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Heute möchte ich mich einem Thema widmen, mit dem wir alle schon mal in Berührung gekommen sind. Weil wir vielleicht selber in der Situation waren, und sehr dankbar gewesen sind für den einen oder anderen Trost spendenden Satz, oder weil wir in der „Helferrolle“ waren und es uns ein Bedürfnis war, zu trösten. Trost zu spenden klingt sehr einfach, ist es aber für viele Menschen nicht! Oft bleiben einem schlichtweg gesagt, die Worte im Hals stecken oder weil wir Angst davor haben, etwas Falsches zu sagen oder zu tun! Wie wir trotz mancher Berührungsängste Trost spenden, möchte ich heute mit Dir besprechen …

Mitten ins Herz …

Es gibt leider Situationen in unserem Leben, die mit ganz viel Leid und Schmerz gepflastert sind. Freunde, die einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen mussten, die Schwester am Boden zerstört ist, weil der Partner aus welchen Gründen auch immer, die Familie verlässt, oder ein Elternteil den geliebten Herzmenschen gehen lassen musste … ist die Bindung zu all diesen Menschen sehr eng, trifft es auch uns selbst mitten ins Herz! Es folgt das Bedürfnis, auf den Menschen zuzugehen und Trost, Hilfe und Anteilnahme zu spenden.

Vielen fällt das gar nicht so leicht

Und wenn ich ehrlich bin – zu den „vielen“ musste ich mich auch sehr lange zählen. Ich hatte nie gelernt Gefühle auszudrücken. Trauer? Vergeht. Schmerzen? Auch die muss man nicht zeigen. Tränen? Sie sind was für Schwächlinge … das war das, was ich gesehen und gelernt habe. Ich hatte sogar große Probleme meine Kinder liebevoll zu trösten und in den Arm zu nehmen, wenn sie es dringend benötigt haben! Ich tat es natürlich, weil das eine ganz natürliche Handlung sein sollte, aber ich hatte keine Gefühle dabei! Klingt jetzt ziemlich krank nicht wahr? Das war mir auch bewusst und es gelang mir auch mit der Zeit dieses „gestörte“ Verhalten zu wenden. #himmelseilobunddank

Es gelang mir alte angelernte Verhaltensmuster abzuschütteln und meine an- und aufgestauten Tränen und Gefühle an die Oberfläche zu lassen. Tränen bahnten sich ihren Weg nach oben und in die Freiheit. Diese Gefühle und die Momente, die ich sich mir da zeigten, werde ich mit Sicherheit NIEMALS vergessen! <3

Gibt es diese Situationen, haben wir das Bedürfnis, den anderen in den Arm zu nehmen. Trost zu spenden. Es passiert aber manchmal, dass alles was uns einfällt, für diesen Augenblick sehr banal und unpassend scheint! Mir geht es jedenfalls immer so. Der Grund: Ich erwarte mir von meinem Trost zu viel! Ich möchte meinem Gegenüber, diesen Menschen mit dem mich viel verbindet, seinen Schmerz, sein Leid nehmen …

Doch in dieser Lage ist leider niemand von uns.

Es braucht Zeit bis es einem wieder besser geht

Jeder von uns weiß es – Zeit heilt. Und ich glaube das Wichtigste ist es, in dieser Phase Menschen an seiner Seite zu haben, die mit einem gemeinsam diese traurigen Momente durchschreiten. Indem wir einfach für sie da sind. Indem wir zuhören, aushalten, den anderen auch mal ablenken und auf andere Gedanken bringen und liebevoll in den Arm nehmen. DAS verstehe ich unter Trost. Es ist wichtig zu wissen, es gibt Menschen, die ein ehrliches und aufrichtiges Mitgefühl zeigen und anbieten, wenn es einem schlecht geht!

Trost spenden braucht nicht viele Worte

Ich bin ja von Natur aus keine große „Rednerin“, schreiben ist für mich die bessere Ausdrucksweise ›lach‹. Aber um große Reden geht es hier auch gar nicht! Wir müssen nicht versuchen den anderen von irgendwas zu überzeugen, die richtigen Worte gibt es dafür sowieso nicht! Sehr oft braucht es nicht mal Worte! Schön und wertvoll ist es allerdings, wenn jemand da ist, der versteht! Wenn ich mich selbst erinnere und verzweifelte Menschen frage: „Was würdest Du jetzt am meisten brauchen, damit es Dir besser geht?“ Die Antwort ist immer die gleiche: „Jemand, der mir einfach nur zuhört und da ist.“

Trost braucht auch Ehrlichkeit!

Wie schon gesagt, für manche Menschen ist es nicht einfach Trost zu spenden. Was ich auch überhaupt nicht negativ bewerten möchte! Es ist wie es ist und jeder sollte nur dann Trost und Unterstützung schenken, wenn die ehrliche Bereitschaft da ist, sich mit der Situation des anderen auseinanderzusetzen.

Traurige Menschen sind sehr empfindsam und merken sehr schnell, ob jemand wirklich wissen möchte, wie es ihm geht oder ob es nur dahergesagte „Floskeln“ sind! Deshalb: Nur anbieten, wenn wir es auch einhalten können. <3

Ich kann mich an einen schmerzhaften Schicksalsschlag einer sehr guten Freundin vor vielen Jahren erinnern. Damals hatte ich noch große Probleme mit dem Theme Schmerz und Trauer. Mit dem Verlust anderer Menschen und den Gefühlen, die damit Hand in Hand gehen. Zu tief war ich darin noch selbst verwickelt und konnte nicht damit umgehen. Alles, was ich schaffte, war eine kurze Umarmung und die Worte: „Es tut mir leid, ich schaffe es nicht für Dich da zu sein …“

Die Freundschaft hat dennoch bis heute gehalten und sie war mir für meine Ehrlichkeit sehr dankbar. <3

Gemeinsam schweigen & weinen …

Wenn wir mit traurigen Menschen mitfühlen, kommt es auch vor, dass es uns genauso geht wie dem Betroffenen. Wir sind schlichtweg sprachlos, hilflos und traurig … warum also es nicht auch zum Ausdruck bringen, statt die starke Persönlichkeit zu spielen? Gemeinsam still zu sein, gemeinsam zu weinen verbindet und ist ehrlich! ALLES im Leben ist leichter, wenn wir es mit Menschen teilen können, oder nicht? Auch die nicht so schönen Momente.

Weinen ist eines der meist befreienden Gefühle, die ich je erlebt habe. ICH kann das tatsächlich behaupten!

In Kontakt bleiben …

Nehmen wir uns selbst als Beispiel: Trauer, Leid und Schmerz dauert seine Zeit und muss auch seinen Platz in unserem Leben einnehmen dürfen! Alles andere wäre ungesund! Ich kenne niemanden, der das nicht schon mal erlebt hat. Seien wir also nicht enttäuscht, wenn sich über längeren Zeitraum nichts an der Gefühlslage unseres Gegenübers ändert. Es braucht ZEIT.

Doch eines ist sicher, die meisten trauernden Menschen empfinden es als sehr angenehm, wenn wir immer wieder nachfragen und unsere Hilfe, egal in welcher Form auch immer, anbieten! Es ist ein stärkendes Gefühl für den schmerzerfüllten Menschen zu wissen „Schön, es gibt da jemanden, dem ich von meinem Gefühlschaos erzählen darf …!

Was aber vielleicht für uns selbst noch sehr wichtig ist: Grenzen zu setzen, denn wir helfen niemandem, wenn wir selbst im Schmerz des anderen ertrinken!

Diesen Beitrag heute möchte ich einer Freundin widmen, und natürlich ALLEN Menschen, die JEDEN Trost der Welt verdient haben. <3

ICH kann Dir den Schmerz leider nicht nehmen, den Dir das Leben so unerwartet beschert hat.
Aber ich kann hinter Dir stehen und Dich halten …

Herzlichst …

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JA, es darf gewesen sein … annehmen, der beste Weg zur Heilung!

Heute erzähle ich Dir von mir. Ein wenig mehr als ich es vielleicht sonst mache. Ich werde sehr häufig gefragt, wie es denn zu meiner, immer beschriebenen, Veränderung gekommen ist. Alles in einen Artikel zu packen, wird schwer bis unmöglich werden. Aber ich werde versuchen zu beschreiben, wie es in etwa begonnen hat.

Ich suche mal den „Faden“ zu finden …

Die Natur ist ja für mich eine der größten Inspirationsquellen, die es gibt. Sie zeigt mir das immer wieder auf eindrückliche Weise. :-)
Es kann ohne Sommer keinen Herbst geben, ohne Dunkelheit keine Helligkeit, ohne Südpol keinen Nordpol, ohne Vollmond keinen Neumond. Es wächst auch keine Pflanze, die das ganze Jahr über Blüten trägt. Und wenn ein Baum neue Blätter bekommt, muss er erst die alten Blätter abwerfen und solche Beispiele gibt es ganz ganz viele!

Doch warum erkennen das sehr viele Menschen nicht? Weshalb sträuben wir Menschen uns so sehr gegen die Dunkelheit? Gleich zu Beginn die Information für Dich: Ich nenne die Dunkelheit auch die negativen Seiten meines Lebens. Warum versuchen wir sie zu ignorieren und so oft zu verdrängen? Für mich habe ich die Antwort schon lange gefunden. Ich glaube, dass wir Menschen uns sehr schnell damit überfordert fühlen! Machtlos und sich allen möglichen Situationen ausgeliefert.

Eigentlich wollen wir uns alle lieber gut als schlecht fühlen! Aber genau da ist der Schweinehund begraben. Denn wenn ich mir mal unsere Gesellschaft so ansehe, dann sehe ich mehr Menschen, die jammern, sich hinter alte Muster verkriechen, alles und jeden schlecht reden und dabei rein gar nix verändern!

Dabei gibt es in unserem Leben ein großes Geheimnis:
Um an die Vollkommenheit, zur inneren Ruhe und zur bedingungslosen Selbstannahme zu gelangen müssen wir nur eines tun. Nämlich Gleiten und Pendeln.

Ich hätte dazu eine Familie gebraucht. (Hätte deshalb, weil ich für meine Familie nicht mehr existiere.)
Ich brauche Freunde, Zeit mit meinen Kindern, Zeit mit meinem Herz-Menschen, aber auch ganz viel Zeit für mich alleine. Ich brauche laute Musik und ich brauche die Stille. Die Traurigkeit um auch wirkliche Freude spüren zu können. Ich brauche die Trauer um die Liebe zu erforschen. Doch als ich die Trauer in mein Leben ließ, waren ganz andere Kräfte in mir wach geworden.

Was ich mit all dem eigentlich erklären möchte ist, wir brauchen beide Seiten! Ungleichgewicht entsteht nur, wenn man versucht, die Balance auf nur einer Seite zu halten! Dabei gibt es kein „gut“ oder „schlecht“. Auch, wenn wir als Mensch gerne so denken.

Ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass die dunkle Zeit mir viele Seiten meines Lebens ganz klar verdeutlicht hat. Sie zeigte mir meine Ängste und meine Sehnsüchte. Darin steckte mein Entwicklungspotential! Und ich möchte es jedem wirklich ans Herz legen:

Schau auf Deine dunkle Seite, sie ist es wert, erforscht und entdeckt zu werden!

Denn ganz ehrlich? Es kann uns nichts aus dem Leben reißen, was nicht eh schon in uns ist! Die dunklen Seiten bleiben ein Teil von mir (uns). Ich weiß nur zu gut, wie unendlich viel Angst das macht, denn ich kenne das Gefühl, mehr zu verdrängen, anstatt den Sehnsüchten in die Augen zu schauen. Was ich heute dazu sagen kann ist: Es lohnt sich hinzuschauen!

Dazu muss ich aber noch ein wenig zurückrudern …

Es ist irgendwann am Nachmittag. Ich sitze in einer viel zu großen Wohnung, an der mein Herz hängt, die ich mir aber alleine niemals leisten kann. Ich atme tief durch, dreh meinen Kopf zur Seite und schau auf die sonnige Terrasse und sehe die andere meines Lebens …

Keine Ahnung wie es passiert ist und warum alles so gekommen ist. Ich habe keinen Plan wie es weitergehen soll. Vielleicht gibt es doch die Wunder, an die ich immer glaube und alles ist über Nacht wieder so, wie es vorher war, … ich hätte es verdient. Ein Gedanke jagt den anderen. Ich schaffe das, ich bin stark und eine Kämpferin. Bei diesen Gedanken werden die Schmerzen in meiner Brust immer mehr. So fühlt es sich an, wenn sich der Mittelpunkt im Leben plötzlich verabschiedet.

Ab da funktionierte ich nur noch. Ein wenig schlafen, ein wenig essen und trinken und ganz viel arbeiten. Schließlich bin ich eine „Macherin“. Das Machen war meine Flucht. Im „Umsetzen“ stehen meine Emotionen still. Und das funktioniert so lange bis mein Körper nicht mehr will.

Abends fiel ich in eine tiefe Einsamkeit, die in Fassungslosigkeit überschwappte. Alles war taub. Die letzten Monate lebte ich ganz automatisch, aber in einer anderen Welt, ohne Substanz und Energie. Ich fühlte mich schwerelos und haltlos. 15 kg waren es, die ich in vier Wochen verlor. Die Sache mit dem Essen fiel mir von Woche zu Woche schwerer. Mein Körper schmerzte. Die Untersuchungen ergaben zwei Bandscheibenvorfälle und nachweisliche Herz-Rhythmusstörungen inklusive Panikattacken. Ich konnte meinem Job nicht mehr nachkommen und wurde nach unzufriedenstellenden Gesprächen, gekündigt.

Manchmal saß ich stundenlang bewegungslos da. Ohne Emotionen. Ich wollte weinen, aber es kam nichts. Klar … ich muss stark sein. Große Mädchen weinen nie. Meine Gedanken veränderten sich immer negativer. Ich hatte Angst vor mir selbst. Und so entschloss ich mich dazu, mich selbst „einzuweisen“. Sechs Wochen Psychiatrie und beinahe ein ganzes Jahr in psychosomatischen Stationen und Rehas. Verlegung auf Traumastationen, die ich immer „Auffangabteilungen“ für Wahnsinnige nannte.

Auch während dieser Zeit ging so viel schief. Ich lernte in dieser Zeit Menschen kennen, die meine „Not“, meine Hilflosigkeit, mein Unwissen wer ich bin, ausnutzten. Ich ertrug es stillschweigend, Hauptsache nicht alleine. Ich bekam den Namen, das ist die Frau, die kaum spricht, immer nur schreibt …, aus diesem Grund konnten die meisten Psychologen nicht mit mir arbeiten, weil ich total zu machte.

„Das wird schon wieder“ … sagten meine geglaubten Freunde. Ich war enttäuscht von ganz vielen Menschen. Sie schämten sich für mein Sein. 46 Jahre war ich damals und hatte so viel Angst wie selten zuvor. Ich hatte Angst Schwäche zu zeigen, Angst jemandem zur Last zu fallen, aber die meiste Angst hatte ich davor noch mehr Angst zu bekommen!

Irgendwann wieder zu Hause angekommen, beschloss ich Urlaub zu machen. Ich genoss die Sonne, das Meer und den Frieden. Aber von einer Sekunde auf die andere war alles anders. Mein ohnehin so unstabiles Kartenhaus, brach einfach weg. In mir herrschte ein absoluter Ausnahmezustand. Frühzeitig zu Hause angekommen, begann ein weiterer Marathon aus Arzt- und Klinikbesuchen.

Das Eigenartige daran war aber immer, dass ich in den Momenten, in denen es mir am schlechtesten ging, komplette Ruhe ausstrahlte, aber um Hilfe zu bitten war mir unmöglich.

„Ich kann meine Augen vor dem Schließen, was ich nicht sehen will, doch ich kann mein Herz nicht vor dem Verschließen, was ich nicht fühlen will …“, sagte man mir.

Ich war eben eine Meisterin im Verdrängen. Das wurde mir so beigebracht. Und wahrscheinlich war genau das mein Konflikt. Das harte Mädchen, wie früher eben. Für alle da sein. Dabei wäre mein sehnlichster Wunsch gewesen, endlich jemandem zu begegnen, der meinen Schmerz sieht ohne ihn auszunutzen.

Und das war nicht das Ende. Es ist auch nicht der Anfang. Und vielleicht ist das nicht gerade der Einstieg, den Du Dir von mir erwartet hast. Vielleicht wäre es einfacher gewesen ein wenig oberflächlicher zu beginnen? Doch so bin ich eben nicht.

Es ist ein kleiner Teil meiner großen Geschichte. Ein Teil den ich ganz lange nicht annehmen konnte!

Diese Erfahrungen haben mich stark verändert. Ich  bin heute ehrlich. Zu Dir, aber vor allem zu mir selbst. Ich war am Tiefpunkt, sogar an mehreren! Mit meinen erlebten „dunklen Seiten“ möchte ich anderen Frauen Mut machen. Ich will jeder Einzelnen sagen, dass DU es schaffen kannst, den schlimmsten Gefühlen in Dir, ein zu Hause zu geben!

Mein Wunsch ist, ein Buch zu schreiben. X Mal begonnen und wieder verworfen. Es ist noch nicht an der Zeit, denke ich mal … aber bald, sehr bald. <3

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Wenn Erwachsene „Kinder“ den Kontakt zu Ihren Eltern abbrechen,  sind meistens die Schatten der Vergangenheit stärker als die Gegenwart. Es sind immer wiederkehrende alte Muster die bestehen bleiben und scheinbar nicht gelöst werden können. Dieser Abbruch kommt nicht wie meistens geglaubt, abrupt, sondern er entsteht aus einer Folge langer Verletzungen oder (und) Enttäuschungen …

Ich kenne unglaublich viele Menschen, die die Brücke zu Ihren Eltern abreißen. Da gibt es Töchter die beschreiben, dass sie diese ständige Bevormundung Ihrer Eltern nicht mehr durchdrücken. Mit 43 Jahren … verheiratet und selbst Mutter zweier Kinder. Dann gibt es die andere Art. Nichts ist recht, alles ist verkehrt und falsch. Statt lobende Worte kommt nur Kritik! Und das von Kinderbeinen an … Dann gibt es die Sorte „Ich bin dann mal weg“ Eltern. Mutter oder Vater flieht vor jeglichem Konflikt. Das Einzige, was von den Eltern kommt, ist Stille. Gerade in Mutter-Tochter Beziehungen kommt es vor, statt sich mit der Tochter an einem Tisch zu setzen, wird das Problem lieber mit Außenstehenden beredet. Dann gibt es die Eltern, die nur von sich reden, jede Kleinigkeit doppelt so groß machen und nur negativ sind.

Diese Situationen sind wie ein Ohnmachtsgefühl

Es ist keine schöne Sache, wenn wir es aus eigener Kraft nicht schaffen, etwas an der Qualität der Eltern-Bindung zu ändern. Es ist ein jahrelanger Prozess, der in sich schlummert, immer in der Hoffnung, doch etwas ändern zu können! Einfach nur gesehen und gehört zu werden. Oft ist allerdings die eigene Belastung zu hoch und der Kontakt wird gekappt.

Ich habe vor drei Jahren den Kontakt zu meiner Familie abgebrochen. Genauer gesagt, sie haben es so gewollt und ich habe es akzeptiert. Es ging dabei nicht um eine Bestrafung irgendwelcher Verhaltensmuster meiner Eltern, sondern eher darum, dass ich lieber die Eltern verliere als mich selbst! Und dieser Prozess war in meinem Fall schon sehr weit fortgeschritten.

Ich weiß kaum jemand will darüber reden. Es ist ein Tabu Thema. Es gehört sich nicht. Und man schämt sich vielleicht?

Es tut weh und man ist unendlich traurig darüber

Wir sehen unsere Eltern bis zu einem gewissen Alter als fehlerlose Geschöpfe an. Wir stellen sie auf ein Podest, das aber spätestens in der Pubertät zu bröckeln beginnt. Eine ganz normale Sache. Diese veränderte Sichtweise auf unsere Eltern ist notwendig  um ein selbstbestimmtes und authentisches Leben führen können. Eltern sind ja auch nur Menschen.

Es gibt aber auch Eltern, die fest der Meinung sind fehlerlos zu sein! Die glauben, immer alles richtig gemacht zu haben. Eine „Schuld“ einzugestehen, würde für sie niemals infrage kommen, den es würde bedeuten versagt zu haben. Und so kommt es in vielen Eltern – Kind Beziehungen bis ins erwachsene Alter dazu, dass Eltern nach wie vor ständig kritisieren und manipulieren. Und so passiert es nicht zu wenig, dass sich Töchter und Söhne auch noch als Erwachsene die Frage stellen: „Bitte was stimmt eigentlich nicht mit mir?“ Wir machen unseren Wert als Mensch nicht selten davon abhängig, wie Eltern uns behandeln. Ein trauriges Zugeständnis finde ich. :-(

Glaubenssätze, die falsch sind

Die ständige Kritik und die strafende „nicht Beachtung“ meiner Eltern machten mich als junges Mädchen schon nachdenklich. Früher fand ich natürlich keine Worte dafür. Für mich war es okay und normal. Ich bin der Meinung, dass Kinder einen Erwachsenen brauchen der Ihre Gefühle spiegelt. Kinder müssen sich selbst erkennen um später Ihre Gefühle regulieren zu können.

Ist das nicht der Fall, wird es im schlimmsten Fall so sein, dass Kinder die Art der Eltern übernehmen. Diese Verhaltensmuster wurden von den Großeltern auf die Eltern projiziert und wir übernehmen einfach weiter. Für mich allerdings ist es keine Entschuldigung.

Jeder von uns bringt eine Geschichte mit

Nach außen hin unscheinbar. Im Inneren jedoch ist es für viele sehr belastend. Ich kenne Frauen, die in einer Großfamilie aufgewachsen sind, und sie wurden als eines von vielen Kindern vernachlässigt. Die Eltern konnten keine Gefühle zeigen. Sie wurden von Mutter oder Vater ausgelacht, wenn ein Missgeschick passierte. Sie mussten schon sehr früh im Haushalt mit anpacken und nebenbei die lautstarken Streitereien des alkoholkranken Vaters mit anhören. Es blieb nur der Rückzug.

Jeder Mensch bringt seine Biografie mit. Wenn wir eines Tages selbst Mutter werden, werden wir alles daran setzen es besser zu machen. Leider sind Verhaltensweisen wie Abzugsbilder, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Weil einfach nichts erkannt wurde. Der Unterschied von „gesund und ungesund“ wurde nie erkannt. Seelische Störungen haben sich durch mangelnde Fürsorge entwickelt. Es ist ein Beispiel von vielen.

Wenn wir uns rückblickend noch immer verletzt fühlen …

Wenn wir uns als erwachsene Frau/Mann vom Verhalten der Eltern noch immer verletzt fühlen und keine Möglichkeit oder der Wille besteht, darüber zu reden … gemeinsam zu verändern, dann wird zwangsläufig die Frage auftauchen:

Lasse ich Euch los?
Oder lasse ich das jetzt los?

Auch ich hatte mir bewusst gemacht, dass ich mein Leben nicht mehr von meinen Eltern abhängig machen darf. Auch wenn es in der Kindheit einen Mangel an Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit gab, diese nachträglich einzufordern ist ein Ding der Unmöglichkeit!

Der Wert von Dir und mir ist nicht abhängig vom Verhalten unserer Eltern. Wir dürfen – NEIN wir MÜSSEN uns unbedingt klar darüber werden, dass wir liebenswerte Wesen sind. Wir sind genug und perfekt ist kein Mensch!

Selbstfürsorge und Selbstliebe sind dabei sehr hilfreich

Diese Eigenschaften helfen uns dabei. Allerdings wurden diese uns in den angeführten Fällen wahrscheinlich nicht mitgegeben. Wir müssen sie lernen. Ein harter aber sehr lohnenswerter Weg der sich auszahlt. Denn darauf zu warten, dass die Eltern ihr Kind irgendwann so annehmen wie es ist  und auch Ihre Freude zeigen … es wird nicht eintreten. ›leider‹

In Liebe aufatmen. Die „Schuld“ loslassen und um Vergebung  bitten. Das ist das, was ich tu. Denn oft ist es leider nicht (mehr) möglich, mit seinen Eltern ein ausführliches und klärendes Gespräch zu führen. Ein Kontaktabbruch gleicht für mich einer Ohnmacht, aber es ist auch die erste Maßnahme einer Veränderung. Wie die Veränderung aussieht, hängt von beiden Seiten ab. Hier bin ich … und da seid Ihr. 

Ich wünsche mir für jeden, dass sich die Karten neu mischen und sich neue gemeinsame Wege mit den Eltern auftun.
Für viele ist jedoch ein Kontaktabbruch zu den Eltern gut überlegt. Lassen wir die Vergangenheit los, befreien wir unser inneres Kind und beginnen wir uns selbst anzunehmen wie wir sind. Versorgen wir uns mit ausreichend Selbstliebe und verzeihen wir uns und anderen! <3

„Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen. Eltern verzeihen Ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie ihnen selbst anerzogen haben.“

Ich wünsche Dir eine schöne Zeit und wenn Du dazu eine Meinung hast … ich bin immer hier.

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Zurückweisung … sie tut immer weh, dass kann bestimmt jeder nachvollziehen. Viele haben diese Erfahrung möglicherweise schon in den Kinderschuhen oder in der frühen Jugend erfahren müssen. Es ist aber auch so, dass kein erwachsener Mensch, völlig grundlos zurückgewiesen wird. Wenn wir ganz ehrlich sind, hat jeder Mensch auch Angst davor. Es ist wie ein Stich ins Herz, der uns leiden lässt …

Ich bekomme auffällig viele Zuschriften, wo Frauen mir schreiben, sie werden von anderen abgelehnt. Ohne einen, für sie, ersichtlichen Grund. Bevor ich jedoch genauer darauf eingehe, ist mir noch wichtig zu sagen, dass solche Situationen und Momente sich richtig brutal anfühlen können. Das sollte auch niemand belächeln.

Ein winziger Teil des ganzen Problems der Zurückweisung ist aber auch ein direkter Teil der Lösung.

Erfahrungen finden oft schon in der Kindheit statt

Wenn ich von Frauen lese, die mir ihre Situationen schildern, stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf. Es erinnert mich an meine eigenen Momente, die ich noch in Erinnerung habe. Zurückweisung begann früh in meinem Leben. Besonders schlimm war meine Schulzeit. Frauen mit Angst vor Zurückweisung haben bestimmt folgende bzw. sehr ähnliche Momente erlebt:

  • Du fandest jemanden richtig gut, hast Dir aber dabei keine Gedanken darüber gemacht, wie dieser „Andere“ eigentlich tickt, was er oder sie so möchte.
  • Du hingegen hattest schon einen komplett fertigen Plan in Deinem Kopf, wie alles sein würde und was Du Dir von diesem Menschen erwartet hättest.
  • Deine ganzen Wünsche und Bedürfnisse hingen an dieser einen Person.
  • Du warst voller Hoffnung, Dein Plan war fest in Deinem Kopf. Du warst bereit und bist auf diesen Menschen zugegangen … und es wurde Dir die Türe vor der Nase zugeknallt.

So oder so ähnlich ging bzw. geht es vielen von uns. Besonders schmerzhaft ist es, wenn die Wurzeln sogar in der eigenen Familie liegen. Nicht geliebt zu werden, nicht richtig zu sein, im falschen Körper auf die Welt gekommen zu sein und die Sehnsucht, irgendwo und wie Bestätigung und Zuneigung zu erhaschen, die aber leider unerfüllt blieb. Es ist hart und fühlt sich wie ein Stich ins Herz an!

Jetzt könnten vielleicht viele sagen: „Ja gut, jetzt sind wir erwachsene Frauen und die Kinderzeit ist lange her und vergessen! …“ Das ist wohl wahr, aber der Schmerz bleibt dennoch. Egal wann und von wem wir auch zurückgewiesen wurden (werden), die Zeit spielt dabei keine Rolle. Wer eine Ablehnung erfährt, der fühlt sich ausgegrenzt.

Das Problem der ständigen „Wiederholung“

Wenn wir neue Dinge ausprobieren, kann es durchaus sein, dass sie uns nicht sofort gelingen. Eine normale Sache. Wir versuchen es so lange bis wir es können oder bis wir die Lust daran verloren haben. ›lach‹ So bin ich!
Ähnlich ist es auch bei der Kontaktaufnahme. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer, sagt man ja. Wenn wir immer wieder von Menschen zurückgewiesen werden, die wir gerne kennenlernen möchten, aber immer wieder abgelehnt werden, werden wir automatisch vorsichtig.

Bei mir war es oft so, dass ich auf diesen Menschen, der mich interessiert hat, erst gar nicht mehr zugegangen bin oder mich unbewusst mit

  • ihm/ihr verkrampfter Körperhaltung näherte,
  • eine verschlossene Haltung einnahm,
  • eine undurchsichtige Miene aufsetzte,
  • oder mit einstudierten nicht authentischen Tricks arbeitete,
  • aber letztendlich schon eine Zurückweisung erwartet hatte.

Lockerheit, war in diesen Situationen ein Fremdwort. Es herrschte einfach nur Unbehagen und Angst.
Manchmal, und da beziehe ich mich mit ein, meinen Menschen, die sehr oft zurückgewiesen wurden/werden, dass sie ein Anrecht auf eine positive Reaktion des anderen hätten!

Dabei möchte doch niemand Zeit mit jemanden verbringen, der sich wie oben beschrieben verhält? Also ich nicht! Leider ist dem Betroffenen dieses Verhalten nicht richtig bewusst. „Jetzt bemühe ich mich doch so sehr … und trotzdem reicht es nur für einen kurzen Smalltalk“. „Bemühungen“ müssen auch nicht honoriert werden … das ist mir heute auch klar geworden. Und so kommt es mehr und mehr zur selbsterfüllenden Prophezeiung, die sich etwa so anhören könnte:

„Immer werde ich abgewiesen, keiner mag mich, ich bin jedem egal, niemand will etwas mit mir zu tun haben …“

Zur Zurückweisung gesellt sich schnell die Einsamkeit

Ich wünsche mir sehr, dass Du nicht zu den Frauen gehörst, die mit Ablehnung schon mehrmals in Kontakt gekommen sind. Falls doch, wirst Du wissen, dass jede Zurückweisung nicht nur verletzt, sondern auch einsam macht. Erst recht, wenn man sich für einen Menschen hält, mit dem keiner etwas zu tun haben möchte!

Das Selbstwertgefühl sinkt. Und die Bedürftigkeit steigt. Und das ist für alle anderen sichtbar, ob Du es glaubst oder nicht! Meine Einsamkeit fühlte sich wie ein tiefes Loch in mir selbst an. Es vergrößerte meine Angst vor weiteren Zurückweisungen und Absagen, es fraß alle gute Eigenschaften auf, die ich noch in mir hatte.

  • Die Lebensfreude.
  • Den Mut.
  • Die Ungezwungenheit.
  • Die Leichtigkeit.
  • Und die Fantasie und Neugierde.

Alles wurde nach und nach verschluckt. Vielleicht kannst Du diese Erklärung nachvollziehen …

Ist die Einsamkeit erstmal spürbar, geht es schon gar nicht mehr um die reine Angst wieder zurückgewiesen zu werden, sondern um die Angst vor noch tieferer Einsamkeit.

Wie wir ja bereits wissen, wird durch jede Vermeidung, die wir leben, jedes Problem noch viel größer. Und so ist auch schon das nächste Gefühl im Anmarsch – die Wut. Wut entsteht durch viele Enttäuschungen und die Emotion darunter ist die Traurigkeit.

Das tiefe Loch und die Wut …

Nun ich war sehr wütend auf mich selbst, aber noch wütender war ich auf die Menschen, die diese Einsamkeit und Wut, in mir auslösten. Doch mit so tief sitzenden Aggressionen, mit denen ich dann der Welt gegenüberstand, wollte mich erst recht niemand haben.

Unsere Wut, die Bedürftigkeit und die offensichtliche Aggression sind spürbar für all die Menschen, die in unser Umfeld treten. Und kein Mensch möchte jemanden kennenlernen, der einen dafür benutzt um sein tiefes Loch zu „stopfen“!

So kommt es, das Betroffene sehr viele dieser Erfahrungen sammeln (müssen). Und zwar so lange, bis wir aus dieser Warteschleife aussteigen, einsichtig werden und bereit sind, etwas zu verändern. Wir wollen die Wut und die Einsamkeit nicht gewinnen lassen!

Der Ausweg lautet Einsicht

Ich kenne einige Menschen, die es nie gelernt haben, Situationen und Momente richtig einzuschätzen um auf jemanden zuzugehen. Sie fallen einfach über einen her. So nach dem Motto: „ICH bin jetzt da …“. Anderen fehlt das Gespür, was die Menschen brauchen und möchten, von denen sie sich Aufmerksamkeit und Angenommen-sein wünschen! Und es gibt Menschen, die sich außerhalb Ihrer Liga sich bewegen. So in etwa „nicht gut genug“.

Und plötzlich wird es ganz unromantisch. Wir müssen den Menschen, den wir interessant und attraktiv finden, auch etwas bieten können, schließlich ist einseitiges Interesse nicht von Dauer.

Sich zu verändern ist immer schwer. Jemanden anderen verändern wollen …sehr einfach. Nur so einfach sind die Spielregeln unseres Lebens nicht. Das Problem bei dieser Veränderung liegt darin, dass Du als Betroffene Mut brauchst. Du musst Dir eingestehen, dass es nicht an den anderen liegt, dass Du die oben angeführten Fehler gemacht hast. Ja und das Wort „SCHICKSAL“ kannst Du auch gleich aus Deinen Gedanken streichen. ›lach‹

Wenn ich zurückblicke, kann ich sagen, es war nicht nur meine Schuld, dass ich dieser Phase, in diesem Loch, längere Zeit verweilen musste. Aber es lag immer, einzig und alleine, in meiner Verantwortung, es zu verändern! Kein Mensch kann sich aus einer unangenehmen traurig machenden Situation „heraus Jammern“. Unsere Wut auf die Welt wird keine Situation verbessern, das habe ich alles ausprobiert – ohne Erfolg.

Lernen wir die Trauer hinter unserer Wut anzunehmen und die Fehler, die wir gemacht haben, aufzulösen. Fragen wir uns selbst, was wohl ein Mensch, der sich mit uns zusammentun soll, braucht. Wir können nicht erwarten, dass wir von jedem anderen Menschen mit offenen Armen aufgefangen werden.

Und das finde ich auch gut so. Denn wo bliebe die Spannung, der Kampfgeist und die Aufregung in unserem Leben, wenn jeder hinter uns her wäre? ›lach‹

Falls Du Erfahrungen mit diesem Thema gesammelt hast oder sich gerade Gedanken dazu in Deinem Kopf stapeln – ruhig her damit, ich freu mich darauf!