Über den Moment, in dem du beschließt, dich selbst wichtiger zu nehmen.
Es gibt Themen, die einen erst dann wirklich erreichen, wenn man selbst mittendrin steht.
Grenzen zu setzen ist so eines. Es klingt in der Theorie immer nach Selbstachtung, Klarheit, Reife – bis du es tust.
Und plötzlich zeigt sich, wer dich wirklich respektiert und wer dich nur solange mochte, wie du gefällig warst.
Ich habe in der letzten Zeit viel über Grenzen nachgedacht. (Lieblingsthema zur Zeit) 🙂
Wie schwer sie manchmal fallen, sie zu ziehen.
Wie laut das Umfeld reagiert, wenn du endlich beginnst, dich selbst ernst zu nehmen.
Und wie befreiend es sich anfühlt, wenn du es trotzdem tust!
DENN:
Die einzigen Menschen, die es richtig aus der Bahn wirft, wenn du plötzlich Grenzen setzt, sind die, die jahrelang davon gelebt haben, dass du keine hattest. Und wenn wir mal die Wahrheit aussprechen: Viele von uns haben das Spiel verdammt lange mitgemacht – nicht aus Dummheit, sondern aus Abhängigkeit.
Nur ein Beispiel: Du hast es ertragen, weil die Kinder wichtiger waren. Weil das gemeinsame Dach über dem Kopf wichtiger schien als dein Stolz. Weil die Angst, alles zu verlieren, größer war als die Wut darüber, wie man dich behandelt hat. Also hast du die Faust in der Tasche gemacht, geschluckt, gelächelt – und dich innerlich Stück für Stück selbst verneint.
Und genau das haben sie gerochen. Menschen, die ausnutzen, haben eine feine Nase dafür. Sie wissen, dass du nicht gehst. Sie wissen, dass du aus Liebe oder Angst die Schnauze hältst. Also bedienen sie sich: an deiner Zeit, deiner Kraft, deinem Geld, deinem Körper, deinem Seelenfrieden. Wie im Selbstbedienungsladen – nur ohne Kasse!
Aber dann, irgendwann, reicht es. Du ziehst Grenzen. Und plötzlich drehen sie durch. Warum? Weil ihre „Gratis-Flatrate“ beendet ist. Weil ihr „All-You-Can-Eat-Buffet“ geschlossen wurde! Und weil der Punchingball nicht mehr stillsteht, sondern zurück knallt.
Und das Beste: Sie verkaufen deine neue Haltung als „egoistisch“, „übertrieben“ oder „verletzend“. Natürlich tun sie das – schließlich waren wir als Fußabtreter viel bequemer! Jetzt, wo du dich gerade machst, verlieren sie ihre Vorteile. Sie schreien nicht, weil du falsch bist. Sie schreien, weil sie ihre Spielwiese verlieren.
Und weißt du was? Das ist nicht dein Problem. Wer jahrelang von deiner Nachgiebigkeit gelebt hat, darf sich ruhig am eigenen Gift verschlucken, wenn du plötzlich Nein sagst.
Ja, du hast es lange mit dir machen lassen – vielleicht für deine Kinder, für die Familie, für die vermeintliche Sicherheit. Aber irgendwann merkt man: Dieses „Opfer“ war nichts anderes als die Eintrittskarte für andere, dich auszubeuten.
Grenzen sind kein Angriff. Grenzen sind deine verdammte Rückeroberung! Und wenn jemand daran erstickt, dann lass ihn ruhig würgen – das ist nur der Beweis, dass er nie dich wollte, sondern nur das, was er aus dir ziehen konnte.
Also, lass sie jammern, toben, beleidigt sein. Du warst zu lange der brave Gärtner, der in fremden Beeten Unkraut gezupft hat, während dein eigener Boden verdorrte. Jetzt pflanzt du für dich. Und wer das nicht aushält, darf gern „verhungern“.
Dieser Beitrag zeigt mir gerade selbst wieder einmal, welch wunderbar befreiendes Gefühl es sein kann, Lebenslagen, Ereignisse und Momente zu reflektieren.
Es ist nicht einfach solch Wahrheiten anzusprechen, zu erkennen und zu spüren. Aber sie schenken Klarheit UND eine gewisse Zufriedenheit, es geschafft zu haben. 🙂
Vielleicht habe ich heute für DICH gesprochen?
Danke, dass du da warst …



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