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Alles rund um uns geht kaputt. Wir sind schuld an dem ganzen Desaster, das sich um uns herum abspielt. Staubbedeckt und das Werkzeug noch in unserer Hand. Mit tränendem Herzen und schmutzigen Händen schauen wir uns um. Zwischen all dem Nebel, dem Staub und der Frustration, suchen wir jemanden, den wir für alles verantwortlich machen können. Weil das so einfach ist, das eben einfach so ist und weil das schon immer so gemacht wurde.

Nun ja es ist eben so verdammt bequem. Einfach und übergreifend von vornherein sagen zu können „Ich sags mal gleich, ich war das nicht!“. Wir bemühen uns gar nicht mehr, irgendwas zu verändern. „Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deine Träume“ oder „Du musst Dein Ändern leben“ … all diese Sprüche, die es als Wand- oder Armtattoo zu sehen gibt, sind nur noch stylisch geschwungene Buchstaben ohne Bedeutung!

Ich war’s nicht! Das war schon immer so!

Artikel, die ich schreibe, entstehen meistens aus einem Gefühl, einem Gespräch heraus. Der Zeitgeist und das Leben selbst schreiben die besten Überschriften und bieten jede Menge Füllstoff für meine Inhalte. Ich hätte natürlich auch eine schöne Neujahrsgeschichte bringen können, habe mich aber für mehr „Tiefe“ entschieden …, weil die Zeit mir dafür richtig erscheint. All die Gedanken noch im alten Jahr herauslassen schadet ja nicht. ›lach‹

Ständig höre ich „Hallo, ich kann nichts dafür, dass dies und jenes so ist wie es ist.“ Wir Menschen sind wirklich sehr einfach gestrickt jeder ist gerüstet, wenn es um Ausreden und Entschuldigungen geht.

Beispiele:
„Ich kann echt nichts dafür, dass ich zugenommen habe, ich nehm keinen Zucker, und mach auch Sport (ein wenig).“
Das Big Mac Menü mit doppelter Cola und Pommes jeden zweiten Abend ist natürlich zuckerfrei und hat keine Kalorien!“
„Es tut mir ehrlich leid Schatz, ich wollte Dich nicht betrügen, aber der Männerabend und der Alkohol, Du weißt ja wie das manchmal laufen kann …“  Und damit ist eigentlich nur ein „Du weißt ja, wie ich bin – untreu und ein Arschloch“ gemeint!

Und wenn man seinen Job immer wieder verliert, dann auch nur deswegen, weil der Chef die Fähigkeiten nicht erkannt hat, oder man viel zu überqualifiziert war für all die Dinge, die man nicht erreichen konnte und sie schlicht weg verbockt hat! Und selbstverständlich KEINE Schuld tragen möchte.

Es sind immer alle anderen Schuld, nie man selbst. Unser Spiegelbild ist verklebt von Make-Up, Haarspray und Duftwässerchen, wir müssen schließlich schön sein um unseren Anblick ertragen zu können. Die Risse in unserem Gesicht werden einfach weg gepudert, wenn man auf irgendeiner  Plattform auf der Suche nach der großen Liebe oder irgendwie nach sich selbst ist. Wie Kinder … alles ist ein Spiel!

Alles wird zum Spiel

Wir schlagen uns die Hände vor die Augen und sehen nichts. Und wenn ICH Dich nicht sehe, siehst DU mich auch nicht. Und wenn ICH mich NICHT sehe, dann geht es mir vielleicht weniger schlecht. Und falls ich mich sehe, heißt das noch lange nicht, dass ich auch erkenne, was hier so alles vor sich geht … wie kleine Kinder, wie ein Spiel, nur eben erwachsen und noch nie gewonnen!

„An mir liegt es nicht!“ bekommen wir dann manchmal zu hören. In einem Lokal, an der Bar, beim Essen … aus glasigen Augen. Und wir stimmen zu, denn wir denken genauso. Es liegt nie an einem selbst und meistens an dem anderen. Wir werden nicht wahr genommen, nicht ernst genommen, verkannt und wir denken, dass die Welt uns was schuldet. Alles geht um uns herum zu Bruch. Und wir? Wir zerbrechen innerlich.

Es gibt so viele menschliche Wracks, sie stranden irgendwo. Sie finden keine Heimat, weil sie es nicht schaffen, Beziehungen so lange aufrechtzuerhalten, dass sie zur Heimat werden können. Diese Menschen sind sogar noch stolz darauf „Backpacker“ zu sein! Ziellos und ohne Plan durch die Gegend zu streifen. Es soll angeblich die neue Freiheit sein … für mich würde es Einsamkeit bedeuten.

Wir leiden und lächeln

Wir glauben so oft, dass uns übel mitgespielt wird. Von allen anderen, nur nicht von uns selbst. Denn was passiert, wenn wir erkennen, dass wir unser eigener Feind sind? Wir wollen keine Verantwortung übernehmen. Wir verharmlosen unsere Einsamkeit und Ziellosigkeit um am Ende sagen zu können … was hätte sein können? Man hat doch alles versucht, während man nichts, absolut gar nichts getan hat, um auszubrechen!

Wir haben uns die Schubladen und Schränke bequem her- und eingerichtet, anstatt zu begreifen, dass man zu groß für Laden und Kästen ist! Wir sind groß genug für die Welt. Wir sollten diese Fläche nutzen. Ohne zu zerstören, zu verletzen und auszunutzen. Wir sollten uns nicht ausruhen auf der Angst und Faulheit. Wir dürfen die Schuld nicht immer bei den anderen suchen und wir sollten diesen Satz „Ich sag’s gleich, ich war’s nicht!“ nicht so vorschnell aussprechen!

Es soll wieder mehr Menschen geben, die Ihr Tattoo „Lebe Dein Ändern“ nicht nur auf der Schulter tragen, sondern auch tatsächlich umsetzen. Es soll wieder mehr Menschen geben, die Einsamkeit nicht mit Freiheit verwechseln … Menschen, die im Gin nicht den Sinn des Lebens suchen. Es sollten wieder mehr reale Dates stattfinden. Auge um Auge mit Spannung und echten Gefühlen! Nicht auf einer Plattform nach jemandem suchen, um die Leere zu füllen, die wir selbst jeden Tag in uns erzeugen, weil uns ein leeres emotionsloses Spiegelbild entgegenblickt!

Das muss doch funktionieren? Ohne Puder und ohne zu dick aufgetragenes Make-Up. Und OHNE ein „Ich war das nicht!“ Sondern mit“ DAS MACH ICH JETZT, WEIL ICH DAS SO WILL UND KEINEN SCHULDIGEN BRAUCHE“.

Ja, das waren sie … meine Gedanken die schon lange raus wollten …
Das war mir jetzt mal wichtig!

Pass auf Dich auf.

Lesezeit: 3 Minuten

Zu meinem Artikel heute wurde ich durch ein Gespräch am Rande inspiriert. Es ging darum, dass Menschen behaupten, an ihrer aktuellen Lebenssituation nichts verändern zu können. Zeugin dieser Diskussion zu sein, versetzte mir einen Seitenhieb, da es mich an meine Vergangenheit und mein „Opferrollen-Dasein“ erinnerte. Ich war allerdings ein stilles „Opfer“. Anders als viele Zeitgenossen in meinem Umfeld. Ich hatte einfach eine Grundüberzeugung, dass ich das Leben nun mal so hinnehmen müsse, wie es mir begegnete. Ja … und dann gab es noch die dominanten Ausreden, die gar keiner Veränderung Platz gaben.

Es hat sich nichts verändert. Zwar bin ich aus der Opferrolle raus. Ich habe mir dieses „Opferkostüm“ abgestreift. Aber es gibt so viele Menschen, die scheinbar gerne und lautstark, dieser Opferrolle eine Stimme geben. Das Leben ändert sich. Dadurch verändern wir uns! Mit der Erfahrung eines kompletten Neustarts in den letzten Jahren weiß ich, dass alles nur Ausreden waren, … hat man die richtigen Ausreden in der Hand, brauchen wir auch nichts verändern.

Meine frühere Strategie: Ich ändere mal lieber nix, es wird irgendwann schon besser werden. Leider ist dieser Glaube nie aufgegangen. Obwohl es in mir immer wieder mal sehr laut wurde. „Komm mach was, das ist doch kein Leben, dass du dir wünscht! Verändere die Dinge die du verändern kannst!“ Gehört habe ich dieses Drängeln in mir, aber ich habe so lange und erfolgreich verweigert, bis das Leben mich geändert hat. Mir ging es so „bescheiden“, dass es auf einmal Schluss war mit sämtlichen Ausreden!

Die, die mich am Blog besuchen und lesen, stehen selbst immer mal an einer Kreuzung der Veränderung. Du weißt oder zumindest ahnst Du es, dass es da noch einiges gibt in Deinem Leben das Du verändern kannst aber Deine Ausreden lassen es nicht zu. Deshalb bist Du hier. Veränderung und Leben. Darum geht es immer wieder hier auf meinem Blog. Deshalb bist Du hier. Ich würde ja auch keinem Food-Blog folgen, wenn ich nicht neugierig auf Kuchen, Fleisch und Inspirationen wäre, oder?

Schluss mit unseren Lieblingsausreden

Ich habe mitgehört, habe mich zurückerinnert, an die Zeit, in der ich für ALLES eine Ausrede in der Tasche hatte, um ja nichts verändern zu müssen. Ich bin mir sicher, dass Deine Ausrede vielleicht auch darunter zu finden ist. Wenn Du Dich beim Durchlesen kopfschüttelnd aufregst, finde ich das super ›lach‹ … warum? Das sage ich Dir im Anschluss.

  1.  Ja ich bin eben noch nicht so weit.
  2.  Wenn das immer so einfach wäre.
  3.  Das geht mir viel zu schnell.
  4.  Dafür bin ich schon viel zu alt!
  5.  Was ist los? Es ist doch alles gut wie es ist?
  6.  Das kann ich mir nicht leisten.
  7.  Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert.
  8.  Meine Gesundheit spielt da nicht mehr mit.
  9.  Meine Eltern, Freunde haben gesagt …
  10.  Was sollen die anderen von mir denken?
  11.  Und was ist mit meiner Altersvorsorge?
  12.  Du tust Dir leicht, Deine Kinder sind schon groß.
  13.  Ich muss den Kinderwegen bleiben …
  14.  Ich bin halt so.
  15.  Davor habe ich zu viel Angst!
  16.  Wenn ich mal in Pension bin, die Kinder groß, den richtigen Partner usw. habe, dann …
  17.  Ich will ja gar nichts verändern.
  18.  Dazu fehlt mir die Kraft.
  19.  Ich brauche Sicherheit.
  20.  Mir fehlt das Vertrauen.
  21. Abenteuer sind für junge Menschen da.
  22.  Ich würde ja wirklich gerne, ABER …
  23.  Mir fehlt die Zeit.
  24.  Aber das machen doch ALLE so!
  25.  Ein komischer Blog, was soll das?

Tja und nun? Regst Du Dich auf? Welcher Satz ist Dein ständiger Begleiter? Bist Du verärgert, weil Veränderung wirklich nicht so leicht ist? Alles gut rege Dich auf und schmeiß mir auch gerne was an den Kopf! „Sie hat doch wirklich keine Ahnung von nichts!“  Da gebe ich Dir sogar recht. Teilweise. Aber wenn ich von etwas Ahnung habe, dann von Ausreden und ihre Folgen, sorry.

Sich aufregen ist manchmal echt super!

Je mehr Dich etwas aufregt, umso schneller solltest Du darauf achten und hinsehen! Ich wollte das selber lange nicht wahrhaben. Wenn mir ein Mensch etwas Unangenehmes gespiegelt hat, war die Reaktion: so weit als möglich von mir fern halten und durch langes Argumentieren belegen, dass die Fakten doch ganz anders lagen.

Selbstbetrug. So das richtige Wort dafür. Es funktioniert ne Weile, aber gewinnbringend und nachhaltig ist es nicht! Ausreden sind okay. Dafür müssen wir uns keine Schuldgefühle aufhalsen. Es stecken teilweise alte Glaubenssätze und Programmierungen dahinter, die wir über die Jahre zu unseren eigenen gemacht haben.

Es ist ein Gedankenkonstrukt, dass uns vor unangenehmen Neuerungen schützt. Langfristig gesehen haben sie aber eine sehr angenehme Wirkung – dafür müssen wir aber ins TUN kommen.

Letztendlich ist das Sammeln von Gegenargumenten wieder nur eine Ausrede. Nämlich dafür, sich zu trauen den springenden Punkt anzunehmen. Die ein oder andere Ausrede als solche zu enttarnen und die gewünschte Veränderung anzupacken. ›strahle grinsen<

Übrigens meine Lieblingsausrede ist: Nr. 14 und 23. ›zwinker‹.
Übrigens Du darfst mit Freude die Liste ergänzen. Gut möglich, dass ich so einiges vergessen habe. :D

Jetzt aber wünsche ich Dir ein TUN ohne Ausreden und jede Menge Volkserlebnisse.