Unglückliche Beziehungen

„Ich würde mich gerne trennen, doch ich bin abhängig von ihm!“… So oder so ähnlich höre ich immer wieder von vielen Frauen. Eigentlich sollte man meinen das es in dieser Zeit wo Frauen ohnehin sehr eigenständig sind, ihre Karenzzeit manchmal auch gar nicht ganz in Anspruch nehmen und die Kleinen relativ früh in die Kindergrippe stecken, oder sich einfach neben dem „Mutter und Hausfrau“ sein einen Job zulegen der etwas zusätzliches Taschengeld einbringt – trotzdem von Abhängigkeit ihres Mannes sprechen!?

Fakt ist: Jede dritte Frau ist finanziell abhängig von ihrem Mann. So wird eine Trennung sehr schwierig. Die traurige Wahrheit ist viele Frauen bleiben NUR deshalb in der bestehenden Beziehung, weil sie finanziell an ihren Partner gebunden sind. Viele der Liierten würden bei einer Trennung vor einem finanziellen Problem stehen!

In guten wie in schlechten Zeiten …

Dieses Versprechen hat man sich damals bei der Heirat gegeben. Bis an sein Lebensende zusammen zu bleiben. Ein Versprechen! Tja … nun sind die „schlechten“ Zeiten da. Die Zeit der Innigkeit und absoluten Liebe scheint irgendwie verflogen zu sein. Man lebt neben einander her – aus Gewohnheit (wo wir wieder bei der Komfortzone wären). Die Angst vor Veränderung, Angst vor der Einsamkeit, Angst vor dem Gerede der Leute oder der Familie, aber das was am meisten belastet ist der finanzielle Abstieg der für sehr viele Frauen im Vordergrund steht!

Es sind mehrheitlich die Frauen, die trotz allem dann die Scheidung einreichen oder sich trennen. Männer haben nicht die Eier dazu. Sie bleiben egal ob sie glücklich sind oder nicht. Die Macht der Gewohnheit spielt auch hier eine grosse Rolle! Falls sie sich dennoch dazu entschliessen sich zu trennen, müsste wahrscheinlich eine Affäre im Spiel sein die bereit ist ihn 100% finanziell aufzufangen …

Bei uns Frauen liegt die Sachlage etwas anders

Wir Frauen bleiben lieber unglücklich in der Beziehung hängen als einen Schlussstrich zu setzen. Wir befürchten das unsere Kinder möglicherweise seelisch unter einer Trennung leiden würden. Wir möchten unseren Kindern möglichst lange eine „heile Welt“ bieten. Dabei denken wir wieder an die anderen und vergessen dabei uns selbst … Dieses „gute Miene zum bösen Spiel“ machen ist ein Akt der sehr viel Kraft und schauspielerisches Können verlangt was aber mit der Zeit zur Routine wird.

Ich war in vielen Einrichtungen und habe mich dafür interessiert weshalb Frauen es so lange in ihrer Beziehung aushalten? Sich unglücklich und alleine fühlen obwohl das Haus „voll“ ist.

  • Es sind in den meisten Fällen die Kinder die uns halten zu bleiben. Eine Trennung ist immer im Hinterkopf nur wird sie gedanklich verschoben bis der Zeitpunkt besser passt! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es passt irgendwie nie!
  • Geld. Geld macht bekanntlich nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein. Der Faktor Geld spielt ebenso eine sehr grosse Rolle. Besonders bei den Frauen die sich nur um die Kindererziehung und Haushalt ec. kümmern. Ich muss mich korrigieren da das „nur“ deplatziert ist! In Wirklichkeit müsste ein Gehalt ausbezahlt werden für diese grundlegende und wichtige Arbeit! Also Frauen, die kein eigenes Einkommen beziehen. Der finanzielle Aspekt spielt auch dann eine Rolle, wenn eine gemeinsame Immobilie gekauft wurde, die Unterhaltszahlungen sind auch nicht zu vergessen!
  • Das soziale Umfeld, auch dieser Punkt ist für viele sehr wichtig. Es fällt schwer den Druck auszuhalten, was die Freunde, Familie oder Kollegen zur Trennung zu sagen haben. Die Vorwürfe von den verschiedenen Seiten machen es auch nicht einfacher. Und ganz egal wie friedlich eine Trennung vor sich geht, die gemeinsamen Freunde werden sich auf irgend eine Seite schlagen und einige Freundschaften gehen mit einer Trennung flöten.
  • Angst, Veränderung und Anpassung – Routine macht den Meister, jahrelange Tätigkeiten erledigen sich beinahe von selbst. Kein Nachdenken – einfach tun. Wie im Job. Eine Routine, die sich auch in eine Beziehung einschleichen kann. Es gibt kaum etwas an das man sich nicht gewöhnen kann. Eine Trennung bedeutet IMMER Veränderung, es macht vielen Frauen auch Angst darüber nachzudenken was das Neue so bringen könnte. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Auch wenn sich Paare nicht mehr viel zu sagen haben, man weiß es ist jemand da. Mir bereitete die Vorstellung allein zu sein, alleine zu schlafen und zu essen oder sich nichts mehr leisten zu können eine Mega Angst!

Mich hat meine Angst blockiert! Dadurch habe ich viele Jahre verloren, ich war nicht mutig genug den ersten Schritt zu setzen. Ein Schritt der im ersten Moment sicher schwierig ist, viele Leiden mit sich bringt und eine Umstellung in vielerlei Hinsicht erfordert. Nur eines kann ich sagen und das werden mir viele Frauen bestätigen können: Schliesst sich eine Tür, öffnet sich wo anders eine Neue die viele Möglichkeiten mit sich bringt.

Eine Beziehung – Ehe -Partnerschaft ist kein Designer-Kleid das man 2 mal trägt und danach im Kasten verstauben lässt. Eine Beziehung bedeutet ständiges daran arbeiten … Wobei das richtige miteinander reden mit das Wichtigste ist. Und damit meine ich nicht das reden über die Sonderangebote aus dem Supermarkt! Das „Entfremden“ beginnt in den Gesprächen zwischen den Partner und setzt sich beim Küssen fort. Wird es weniger, lässt auch der Sex nach. Mangelnder Sex macht uns auf Konflikte aufmerksam …

Wir Frauen sind diejenigen die Beziehungen retten möchten (natürlich gibt es auch immer Ausnahmen), bringen all die Bemühungen nichts, solltest du dein weiteres Leben nicht mit Traurigkeit und Einsamkeit verbringen! DU hast etwas besseres verdient. 🙂

Hier ist jetzt wieder der Moment der mir sagt: „Toll – und? Du meinst das hilft jetzt jemandem da draussen?“ Wenn ich nicht so genau wüsste, wie es Frauen geht die in solchen Situation stecken, könnte ich solche Zeilen gar nicht schreiben … Und insgeheim möchte ich gerne „Denkanstösse“ dazu geben. Und noch lieber mich mit DIR darüber unterhalten.

Wenn du dich in den gelesenen Zeilen wiedergefunden hast, dann lass mir DEINE Meinung da – ich freu mich sie mit DIR durchzugehen!

XOXO Sandra FrauenPunk

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4 Kommentare
  1. Uwe Hampel
    Uwe Hampel sagte:

    Der erste Schritt, um eine Beziehung retten zu können, ist die Bewusstmachung der eigenen Bedürfnisse. Denn nur, wenn Sie diese auch selbst kennen und es Ihnen gelingt, sie in Worte zu fassen, kann Ihr Partner darauf eingehen.

    Antworten
    • Sandra
      Sandra sagte:

      Hallo Uwe!
      Erstmal freut es mich mal einen männlichen Kommentar zu erhalten! 🙂
      Ich gebe dir natürlich vollkommen recht. Nur sehr oft stellen wir unsere
      Bedürfnisse hinten an – die der „anderen“ sind uns oftmals wichtiger.
      Leider liegt darin schon das erste Problem. Es funktioniert eine Zeit lang,
      aber längerfristig wird es zu einer tickenden Zeitbombe.

      Und wie du so schön sagst: die Kommunikation sollte stimmen. Nix sagen, alles
      hinnehmen und sich dabei ärgern ist ein Nährboden für Streit und unglücklich
      sein. Beziehung bedeutet immer „Arbeit“. Arbeit kann aber auch etwas sehr schönes
      sein >zwinker Antworten

  2. Yvonne Schabl
    Yvonne Schabl sagte:

    Hallo Sandra, bin ganz zufällig auf Deiner Webseite gelandet. Ich stehe vor dem Scherbenhaufen meiner 20 Jährigen Ehe. Obwohl ich es schon lange wusste das unsere Ehe am Ende ist, hat mein Mann den ersten Schritt gemacht und sich von mir getrennt. Ich stehe vor dem zweiten Schritt und habe sehr große Angst davor. Aber deine Seite hat mich etwas beruhig und wenig Mut gegeben, vielen Dank dafür. Ich werde mir dein Buch besorgen, ich denke es wird für mich große Hilfe sein.

    Antworten
    • Sandra
      Sandra sagte:

      Guten Abend Yvonne,

      es tut mir immer wieder aufs Neue weh, wenn ich solche Zeilen lese! 20 Jahre eine sehr lange Zeit, das tut mir sehr leid für dich!

      Ich kenne dieses Gefühl ja nur all zu gut. Es gibt keine Garantie für eine Beziehung, Menschen entwickeln sich … manchmal auch in eine Richtung, die dem anderen nicht gefällt. Und trotzdem – wir versuchen zu glätten, zu ordnen und zu schlichten ohne Hoffnung … nur noch Schweigen. Ein Zusammenleben das nur noch, wenn überhaupt, aus leeren Versprechungen besteht!

      Es wäre in Wahrheit an der Zeit zu verändern was ist. Wir wissen es … aber die Angst davor alleine dazustehen, das Gerede von Bekannten und sehr oft auch der finanzielle Aspekt, spielen dabei eine große Rolle!

      Ich war beinahe fünfzig, ein Alter in dem man meint „alles gut und richtig“ gemacht zu haben. Das
      Leben war da jedoch anderer Meinung. 😀

      Liebe Yvonne, auch wenn für dich jetzt der Schmerz und vor allem deine Angst im Vordergrund stehen … ich kann dir versichern, DAS geht vorbei und wäre auch sehr seltsam wenn von all den Gefühlen nichts hoch kommen würde. Sieh es als zweite Chance in deinem Leben und sei dankbar dafür dass dein Partner den ersten Schritt getan hat … den ersten Schritt in ein zufriedenes glücklicheres Leben für DICH! Es ist nie zu spät für eine gravierende Veränderung in unserem Leben, auch privat!

      Ich gebe dir einen sehr guten Rat: gib dir die Zeit aber vor allem gib deiner Angst die in Wahrheit völlig unbegründet ist, die Chance dich eine Zeit zu begleiten, nicht davon beherrschen lassen nur begleiten. 🙂 Du wirst sehen, sie wird sich sehr bald in wahre Stärke verwandeln und dir dabei helfen einer neuen, schönen Zeit entgegen zu gehen!

      Ich persönlich schenkte mir viel Zeit … viel Zeit die sich gelohnt hat. Ich darf heute sagen wieder sehr glücklich zu sein, diesem Glück wäre ich ohne den Schmerz zuvor, niemals begegnet und dafür bin ich heute sehr dankbar!

      Yvonne, ich wünsche dir alles Gute und die richtigen Menschen um dich, die du jetzt brauchst!

      Alles Liebe Xo Sandra

      Antworten

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