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Wir fühlen uns manchmal so deprimiert, dass uns das Leben einfach nur noch leer und unsinnig erscheint. Ich sehe es als einen Erschöpfungszustand, bedingt durch unsere Traurigkeit, der ohne um Erlaubnis zu fragen bei uns einzieht. Werden wir gefragt was eigentlich mit uns los sei, ist die Antwort: „Ich bin nur müde“ Obwohl wir eigentlich traurig sind. Das sind Gefühle und Emotionen die uns Frauen nur allzu bekannt sind. 

Traurigkeit, wie lange wirst Du bleiben?

Gerade die „trostlosen“ Tage lösen manchmal in uns etwas aus. Ohne Grund, es fehlt die Sonne, dass Licht das uns hilft, unsere Gedanken positiv zu halten. Traurigkeit kann selbstverständlich sehr viele Ursachen haben. Wenn wir zum Beispiel einen Verlust erlitten haben, wenn wir ein Ereignis negativ bewerten, oder wenn wir ein bestimmtes Ziel eben nicht erreicht haben. Gründe gibt es unzählige! Es ist ein Gefühl das uns allen vertraut ist und immer wieder mal in unserem Alltag vorkommt.

Ich war früher sehr oft traurig … ich machte mir viel zu viele Gedanken um zu viele Dinge, die ich in Wahrheit sein hätte lassen sollen. Ich nahm alles sehr persönlich und das machte mich hilflos und traurig. Es war ein Zustand der mich auch sehr müde machte! Wenn ich nach dem „Warum“ forschte und im Internet nach Erklärungen von Traurigkeit suchte,  schleuderte mir Mr. Google sofort das Wort Depression vor meine Augen.

Traurig zu sein, bedeutet aber nicht immer unter einer Depression zu leiden! Diese, ich nenne es mal „gedrückte Grundstimmung“, hat auch oft ein seelisch schmerzliches oder aussichtsloses Ereignis hinter sich. Das kann die Lebensfreude richtig dämpfen und zu einer Lebenskrise führen. Bei mir traf Letzteres zu und das stürzte mich in Wellen immer wieder kehrender Traurigkeit, was mich sehr müde machte.

Diese Phasen gehören zu unserem Leben

Phasen der Traurigkeit gehören aber leider zu einem normalen und gesunden Leben dazu. Es ist keine Krankheit und sollte auch nicht sofort als Depression bewertet werden! Traurigkeit sollte als Fähigkeit gesehen werden, sich mit aussichtslosen oder belastenden seelischen Ereignissen, auseinanderzusetzen.

Erst dann wenn man eine unendliche anhaltende Niedergeschlagenheit und Traurigkeit verspürt und ein massiver Erschöpfungszustand in den Vordergrund tritt, ist das ein Zeichen dafür, dass eine krankhafte Ursache für den Gemütszustand verantwortlich ist.

Wir lassen uns manchmal viel zu oft von außen beeinflussen und vergessen dabei, dass Traurigkeit und Depression nicht dasselbe sind. Solange es nicht unser Leben dirigiert! Und so paradox es jetzt vielleicht klingen mag … aber diese Traurigkeit hilft uns zu wachsen und vorwärts zu kommen. Wir sollten unsere Traurigkeit also nicht unbedingt als bedrohlich ansehen.

Aber warum fühlen wir uns so müde wenn wir traurig sind?

Wie ich ja gleich zu Beginn geschrieben habe, sagen wir Frauen nicht „ich bin traurig“ wenn uns jemand anspricht, sondern „ich bin nur müde …“. Diese Aussage bedarf keiner weiteren Erklärung, die uns eventuell unangenehm sein könnte. Der Weg zum Arzt wird nichts bringen da physisch alles in Ordnung sein wird. Es ist tatsächlich so, dass manche Gefühlslagen keine „Medizin“, sondern einfach nur Licht, Sonne, frische Luft und Zeit benötigen.

Traurig zu sein zieht uns eine Menge Energie ab. Sie macht aus uns ein „müdes Bündel“. Der Umgang mit anderen Menschen ist anstrengend. Der Lärm unserer Außenwelt stört uns und ich kann mich noch gut erinnern, mir war eine einsame Ecke lieber als das allgemeine Chaos auf den Straßen. Dieses Sparprogramm in unserem Körper ist aber auch sehr nützlich und hat seinen Zweck:

Es regt die Selbstwahrnehmung an. Unser Köpfchen sagt uns, dass es an der Zeit wäre stehenzubleiben. Innezuhalten und nachzudenken. Wir sollten bestimmte Aspekte in unserem Leben reflektieren!

Traurigkeit verdient Deine Aufmerksamkeit

Traurig zu sein bedeutet, dass wir uns für eine kurze Zeit müde und isoliert fühlen werden. Das ist vollkommen in Ordnung. Traurigkeit können wir nicht mit Vitaminen vertreiben, wir müssen zum wahren Kern unseres Problems vordringen. Deine Traurigkeit verdient in diesem Moment Deine vollste Aufmerksamkeit und Du darfst ihr auch erlauben, etwas länger zu bleiben.

Es ist sehr wichtig diese Emotionen anzunehmen, stehen zu bleiben und darauf zu schauen, was uns traurig macht. Unseren Verstand unklar erscheinen lässt oder uns beunruhigt. Tun wir das nicht, wird die Traurigkeit wachsen und dann hat Dr. Google recht mit seinem Vorschlag „Depression“. Wenn wir aber mit diesem Gefühl arbeiten, können wir als Mensch wachsen!

Sieh die Traurigkeit als Deine innere Stimme

Zusammenfassend möchte ich noch sagen, dass es immer wieder Abschnitte in unserem Leben geben wird, in denen die Müdigkeit mehr emotionaler als körperlicher Natur sein wird. Deshalb sollten wir die Traurigkeit nicht sofort als eine zu behandelnde Erkrankung sehen. Sehen wir sie als eine innere Stimme, der wir zuhören müssen! Sie ist eine wertvolle und sehr nützliche Emotion, die wir nutzen können, um daran zu wachsen .

Traurig sein liegt zwar nicht gerade im Trend, aber ich habe für mich festgestellt, dass mir die Traurigkeit in meinem kreativen TUN hilft. Aus ihr entstehen Texte, Impulse, Bilder und Ideen. Wenn ich mich „traurig“ sein lasse, ist das eine unerschöpfliche Quelle für mich. Wir können uns im „Traurigsein“ sehr nah sein. <3

Ich wünsche Dir wenig Traurigkeit … und falls sie doch mal vorbeischaut, hör ihr zu was sie zu sagen hat.

Ich habe mich selber gefragt ob ich, würde ich diesen Titel sehen, diesen auch anklicken und den Artikel lesen würde … Ich war mir nicht ganz sicher, aber weshalb sollte man etwas „schön“ umschreiben wenn es alles andere als „schön“ ist? Das Leben ist nun mal nicht immer supertoll und grenzgenial und ich weiß es gibt viele Menschen da draußen, die dieses „schwarze Loch“ genauso gut kennen wie ich. Um auf meine selbst gestellte Frage zurückzukommen: JA ich würde den Artikel lesen …

Ein Erfahrungsbericht den ich gerne teilen möchte

Es geht mir zur Zeit wirklich sehr gut und wahrscheinlich fühle ich mich deshalb auch in der Lage darüber zu schreiben. Hätte ich zur Zeit diese innere Leere in mir, wäre es mir nicht möglich Gedanken die Sinn machen, aufzuschreiben und zu beschreiben. Eine Selbstreflexion, zu einem Zeitpunkt an dem es einem irgendwie „anders“ geht, ist etwas sehr hilfreiches, zwar nicht einfach aber lehrreich. In Zeiten in denen ich in meinem schwarzen „NICHTS“ saß, hätte ich gerne ein Gegenüber gehabt der all meine Gedanken und Gefühle verstanden hätte – ohne Bewertung! Und genau diese Erinnerung hat mich dazu bewegt, jetzt ein Gegenüber für einen Menschen zu sein … für jemanden der sich irgendwie „anders“ fühlt …

Das Gefühl

Dieses schwarze Loch oder diese Leere in der ich mich fand, ist ein Gefühl wie eine Depression. Sie fühlt sich weder warm noch kalt an. Sie breitet sich einfach aus, ohne zu fragen und ohne sich anzukündigen. Es ist plötzlich und unerwartet eine große Hoffnungslosigkeit im Anmarsch. Hinter dieser Leere verbirgt sich bei mir Angst, Schmerz und Trauer. Alle diese Gefühle lassen es nicht zu dass ich mich in der Gegenwart bewegen kann.

Trauer und Schmerz verbinde ich mit der Vergangenheit, Angst mit der Zukunft. Bin ich in dieser negativen Gedankenspirale gefangen, bin ich mit meinen Gedanken in der Vergangenheit die Schmerz und die Trauer mit sich bringt … oder ich bin Lichtjahre voraus … in der Zukunft und davor hab ich Angst. Die Zukunft macht mir Angst! Meine Fragen wiederholen sich ständig „Kann ich das schaffen? Schaffe ich es überhaupt? Bin ich stark genug? Bin ich stark genug für das was kommt?“ Meine Gedanken sind so dermaßen festgefahren, dass ich in eine innere Starre und gleichzeitige totale Überforderung kippe. :-(

Um diese Angst und den Schmerz samt Trauer zu unterdrücken, setze ich mich in das schwarze Loch. In meinem schwarzen Loch gelingt es mir meine Grundgefühle auszuschalten … alles ist schwarz und grau, verschwommen und hoffnungslos. Ein Gefühl das kaum auszuhalten ist. In schlimmen Phasen gab es für mich Strategien, die mich von mir selbst wegbrachten. Die mich unpersönlich machten und ich für niemanden mehr „greifbar“ war. Es war alles recht … Hauptsache ich mußte nichts spüren. Ich war eine Meisterin in Strategien!

In meiner Selbstreflexion viel mir auf, dass sich mein Verhalten anderen gegenüber veränderte, wenn ich mich in meinem Loch gefangen war. Ich war zynisch und auf Level zehn, wirkte arrogant, war unnahbar und ließ niemanden an mich heran. Eine „Unperson“ mit Maske auf Distanz! In meinen unerträglichen Phasen beendete ich Freundschaften und Beziehungen ohne darüber nachzudenken, ich tat es einfach.

Nach etlichen Aufenthalten in diesen schwarzen Löchern, hatte ich es irgendwann satt. Strategien einzusetzen die wieder nur Schmerz und Traurigkeit mit sich brachten. Ich schadete mir letztendlich nur selbst! Ich verabschiedete mich von meinen Masken und Strategien, ich musste lernen meine Gefühle zuzulassen und zu akzeptieren … alle, denn wenn ich diese Leere nicht mehr in mir trage, die sich wie ein Schleier über meine Grundgefühle legt und ich meine angeeigneten Strategien bewusst nicht mehr einsetze, dann bleibe nur noch ICH übrig.

Die Gegenwart bewusst wahrzunehmen ist mein Schutz vor dem schwarzen Loch, meiner inneren Leere. Wenn ich in der Gegenwart bin, bin ich bei MIR. Das hab ich gelernt …

Letztendlich bin ich trotzdem leicht verletzbar, oftmals traurig und habe Angst … doch fühle ich mich jetzt dabei anders. Ehrlicher, ohne Maske und ohne jemanden zu verletzen und anderen zu schaden. Darüber bin ich dankbar. Ohne fremde Hilfe, aber vor allem ohne meinen eigenen Willen DAS zu verändern … würde ich immer noch in diesem, meinem, „schwarzen Loch“ verweilen …

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. DU musst DEIN Ändern leben …

Und es funktioniert. Eine meiner Erfahrungen die ich sehr gerne mit DIR teilen wollte. Hab es gut und schau auf DICH …

Gute wie weniger gute Gefühle gehören zu unserem Leben, sehr oft können wir die schönen Dinge nicht genießen, wenn uns die negativen Gefühle einholen. Negatives kann ebenso sehr schmerzhaft sein, uns auch traurig machen. Entscheidend ist es jedoch wie wir diese Gefühle annehmen und sie als weiteren Lebensabschnitt ansehen, der vorüber geht. Ganz sicher kann ich dir sagen … hinter jeder noch so fetten Wolke, kommt auch die Sonne wieder hervor!

Dazu habe ich eine besondere Lebensweisheit, die dir die Möglichkeit gibt, die Traurigkeit von einer  anderen Seite zu betrachten.

Über die Traurigkeit

Als die Sonne langsam am Horizont verschwinden wollte, ging eine zerbrechlich wirkende Frau einen Feldweg entlang. Sie war schon sehr alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Fast am Ende des Weges saß eine zusammengekauerte Gestalt, die regungslos auf den ausgetrockneten Sandboden starrte. Viel war nicht zu erkennen, das Wesen das dort im Staub des Weges saß, schien beinahe körperlos zu sein. Es erinnerte an eine graue aber weiche Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Als diese kleine zerbrechlich wirkende Frau an diesem Wesen vorbeikam, bückte sie sich ein wenig und fragte: „Wer bist du?“

Zwei fast regungslose Augen blickten müde auf. „Ich? Ich bin die Traurigkeit.“ flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass man sie kaum hören konnte. „Ach, die Traurigkeit!“ rief die kleine Frau erfreut, als würde sie eine alte Freundin begrüßen. „Du kennst mich?“ fragte die Traurigkeit …

„Aber natürlich kenne ich dich!“ Immer wieder hast du mich ein Stück meines Weges begleitet.“ „Ja aber …“, antwortete die Traurigkeit „… warum hast du keine Angst vor mir und gehst schnell weiter?“ „Warum sollte ich vor dir davonlaufen? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst, DIR kann man nicht entkommen. Aber sag, weshalb siehst du so betrübt und mutlos aus?“

„Ich bin traurig“ antwortete die graue Gestalt. Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. „Du bist also traurig.“ sagte die Alte verständnisvoll „Erzähle mir doch, was dich so traurig macht.“ Die Traurigkeit seufzte. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.

„Weißt du“ begann sie zu erzählen „es ist so das mich einfach niemand mag. Mich will keiner! Dabei ist es doch meine Bestimmung, zu den Menschen zu gehen und für eine Zeit lang bei ihnen zu verweilen. Aber jedesmal wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück und fürchten sich vor mir.“ Die Traurigkeit schluckte schwer. “ Weißt du, die Menschen haben Sätze erfunden, mit denen sie mich verstoßen wollen. Sie sagen: Ach was solls, dass Leben ist heiter und beginnen laut zu lachen.“

„Aber ihr falsches erzwungenes Lachen führt zu Magenkrämpfen. Sie sagen: Gelobt sei was hart macht. Und dann, dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich zusammenreißen. Und sie verspüren das Zusammenreißen am ganzen Körper, alles schmerzt und verkrampft sich. Sie verschlucken ihre Tränen und haben Atemnot. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen, dabei sprengen die aufgestauten Tränen beinahe ihren Kopf. Manchmal können sie dadurch nicht mal mehr sprechen. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie nichts mehr fühlen müssen.“

„Und dabei will ich den Menschen doch nichts Böses, ich will ihnen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen und zu heilen. Weißt du … wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut, und manches Leid bricht immer wieder auf und das tut sehr weh. Also nur wer mich zu sich läßt, und all die ungeweihten Tränen weint, kann seine Wunden erst wirklich heilen.“

„Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen setzen sie eine Maske auf, schminken ein grelles Lachen über ihre Narben oder legen einen dicken Panzer aus Bitterkeit und Enttäuschung an. Ich glaube sie haben unbändige Angst zu weinen und mich zu spüren. Deshalb verjagen sie mich immer wieder.“ Die Traurigkeit begann bitterlich zu weinen.

Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt in die Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte das zitternde Bündel. „Weine nur, kleine Traurigkeit“ flüsterte sie. „Ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst nicht mehr alleine wandern. Ich werde auch dich von nun an begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt.“

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie sah zu ihrer neuen Gefährtin auf und betrachtete sie erstaunt: “ Aber … aber, wer bist du eigentlich?“ „Ich …“, sagte die kleine und zerbrechliche wirkende Frau und lächelte dabei wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen, “ … ICH bin die HOFFNUNG.

Inge Wuthe, Pal Verlag

Das Schönste an der Traurigkeit – ist die Dankbarkeit für die Leichtigkeit die ich in mir trage. Dem Frohsinn dem Leben gegenüber. Wenn traurige Ereignisse diesen Frohsinn überschatten, ist es besonders schön zu wissen, dass irgendwann die Sonne wieder hervorkommt … auch wenn es manchmal länger dauert als einem lieb ist!

Eine wunderbare Zeit ohne Traurigkeit wünsche ich dir und falls sie dich trotzdem mal besuchen kommt – bitte SIE herein für kurze Zeit, es darf so sein … :-)

Ich weiß genau wie viele Frauen es da draussen gibt, die am Heiligen Abend und wahrscheinlich auch die Tage zuvor und danach alleine rumhängen. Weihnachten alleine – nämlich als Single. ICH kenne mich da ja sehr gut aus, war ich ja über viele Jahre selber „betroffen“. Ob das schlimm oder weniger nennenswert ist, sei dahin gestellt und ist auch von Mensch zu Mensch verschieden. Für mich war es jedenfalls immer so. Gut wenn die Feiertage wieder vorbei sind und Normalität und Leben einkehrt.

„Bist du Weihnachten echt alleine?“

Diese und unzählige andere Fragen wurden mir meist eine Woche vorher gestellt. Wenn ich dann ganz ehrlich mit einem JA, bin ich … antwortete, konnte ich viele Fragezeichen und bei manchen sogar Mitleid in den Gesichtern erkennen. Ja, ICH tat mir ja auch leid, aber das musste ich ja nicht unbedingt publik machen!

Für die meisten von uns wächst die Vorfreude auf ein besinnliches gemütliches Zusammensein mit der Familie. Nach anstrengenden Tagen in den Firmen, unzähligen besuchten Weihnachtsfeiern, endlich ein paar Tage Ruhe und Gemütlichkeit geniessen! Für mich war es eher ein quälender Gedanke, weil ich wusste das ich mit mir alleine sein werde.

Jeder dritte Single ist in der Weihnachtszeit melancholisch

Auf der einen Seite ist das Single-Dasein angenehm und etwas ganz normales geworden (bedenkt man das jeder 3. Haushalt von einem Single belegt wird!) und trotzdem besagt eine Umfrage, daß sich die meisten allein lebenden Menschen in der Weihnachtszeit besonders einsam fühlen.

Wenn ich mich erinnere waren es immer diese Fragen: „Oh, was und jetzt bist du am 24. wieder alleine, das gibts doch nicht…“ ja, wie ich diese Fragerei hasste!

Ich hab mich immer gefragt weshalb für die anderen mein Beziehungsstatus wohl so wichtig sei?! War es die Neugierde ob sich doch noch etwas entwickeln könnte … oder brauchten sie das um sich selber besser zu fühlen? Ich hatte aufgehört darüber nach zu denken.

Sich einsam fühlen unter vielen Menschen

„Du hast Gott sei Dank so viele Menschen am Tag um dich, da bist du dann auch sicher froh darüber, ein paar Tage Ruhe zu haben …“ ist wohl die Meinung mancher. Sicher hat man aus Single auch einen gewissen Bonus, der da lautet: absolut keine Verpflichtungen jemand anderem gegenüber! 

Nur in der Zeit wünschte ich mir es eben. Wenn ich am 24. die Wohnungstüre aufgeschlossen habe, hätte ich gerne jemanden der sich freut endlich zu Hause zu sein und endlich in die paar Tage Ruhe zu starten. Da ich meine treue Shila, sie war meine Katze, die mehr über mich wusste als jeder anderer von mir, auch noch kurz vor Weihnachten einschläfern musste, begrüsste mich nur die Stille. Und es war alle Jahre das gleiche: Shila fehlte mir an solchen Tagen ganz besonders!

Das betrifft sehr oft jüngere, attraktive Menschen

Es ist ein Irrglaube, daß nur ältere Menschen die ihren Lebenspartner schon verloren haben, unter dieser „Weihnachtsdepression“ leiden. Sicherlich auch, aber darunter fallen sehr viele junge Menschen. Solche die das ganze Jahr für die Arbeit leben, ein oberflächliches soziales Netzwerk besitzen und sich hauptsächlich um sich selbst kümmern. Weil sie entweder zu wenig Zeit haben um soziale Kontakte zu pflegen oder das vielleicht auch gar nicht so wollen.

Ich hatte einen grossen Bekanntenkreis, richtige Freunde sehr wenige. Ausserdem hatten die ihre Familie. Auch wenn ich ein gern gesehener Gast am Heiligen Abend gewesen wäre, hatte ich die Einladungen immer dankend abgelehnt. Es passte einfach nicht und wenn ich in die glücklichen Gesichter sehen hätte müssen … ich weiß nicht, das wäre nichts für mich gewesen. Meine Kinder meinten es ebenfalls immer gut und wollten mich zu Freunden mitnehmen die ich  kaum kannte, somit schied das ebenfalls aus und das war ok so. Mir blieb also immer nur ein Pflichtbesuch bei den Eltern, die aber gerne eher früh zu Bett gingen … ein Tag wie jeder anderer auch. Obwohl das traditionelle Weihnachten bei uns zu Hause eine Zeit lang zelebriert wurde! Diese Zeit vermisse ich. Das Leben verändert sich eben …

Einige „Singles“ die ich kannte berichteten mir immer, dass sich auf den Plattformen verschiedenster Partneragenturen jede Menge tut und sie sich ihren Abend am PC gemütlich gestalteten. Jeder wie er meint. Das konnte ich mir jedenfalls auch nie vorstellen. Fakt war, es ist wie es ist und ich musste das Beste daraus machen.

Weihnachten wird ja als Fest der Familie gesehen

Das war mir auch so in Erinnerung, aber als Single ist man keine Familie. Ich darf aber auch nicht alle „Solo“ Menschen in einen Topf werfen! Es gibt ja auch viele, die sehr gerne und auch freiwillig alleine leben und sind. Sie geniessen auch die Weihnachtstage ohne einen Anflug von Traurigkeit.  Ja, wie ich schon oben erwähnt habe, jeder Mensch ist anders. Mir drückte es ja schon die Tränen in die Augen wenn ich zum ersten Mal wieder „Last Christmas „ im Radio hörte! Es war auch  nicht der Song an sich, sondern es lag an den Erinnerungen, die mir dazu einfielen als das Haus noch voll war :-) .

Nach jedem Traurigkeitsanflug sagte ich mir sofort wieder: „Schau du hast keinen Stress, kannst tun und machen wie du möchtest, dein Weihnachtsgeld gehört dir alleine … hey hallo – gönn dir Dies und Jenes, du hast es dir verdient!“ So machte ich es jedes Jahr.

Ich sah und zog mir nur die positiven Seiten des Solo-Daseins heraus. Ich war gut zu mir. Kochte mir ein lecker Mahl und öffnete eine gute Flasche Wein, kaufte 2 kg von den besten Keksen, die ich anschliessend auf dem Sofa verdrückte! Zappte mich durchs TV, hörte Musik und schlief auch meistens am Sofa ein. Ich hatte es gelernt. Es war gar nicht soo schlimm!

Wichtig ist nur nicht in den Seilen hängen zu bleiben, die einen schnüren … 

Das nächste Weihnachten kommt ja bestimmt und wer weiß … vielleicht bist DU dann nicht mehr alleine und würdest dir sogar mehr Ruhe wünschen? Es hat alles seinen Sinn im Leben – auch ein, zwei oder mehrere Weihnachten alleine zu sein! Alles wird und ist gut so wie es ist …

Für die Frauen, die gerade eine schwere Zeit wie Trennung, Scheidung oder Schlimmeres durchmachen: Ich wünsche jeder einzelnen viel Kraft und die Gewissheit: Dein Leben ist nicht vorbei! Meine Ansicht war und ist immer „Das Beste kommt zum Schluss“ 

„Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können ist das Schönste!“

Ich wünsche jeder dir noch eine schöne Adventszeit und einen Weihnachtsabend so wie DU dir es wünschst. :-)

„Ich würde mich gerne trennen, doch ich bin abhängig von ihm!“… So oder so ähnlich höre ich immer wieder von vielen Frauen. Eigentlich sollte man meinen das es in dieser Zeit wo Frauen ohnehin sehr eigenständig sind, ihre Karenzzeit manchmal auch gar nicht ganz in Anspruch nehmen und die Kleinen relativ früh in die Kindergrippe stecken, oder sich einfach neben dem „Mutter und Hausfrau“ sein einen Job zulegen der etwas zusätzliches Taschengeld einbringt – trotzdem von Abhängigkeit ihres Mannes sprechen!?

Fakt ist: Jede dritte Frau ist finanziell abhängig von ihrem Mann. So wird eine Trennung sehr schwierig. Die traurige Wahrheit ist viele Frauen bleiben NUR deshalb in der bestehenden Beziehung, weil sie finanziell an ihren Partner gebunden sind. Viele der Liierten würden bei einer Trennung vor einem finanziellen Problem stehen!

In guten wie in schlechten Zeiten …

Dieses Versprechen hat man sich damals bei der Heirat gegeben. Bis an sein Lebensende zusammen zu bleiben. Ein Versprechen! Tja … nun sind die „schlechten“ Zeiten da. Die Zeit der Innigkeit und absoluten Liebe scheint irgendwie verflogen zu sein. Man lebt neben einander her – aus Gewohnheit (wo wir wieder bei der Komfortzone wären). Die Angst vor Veränderung, Angst vor der Einsamkeit, Angst vor dem Gerede der Leute oder der Familie, aber das was am meisten belastet ist der finanzielle Abstieg der für sehr viele Frauen im Vordergrund steht!

Es sind mehrheitlich die Frauen, die trotz allem dann die Scheidung einreichen oder sich trennen. Männer haben nicht die Eier dazu. Sie bleiben egal ob sie glücklich sind oder nicht. Die Macht der Gewohnheit spielt auch hier eine grosse Rolle! Falls sie sich dennoch dazu entschliessen sich zu trennen, müsste wahrscheinlich eine Affäre im Spiel sein die bereit ist ihn 100% finanziell aufzufangen …

Bei uns Frauen liegt die Sachlage etwas anders

Wir Frauen bleiben lieber unglücklich in der Beziehung hängen als einen Schlussstrich zu setzen. Wir befürchten das unsere Kinder möglicherweise seelisch unter einer Trennung leiden würden. Wir möchten unseren Kindern möglichst lange eine „heile Welt“ bieten. Dabei denken wir wieder an die anderen und vergessen dabei uns selbst … Dieses „gute Miene zum bösen Spiel“ machen ist ein Akt der sehr viel Kraft und schauspielerisches Können verlangt was aber mit der Zeit zur Routine wird.

Ich war in vielen Einrichtungen und habe mich dafür interessiert weshalb Frauen es so lange in ihrer Beziehung aushalten? Sich unglücklich und alleine fühlen obwohl das Haus „voll“ ist.

  • Es sind in den meisten Fällen die Kinder die uns halten zu bleiben. Eine Trennung ist immer im Hinterkopf nur wird sie gedanklich verschoben bis der Zeitpunkt besser passt! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es passt irgendwie nie!
  • Geld. Geld macht bekanntlich nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein. Der Faktor Geld spielt ebenso eine sehr grosse Rolle. Besonders bei den Frauen die sich nur um die Kindererziehung und Haushalt ec. kümmern. Ich muss mich korrigieren da das „nur“ deplatziert ist! In Wirklichkeit müsste ein Gehalt ausbezahlt werden für diese grundlegende und wichtige Arbeit! Also Frauen, die kein eigenes Einkommen beziehen. Der finanzielle Aspekt spielt auch dann eine Rolle, wenn eine gemeinsame Immobilie gekauft wurde, die Unterhaltszahlungen sind auch nicht zu vergessen!
  • Das soziale Umfeld, auch dieser Punkt ist für viele sehr wichtig. Es fällt schwer den Druck auszuhalten, was die Freunde, Familie oder Kollegen zur Trennung zu sagen haben. Die Vorwürfe von den verschiedenen Seiten machen es auch nicht einfacher. Und ganz egal wie friedlich eine Trennung vor sich geht, die gemeinsamen Freunde werden sich auf irgend eine Seite schlagen und einige Freundschaften gehen mit einer Trennung flöten.
  • Angst, Veränderung und Anpassung – Routine macht den Meister, jahrelange Tätigkeiten erledigen sich beinahe von selbst. Kein Nachdenken – einfach tun. Wie im Job. Eine Routine, die sich auch in eine Beziehung einschleichen kann. Es gibt kaum etwas an das man sich nicht gewöhnen kann. Eine Trennung bedeutet IMMER Veränderung, es macht vielen Frauen auch Angst darüber nachzudenken was das Neue so bringen könnte. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Auch wenn sich Paare nicht mehr viel zu sagen haben, man weiß es ist jemand da. Mir bereitete die Vorstellung allein zu sein, alleine zu schlafen und zu essen oder sich nichts mehr leisten zu können eine Mega Angst!

Mich hat meine Angst blockiert! Dadurch habe ich viele Jahre verloren, ich war nicht mutig genug den ersten Schritt zu setzen. Ein Schritt der im ersten Moment sicher schwierig ist, viele Leiden mit sich bringt und eine Umstellung in vielerlei Hinsicht erfordert. Nur eines kann ich sagen und das werden mir viele Frauen bestätigen können: Schliesst sich eine Tür, öffnet sich wo anders eine Neue die viele Möglichkeiten mit sich bringt.

Eine Beziehung – Ehe -Partnerschaft ist kein Designer-Kleid das man 2 mal trägt und danach im Kasten verstauben lässt. Eine Beziehung bedeutet ständiges daran arbeiten … Wobei das richtige miteinander reden mit das Wichtigste ist. Und damit meine ich nicht das reden über die Sonderangebote aus dem Supermarkt! Das „Entfremden“ beginnt in den Gesprächen zwischen den Partner und setzt sich beim Küssen fort. Wird es weniger, lässt auch der Sex nach. Mangelnder Sex macht uns auf Konflikte aufmerksam …

Wir Frauen sind diejenigen die Beziehungen retten möchten (natürlich gibt es auch immer Ausnahmen), bringen all die Bemühungen nichts, solltest du dein weiteres Leben nicht mit Traurigkeit und Einsamkeit verbringen! DU hast etwas besseres verdient. :-)

Hier ist jetzt wieder der Moment der mir sagt: „Toll – und? Du meinst das hilft jetzt jemandem da draussen?“ Wenn ich nicht so genau wüsste, wie es Frauen geht die in solchen Situation stecken, könnte ich solche Zeilen gar nicht schreiben … Und insgeheim möchte ich gerne „Denkanstösse“ dazu geben. Und noch lieber mich mit DIR darüber unterhalten.

Wenn du dich in den gelesenen Zeilen wiedergefunden hast, dann lass mir DEINE Meinung da – ich freu mich sie mit DIR durchzugehen!