Ich sag`s gleich, ICH war´s nicht!
Lesezeit: 4 Minuten

Alles rund um uns geht kaputt. Wir sind schuld an dem ganzen Desaster, das sich um uns herum abspielt. Staubbedeckt und das Werkzeug noch in unserer Hand. Mit tränendem Herzen und schmutzigen Händen schauen wir uns um. Zwischen all dem Nebel, dem Staub und der Frustration, suchen wir jemanden, den wir für alles verantwortlich machen können. Weil das so einfach ist, das eben einfach so ist und weil das schon immer so gemacht wurde.

Nun ja es ist eben so verdammt bequem. Einfach und übergreifend von vornherein sagen zu können „Ich sags mal gleich, ich war das nicht!“. Wir bemühen uns gar nicht mehr, irgendwas zu verändern. „Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deine Träume“ oder „Du musst Dein Ändern leben“ … all diese Sprüche, die es als Wand- oder Armtattoo zu sehen gibt, sind nur noch stylisch geschwungene Buchstaben ohne Bedeutung!

Ich war’s nicht! Das war schon immer so!

Artikel, die ich schreibe, entstehen meistens aus einem Gefühl, einem Gespräch heraus. Der Zeitgeist und das Leben selbst schreiben die besten Überschriften und bieten jede Menge Füllstoff für meine Inhalte. Ich hätte natürlich auch eine schöne Neujahrsgeschichte bringen können, habe mich aber für mehr „Tiefe“ entschieden …, weil die Zeit mir dafür richtig erscheint. All die Gedanken noch im alten Jahr herauslassen schadet ja nicht. ›lach‹

Ständig höre ich „Hallo, ich kann nichts dafür, dass dies und jenes so ist wie es ist.“ Wir Menschen sind wirklich sehr einfach gestrickt jeder ist gerüstet, wenn es um Ausreden und Entschuldigungen geht.

Beispiele:
„Ich kann echt nichts dafür, dass ich zugenommen habe, ich nehm keinen Zucker, und mach auch Sport (ein wenig).“
Das Big Mac Menü mit doppelter Cola und Pommes jeden zweiten Abend ist natürlich zuckerfrei und hat keine Kalorien!“
„Es tut mir ehrlich leid Schatz, ich wollte Dich nicht betrügen, aber der Männerabend und der Alkohol, Du weißt ja wie das manchmal laufen kann …“  Und damit ist eigentlich nur ein „Du weißt ja, wie ich bin – untreu und ein Arschloch“ gemeint!

Und wenn man seinen Job immer wieder verliert, dann auch nur deswegen, weil der Chef die Fähigkeiten nicht erkannt hat, oder man viel zu überqualifiziert war für all die Dinge, die man nicht erreichen konnte und sie schlicht weg verbockt hat! Und selbstverständlich KEINE Schuld tragen möchte.

Es sind immer alle anderen Schuld, nie man selbst. Unser Spiegelbild ist verklebt von Make-Up, Haarspray und Duftwässerchen, wir müssen schließlich schön sein um unseren Anblick ertragen zu können. Die Risse in unserem Gesicht werden einfach weg gepudert, wenn man auf irgendeiner  Plattform auf der Suche nach der großen Liebe oder irgendwie nach sich selbst ist. Wie Kinder … alles ist ein Spiel!

Alles wird zum Spiel

Wir schlagen uns die Hände vor die Augen und sehen nichts. Und wenn ICH Dich nicht sehe, siehst DU mich auch nicht. Und wenn ICH mich NICHT sehe, dann geht es mir vielleicht weniger schlecht. Und falls ich mich sehe, heißt das noch lange nicht, dass ich auch erkenne, was hier so alles vor sich geht … wie kleine Kinder, wie ein Spiel, nur eben erwachsen und noch nie gewonnen!

„An mir liegt es nicht!“ bekommen wir dann manchmal zu hören. In einem Lokal, an der Bar, beim Essen … aus glasigen Augen. Und wir stimmen zu, denn wir denken genauso. Es liegt nie an einem selbst und meistens an dem anderen. Wir werden nicht wahr genommen, nicht ernst genommen, verkannt und wir denken, dass die Welt uns was schuldet. Alles geht um uns herum zu Bruch. Und wir? Wir zerbrechen innerlich.

Es gibt so viele menschliche Wracks, sie stranden irgendwo. Sie finden keine Heimat, weil sie es nicht schaffen, Beziehungen so lange aufrechtzuerhalten, dass sie zur Heimat werden können. Diese Menschen sind sogar noch stolz darauf „Backpacker“ zu sein! Ziellos und ohne Plan durch die Gegend zu streifen. Es soll angeblich die neue Freiheit sein … für mich würde es Einsamkeit bedeuten.

Wir leiden und lächeln

Wir glauben so oft, dass uns übel mitgespielt wird. Von allen anderen, nur nicht von uns selbst. Denn was passiert, wenn wir erkennen, dass wir unser eigener Feind sind? Wir wollen keine Verantwortung übernehmen. Wir verharmlosen unsere Einsamkeit und Ziellosigkeit um am Ende sagen zu können … was hätte sein können? Man hat doch alles versucht, während man nichts, absolut gar nichts getan hat, um auszubrechen!

Wir haben uns die Schubladen und Schränke bequem her- und eingerichtet, anstatt zu begreifen, dass man zu groß für Laden und Kästen ist! Wir sind groß genug für die Welt. Wir sollten diese Fläche nutzen. Ohne zu zerstören, zu verletzen und auszunutzen. Wir sollten uns nicht ausruhen auf der Angst und Faulheit. Wir dürfen die Schuld nicht immer bei den anderen suchen und wir sollten diesen Satz „Ich sag’s gleich, ich war’s nicht!“ nicht so vorschnell aussprechen!

Es soll wieder mehr Menschen geben, die Ihr Tattoo „Lebe Dein Ändern“ nicht nur auf der Schulter tragen, sondern auch tatsächlich umsetzen. Es soll wieder mehr Menschen geben, die Einsamkeit nicht mit Freiheit verwechseln … Menschen, die im Gin nicht den Sinn des Lebens suchen. Es sollten wieder mehr reale Dates stattfinden. Auge um Auge mit Spannung und echten Gefühlen! Nicht auf einer Plattform nach jemandem suchen, um die Leere zu füllen, die wir selbst jeden Tag in uns erzeugen, weil uns ein leeres emotionsloses Spiegelbild entgegenblickt!

Das muss doch funktionieren? Ohne Puder und ohne zu dick aufgetragenes Make-Up. Und OHNE ein „Ich war das nicht!“ Sondern mit“ DAS MACH ICH JETZT, WEIL ICH DAS SO WILL UND KEINEN SCHULDIGEN BRAUCHE“.

Ja, das waren sie … meine Gedanken die schon lange raus wollten …
Das war mir jetzt mal wichtig!

Pass auf Dich auf.

XOXO Sandra FrauenPunk

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