges Atmen und Yoga samt Meditation! (Jedenfalls am Anfang) Sie interessiert sich nur für eine einzige Person, einen selbst.

In der Zwischenzeit weiß ich jede Menge über diese fünf Buchstaben und ich weiß eine ganze Menge über mich selbst.

Ein wenig von allem, war mir noch nie genug

Dieses „wenig“ wird gerne in den Ratgeber be- und umschrieben. Es reicht aber nicht aus, um die Angst in den Griff zu bekommen. „Hin und wieder mutig sein“ reicht nicht aus um das Leben wirklich unter Kontrolle zu haben!

Das Einzige, das mir wirklich geholfen hat, war fremde Hilfe von Außen und zwei ausschlaggebende Worte: „TU ES“.
Und nicht, mach es ab und zu oder ein wenig … Ich meine jetzt die wirklich großen Dinge die Angst machen, egal wie schwer sie sind.

In meinem Fall bedeutete das, ich packte meine Taschen neu. Ich kümmerte mich um MICH und meine Ängste durch professioneller Hilfestellung. Ich zog aus und um. Andere Menschen. Es war ein großes Date mit 80 % meiner Ängste! Und ich trainierte mir an, zu sagen, was ich will und brauche. Das ist gar nicht so leicht, schließlich könnte „man“ ja nicht gehört werden, oder jemand sagt: „Nein, bekommst Du nicht.“

Die Ängste wurden durch all diese Veränderungen kleiner. Sie sind keinesfalls weg, sie schreien mich sogar oft ziemlich an und nerven wie früher. Aber sie sind weniger geworden. Die Art der Angst hat sich verändert und ich habe gelernt damit umzugehen.

Die Angst ist ein Richtungszeiger

Sie sagen entweder lauf weg, verkrieche Dich, bleib wo Du bist, lass es sein. Aber jede Tafel kann man umdrehen! Und so kann aus jedem: „Bleib wo Du bist“ ein: „Suche nach Neuem“ werden. Aus jedem „Lauf weg“ ein „Bleib stehen und schau was passiert“ werden … es gibt immer eine andere Sicht auf die Dinge, die wir fürchten!

Ich glaube das zu verstehen ist Gold wert. Es führte mich zu einem entspannteren Leben. Folge ganz beharrlich DEINEM inneren Richtungszeiger. Du wirst sehen, die Welt wird weiter, die Luft klarer, die Sonne heller und DU freier. Und irgendwann stehen dann nur noch rote STOP Schilder an den wirklich gefährlichen Orten!

Und dazwischen? Dazwischen ist Dein Horizont und Deine Neugier … ›lächel‹

Ich habe gelernt, dass Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern der Sieg über sie. Der Mutige ist nicht der, der keine Angst hat, sondern der, der seine Angst besiegt.

Nelson Mandela
Lesezeit: 5 Minuten

Zurückweisung … sie tut immer weh, dass kann bestimmt jeder nachvollziehen. Viele haben diese Erfahrung möglicherweise schon in den Kinderschuhen oder in der frühen Jugend erfahren müssen. Es ist aber auch so, dass kein erwachsener Mensch, völlig grundlos zurückgewiesen wird. Wenn wir ganz ehrlich sind, hat jeder Mensch auch Angst davor. Es ist wie ein Stich ins Herz, der uns leiden lässt …

Ich bekomme auffällig viele Zuschriften, wo Frauen mir schreiben, sie werden von anderen abgelehnt. Ohne einen, für sie, ersichtlichen Grund. Bevor ich jedoch genauer darauf eingehe, ist mir noch wichtig zu sagen, dass solche Situationen und Momente sich richtig brutal anfühlen können. Das sollte auch niemand belächeln.

Ein winziger Teil des ganzen Problems der Zurückweisung ist aber auch ein direkter Teil der Lösung.

Erfahrungen finden oft schon in der Kindheit statt

Wenn ich von Frauen lese, die mir ihre Situationen schildern, stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf. Es erinnert mich an meine eigenen Momente, die ich noch in Erinnerung habe. Zurückweisung begann früh in meinem Leben. Besonders schlimm war meine Schulzeit. Frauen mit Angst vor Zurückweisung haben bestimmt folgende bzw. sehr ähnliche Momente erlebt:

  • Du fandest jemanden richtig gut, hast Dir aber dabei keine Gedanken darüber gemacht, wie dieser „Andere“ eigentlich tickt, was er oder sie so möchte.
  • Du hingegen hattest schon einen komplett fertigen Plan in Deinem Kopf, wie alles sein würde und was Du Dir von diesem Menschen erwartet hättest.
  • Deine ganzen Wünsche und Bedürfnisse hingen an dieser einen Person.
  • Du warst voller Hoffnung, Dein Plan war fest in Deinem Kopf. Du warst bereit und bist auf diesen Menschen zugegangen … und es wurde Dir die Türe vor der Nase zugeknallt.

So oder so ähnlich ging bzw. geht es vielen von uns. Besonders schmerzhaft ist es, wenn die Wurzeln sogar in der eigenen Familie liegen. Nicht geliebt zu werden, nicht richtig zu sein, im falschen Körper auf die Welt gekommen zu sein und die Sehnsucht, irgendwo und wie Bestätigung und Zuneigung zu erhaschen, die aber leider unerfüllt blieb. Es ist hart und fühlt sich wie ein Stich ins Herz an!

Jetzt könnten vielleicht viele sagen: „Ja gut, jetzt sind wir erwachsene Frauen und die Kinderzeit ist lange her und vergessen! …“ Das ist wohl wahr, aber der Schmerz bleibt dennoch. Egal wann und von wem wir auch zurückgewiesen wurden (werden), die Zeit spielt dabei keine Rolle. Wer eine Ablehnung erfährt, der fühlt sich ausgegrenzt.

Das Problem der ständigen „Wiederholung“

Wenn wir neue Dinge ausprobieren, kann es durchaus sein, dass sie uns nicht sofort gelingen. Eine normale Sache. Wir versuchen es so lange bis wir es können oder bis wir die Lust daran verloren haben. ›lach‹ So bin ich!
Ähnlich ist es auch bei der Kontaktaufnahme. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer, sagt man ja. Wenn wir immer wieder von Menschen zurückgewiesen werden, die wir gerne kennenlernen möchten, aber immer wieder abgelehnt werden, werden wir automatisch vorsichtig.

Bei mir war es oft so, dass ich auf diesen Menschen, der mich interessiert hat, erst gar nicht mehr zugegangen bin oder mich unbewusst mit

  • ihm/ihr verkrampfter Körperhaltung näherte,
  • eine verschlossene Haltung einnahm,
  • eine undurchsichtige Miene aufsetzte,
  • oder mit einstudierten nicht authentischen Tricks arbeitete,
  • aber letztendlich schon eine Zurückweisung erwartet hatte.

Lockerheit, war in diesen Situationen ein Fremdwort. Es herrschte einfach nur Unbehagen und Angst.
Manchmal, und da beziehe ich mich mit ein, meinen Menschen, die sehr oft zurückgewiesen wurden/werden, dass sie ein Anrecht auf eine positive Reaktion des anderen hätten!

Dabei möchte doch niemand Zeit mit jemanden verbringen, der sich wie oben beschrieben verhält? Also ich nicht! Leider ist dem Betroffenen dieses Verhalten nicht richtig bewusst. „Jetzt bemühe ich mich doch so sehr … und trotzdem reicht es nur für einen kurzen Smalltalk“. „Bemühungen“ müssen auch nicht honoriert werden … das ist mir heute auch klar geworden. Und so kommt es mehr und mehr zur selbsterfüllenden Prophezeiung, die sich etwa so anhören könnte:

„Immer werde ich abgewiesen, keiner mag mich, ich bin jedem egal, niemand will etwas mit mir zu tun haben …“

Zur Zurückweisung gesellt sich schnell die Einsamkeit

Ich wünsche mir sehr, dass Du nicht zu den Frauen gehörst, die mit Ablehnung schon mehrmals in Kontakt gekommen sind. Falls doch, wirst Du wissen, dass jede Zurückweisung nicht nur verletzt, sondern auch einsam macht. Erst recht, wenn man sich für einen Menschen hält, mit dem keiner etwas zu tun haben möchte!

Das Selbstwertgefühl sinkt. Und die Bedürftigkeit steigt. Und das ist für alle anderen sichtbar, ob Du es glaubst oder nicht! Meine Einsamkeit fühlte sich wie ein tiefes Loch in mir selbst an. Es vergrößerte meine Angst vor weiteren Zurückweisungen und Absagen, es fraß alle gute Eigenschaften auf, die ich noch in mir hatte.

  • Die Lebensfreude.
  • Den Mut.
  • Die Ungezwungenheit.
  • Die Leichtigkeit.
  • Und die Fantasie und Neugierde.

Alles wurde nach und nach verschluckt. Vielleicht kannst Du diese Erklärung nachvollziehen …

Ist die Einsamkeit erstmal spürbar, geht es schon gar nicht mehr um die reine Angst wieder zurückgewiesen zu werden, sondern um die Angst vor noch tieferer Einsamkeit.

Wie wir ja bereits wissen, wird durch jede Vermeidung, die wir leben, jedes Problem noch viel größer. Und so ist auch schon das nächste Gefühl im Anmarsch – die Wut. Wut entsteht durch viele Enttäuschungen und die Emotion darunter ist die Traurigkeit.

Das tiefe Loch und die Wut …

Nun ich war sehr wütend auf mich selbst, aber noch wütender war ich auf die Menschen, die diese Einsamkeit und Wut, in mir auslösten. Doch mit so tief sitzenden Aggressionen, mit denen ich dann der Welt gegenüberstand, wollte mich erst recht niemand haben.

Unsere Wut, die Bedürftigkeit und die offensichtliche Aggression sind spürbar für all die Menschen, die in unser Umfeld treten. Und kein Mensch möchte jemanden kennenlernen, der einen dafür benutzt um sein tiefes Loch zu „stopfen“!

So kommt es, das Betroffene sehr viele dieser Erfahrungen sammeln (müssen). Und zwar so lange, bis wir aus dieser Warteschleife aussteigen, einsichtig werden und bereit sind, etwas zu verändern. Wir wollen die Wut und die Einsamkeit nicht gewinnen lassen!

Der Ausweg lautet Einsicht

Ich kenne einige Menschen, die es nie gelernt haben, Situationen und Momente richtig einzuschätzen um auf jemanden zuzugehen. Sie fallen einfach über einen her. So nach dem Motto: „ICH bin jetzt da …“. Anderen fehlt das Gespür, was die Menschen brauchen und möchten, von denen sie sich Aufmerksamkeit und Angenommen-sein wünschen! Und es gibt Menschen, die sich außerhalb Ihrer Liga sich bewegen. So in etwa „nicht gut genug“.

Und plötzlich wird es ganz unromantisch. Wir müssen den Menschen, den wir interessant und attraktiv finden, auch etwas bieten können, schließlich ist einseitiges Interesse nicht von Dauer.

Sich zu verändern ist immer schwer. Jemanden anderen verändern wollen …sehr einfach. Nur so einfach sind die Spielregeln unseres Lebens nicht. Das Problem bei dieser Veränderung liegt darin, dass Du als Betroffene Mut brauchst. Du musst Dir eingestehen, dass es nicht an den anderen liegt, dass Du die oben angeführten Fehler gemacht hast. Ja und das Wort „SCHICKSAL“ kannst Du auch gleich aus Deinen Gedanken streichen. ›lach‹

Wenn ich zurückblicke, kann ich sagen, es war nicht nur meine Schuld, dass ich dieser Phase, in diesem Loch, längere Zeit verweilen musste. Aber es lag immer, einzig und alleine, in meiner Verantwortung, es zu verändern! Kein Mensch kann sich aus einer unangenehmen traurig machenden Situation „heraus Jammern“. Unsere Wut auf die Welt wird keine Situation verbessern, das habe ich alles ausprobiert – ohne Erfolg.

Lernen wir die Trauer hinter unserer Wut anzunehmen und die Fehler, die wir gemacht haben, aufzulösen. Fragen wir uns selbst, was wohl ein Mensch, der sich mit uns zusammentun soll, braucht. Wir können nicht erwarten, dass wir von jedem anderen Menschen mit offenen Armen aufgefangen werden.

Und das finde ich auch gut so. Denn wo bliebe die Spannung, der Kampfgeist und die Aufregung in unserem Leben, wenn jeder hinter uns her wäre? ›lach‹

Falls Du Erfahrungen mit diesem Thema gesammelt hast oder sich gerade Gedanken dazu in Deinem Kopf stapeln – ruhig her damit, ich freu mich darauf!

Lesezeit: 4 Minuten

Woran denkst Du, wenn Du „Selbstachtung“ liest? In Wahrheit erklärt sich das Wort von selbst … die Achtung zu uns selbst, Punkt. Selbstachtung lernen wir in der Regel von unsern Eltern. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle schreiben – viele von uns haben es eben nicht gelernt! Gerade dann, wenn die Eltern nicht sehr viel davon übrig hatten. Die Generation unserer Eltern, sahen den Sinn einer Familie, sich gegenseitig beim Überleben zu unterstützen. Später kam die Sehnsucht nach Romanik auf, die aber nicht wirklich erfüllt werden konnte oder wollte. Und irgendwann kamen die Vorwürfe, wer wem das Leben versaut hat. Schließlich musste man ja für die Familie da sein. Opferhaltung auf beiden Seiten. So habe ich es von Großeltern und Eltern in Erinnerung.

Kommt Dir das bekannt vor? Wenn ja, dann wird dieser Artikel sehr nützlich sein für Dich. Es geht dabei um Selbstachtung und um Dein Selbstwertgefühl. Dinge, die mit Liebe und Chaos, stark verknüpft sind. Eine mangelnde Selbstachtung hat große Auswirkung auf Deine Beziehung(en).

Typische Gedanken …

Du wirst diese Aussage sicher kennen oder Du hast sie selbst schon gesagt: „All die, die ich interessant finde wollen mich nicht und die, die mich wollen, die kommen für mich nicht infrage.“ Wenn das Gefühl hochkommt, sich andauernd in den Falschen zu verlieben und am Ende nicht weiterzukommen.

Ich drehe das Zeitrad wieder mal etwas zurück. Ich bin mit mir selbst, nie gut umgegangen … ich habe es nicht gelernt. Kein Platz für Selbstlob, immer das Gefühl etwas beweisen zu müssen, Erfolge wurden nicht beachtet und mein Selbstbild, war ein Scherbenhaufen.

Ich war jemand, der von sich sagte „Ich krieg nie die, die ich haben will“ Frauen. Obwohl mir gesagt wurde, dass ich nach außen taff und erfolgreich wirkte. Wenn ich mich verliebte, kam sehr schnell das Gefühl von totaler Bedürftigkeit hoch. Ich meinte immer etwas ganz Spezielles und außergewöhnliches tun zu müssen, um geliebt zu werden! DAS war der/mein Punkt, wo ich die Selbstachtung verlor, wenn ich mich verliebte. So viel zu mir.

Wie sind die Auswirkungen von geringer Selbstachtung?

Viele Frauen gehen in Ihrer Lebensmitte andere, getrennte Wege. Weil sie vor Tatsachen gestellt wurden oder weil sie die Liebe in Ihrer Beziehung vermissen oder verloren haben. Um es Dir besser vorstellen zu können, ein Beispiel:

Diana, (ich nenne sie jetzt mal so), eine erfolgreiche selbstbewusste taffe Frau. Leider besteht Ihr innerer Antrieb nicht aus Lebensfreude, sondern aus zu viel Ehrgeiz auf der Grundlage einer riesigen Angst, nicht gut genug zu sein. Beruflich ist alles wunderbar. Ihre Eltern gaben Ihr immer das Gefühl, dass sie sich anstrengen müsste, wollte sie geliebt werden und Aufmerksamkeit bekommen! Liebe und Aufmerksamkeit müsste sie sich also verdienen …

Nach außen hin war sie taff. Die Erfolge, die sie verzeichnen konnte, änderten nichts an der Tatsache, dass sie sich wertlos fand. Ihr fehlte die Selbstachtung in allen Momenten. Sie würde alles dafür geben, von dem richtigen Menschen geliebt zu werden.

Diana verliebt sich in Peter. Aus einem ganz einfachen Grund: Er ist so, wie SIE gerne sein würde. Peter hat alles was SIE selbst an sich vermisst. Peter liebt und lebt sein Leben, er sieht gut aus, ist selbstbewusst und erfolgreich.

Diana bemüht sich und gibt Ihr Bestes! Sie ist liebevoll, aufmerksam und verwöhnt ihn mit allen Sinnen.

Nur leider kann Peter keine Liebe für Diana aufbringen. Mehr als Freundschaft wird es nicht. Im allerschlimmsten Fall, behandelt er die unglücklich verliebte Diana, wie SIE sich selbst: RESPEKTLOS … eine größere Verletzung gibt es für Diana nicht. Schließlich gibt sie so viel dafür um endlich von einem Menschen gut behandelt und geliebt zu werden.

Damals bei Paul war das ähnlich. Sie fühlte sich, wie eine Königin als sie Paul traf. Er vergötterte sie und tat alles, damit es Ihr gut ging. Er war aufmerksam, liebevoll und respektvoll. Bis zu dem Tag, wo Diana den Eindruck hatte, dass mit Paul etwas nicht stimmt. Er war viel zu nett! Einfach so … ohne das sie viel dazu beitragen musste! Sie fand plötzlich 100 Gründe, weshalb Paul nicht als Partner infrage kommen kann. Sie beendete die Beziehung.

Paul hatte einen gravierenden Fehler gemacht. Er hatte Diana so behandelt und geliebt, ohne dass sie sich dafür anstrengen musste. Er fand sie umwerfend, genauso wie sie war. Und das war für Diana unakzeptabel, weil sie das nicht kannte und Ihr das komisch vorkam. In Ihren Augen war Paul ein Weichei.

Fakt ist: Wir geben jedem ein ganz klares Beispiel dafür, wie er mit uns umgehen soll. Andere behandeln Dich so, wie Du Dich selbst behandelst

Du glaubst vielleicht, dass andere das gar nicht sehen können?

Da irrst Du Dich ganz gewaltig! Gerade Männer haben da eine Zusatzantenne! Vielleicht glaubst Du nicht daran, dass alle Menschen Schwingungen ausstrahlen. Unsere Körperhaltung und Gestik, unsere Sprache und Mimik … senden unserem Gegenüber soo viele Signale zu. Ein interessierter aufmerksamer Mensch, wird daraus erkennen können, was Du von Dir hältst und wie bereit Du bist, Dich behandeln zu lassen. :D

Menschen die sich selbst gut behandeln, sich liebenswert und sexy fühlen und dadurch ein gutes Selbstwertgefühl besitzen, WEIL sie sich  als wertvollen Menschen sehen – haben ein sicheres Auftreten und eine … jetzt kommts – unbedürftige Ausstrahlung! Sie werden von dem anderen Geschlecht, freundlich und gut behandelt und nur ganz selten abgelehnt. <3

Wenn Du also für ausreichende Selbstachtung sorgst, brauchst Du die Aufmerksamkeit von anderen nicht. Sie erwarten Aufmerksamkeit und Respekt, da sie es sich selbst wert sind! Aber vor allem: Sie haben kein Problem damit, aus Situationen auszusteigen, in denen sie nicht gut behandelt werden!

Vielleicht hat man auch Dir diese Geschichte erzählt, Du seist nicht liebenswert oder gar nichts wert? Oder aber Du hältst in der Stille wenig von Dir selbst, weil Du immer an die falschen Männer gelangst. Es ist Deine Entscheidung das zu verändern. Das bringt niemandem etwas, wenn wir von uns selbst keine gute Meinung haben!

Es beginnt immer mit der Entscheidung, dass DU ausreichst. Richtig bist. Wertvoll bist. Schön bist und liebevoll. Du kannst Dich jederzeit entscheiden, ob Du die Leidensgeschichte Deiner Großeltern oder Eltern fortführen möchtest, oder ob Du ein Mensch voller Möglichkeiten sein willst, der ein zufriedenes wertvolles Leben führen möchtest.

In der Liebe geht es nicht darum, perfekt zu sein … es geht darum, liebenswert zu sein. <3
Selbstachtung kommt nicht über Nacht. Es ist ein langer Prozess, dem ich erst mit 50 ein „Okay“ gegeben habe. Ein Prozess, der jeden Schritt wert war! :-)

Was und wie denkst Du darüber? Lass mich neugierig sein und berichte mir über Deine Erfahrung!

Lesezeit: 4 Minuten

Nichts ist mehr, wie es vorher war. Aggressionen, Vertrauensverlust und Rückzug  … das ist das Alltagsverhalten eines Menschen, der unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Kurz PTBS genannt. Für Familienangehörige, speziell den Partner, ist es eine ganz besondere Belastung. So als sei der Herzmensch ausgetauscht worden! Manchmal zerreißt sich die ganze Familie regelrecht für eine rund um die Uhr Betreuung. Dabei wird leider immer wieder vergessen: Nur wer dabei auf sich selbst achtet und seine eigenen Bedürfnisse nicht zurückstellt, ist fähig die Fürsorge für seinen Partner zu übernehmen!

Letzte Woche hat mir ein Leser (ja, auch Männer lesen so manchen Beitrag) eine sehr „offene“ Mail geschickt die gleichzeitig aber auch ein Hilferuf war. Da mir dieses Thema selbst sehr am Herzen liegt, da ich selbst betroffen bin, wollte ich dieses Thema in einer Einfachheit aufnehmen und den ein oder anderen Erfahrungswert mit Dir teilen.

Information ist das Wichtigste

Damit der Umgang mit einem PTBS – Patienten richtig und sicher gelingt, ist es zunächst wichtig sich über die Krankheit bzw. das Krankheitsbild zu informieren. Die Symptome und die damit verbundenen Veränderungen sind nicht einfach und brauchen daher eine gute Aufklärung! Natürlich ist das Krankheitsbild von Patient zu Patient unterschiedlich.

Es gibt Menschen, die sich gar nicht mehr an das Trauma oder den gesamten Lebensabschnitt erinnern können. Andere wiederum haben das Erlebte im emotionalen Gedächtnis abgespeichert. Außerdem leiden Betroffene sehr oft an einer Abhängigkeitserkrankung oder Depressionen, die sich auch in Suizidgedanken äußern können! Im geschützten Rahmen eines stationären Aufenthalts hat der Partner die Möglichkeit sich zu stabilisieren. Für mich war es eine enorme Erleichterung, mich in „neutrale“ Hände zu begeben … durchzuatmen und mich „geschützt“ zu fühlen.

Es ist leider so, dass sich das Verhalten und die Persönlichkeit eines PTBS Patienten verändert. Es wirkt sich auf das ganze Leben, das ganze Umfeld aus. So besteht die Gefahr, dass das gemeinsame Leben nur noch durch die Krankheit bestimmt wird. Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Es gibt zahlreiche Therapiemöglichkeiten und so muss die PTBS nicht ein Dauerleiden bleiben! Schön und sehr hilfreich ist es auch, den Rückhalt der Familie und des Partners zu spüren, der zu einem erfolgreichen Heilungsprozess führt.

Dazu ein paar praktische Alltagstipps

Ein PTBS erkrankter Mensch braucht sehr viel Sicherheit und Kontinuität! Ein traumatisches Erlebnis geht für das Opfer mit einer Verletzung der persönlichen Grenzen und deshalb mit einem Vertrauensverlust in die Mitmenschen einher. Bei einem Unfall zum Beispiel fehlt oft das Vertrauen in die Technik oder die Umwelt. Deshalb ist es wichtig, die Grenzen Deines erkrankten Partners bedingungslos zu akzeptieren und über bevorstehende Veränderungen offen zu sprechen. Verständnis steht an oberster Stelle! Ebenso Vertrauen …

In diesem Fall ist Routine im Alltag gut. Geregelte Essenszeiten, Spaziergänge und gemeinsame Entspannungsübungen. Leider sind Schlafprobleme oft ein Teil einer PTBS. Der „Begleitschutz“ am Abend ins Bett, kann dabei hilfreich sein, sich entspannter der Nacht zu widmen.

Außerdem sind Betroffene schneller gereizt, werden wütend und ziehen sich zurück. Sie stumpfen emotional ab. Wichtig dabei ist, diese Reaktion nicht auf sich selbst zu beziehen! Betroffene sehen sich selbst als eine Belastung. Sie äußern ihre Wünsche selten, weil sie nicht zur Last fallen möchten. Man kann helfen, indem man ausreichend Ressourcen für die Erinnerung des anderen hat und ihm zuhört. Dabei ist es für den Partner und die Angehörigen wichtig, die Balance zu halten, denn ein zu großes Mitgefühl kann dazu führen, dass sich der Betroffene in die Rolle des hilflosen Kindes verliert oder annimmt, man hätte kein Vertrauen in seine Fähigkeiten und sich dann abwendet.

Ich weiß, dass es trotz aller Anstrengung und Hingabe des Partners oder der Familie, immer wieder zu Konflikten kommen wird. Es kann vorkommen, dass ein PTBS erkrankter Mensch auch gewalttätig werden kann. Hier geht die eigene Sicherheit vor, auch ein Trauma kann Gewalt nicht entschuldigen! In solchen Situation darf auch mal ein negatives Gefühl wie Ärger oder Wut über den Partner sein.

Sich selbst Hilfe zu holen bedeutet nicht schwach zu sein!

Das Zusammenleben mit einem PTBS Partner ist vor allem für den Partner eine enorme Herausforderung! Deshalb ist es keine Schande sich professionelle Hilfe zu holen oder anzunehmen. Denn der „gesunde“ Part einer Beziehung muss ausreichend dafür sorgen, seine Energiereserven aufrechtzuerhalten. Kraftschöpfen, um sich so um das eigene Wohl zu sorgen. Nur so kann man dem Erkrankten eine verlässliche Stütze sein!

Gespräche mit Therapeuten helfen die richtigen Strategien zu finden um die Konflikte, die immer wieder aufkommen werden, richtig zu deuten und um in Frieden miteinander leben zu können. Als helfender und fürsorglicher Partner werden manchmal auch eigene Ängste und Sorgen oder sogar Zweifel hochkommen. Es ist wichtig all das loszuwerden. Ein Erfahrungsaustausch kann dabei sehr behilflich sein. Es gibt viele Hilfsangebote wie Selbsthilfegruppen in diversen Foren. Aber auch Kliniken bieten ein mal im Monat solche Gruppengespräche an (zumindest ist mir das in Österreich so bekannt).

Noch ein paar Gedanken zum Schluss

All das hier Be- und Geschriebene stammt aus meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen. Einfach erklärt und ich denke gut nachvollziehbar.

Traumatisierungen hinterlassen immer Spuren! Jedoch kann ich berichten, dass Menschen, die ein Trauma in ihrem Leben erlitten haben, gut damit klarkommen können … ihr Leben danach viel bewusster wahrnehmen und auch leben! Sie sind emphatischer mit sich selbst und mit der Umwelt. Sie haben auf ihr Trauma hin, ihr Leben umgestellt.

Jede Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen, hilft in die Tiefen von sich selbst einzutauchen, mit sich selbst in eine Begegnung zu gehen. Es ist ein hoch intensives Arbeiten. Wenn man als Paar schafft, zusammen all das auszuarbeiten, passiert etwas sehr Magisches. Es ist so unsagbar viel Intensität und Liebe darin, was man als riesiges Geschenk sehen sollte! Auch wenn es immer wieder schwierige Tage oder Phasen geben wird, es fühlt sich gut an, aber vor allem fühlt man sich als PTBS Patient verstanden, geliebt und sicher aufgehoben! <3
Das ist meine Erfahrung …

Ich hoffe wirklich sehr, dass Du für Dich eine kleine Hilfestellung in diesem Beitrag finden konntest. Falls Du andere Erfahrungen oder Tipps für uns/mich hast – ich bin immer dankbar dafür. :-)

Ich wünsche Dir und Deinem Partner eine heilsame Zeit, die euch nicht auseinander, sondern noch mehr zueinander führen soll.

Lesezeit: 8 Minuten

Eines muss ich gleich mal vorweg sagen: Vielleicht denkt sich Die ein oder andere von euch warum ich mir anmaße über Psychologie zu schreiben? Eine Thematik für „Studierte“! Ich bin keine Ärztin und keine Psychologin und ich möchte auch hier keinesfalls wichtige Sprüche klopfen. Ich möchte nur manches erklären, meine Erfahrungen und Ratschläge zu diesem Thema weitergeben. Ich bin selbst betroffen und habe über die Jahre eine Menge darüber gelernt, mir angeeignet und klarerweise auch durchlebt. In dieser Zeit habe ich viele betroffene Menschen kennengelernt und konnte auch tolle Freundschaften schließen. Zu den „Studierten“ zähle ich mich nicht. NEIN, aber der Zuspruch vieler von euch hat meine Bedenken, darüber zu schreiben oder es besser sein lassen, sehr schnell ausradiert …

So begann mein Artikel Schwarz-Weiß Denken, den ich im Jahr 2017 veröffentlicht habe. Ein Beitrag der noch immer sehr gut be- und gesucht  wird. Das ist auch der Grund weshalb ich das Thema nochmals aufgegriffen habe … Es war einer der ersten Beiträge, die ich verfasst hatte und unbedingt teilen wollte, beinahe musste.  Ich kam frisch aus einer sehr langen Reha nach Hause, aus der ich motiviert und positiv gestärkt, wieder ins „normale“ Leben rutschen wollte und auch bin. Jetzt, einige Jahre später, bin ich zwar noch immer ein Borderliner, ausgestattet mit genügend Ängsten, oftmals mangelnden Selbstwert und manchmal null Toleranz zu mir selbst … aber ich habe mein Denken verändert, die Sicht auf diese Krankheit und mein Verhältniss zu der Farbe Schwarz – Weiß. :D

In diesem Artikel, möchte ich immer wieder Auszüge aus dem schon vorhanden Beitrag einfügen, aber dabei etwas mehr in  Tiefe gehen.

Borderline – ein Leben ohne Halt

Ich weiss, dass viele Menschen mit dem Wort Borderline nicht wirklich etwas anfangen können.  Warum auch? Es ist nichts worüber man unbedingt mit Leidenschaft reden möchte, ist man ein(e) oder auch kein Betroffener. Eine Borderline Diagnose zu bekommen ist einem „standardisierten“ Diagnoseschlüssel unterlegen. Das heißt es werden ausführliche, strukturierte Gespräche und psychologische Tests gemacht um andere psychische Erkrankungen auszuschließen. Die meisten Borderliner leiden zusätzlich an Depressionen, Suchterkrankungen oder einer Essstörung.

Wegen des selbstgefährdenden Verhaltens, gilt diese Persönlichkeitserkrankung als schwerwiegende und ernstzunehmende Erkrankung. Diese Erkrankung kann man alleine nicht loswerden, oder heilen. Betroffene gehören in die Hände eines Facharztes für Psychiatrie und eines Psychotherapeuten.

Für Betroffene, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, fühlt sich das Leben wie eine nicht aufzuhaltende Achterbahnfahrt an. Extreme Stimmungsschwankungen, impulsives Verhalten und Selbstverletzung sind Alltagsgeschehen. Das „Denken“ eines Borderliners, ist schwer nachvollziehbar …

Auszug:
Schwarz -Weiß, das Denken eines Borderliners. Das liest sich ganz normal und klingt nicht weiter schlimm. Ist es aber. Das BLS Syndrom drückt sich in einer Reihe von klassischen Symptomen aus. Jede Menge Ängste, keinerlei Selbstliebe, Depressionen, Selbstverletzung und ein extremes Denken in jede Richtung. Schwarz oder Weiß. Gut oder böse. Schön oder häßlich. Heiß oder kalt. Richtig oder falsch. Grauzonen oder ein Mittelmaß existieren nicht. Eine „falsche“ Handlung oder ein gesagtes, falsch verstandenes Wort genügen, damit ein Mensch komplette Abwertung erfährt! 

Gefühle sind außer Kontrolle

Was sich innerlich so aufstaut, ist eine massive innere Anspannung. Sie entsteht, weil man als Betroffener nicht in der Lage ist, die alltäglichen Erlebnisse direkt und emotional richtig einzuordnen und dadurch es auch nicht möglich ist, sie zu verarbeiten. Wenn mich damals jemand fragte, wer ich bin, wer ich gerne sein möchte, wusste ich keine Antwort und kein Gefühl dazu … ich besaß keinen Selbstwert und ich fühlte nur eines: stille Leere in mir!

Wenn dieser emotionale Stress zu hoch wurde, ging  ich auf die Suche nach einer Notlösung, einem Ventil um die Spannung abzubauen. Die Handlungen waren immer impulsiv und unüberlegt! Nicht selten selbstgefährdend. Manche geben dabei exzessiv Geld aus, konsumieren Alkohol oder Drogen oder beides … wechseln ständig ihre Sexualpartner oder verletzen sich selbst. Bei mir war alles ausser Drogen dabei.

Auszug:
Du lebst ständig in Angst. Du fühlst Dich minderwertig und schuldig für alles! Du suchst Dir Ventile um all das auszugleichen. Alkohol, Drogen, Selbstverletzung oder ein extremes sexuelles verhalten und vieles anderes mehr. Selbstwert gibt es trotzdem keinen und ohne richtige Hilfe kommst Du da nicht mehr raus!

Zwischenmenschliche Beziehungen fallen schwer

Borderline-Patienten fällt es sehr schwer stabile Beziehungen einzugehen. Das Problem ist, sie suchen die fehlende eigene Wertschätzung im intensiven Kontakt zum Anderen. Gleichzeitig aber haben sie große Angst, alleine zu sein oder verlassen zu werden. Diese hohen Ansprüche kann kein Partner erfüllen und auch selten aushalten. Irgendwann fühlen sich die meisten Borderliner zutiefst enttäuscht, finden plötzlich den „Idealpartner“ nicht mehr ideal, werten ihn ab und trennen sich von ihm, was sie aber auch relativ schnell wieder bereuen. Ein auf und ab. Ein „ich will Dich“ und „ich brauche Dich nicht“ beginnt. Das ist die Instabilität eines Borderliner.

So komplex wie ihre Symptome, sind auch ihre Ursachen. Eine Borderline-Störung zeigt sich in der Regel erstmals im frühen Erwachsenenalter. Die Betroffenen zeigen fast immer Spuren traumatischer Erlebnisse.

  • Fehlende emotionale Zuwendung,
  • Mangel an Anerkennung,
  • Mißhandlungen,
  • sexueller Missbrauch

sind die häufig genannten Gründe. Als meine Diagnose gestellt wurde, sagte man mir, dass „Fehlfunktionen in bestimmten Hirnregionen, die für die Gefühlskontrolle, Angst und Aggression zuständig sind, für meine Instabilität schuld sind. Doch nicht jeder Erkrankte legt die selben Symptome und Verhaltensmuster an den Tag. Sie können unterschiedlich stark ausgeprägt sein, deshalb ist eine Diagnose nicht einfach.

Auszug:
Das Schwarz-Weiß Denken ist gar nicht so unüblich wie man glauben möchte. Ich bilde mir schon im Unterbewusstsein meine Meinung: „Finde ich gut, oder finde ich nicht gut.“ Schwarz oder Weiß. Ein solches Urteil wird meist dann gefällt, wenn ein labiler Zustand, eine unerträgliche starke Belastung zur Krise führt und man darin gefangen ist.

Schwarz bedeutet bei diesem Vergleich der Gegensatz zu allem Positiven. Schwarz entspricht dem NEIN. Schwarz bedeutet auch soviel wie „vernichten“. Schwarz bedeutet auch keine andere Meinung und Lebensweise zu akzeptieren.
Weiß bedeutet die absolute Freiheit, Freiheit von allem was einem im Wege steht. Weiß ist der Ausdruck der Auflösung und der Befreiung und bedeutet Neuanfang …

Gefangen zwischen Schwarz und Weiss

Frustration, die nicht zum Aushalten ist

Schwarz oder Weiß … wenn man ständig seinen Gemütszustand verändert und das ohne erkennbare oder vernünftige Ursachen, wird von einer emotionalen Instabilität gesprochen. Eine Charaktereigenschaft, die alles andere als wünschenswert ist. Die dabei entstehende Frustration war für mich die Hölle. Bevor ich noch meine Diagnose kannte, war mir bewusst, dass meine Verhaltensweisen (das ich zuvor nicht in diesem Ausmaß kannte) nicht „normal“ waren. Das heißt, wenn etwas nicht so lief, wie ich es gerne gehabt hätte, reagierte ich mit einer Serie von extremen Gefühlen und Verhalten. Mein Wut und Aggression richtete sich vorerst gegen Andere und dann gegen mich selbst.

Ich dachte nicht an mögliche Konsequenzen, die mein Handeln betraf. Ich war ausschließlich impulsiv und explosiv und das hatte zur Folge, dass ich mir immer mehr und mehr Probleme schaffte mit denen ich nicht mehr umgehen konnte. Menschen, die es gut meinten, wendeten sich von mir ab … negative Personen traten in mein Leben und so ergab eines das andere. Ich hatte Probleme im Beruf, in der Familie und im sozialen Leben!

Beziehungen scheiterten, weil der Partner den ständigen Wechsel zwischen Wutausbrüchen und erdrückender Liebe nicht aushalten konnte. Auf der einen Seite verlangte ich nach extremer Nähe … und im Handumdrehen wurde ich aggressiv, weil mich diese Nähe erdrückte. Es war ein Teufelskreis, der sich immer weiter „verselbstständigte“.

Es gab so viele unzählige Situationen in denen ich überspannt „angespannt“ war, dass ich wütend Dinge aus mir herausschrie: „Ich will alleine sein … ich will nicht reden!“ Wenn mein Partner diesen Wunsch geduldig akzeptierte und mich tatsächlich alleine ließ, saß ich völlig verzweifelt in einer Ecke und warf ihm in gleichen Moment vor, wie er mich in diesem Zustand alleine lassen konnte! Das war die Ambivalenz in mir. Eigentlich auch mit nur einem Satz erklärbar: „Hau ab, aber bitte geh nicht …“ Die Angst verlassen zu werden, das allein sein, war so groß, dass ich sie kaum aushalten konnte …

Mein Leben wurde von einem Verhalten getrieben das ich nicht wollte. Es war ein Leben immer auf des Messers Schneide. Meine Ventile, die ich brauchte um mich wieder richtig zu „spüren“ wurden immer extremer. Ich begann mich für mein aus der Kontrolle geratenes Tun zu betrafen. Selbstverletzungen folgten.

Als ich irgendwann wieder einen klaren Moment fassen konnte, war mir klar es kann so nicht weitergehen. Ich weiß heute noch nicht wie ich den Mut zusammen bekam, mit meinem Arzt darüber zu reden, aber ich tat es und ich wollte mir helfen lassen. In der Klinik wurde der Verdacht bestätigt. Diagnose – Borderline Persönlichkeitsstörung.

Auszug:
„Ich habe es damals verpatzt … mir wurde es immer wieder gesagt, es geht um alles oder nichts im Leben. Ein  Satz, den ich mir dann selbst suggerierte. Ich habe diese Worte mitgeschleppt und bin sie nicht mehr losgeworden. Ich habe eine Chance um die andere verpatzt. Ich war eine Versagerin auf ganzer Linie. Unperfekter ging gar nicht! Bei allen neuen Projekten, ob beruflich oder privat, stand ein riesiges Panikorchester vor mir das mir in den grellsten Tönen die bevorstehende Katastrophe vorspielte. Begleitet von riesen Ängsten, die ich jedes Mal hatte, wenn etwas „Wichtiges“ bevorstand. JA genau da war doch was … es gibt ja nur eine Chance …

Ein Kontrollverlust der Gefühle

Es ist so, dass bei nichtigen Auslösern eine viel stärkere Emotion hochkommt, die nur langsam wieder verschwindet, aber sehr schnell wieder in eine andere Emotion umschlägt. Also stark ausgeprägte, negative Emotionen, aber auch überschwänglich positive, die stärker ausgeprägt sind als bei gesunden Menschen. Es ist ein Leben ohne „bremsen“ … so war mein Gefühl dazu.

Mein Leben war eine einzige Katastrophe und schien mir aus den Händen zu gleiten. Bis mir nach einer „Erstversorgung“ und noch genaueren Untersuchungen in der Notfallklinik, ein Therapieplatz in einer Spezialklinik zur Verfügung gestellt wurde. Eine lange und harte Zeit wartete auf mich.

Therapien sind auf die Störung zugeschnitten

Das muss so sein, da es so viele Formen von Borderline gibt. Es gibt so viele spezifische Zentren mit leider nur einem Problem: Die lange Wartezeit! Ich hatte damals Glück? JA, es war Glück,es hat mir mein Leben gerettet. Ich konnte übergangslos von der einen in die andere Einrichtung übergehen. Wichtig ist es, wenn man sich dazu entschließt sich einer Therapie zu unterziehen, das Wort Zeit zu streichen.  Zeit wird aufeinmal unwichtig … will man wieder ein normales Leben führen …

Meine Therapieform war eine Mentalisierungsbasierte Therapie. Es wird die Fähigkeit erarbeitet, zu erkennen, wie Wünsche, Vorstellungen und Gedanken zu Verhalten führen. Mit einfach nur „hinsetzen“ und zuhören, ist es aber nicht getan und wird auch nichts erreicht!  Ein passives Verhalten in diesen Zentren wird auch ebenso wenig geduldet, dafür sind die Plätze zu kostbar! Es ist eine sehr aktive Intervention und die ersten Wochen waren alles andere als einfach für mich, meine Störung wurde sogar kurzfristig schlimmer. Durch die fachärztliche Betreuung und Unterstützung war diese Verschlechterung bald wieder vorbei.

Ich durfte Fertigkeiten lernen, um in schwierigen und panischen Situationen ruhig zu bleiben. Als Skills-Training bekannt. Ich brauchte starke Sinnesreize um mich selbst wieder zu spüren. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Mein Favorit waren Gummiringe die ich auf meine Haut klatschen ließ. Der Sinn: es tat weh, damit war ich erstmal beschäftigt mit diesem Reiz und ich konnte mich nicht mehr um andere Gefühle kümmern.

Achtsamkeit und Selbstliebe waren die meisten Einheiten, die am Stundenplan standen. Das war der Punkt an dem ich beinahe scheiterte. Es wurde in meinen tiefsten und dunkelsten Ecken gegraben. Es fühlte sich alles bedrohlich an für mich. Es waren die Gefühle, die angetriggert wurden. Es ging bis in de Kindheit zurück. In vergangene Beziehungen und traumatische Erlebnisse. Sterben konnte sich nicht schlimmer anfühlen …

Fazit

Ich begab mich vor genau 10 Jahren auf diese Reise … auf eine Reise zu mir selbst. Ich nahm mir über ein Jahr Auszeit um nur für mich da zu sein, weil ich wusste, dass DAS kein Leben ist was ich führen will. Mit sehr viel Hilfe lernte ich  meine Instabilität abzugeben. Mein Selbstverletzungen und mein exzessives Leben hinter mir zu lassen. Ich lernte nach und nach  positiver zu werden, das Leben und die Veränderungen mit beiden Armen zu umschlingen und gut für mich zu sorgen … weil ich nach Jahren endlich begriff – ICH bin es wert!

Heute, nach 10 Jahren würde ich von mir behaupten, ich bin eine „trockene“ Borderlinerin.  Eine Therapie nutze ich immer noch. Und eine weitere Traumatherapie steht mir noch bevor. Inzwischen kann ich aber Menschen mit psychischen Problemen auf Augenhöhe begegnen und auch helfen … nämlich mit dem besonderen Blick einer ehemaligen Betroffenen!

Noch etwas: Es ist so wichtig, das schwierige Verhalten eines Erkrankten nicht persönlich zu nehmen, denn die Ursache dafür ist die Erkrankung … nicht der Mensch!

Ein kleiner Teil von mir wird immer wieder mal ängstlich und traurig sein. Das ist vollkommen ok. Und es geht auch gar nicht anders. Ein kleiner Teil wird bleiben. Ich habe es geschafft mit dieser Störung zu leben und auch manchmal zu sagen: „Hey heute geht’s grad nicht so gut …“ Aber wer hat das nicht?  Schwierigkeiten hat jeder mal.

Auszug:
Wenn Du Dich für diesen Weg entschieden hast, wirst Du es am Anfang sehr schwer haben, aber die Aussicht auf den gewünschten Erfolg, darauf dass es Dir wieder besser gehen wird, ist Dir sicher!

Das sehe ich nach so vielen Jahren noch genauso!

Wenn Dir mein Beitrag helfen konnte, freue ich mich natürlich riesig. Wenn Du etwas dazu zu sagen hast, ebenso. Und ja, wenn Du jemanden kennst für den der Beitrag passen könnte … teile ihn gerne. :D

Eine gesunde und wunderschöne Zeit für Dich, bis bald und alles Liebe.