Paradies. Neu definiert.

Beobachtet

Neulich habe ich mich selbst sagen hören:

„Ich würde gerne auswandern.“ Nichts Neues, das sage ich ja schon seit Jahren!
Nur der Satz danach war neu:
„Aber irgendwohin, wo möglichst wenig Menschen leben.“

Bitte was?

Ich habe tatsächlich kurz mal über mich selbst nachdenken müssen. 🙂
Was ist aus der Frau geworden, die immer dorthin wollte, wo die Sonne scheint.
Das Meer vor der Nase liegt und man die Leichtigkeit praktisch „löffeln“ kann?

Offenbar sucht sie inzwischen nach Ländern mit geringer Bevölkerungsdichte.
Das Meer möchte sie übrigens immer noch.
Ganz so weit ist es noch nicht.

Aber statt Sonne, Wärme und südlichem Lebensgefühl denke ich plötzlich:
Der Norden wäre doch auch ganz nett!
DER NORDEN! Stell sich mal einer vor.

Ich, die bei schlechtem Wetter bereits darüber nachdenkt, ob der Tag überhaupt noch Sinn macht.
Und warum trotzdem?
Weil es wenig Menschen gibt.

Ich merke nämlich, dass sich mein Bedarf verändert hat.
Nicht an Menschen überhaupt.
Aber an viel Mensch.

Viel Mensch beim Einkaufen. Viel Mensch auf der Straße. Viel Mensch beim Essen.
Viel Mensch, der drängelt, schimpft, schubst, wichtig ist, keine Zeit hat und offenbar morgens vergessen hat, seine Freundlichkeit einzupacken.
Davon bin ich momentan erstaunlich satt.

Und nun stehe ich da mit meiner neuen Vorstellung vom Paradies:
Meer.
Natur.
Ruhe.
Und irgendwo weit hinten … ein Mensch. 🙂

Das müsste irgendwie reichen. 🙂
Schon interessant, wie sich Wünsche verändern.
Früher dachte ich beim Auswandern an strahlend warme Sonne.
Heute an Einwohnerzahlen.

Wie eigenartig ich doch geworden bin.
So, na schön.
Und jetzt muss ich nachsehen, wo wirklich die wenigsten Menschen leben.
Das Meer kann ich danach immer noch suchen. 🙂

Xo Sandra

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