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Lesezeit: 2 Minuten

Meistens habe ich ja kein Problem einfach darauf loszuschreiben, doch aus irgendeinem Grund fällt es mir heute schwer. Mir fehlen die Worte für DAS was ich so gerne (BE)schreiben und auch teilen möchte! Im Grunde geht es um eine Art „Lebensmotto“. Um ein … in und auf der Welt sein.

Ich fühle mich vom Leben „getragen“

Das war keinesfalls immer so! Seit ich mich aber so intensiv mit mir und dem Leben auseinandersetze, kann es gar nicht so schmerzhaft und unangenehm werden, weil mich das Leben ummantelt. Das Gefühl habe ich tatsächlich! Je älter ich werde, umso tiefer ich mir begegne, umso deutlicher spüre ich dieses „getragen“ werden. <3

Was aber nicht heißen soll, dass das Leben mir nur positive Glücksmomente schenkt und DAS für mich bereitstellt, was ich mir wünsche. :D Und es bedeutet auch nicht, dass ich nicht oft auch die Hosen gestrichen voll habe, wenn ich mich auf etwas Neues und ungewisses einlasse!

Ich spreche hier selbstverständlich nur aus meiner Sicht. Was ich damit sagen will ist, das ich auch in Momenten des „Fallens“, am Tiefpunkt einer Ausweglosigkeit … im Schmerz spüre, dass es schon so sein darf und es auch Sinn ergibt. Auch, wenn die Klarheit darüber sehr oft erst etwas später kommt.

Gerade in solchen Momenten, in denen ich keine Ahnung habe, was folgen wird, fühle ich mich mehr und mehr getragen. Ich schaffe es tatsächlich mich dem Leben hinzugeben! Ich vertraue. Irgendwo stand mal „Das Leben ist oft klüger, als wir selbst …“. Ich bin mir sehr sicher, dass das auch stimmt.

Ich habe lernen dürfen (und ich lerne immer noch): Ich muss gar nicht alles heute, jetzt und sofort wissen. Gerade in dieser Unwissenheit, in dieser Leere, werden so viele neue Impulse und Erkenntnisse frei. Die Erfahrung, die ich dabei machen durfte, ist: Ich weiß das, was gerade wirklich wichtig ist für mich. Und das ist zu diesem Zeitpunkt das Wichtigste. Alles andere ist zu dem Zeitpunkt eine Nebensache.

Verstehen können wir unser Leben nur RÜCKWÄRTS, LEBEN müssen wir es vorwärts!

Die Frage, die sich dabei stellt, ist: „Was will das Leben von mir?“
Gegenfrage: „Was will ICH vom Leben?“

Mich zieht es immer mehr dahin, mich hinzugeben und nicht permanent etwas zu wollen! Einfach still werden und abwarten. Hören … darauf achten was sich da leise in und um mich auftut. Wenn ich diese Haltung einnehme, beschenkt mich das Leben sehr oft in besonders wertvoller Weise.

GUTES LEBEN … ich DANKE DIR …

Ich habe meinen Beitrag in erster Linie auf mein Leben „gelegt“. Passend ist er allerdings auf unser aller Leben, sofern Du für diese Weitsicht offen bist. ›lächel‹.

Kennst Du dieses Gefühl, von dem ich hier versucht habe zu schreiben? Ich wünsche es Dir, … es tut gut. <3

VOM LEBEN GETRAGEN … NUR WER LOSLÄSST UND VERTRAUT, DEN TRÄGT DAS LEBEN DAHIN, WO ER WACHSEN KANN.

Eva Maria Martin
Lesezeit: 4 Minuten

Es gibt manchmal kurze und sehr einfache Gespräche, die mich lange danach noch beschäftigen und berühren. Worte, über die ich dann gerne schreibe, weil sie einfach beeindruckend sind. Ich möchte Dich heute gerne zum Strand mitnehmen … sagen wir so, auf den Weg dahin.

Es ist bereits September und ich habe in diesem Sommer, den ich wie jedes Jahr in unserer Zweitheimat Italien verbringe, viele bekannte Gesichter und Nachbarn vermisst. Die COVID-Situation hat gerade viele ältere Wohnungsbesitzer veranlasst daheim zu bleiben. Generell war es ein sehr kurzer Sommer mit sehr vielen Neuerungen und Einschränkungen. Ein Sommer, der sicher in Erinnerung bleiben wird, wenn nicht sogar die neue Normalität werden wird.

Ein freudiges Wiedersehen …

Umso mehr habe ich mich gefreut, als genau eines dieser „vermissten“ Ehepaare vor ein paar Tagen angekommen ist. Am Weg zum Strand richtete sich der kleine alte Herr, dem mit seinen 80 Jahren noch immer der „Lausbub“ aus den blauen Augen blitzt, auf. Er schlägt die Hände zusammen und begrüßt mich mit seinen Tiroler Dialekt und einem herzlich strahlenden Lächeln.

„Jo do isch jo unser Negerlein …“, sagte er grinsend.

Er nennt mich immer so, seit wir uns vor ein paar Jahren kennengelernt haben. Das Negerlein … meiner Hautfarbe im Sommer sein Dank. ›lach‹. Ich habe ihm erzählt, dass ich sehr oft an ihn und seine Frau gedacht habe und ich mir wünschte, dass es ihnen auch gut geht! Der quirlige alte Herr erinnert mich jedes Mal an einen kleinen Jungen, der nur Quatsch im Kopf hat. Er ist trotz seiner stolzen Jahre und seiner schweren Krankheit die ihm letztes Jahr offengelegt wurde, immer gut drauf. Er ist total aktiv und er erzählt mir jedes Mal, welche Berge er wieder hochgestiegen ist, sofern es seine Krankheit zulässt. <3

Zu Hause gibt es immer jede Menge Arbeit. Einen Hof, Stallungen belegt mit Turnierpferden. Menschen, die er unterrichtet und Kinder, dessen Talent er fördert. Er ist ein Mensch der mit ganz viel Kraft und Energie gesegnet ist, der ohne Arbeit wahrscheinlich gar nicht existieren könnte, dennoch keine Hektik lebt, sondern ganz viel Ruhe ausstrahlt. Genauso wie seine liebe Frau.

Es sind kluge alte Menschen, die mit der Zeit gehen. Informiert und offen für Neues. Einfach positiv auf alles was auf sie zukommt. Leider hat auch seine Frau, die er liebevoll „Herzstück“ nennt, eine seltene Immunkrankheit für die es noch immer keine hilfreiche Behandlung gibt. „Herzstück“ ist 76 und trotz ihrem Leiden eine sehr charismatische schöne Frau geblieben.

Auf meine Frage ob bei ihnen auch alles in Ordnung sei, sagte er zu mir:Kum Negalein, sitz di her do zu mir …“, was mich ein wenig verwunderte, weil das Reden eigentlich immer seine Frau übernommen hatte. ›lach‹ „Herzstück kimmt erscht, es isch ihr no zu woarm, aber i erzähl dir was …“

„Meine Frau hat keine guten Monate hinter sich und die derzeitige Situation macht es für sie und natürlich auch für mich, nicht gerade leichter. Wir dürfen uns nix einfangen, sonst sind wir ganz schnell weg vom Fenster!“ (So seine tatsächlichen Worte) :D
„Die Krankenhausaufenthalte, waren wie ein russisches Roulette für sie! Ich bin zwar einiges älter, aber irgendwie doch noch robuster.“ „Woascht wos i moan?“ Und da blinzelte auch schon wieder der „Lausbub“ aus seinem Gesicht. :D

Weiter meinte er: „Deshalb habe ich nachgedacht und meine ganze Arbeit niedergelegt. Ich hab alle Pferde verkauft und mich um gute Plätze bemüht. Der Hof ist jetzt verpachtet, sodass ich meinem Herzstück nicht zusätzliche Sorgen aufhalse, sollte mit mir plötzlich was sein.“

Ich hab im Außen wie in meinem Inneren Aufgeräumt! Meine Tasche ist ordentlich sortiert und gepackt, sollte meine Zeit da sein. „Ma woasch jo nit!“, meinte er mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Weißt du Negerlein, ab jetzt will ich jeden Moment genießen und das gemeinsam mit meinem Herzstück! Da sind wir uns beide ganz einig. Wir hatten bis vor kurzem ein sehr arbeitsames Leben. Ein gutes und schönes Leben, aber richtig Zeit zum Genießen, war nicht da. Ich hab halt immer geglaubt, ohne mich gehts nicht!

„Sicher hat mein Herz geblutet, als ich alle Tiere hergegeben habe und die anderen Sachen losgelassen hab, aber wenn ich ehrlich bin, es ist auch leichter auf meinen alten Schultern geworden. Und meiner Frau geht es dadurch auch viel besser! Ja Herzal“ – und da meinte er tatsächlich mich,  „so ist das Leben … so alt kann man gar nicht werden um nicht bis zum Schluss, alles geradezurücken. Die Taschen aufs Minimum ordentlich einpacken, sodass man jederzeit „abholbereit“ ist …“

„Das Leben meiner Frau und mir war ausgefüllt mit schönen Dingen. Aber was hilft es, wenn man sie nicht genießen kann, weil man zu viele davon erlebt und gar nicht schätzen und genießen kann? Weißt du was ich sagen will?“

JA, ich weiß genau was er mir damit sagen will …

Was danach von meiner Seite noch kam, war nicht sehr viel. Ich war erstaunt und gleichzeitig berührt von soviel Klarheit und den Mut, das loszulassen was man eigentlich über alles liebt! Ein paar Meter weiter auf meinem Platz angekommen, dachte ich über dieses nette „Pläuschchen“ nach. Irgendwie scheint sich bei mir alles gerade zusammenzufügen.

Beispiele und Gedanken. Ein Buch geschrieben von Bronnie Ware, 5 Dinge die Sterbende am meisten bereuen, handelt genau von diesen Themen. Hier geht es zwar nicht um sterbende (Gott sei Dank), aber es ist dieselbe Thematik, die das Buch beschreibt. Lebensaufgaben loslassen. Ballast abgeben.

Ich finde es wirklich erstaunlich und mutig, was die Beiden da auf die Beine gestellt und jetzt im hohen, kranken Alter wieder abgegeben haben. Und warum? Um die, viel zu lange zurückgestellten, Wünsche endlich gemeinsam zu erleben! Es stimmt mich nachdenklich und soll uns auch in Erinnerung rufen, worauf es tatsächlich im Leben ankommt, damit wir das Leben führen, was wir auch führen möchten.

Und da ist es wieder … das Gefühl der Freude und Dankbarkeit das mich seit kurzem so oft besucht! <3

Also mein Tag ist gerettet und vielleicht konnte ich Dir mit meinem kleinen Strand-Pläuschchen auch ein warmes Bauchgefühl vermitteln. Wie Du an diesem Beispiel auch sehen kannst, es ist NIE zu spät und man ist NIE zu alt um Dinge zu verändern und um Dinge freizulassen. :-)

Eine tolle Zeit für Dich.

Lesezeit: 4 Minuten

Bei jeder Frau verändert sich etwas mit dem Älterwerden. Einigen wird bewusst, dass sie genug Geld verdient haben und bald nicht mehr arbeiten oder zumindest nicht mehr so viel arbeiten müssen. Bei anderen wird eine überstandene Krankheit zu einem Auslöser um neue Wege zu gehen. Und so einige finden ihren „Traummann“. Jeder Mensch entwickelt mit dem Älterwerden seine eigene Perspektive, es wird noch einmal fest an den Werten und Vorstellungen gerüttelt, bis man sich dankbar (sehr dankbar), zurücklehnen kann.

Erst vor kurzem saß ich auf unserer Trasse, vor mir ein kaltes Glas Spritz Bianco. Es war ein sehr warmer und schöner Abend. Und auf einmal dachte ich: Alles ist bestens, alles fühlt sich gut und richtig an, ich bin dankbar.

Ich glaube, dass Alter spielt eine große Rolle

Nicht das ich mit 30, 40 Jahren nicht auch für vieles dankbar war. Aber das Gefühl war ein anderes! In den letzten Jahren – so ab meinem Fünfzigsten, habe ich angefangen anders zu denken. Man hat schon so viel erlebt und lässt das Erlebte an sich vorbeiziehen. Jedenfalls war das bei mir so. Und ich stelle fest, dass ganz viele Dinge im Lauf der Jahre eine außergewöhnliche Richtung eingeschlagen haben. Ich habe enorm viel verändert. Ich habe mehr Tiefschläge eingesteckt als schöne Momente.

Und trotzdem, oder genau deswegen … in diesem Moment auf der Terrasse mit meinem kalten Glas Spritz in der Hand, kam ein wirklich schönes Gefühl in mir hoch. Nämlich ehrliche DANKBARKEIT! Ich war dankbar für alles Mögliche, das ich bisher als Selbstverständlich hingenommen habe:

  • Ich bin halbwegs gesund und habe den schwersten Teil meiner Krankheit gut im Griff (war ein langer Prozess).
  • Ich kann mich selbst versorgen (das war nicht immer so).
  • Ich habe ausreichend zu essen und zu trinken (auch das war lange Zeit nicht so).
  • Ich habe das Glück seit bald fünf Jahren mit demselben Mann glücklich zu sein, der ganz nebenbei auch noch so viele Eigenschaften in sich trägt, die ich mir immer gewünscht habe! ›lach‹
  • Ich habe zwei tolle Kinder, die beide ihren Weg gehen und ordentlich im Leben stehen. <3
  • Ich darf da leben, wo andere Urlaub machen (ein Wunsch den ich schon als Kind geträumt habe).
  • Ich darf ein nettes und ehrliches Umfeld genießen (nicht selbstverständlich).
  • Ich befinde mich in der privilegierten Situation, einer Arbeit nachzugehen, die mir Spaß macht (habe ich sehr lange vermisst).
  • Ich kann mir eine regelmäßige Pediküre bei der Kosmetikerin leisten (wenn ich will). ›lach‹
  • Ich bin nicht nur „gewaschen“, sondern auch im REINEN mit mir selbst! (dass ich das mal sagen kann … unvorstellbar).
  • Und, ICH bin wirklich DANKBAR!

Gewiss, gewiss … der Mensch strebt stets nach mehr, so sagt man jedenfalls und es könnte ALLES noch besser sein. Komischerweise, trifft das bei mir aber nicht zu. Ich  bin tatsächlich zufrieden. Eine tiefe Zufriedenheit zu spüren ist etwas ganz besonderes … so wie neulich eben auf der Terrasse mit meinem kalten Glas Spritz in der Hand. :D

Ist es nicht schön angekommen zu sein?

Ist es nicht herrlich mit fortgeschrittenen Alter halbwegs angekommen zu sein? Wir müssen nicht mehr alles erreichen. Wir müssen auch nicht noch mehr haben! Ich rede da jetzt von mir, aber ich glaube anderen, geht es genauso. Wer ständig nach noch MEHR hechelt, kann doch das Vorhandene gar nicht schätzen!

Was nützt mir denn der geilste Sportwagen (nicht das ich einen hätte), wenn ich schon bald eine neues „Objekt“ im Visier habe. Wie viel kostbare Lebenszeit geht einem da verloren … seien wir zufrieden mit dem, was wir haben. Versuchen wir doch, dass Schönste daraus zu „bauen“.

Vergessen wir mal die ganzen Magazine, Medien und Plattformen, seien wir einzig und alleine bei uns! Mit dieser inneren Befreiung gehen wir dann durch unsere Wohnung, schauen uns Bilder und Fotos an. Freuen uns dabei auf den nächsten Urlaub, auf den Herbst und Winter (möge aber der Sommer noch ganz lange dauern <3), betrachten wir unsere Pflanzen auf Balkonien und genießen einfach die warmen Sommertage und Nächte … so wie ich mit meinem kalten Glas in der Hand. :-)

Es braucht wirklich nur wenig um zufrieden zu sein!

Manchmal kann ich nur den Kopf schütteln über Frauen, die so rein gar nix genießen können und immer schlecht gelaunt und missmutig durch ihr Leben rennen. Das fällt mir hier in meiner Wahlheimat ganz stark auf. Grantige Damen, die in Wirklichkeit alles haben, so in etwa wie: MEIN Haus, MEIN schöner Mann, MEIN Auto, MEIN Boot … und so weiter.

Ein ganz klares Beispiel wieder, dass materielle Dinge nicht zum Glücklichsein ausreichen! Da hilft auch kein nettes Wort oder ein tägliches freundliches Lächeln oder ein Kompliment. Nix. Frau bleibt grantig und unzufrieden. Und ich lasse diese Frauen in ihrer Welt zurück, schließlich kann ich mich nicht um alle kümmern. Ich finde es nur sehr schade. :-(

Das Gute am Älterwerden ist auch die Tatsache, dass man mehr und mehr Menschen durchschaut. Und wenn das nicht funktioniert, wird man zumindest vorsichtig. Denn die Energieräuber und Muffeltanten zerstören die eigene Dankbarkeit!

Dankbarkeit macht glücklich und zufrieden

Wie schon geschrieben, die Dankbarkeit ist erst mit den letzten Jahren zu mir gekommen. Vorher war ich es auch aber eben anders. Mir ist klar geworden wie wichtig diese Dankbarkeit ist und vor allem – wie gut sie tut! Vielleicht hat es damit zu tun, dass mir bewusster wurde, dass das Leben nicht endlos ist.

Das die Gesundheit wichtiger ist als ein fettes Bankkonto. Das eine gute Beziehung etwas sehr Wertvolles sein kann und das ein Leben mit sich alleine genauso lebenswert sein kann, als in einer Beziehung! Lieben und schätzen wir das Leben und nicht die Dinge.

„Dinge“ schenken uns nur kurz eine Zufriedenheit, wenn überhaupt. Sie können verloren gehen, kaputt werden. Die schönen Momente, die wir uns schaffen, werden niemals verloren gehen oder auseinanderfallen. Sie bleiben bis zum Schluss.

Die meisten Menschen machen sich selbst durch übertriebene Erwartungen an das Schicksal unzufrieden.

W. v. Humbold

In diesem Sinne lasst uns dankbar sein. Und vielleicht denkst Du in einem ruhigen Moment, alleine auf Deiner Terrasse, mit einem Glas Wein in der Hand, an meine Worte und Gedanken :D

Genieße das Leben, …

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Hallo Gesellschaft, ich muss rein gar nix mehr!

Von Zeit zu Zeit brauch ich es einfach. Mich über das Alter, Herdentiere und die Gesellschaft auszulassen. Warum einzig und alleine ich jetzt entscheide, was ich tun und lassen kann und warum „vergleichen“ uns gar nichts bringt.

Vielleicht ist der Grund diesen Gedankengang zu schreiben, ein Brief, den ich vor ein paar Wochen erhalten habe. Jetzt, nach den paar Wochen habe ich es realisiert und konnte es in kleine Scheibchen auflegen. UNVERMITTELBAR. Ich bin aus dem System gerutscht (gefallen). Ich bin nicht mehr einsetzbar für unser „durchgetaktete“  Arbeitswelt. Stempel drunter.

Krankheitsbedingte Berufsunfähigkeit mit der ich natürlich rechnen musste. Trotzdem … im ersten Moment ein komisches Gefühl. Im ersten Moment habe ich überlegt, ob ich geschockt sein soll. Die Arbeitswelt braucht belastbare, zu allem bereite Führungsmenschen. Menschen ohne Vorgeschichten und keine Frauen mit beinahe 60 Jahren und Persönlichkeit.

Die Entscheidung stand ja schon lange fest. Nie wieder zurück ins Hamsterrad! Nun ist es amtlich – i am free! Macht mich das nervös ist meine Frage? Ja, aber nur ganz wenig. Ich habe keine Panik vor meiner Zukunft und ich male mir auch keine Horrorszenarien aus, sondern ich freue mich jeden Tag über die Chance meinem Leben eine weitere neue Richtung zeigen zu können. <3

Wer entscheidet was ich will? ICH!

Sagen zu können – ich muss gar nix! Habe ich ja schon immer gemocht nur leider war es nicht immer möglich es auch zu tun. Jetzt stehen meine Chancen definitiv gut. Es gibt einiges im Leben, was ich mitmache, weil ich es klasse finde. Ich liebe noch immer Pinterest, mag diesen Shabby Schick-Style und schlürfe dieses Trend-Getränk „Ingwer-Shot“ leidenschaftlich gern … lecker.

Ich  bin aber auch eine altmodische Frau was meine Werte betrifft! Demut, Achtsamkeit, Treue und Ehrlichkeit sind ganz wichtige Säulen in meinem Leben! Ja, und ich glaube wieder an die Liebe. Ich trage gern viel zu große Klamotten, die nicht unbedingt sexy aussehen und liebe diese langen Kleider im Bohemien-Style. Tanze gern mit dem Kopfhörer laut mitsingend durch die Gänge wobei sich mein Musikgeschmack meiner Befindlichkeit anpasst.

In der Zwischenzeit genieße ich ein Glas Wein genauso wie die Massage, die ich mir immer wieder gönne. Mein Lieblingsparfum ist ein erdig-holzig-herber Duft und zugleich balsamisch süß. Eine mystische Essenz, die in keiner Parfümerie zu finden ist und die ich am liebsten trinken würde. ›lach‹ Ich sammle sämtliche Life-Style Zeitschriften und würde gern einen Tag mit Bruce Darnell verbringen, weil er sein Herz am rechten Fleck trägt, bodenständig geblieben ist und darauf pupst, was andere über ihn denken und sagen! <3

Ich brauche meine Bleistifte und meine gebundenen Notizbücher, weil ich es total gern habe, meine Gedankenfetzen und Ideen auf Papier zu bringen, anstatt den Techniktrends zu folgen. Mein iPhone nutze ich tatsächlich nur zum Telefonieren. Ich frage lieber nach dem Weg, als die Google Suche zu aktivieren. Und falls ich mit der Bahn fahre, schaue ich aus dem Fenster oder in ein Buch. Ich brauche das Handy nicht um mir die Zeit zu vertreiben!

Ja, ich bin tatsächlich ein Drückeberger und lasse Must-Have’s, einfach links liegen. Ich bin halt Sandra. Und die ist 56 Jahre. Sie findet manches großartig und vieles richtig bescheuert, auch wenn die anderen ganz anderer Meinung sind.

Neulich habe ich gelesen, dass sich Frauen ab 50 besser die Harre färben sollen, weil „Silber“ im Haar unnötig älter macht und man als Frau dann schnell in eine falsche Schublade gesteckt wird. Tatsächlich wahr. Echt jetzt: Welche Schublade? Schubladen mochte ich noch nie und ich würde auch nicht hineinpassen, dafür habe ich zu viel Bauch. Also liebe Gesellschaft … steckt mich da hin wo ihr möchtet. ›zwinker‹ Ich steh dazu … jetzt ja erst richtig! Und ganz ehrlich – ich finde Frauen mit grauen langen oder auch kurzen Haaren mega stark!

Und würde ich all das machen, was Frauen in meinem Alter so machen, dann müsste ich schon bei den Fortgeschrittenen im Yogakurs regelmäßig meinen Kopfstand machen. Das Haus sollte nicht verlassen werden ohne die morgendlichen Yoga-Übungen. Schulterstand und Co … eine ganz wichtige Sache! Es erdet, bringt Power und ist gesund. Ich mach es trotzdem nicht. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich nie etwas gut und richtig gemacht habe, was ich nicht wollte. Deshalb nein danke, ich passe (bis jetzt). Dazu brauche ich keine tiefenpsychologischen Gründe.

Also ich finde es sehr entspannend mich auf keine Vergleiche mit Kollegen mehr einlassen zu müssen. Kein Abscannen und keine Meetings mehr, die immer dazu genutzt wurden, die frisch geschliffenen Messer in den Rücken der anderen zu rammen … „Ups … das war so nicht gemeint … tut leid“. Ich glaube, es wird eine schöne Zeit auf mich zukommen. Ein neuer Abschnitt ohne Zwänge und vielen „ich muss gar nix mehr“. Wäre natürlich spitze, wenn mein Körper es genauso sehen könnte wie ich es tu. >Daumen drück<

Das Fazit:

Es ist so weit, ich bin durch das System gefallen. Ich passe nicht mehr in die typische Arbeitswelt, die ich ohnehin schon länger hinterfragt habe. Das „Normalo“ Leben wird sich verändern. Die Zeit, die jetzt für mich kommen wird, wird sicherlich auch ein paar finanzielle Einbusen mit sich bringen. Trotzdem denke ich positiv darüber. In den vergangenen Jahren meines Lebens habe ich in jedem Bereich meines Seins mehr gelernt als in all den Jahren zuvor! Nun kann ich das letzte Tau losbinden und darf gespannt sein, was sich verändern wird, … Auf in einen neuen Lebensabschnitt, ich freu mich darauf!

Danke für Deinen Besuch in meinen Gedanken, ich freue mich auf ein nächstes Mal und wünsche Dir bis dahin eine wunderschöne und gesunde Zeit!

Lesezeit: 2 Minuten

Keine Zeit für einzigartige Schönheit?

Was bist Du für ein Mensch? Bleibst Du stehen, wenn Du in der Innenstadt Musiker siehst, die ihr Können verschenken? Wechselst Du die Straßenseite oder nimmst Du Dir die Zeit kurz (oder lang) stehenzubleiben um zu lauschen …, sofern es Dir gefällt? Nun ich bin jemand, der sich am liebsten auf den Boden setzen würde und bis zum Ende zuhört! Meine Frage an Dich: Kannst Du Schönheit in Deinem alltäglichen Umfeld zu einem unangemessenen Zeitpunkt wahrnehmen?

Meine Geschichte beruht auf eine wahre Begebenheit. Sie hat mir Gänsehaut bereitet und ich finde sie wert mit Dir zu teilen. :D

An einer U-Bahnhaltestelle in Washington DC spielte ein Mann an einem kalten Januar Morgen 2007 für 45 Minuten auf seiner Violine sechs Stücke von Bach. Während dieser Zeit benutzten etwa 2000 Menschen diese Haltestelle, die meisten auf dem Weg zur Arbeit. Nach etwa drei Minuten bemerkte ein Passant die Musik. Für ein paar Sekunden verlangsamte er seine Schritte, um dann schnell wieder seinen Weg zur Arbeit fortzusetzen.

Vier Minuten später: Der Geiger erhält seinen ersten Dollar. Eine Frau wirft ihm einen Dollar in den Hut, ohne ihr Tempo zu verringern.

Sechs Minuten später: Ein junger Mann lehnt sich gegen die Wand, um zuzuhören, dann blickt er auf seine Uhr und setzt seinen Weg fort.

Zehn Minuten später: Ein etwa dreijähriger Junge bleibt stehen, aber seine Mutter zieht ihn fort. Das Kind bleibt erneut stehen, um dem Musiker zuzuhören, aber seine Mum treibt ihn an und der Junge geht weiter. Mehrere andere Kinder verhalten sich gleich, aber alle Eltern – ohne Ausnahme – drängen ihre Kinder zum schnellen Weitergehen.

Nach 45 Minuten: Der Musiker spielte, ohne abzusetzen. Nur sechs Menschen insgesamt blieben stehen und hörten für kurze Zeit zu. Circa 20 Leute gaben ihm Geld, aber gingen in ihrem normalen Tempo weiter. Die Gesamteinnahme des Mannes waren 32 Dollar.

Nach einer Stunde: Der Musiker beendete seine Darbietung und es wurde still. Niemand nahm Notiz und niemand applaudierte. Es gab keine Anerkennung. Niemand wusste es, aber der Violinist war Joshua Bell, einer der größten Musiker der Welt. Er spielte eines der komplexesten und schwierigsten Musikstücke, die je geschrieben wurden, auf einer Violine im Wert von 3,5 Millionen Dollar.

Zwei Tage zuvor spielte Joshua Bell vor einem ausverkauften Haus in Boston dasselbe Stück zu einem Durchschnittspreis von 100 Dollar pro Platz.

Joshua spielte inkognito in der Untergrundstation. Auftraggeber dieses sozialen Experiments über Wahrnehmung, Geschmack und Prioritäten war die Washington Post.

Fazit: Wenn wir nicht einmal einen Moment Zeit haben, anzuhalten und einem der besten Musiker der Welt zuzuhören, während er eines der wundervollsten Musikstücke auf einem der schönsten Instrumente spielt, die je gebaut wurden … wie viele andere Gelegenheiten verpassen wir, während wir durch unser Leben hasten?

Lesezeit: 3 Minuten

Wenn ich mich umschaue, dann spaltet sich die Menschheit in zwei Richtungen. Die einen, die dauernd nach vorne rennen. Noch mehr von allem haben wollen. Mehr Ziele und noch viel mehr Pläne, noch mehr gute Vorsätze. Sie möchten immer noch mehr erreichen, weil das, was sie haben, noch immer zu wenig ist. Sie bekommen den Hals einfach nicht voll. Ja, und sie schätzen es nicht mal, die Dinge und Ziele die sie bereits geschafft haben auch zu schätzen.

Wir leben im Gestern oder im Morgen

Dann gibt es die anderen. Sie werden von der Vergangenheit geknebelt und festgehalten. Sie bewegen sich kaum vorwärts, weil in der Vergangenheit so viel geschehen ist und noch nicht aufgearbeitet wurde. Die schlechten und schmerzlichen Erinnerungen „sedieren“ sie und dadurch ist ihr Leben ständig im Nebel.

Wir alle meinen noch sehr viel Zeit zu haben. Alles zu erreichen, wovon wir träumen. Um endlich mal so zu leben, wie wir es uns wünschen. Schwierig, wenn wir entweder im Gestern oder im Morgen leben. Und was, wenn dieser Tag nie kommt? Und was, wenn uns das Leben einen Strich durch die Rechnung macht? Es kann sich schlagartig von heute auf morgen die ganze Welt verändern, wie wir ja aktuell sehr gut mitbekommen. Es gibt aber auch noch etwas anderes. Unfälle passieren. Krankheiten können uns von einer Minute auf die andere brechen.

Also warum verschieben wir unser Leben immer auf später?

Dalai-Lama sagte: „Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist gestern, der andere Morgen. Das bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Glauben, Lieben und vor allem zum Leben ist.“

Mein Umfeld ist derzeit mit eintausend Plänen für das nächste Jahr beschäftigt. Die verlorenen Gewinne, die wir der Pandemie zu verdanken haben, müssen wieder erarbeitet werden. Irgendwie ist das Außergewöhnliche schon wieder Normalität geworden. Der Eindruck setzt sich gerade schwer auf meine Schultern.

Immer noch mehr Ziele

Wann ist genug? Wann ist der Zeitpunkt, an dem wir sagen: „Jetzt mal abwarten und im Hier und Jetzt leben. Zeit wurde uns gegeben, auch wenn unaufgefordert. Was machen wir damit? An das nächste Jahr denken, statt JETZT das Leben zu genießen, wie es nun mal ist?“ Oder funktioniert das, nur wenn wir einen Umsatz im sieben-stelligen Bereich erzielt haben? Oder der Gehaltsscheck wieder seinen normalen Umfang erreicht?

Wenn wir wieder so viel zu tun haben, dass kaum Zeit für etwas anderes ist als arbeiten und Termine einhalten? Wann ist der richtige Zeitpunkt um zu leben? Wenn es zu spät ist, wir vielleicht aus gesundheitlichen Gründen auf fremde Hilfe angewiesen sind? Uns der Herzinfarkt streift oder keine Ahnung was noch …

  • Welche Menschen sprichst Du nicht an, weil Du glaubst, sie wollen mit Dir nichts zu tun haben?
  • Welche Aktivität unternimmst Du  nicht, weil Du denkst, es muss ja nicht sein?
  • Welche Tagträume beendest Du vorzeitig, weil andere sagen, dass Träumereien zu nichts führen?
  • Und welche Texte schreibe ich nicht, aus Angst, was andere darüber sagen könnten? (Der Punkt ist für uns „Schreiberlinge“)

Ich selbst war ja jahrelang eine Meisterin darin in die „Wenn – Dann – Falle“ zu fallen. Damit habe ich erfolgreich abgeschlossen. Das Leben genießen fällt den meisten Menschen immer schwer. Vor allem, wenn man als „Normalbürger“ geboren wurde. Eigentlich ist unser Leben dazu da, genossen zu werden. Nicht später, nicht in der Rente, sondern jetzt! Und ohne den Gedanken, dass wir es uns erst verdienen müssen, sondern einfach so. Ohne Schuldgefühle!

Wie oft kommt es vor, dass wir kleine zwischenmenschliche Momente verpassen, weil wir komplett in uns gekehrt durch die Welt laufen? Wie oft ignorieren wir die Schönheit der Natur, weil unsere Gedanken im Morgen stecken? Und wie oft kommt es vor, dass wir ein mit Liebe zu bereitetes Essen gedankenlos schlucken während wir auf dem Handy nach neuen Informationen suchen? Ich  bin mir sehr sicher, dass Du genau verstehst was ich sagen möchte. ›lächel‹

Ich würde mir eine Sache für Dich und alle Menschen wünschen: Erhöhen wir ganz klar unsere Prioritäten für uns und für ein Leben im Heute. Machen wir unser Wohlbefinden zur wichtigsten Sache in unserem Leben. Diese Entscheidung kannst Du übrigens jetzt treffen und nicht, erst morgen.

Ein persönlicher Nachsatz noch zum Schluss: Es ist auch möglich, die negativen Seiten unseres Lebens zu genießen! Es ist eine herausfordernde und zugleich spannende Aufgabe.

Eine schöne und genussvolle Zeit für Dich!

Lesezeit: 2 Minuten

Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich. So lautet ein afrikanisches Sprichwort. Und JA, genauso ist es. Ich habe für Dich eine nette Kurzgeschichte gefunden, die uns allen als Beispiel dienen soll.
Passend für unsere momentane Situation …

Die Sonnenseite des Lebens

Ich liebe meine jüngere Schwester wirklich sehr, doch oftmals wird mir ihre ständige Jammerei zu viel. Vorwiegend berichtet sie über all das Negative in ihrem Leben und in der Welt. Als ich mich bei meinem letzten Besuch verabschiedete, erzählte ich ihr noch eine Geschichte:

Die Lehrerin einer Abiturklasse kündigte einen Überraschungstest an. Zum Erstaunen der Schüler waren auf dem Aufgabenblatt keinerlei Fragen notiert, es war lediglich ein schwarzer Punkt auf der Mitte des Blattes zu sehen. Sie erklärte, dass sie all das aufschreiben sollten, was sie auf dem ausgeteilten Blatt Papier sehen würden. Die Schüler waren zwar sichtlich irritiert, doch sie begannen mit ihrer Arbeit.

Zum Ende der Stunde sammelte die Lehrerin den Test wieder ein. Alle Schüler hatten ausnahmslos den schwarzen Punkt beschrieben – seinen Durchmesser, Radius und den Flächeninhalt berechnet, die Position in der Mitte des Blattes bestimmt, sein Größenverhältnis zum Papier ermittelt …

Lächelnd sprach die Lehrerin zur Klasse:
„Ich wollte euch lediglich eine Aufgabe zum Nachdenken geben. Kein Einziger von euch hat etwas über den großen weißen Teil auf dem Blatt Papier vermerkt. Jeder hat sich auf den schwarzen Punkt konzentriert.“

Genau das Gleiche geschieht oft in unserem Leben! Alle haben wir ein weißes Blatt Papier erhalten, um es zu nutzen und um etwas daraus zu machen. Und dennoch konzentrieren wir uns immer wieder auf die dunklen Flecken. Das Leben ist ein wunderbares Geschenk, das wir mit Liebe und Sorgfalt hüten sollten. Es gibt genau genommen immer einen Grund zum Lachen, Feiern und zum Freuen. Daher sollten wir dankbar sein, für all das Gute was geschieht!

Doch wir fokussieren uns auf die dunklen Flecken, wie zum Beispiel schlechte Noten, komplizierte Beziehungen, gesundheitliche Probleme, Geldmangel, Sorgen, Ängste und Enttäuschungen. Im Vergleich zu dem, was wir in unserem Leben erfahren, sind die dunklen Flecken meist sehr klein, und trotzdem sind sie diejenigen, die unseren Geist beschäftigen und unsrer Lebensfreude trüben!

Nachdem ich meiner Schwester diese Geschichte erzählt hatte, ging ich noch schnell zum Schreibtisch, malte einen kleinen schwarzen Punkt auf ein weißes Blatt Papier und gab dieses meiner Schwester. „Für DICH“, sagte ich noch bevor ich mich verabschiedete.

Tage später erhielt ich einen Brief von meiner Schwester. Darin befand sich das Blatt mit dem schwarzen Punkt. Dieses war jedoch kaum noch zu erkennen, da die weiße Fläche mit unendlich vielen positiven Dingen beschrieben worden war. <3

Aus dem Buch Herzensweisheiten von Gisela Rieger

Auch diese Geschichte braucht kein „Nachwort“ finde ich. Es ist alles gesagt. Machen wir etwas aus diesem schwarzen Punkt auf einer großen weißen Fläche.

Alles Liebe und nur das Beste für Dich!

Lesezeit: 4 Minuten

Heute ist es wieder so weit. Ich möchte Menschen mit  PTBS (posttraumatische Belastungsstörung), aber auch Menschen, die kerngesund sind, in die Welt eines an PTBS leidenden Menschen entführen. Hilfreich für uns alle um besser zu verstehen und sich besser hineinversetzen zu können, vielleicht lebst Du ja mit so jemanden  zusammen? Alle die mich lesen wissen, dass ich selbst eine Betroffene bin und ich mich keinesfalls schäme, darüber zu berichten. Ich möchte ein wenig „Aufklärungsarbeit“ leisten, so weit es mir mit „normalen“ Worten und meinen Erlebnissen mit PTBS, möglich ist. Ich freue mich, wenn Du bleibst und am Ende sagen kannst: „Jetzt verstehe ich so einiges besser …“

Ich schreibe ja immer wieder darüber und die Resonanz meines letzten Beitrages über Entwicklungstrauma hat mich sehr beeindruckt! Selten wird darüber geredet und wenn doch, nur hinter vorgehaltener Hand. Ich bin da etwas anders, ich möchte meine Erfahrungen teilen und mit verständlich einfachen Worten erklären. Und an alle Betroffenen:  „Hey, alles gut … es ist gerade wieder nur so eine Phase in unserm Leben, die vorbeigeht“. Also schön, wenn Du bleibst. ›lächel‹

Wie ein Trauma unser Leben beeinflussen kann

Ein Trauma hat es wahrhaft faustdick hinter den Ohren, sage ich Dir. Es ist manchmal so aktuell präsent, dass es mich daran hindert mich in meinem eigenen Körper, meinem Leben heimelig zu fühlen. Traumatisierte Menschen vermissen sehr oft die Freude und die Lebendigkeit in ihrem Leben. Sie leiden daran sich nirgendwo wirklich zu Hause zu fühlen. Man erlebt sich selbst meist als „Fremde“ in der Welt und hat das Gefühl, ein Zuschauer in seinem eigenen Leben zu sein.

Diese Phasen kommen immer wieder und ich nenne sie „Auf der Flucht bin – Phase“. Keine Glaskuppel über einem zu haben, der Nicht-Zugehörigkeit zu entkommen. Einfach bei sich selbst ankommen und sich wohlfühlen … in der Welt willkommen sein. Das sind dann so aufkommende Wünsche, die man als Betroffener kennt.

Klingt eigenartig? Es IST eigenartig kann ich Dir sagen. Es liegt daran, dass die grundlegende Erfahrung des willkommen Seins bei vielen PTBS erkrankten ausgeblieben ist. Sie haben diese Erfahrung nie richtig gemacht. Deshalb bleibt die Welt, die Gesellschaft ein fremder nicht vertrauensvoller Ort. Das führt dazu, nie wirklich im Leben zu landen. Für mich fühlt es sich so an, als hätte man einen Fuß fest im Leben und den anderen in einer anderen Welt. Ein wenig heimatlos sozusagen …

Der Schlüssel zu all dem ist der Körper

Der Körper ist unser zu Hause für das Leben das wir führen und haben. Es gibt kein Um- und Ausziehen … wir müssen uns mit diesem „Haus“ (Körper) anfreunden! Es uns so einrichten, dass wir uns wohlfühlen. Tun wir das, wird sich unser grundlegendes Lebensgefühl verändern und uns Wärme und Licht spenden.

Jetzt ist es leider so, dass uns Verletzungen und Entwicklungstraumata daran hindern, uns in unserem „Haus“ richtig wohlig zu fühlen.

Es ist ein unangenehmes Gefühl, das bei mir drei Jahre lang andauerte. Aber dennoch hatte ich immer das Gefühl, etwas anderes tut sich auf. Meine Therapie spielte dabei eine ganz wichtige Rolle. Sie vermittelte mir immer, dass dieses Gefühl nur ein Übergangsgefühl ist und am Ende etwas dabei herauskommen wird. Meine Therapien waren praktisch die Hoffnung und das Wissen, dass es weitergeht.

Sich im eigenen Körper zu Hause zu fühlen ist etwas, das für Menschen mit Verletzungen, Schockerlebnissen ein ganz zentrales Thema ist. Oft bewohnen wir diesen Körper nicht und brauchen Hilfe, ihn auf allen möglichen Ebenen zu spüren. Wir kommen nicht zum ICH ohne ein DU. Wir schaffen es nicht, uns fallen zu lassen, ohne mal eine Hand zu haben, die uns hält. Mir hilft es sehr mich dabei zu spüren und mich selbst auszuhalten in meinem Schmerzen.

Das alles ist sehr schwer. Dazu braucht es jede Menge Vertrauen zum Therapeuten und noch mehr Vertrauen in die Hand, die einen manchmal hält. Manchmal braucht es sogar mehrere Anläufe um bei den richtigen Personen angekommen zu sein und das notwendige Vertrauen dabei mitzubringen.

Sich selbst vertrauen!

Traumatisierte Menschen tun sich schwer mit dem Wort Vertrauen. Sie vertrauen nicht mal ihrer eigenen Wahrnehmung, da die eigenen Gedanken oft von früheren Ereignissen und Erfahrungen geprägt sind.

Vertrauensbildende Prozesse dauern eine ganze Weile. Das aller wichtigste ist aber sich erstmal selbst zu vertrauen! Vertrauen beinhaltet nämlich die Fähigkeit, zu vertrauen, dass andere Menschen Gutes wollen. Es ist NICHT immer so wie PTBS erkrankte Menschen es kennen. Es gibt auch sehr viele „gute“ Menschen, die uns sagen, dass wir in Ordnung sind, genauso wie wir sind! Wenn man erstmal zu dieser Einstellung gelangt ist, geht es bergauf.

Diesen Orientierungsprozess musste ich abschließen, sonst wäre ich niemals zu meiner Ruhe gekommen, sondern wäre in diesem Alarmmodus gefangen geblieben! Richtig weg ist dieses Warndreieck allerdings nicht. Es fällt mir schwer mich an anderen Personen einfach so zu erfreuen oder frei Schnauze los zu quatschen und Kontakt zu knüpfen. Warum? Weil ein kleiner Teil in mir immer noch auf Fehlersuche ist und ihn meistens auch findet.

Traumen sind „unlogisch“

All diese Dinge laufen automatisch ab und ich kann sie nicht großartig willentlich beinflussen. Von einem traumatisierten Menschen zu verlangen, er soll sich „zusammenreißen“ ist etwas total unsinniges und ein Schuss ins Bein. Genauso kann man Traumen „wegerklären“. Gefühle von traumatisierten Menschen klaffen manchmal kilometerweit auseinander. Der  Verstand weiß das alles in bester Ordnung ist und trotzdem ist ein unbehagliches Gefühl von einem Moment auf den anderen da. Ausgelöst von den verschiedensten Dingen. Dieses Gefühl lässt sich weder von rationalen Argumenten noch von der Realität beeinflussen …

Es gibt Hilfe

Die besten Ergebnisse brachte für mich die kognitive Verhaltenstherapie. Sie gab mir die Sicherheit, um mich intensiv mit meinen Traumen auseinander zu setzen. Wer pausenlos von unschönen Bildern überschwemmt wird, lernt wie er diese am besten abwehren kann. Wer den Schrecken total abgenabelt hat, wird sanft und behutsam an das/die Erlebnis(e) herangeführt und lernt ganz langsam mit den schmerzvollen Erlebnissen und den damit verbundenen Gefühlen, umzugehen. So verlieren die unschönen Situationen ihre Kraft.

Der Körper wurde langsam aber sicher wieder zu einem zu Hause, in dem ich mich gerne aufhalte. Ein kleines Zimmer gibt es zwar immer noch, das mir nicht gefällt und noch renoviert werden müsste, aber ich arbeite jeden Tag daran. Ich vertraue MIR und ich sehe das Gute im Menschen.

Betroffene sollten nicht aufgefordert werden sich zusammenzureißen, sondern man sollte ihnen zuhören sofern sie das Bedürfnis haben darüber zu reden und in schwierigen Phasen, die ja nicht ewig andauern, liebevoll zur Seite stehen.

Wenn wir die Gründe für das Verhalten mancher Menschen verstehen könnten, würde sicher alles einen Sinn ergeben.

Danke, dass Du geblieben bist. Eine schöne Zeit für Dich und alles Gute.

Lesezeit: 3 Minuten

Wir gehen Beziehungen ein und wir beenden sie wieder. Sehr oft werden sie auch beendet ganz ohne Vorwarnung. Nach gescheiterten Beziehungen ziehen wir uns zurück, murmeln uns ein und warten bis die Wunden verheilen. Okay. Was, aber wenn die Verletzung nicht heilen will und wir Angst vor weiteren Verletzungen haben und genau, das einem weiteren Liebesglück den Weg verbaut?

Ich habe wahrlich keine Ahnung wie oft sich unser Herz brechen lässt. Aber ich weiß, es geht ziemlich oft! Irgendwann liegt es dann mit unzähligen Sprüngen in der Ecke. Müde und enttäuscht. Manchmal gibt es sogar auf. Liebe, Liebeskummer, Verlust, Trauer und der Neuanfang … Ich kenne diese Aufeinanderfolge gut. All das kostet Kraft. Viel Kraft und viel Vertrauen ins Leben.

Die Angst vor weiteren Verletzungen

Wie lange geprügelte Herzen brauchen um wieder zu funktionieren, ist individuell und ganz verschieden. Es hängt aber auch davon ab, wie und wodurch die Beziehung gescheitert ist. Wie innig die emotionale Verbindung war, wie die Trennung abgelaufen ist und wie oft die oder derjenige vorher verletzt wurde. Gerade wenn uns das schon mehrmals passiert ist, beginnt es richtig zu schmerzen! Wir beginnen uns selber infrage zu stellen …  wir zweifeln und haben kein Vertrauen mehr in Menschen oder sogar das Leben.

Meine Angst war so riesig, dass ich mich besonders vor den romantischen Verwicklungen des Kennenlernens fernhielt. Damit entfernte ich mich auch ganz automatisch von der Lebensfreude.  Ich war so vorsichtig und gleichzeitig frustriert, dass ich mich total zurückgezogen habe. Ich hätte keine weitere Enttäuschung einstecken können. Meine Verletzbarkeitstoleranz war erreicht. Nichts ging mehr.

Das Folgeproblem – die Einsamkeit

Bei all den Problemen, die ein verletztes Herz so mit sich bringt, folgt gleich noch ein weiteres: Der ständige Rückzug und die aufgebaute Mauer, bringen Einsamkeit und emotionale Erstarrung  ins Leben. Man nimmt nur noch halb am Leben teil. Unsere Lebendigkeit leidet darunter. Bei mir war das kein „Sofort-Effekt“. Nein es kam schleichend und es war mir gar nicht bewusst! Kein Mensch kann einen so meisterhaft manipulieren, als wir selbst!

Keine Dating, kaum Flirts, kein Ausgehen und immer weniger Sozialleben … kein Spaß bedeutet auch keinen Schmerz. Und das alles im Namen des Selbstschutzes.

Was ich natürlich schon sagen muss ist, es soll jetzt nicht heißen, dass das Lebensglück NUR innerhalb einer Beziehung zu finden ist, gar nicht! Es gibt so viele Frauen, die ein erfülltes Leben führen und sich ohne einen Mann in ihrem Leben pudelwohl fühlen! Wichtig ist einfach, bei sich selbst den Unterschied zu spüren und auch zu erkennen.

Ein guter Vorbote dafür ist die ehrlich empfundene Lebensfreude – oder die eben nicht vorhandene. Wenn sich unser Alltag hauptsächlich öde, müde und belastend anfühlt, wird es Zeit, die Dinge zu verändern.

Der Weg der Erkenntnis

Die Fragen, die ich mir immer wieder gestellt habe: „Warum bin ich tatsächlich solo?“ und „Bin ich zufrieden, tut mir das Alleinsein gut?“ oder „Habe ich bloß wieder Panik vor Verletzungen?“ Diese Fragen haben mich auf einen wichtigen Weg gebracht. Nämlich Klarheit und Erkenntnis.

Bei mir wiederholten sich unangenehme  Muster. Die mir erst klar wurden, als ich mich damit genau auseinandersetzte. Und wozu ich mir auch professionelle Hilfe holte.

Wie so oft im Leben ist natürlich die Klarheit und Erkenntnis das eine und die Umsetzung das andere. ›lach‹. Aber man muss an seiner eigenen Stabilität und vor allem am Selbstwert arbeiten, um in eine neue gute Richtung gehen zu können. Einfach raus aus der Opferhaltung und rein ins Selbstvertrauen! Das Leben findet eben nicht nur in geschützten Räumen statt!

Wer sich aus Angst wieder verletzt zu werden, dauerhaft verkriecht, dem wird mit Sicherheit auch nichts mehr passieren, aber er verzichtet auch auf einen ganzen Berg Erfahrungen, die zum Menschsein dazugehören! Beziehungen sind immer ein Risiko. Eine Garantie fürs glücklich sein und bleiben gibt es nicht.

Ohne Mut auch keine Liebe … und die neue Liebe kann nichts für die Fehler der anderen.

Wir sind was wir erlebt haben …

Genauso ist es. Das was uns im Laufe unseres Lebens passiert – die schönen und weniger schönen Erfahrungen. Das Leid und die Freude prägen uns und machen uns zu den Menschen, der wir sind. Das lässt uns, bei entsprechender Reflexionsfähigkeit auch groß werden. Dass uns die emotionale Vergangenheit prägt, ist unvermeidbar. Wir verstehen mit unserem Verstand, aber erst mithilfe unserer Erfahrungen begreifen wir. So ist es nun mal.

Lassen wir es nicht zu, dass negative Erfahrungen unser Leben lähmen und uns nicht mehr an die Liebe glauben lassen! Ich schreibe wirklich aus Erfahrung und muss den Satz dementieren der lautet: „Es kommt selten was Besseres nach …“
Ich sage: „Das Leben hält oft das Beste für uns zum Schluss bereit …“ ›zwinker‹!

In diesem Sinne, lebe das LEBEN und genieße die LIEBE …

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Introvertiert – die unbekannten Wesen

Unterschätze nie ruhige Menschen. Sie bemerken mehr als Du glaubst, denken sich mehr als sie sagen und wissen mehr, als sie preisgeben.

Das typische Bild, das sich Menschen von Introvertierten machen, sieht in etwa so aus: Es  muss jemand sein, der selten auffällt. Ein Mensch der zurückgezogen lebt und sich nirgendwo beteiligt. Ein eher schwieriger Mensch … Das ist mein Erfahrungswert. So sehen mich Menschen, die mich nicht kennen. Leider waren auch welche dabei, die mich sehr gut kannten und dieser Meinung waren. Desinteressiert und ohne Gefühl.

Warum besteht das Bild von Introvertierten stets aus negativen Eindrücken? Schade. Es sollte öfter ein Blick hinter die Fassade eines Introvertierten geworfen werden. Es steckt viel Potenzial in diesen Menschen. JA, introvertierte reden nicht gerne, vor allem nicht so lange. Man tut sich schwer mit Small-Talk. Aber Themen, die uns interessieren, mögen wir. Solche Gespräche dauern dann auch gerne mal länger!

Wir werden als unhöflich oder arrogant wahrgenommen. Das liegt daran, dass wir gerne schnell zum Thema kommen und auf Höflichkeit und Small-Talk verzichten. Das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun, sondern wir möchten nur gerne unangenehme Situationen umgehen.

Wir sind auch nicht unsozial! Es stimmt, wir brauchen viel Zeit für uns selbst! Wir sind so sehr mit unseren Gedanken beschäftigt. Das aber bedeutet nicht, das wir keine Menschen mögen. Das Umfeld wird nur sehr akribisch ausgesucht. Es besteht nur ein sehr kleiner Bekanntenkreis. Wir achten darauf, mit wem wir unsere Zeit verbringen.

Ich glaube, wir Introvertierten werden nur falsch verstanden. Wir wenden unsere Aufmerksamkeit und unsere Energie nur stärker auf unser Innenleben.

Ich finde uns gut so, wie wir sind. Wir sind eben Menschen, die man nicht einfach im Vorbeigehen, kennenlernen kann.
Für viele zu anstrengend … für manche eine Herausforderung. Es ist, wie es ist. GUT.

Bleibe Deiner eigenen Natur treu. Wenn Du es liebst, langsam und stetig zu arbeiten, lass Dich von anderen nicht hetzen. Wenn Du Tiefe magst, zwinge Dich nicht zur „Breite.“

Susan Cain

Danke fürs Vorbeikommen, sentire la vita.