YOGA – MEDITATIONSKISSEN & RÄUCHERSTÄBCHEN …
Ich meditiere.
Ich mag Räucherstäbchen, Kerzen, schöne Rituale und alles, was dabei hilft, für eine Weile ein bisschen ruhiger zu werden.
Nur scheint RUHE und ENTSPANNUNG inzwischen ziemlich viel Zubehör zu brauchen. 🙂
Da gibt es Yogamatten. Meditationskissen. Bolster. Decken. Augenkissen. Klangschalen. Räucherwerk. Ätherische Öle. Mala-Ketten. Journaling-Bücher. Trinkflaschen und weiß nicht was sonst.
Ach ja … natürlich die passende Kleidung!
Denn einfach in der alten Jogginghose auf dem Wohnzimmerboden sitzen und atmen?
NÖ.
Fast ein wenig gewagt! 🙂
Wenn ich mir die Bilder rund um Yoga und Meditation so ansehe, beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass man inzwischen auch optisch ein gewisses Maß an Meditationswürdigkeit mitbringen sollte.
Die Yogahose sitzt hoffentlich richtig.
Die Matte passt farblich zum Oberteil.
Im Hintergrund steht eine hübsche Kerze.
Daneben die stylische Trinkflasche.
Klangschale – auch wichtig!
Das Licht ist warm?
Und selbstverständlich liegt niemand zwischen Wäscheständer und Staubsauger und versucht, seinen inneren Frieden zu finden.
Ich übertreibe. Ein wenig. 🙂
Denn natürlich braucht man all das nicht. Trotzdem funktioniert es erstaunlich gut.
Man beginnt mit: „Ich möchte meditieren.“
Und irgendwann landet man bei: „Dafür könnte ich eigentlich noch …“
(Ich bin da keine Ausnahme!)
Mein Meditationskissen hat erst kürzlich Gesellschaft bekommen.
Ein Yoga-Bolster. Gut für viel! 🙂
Und JA, ich mag das Ding.
Genau darum gehts.
Nicht darum, sich nichts Schönes mehr zu kaufen. Nicht darum, Yoga plötzlich auf dem nackten Küchenboden praktizieren zu müssen, um es richtig zu machen.
Sondern um etwas anderes.
Ich finde es faszinierend, wie wir es geschafft haben, selbst aus Dingen, bei denen es ursprünglich um weniger geht, ein ziemlich beachtliches Mehr zu machen!
Mehr Ruhe. Mehr Achtsamkeit. Weniger Ablenkung. Weniger Außen. Mehr bei uns selbst sein.
Und rundherum wächst ein Markt, der uns ziemlich überzeugend erklärt, was wir dafür noch alles gebrauchen könnten.
Eigentlich genial verrückt.
Wir kaufen Dinge, um uns dabei zu helfen, weniger Dinge zu brauchen.
Das sich selbst RUHE so gut vermarkten lässt!
Achtsamkeit und Entschleunigung – das läuft besonders gut.
Ausgerechnet das Weniger gibt es heute in ziemlich vielen Ausführungen.
Ein Zeichen unserer Zeit, denke ich mal.
Für jedes Bedürfnis gibt es ein Produkt!
Und wenn es noch kein Bedürfnis gibt, findet sich bestimmt eines. 🙂
Dabei ist der Mensch, der auf einer alten zusammengerollten Decke sitzt, nicht weniger achtsam als jener auf dem handgefertigten Meditationskissen.
Und die Frau in der ausgewaschenen Jogginghose vermutlich genauso meditationswürdig wie die perfekt gestylte Dame auf Instagram. 🙂
Innere Ruhe braucht wirklich nicht besonders viel.
Nur MICH … DICH, UNS.
Ein wenig Zeit und
Ein bisschen Zeit und irgendeinen Platz zum Sitzen. Mehr nicht.
Mein Yogabolster behalte ich trotzdem.
Der ist nämlich wirklich sehr gemütlich. 🙂



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