„Auch nach unserer „Lebensmitte“ bleibt genug Zeit, um sich neu zu sortieren.“
Es gab eine Zeit, in der ich dachte, gut leben bedeutet, möglichst viel zu schaffen – gesund essen, ausreichend schlafen, Sport machen, die richtigen Gedanken denken, das volle Programm eben. Ich war diszipliniert, informiert, motiviert. Aber auch müde davon. 🙂
Wahrscheinlich, weil das Leben kein Projekt ist, das man verbessern kann, sondern etwas, das man spüren muss!
Mit den Jahren hat sich so einiges verschoben.
Die Energie, die früher in höher, besser, weiter geflossen ist, sucht heute nach Ruhe und etwas mehr Langsamkeit.
Nicht zu verwechseln mit Stillstand, sondern nach einem Tempo, das mir gefällt und zu mir passt.
Nach einem Leben, das nach mir „schmeckt“ – nicht nach Vorgaben anderer.
Mir begegnen Menschen, die alles tracken, messen und optimieren – und ich frage mich manchmal, ob sie überhaupt noch für irgendetwas ein Gefühl empfinden.
Ich habe das auch gemacht, eine ganze Zeit lang, bis ich gemerkt habe, dass die beste Form von Selbstfürsorge darin liegt, überhaupt wieder mitzubekommen, was in mir los ist.
Ich glaube, in alten Weisheiten steckt mehr Wahrheit, als moderne Systeme je versprechen können!
Vielleicht reicht es manchmal schon, dem Körper zuzuhören, wenn er sich meldet, anstatt zu warten, bis er rebelliert!
Lange gut zu leben – das klingt wahnsinnig GROSS, ist aber im Grunde etwas sehr SCHLICHTES.
Es bedeutet, wach zu bleiben für das, was uns guttut.
Für Begegnungen, die nicht oberflächlich sind.
Für das Gefühl, am Abend mit sich im Reinen zu sein.
Und für all die kleinen Dinge, die sich irgendwann als das Große entpuppen.
Tatsächlich lerne ich immer noch. Jeden Tag ein wenig mehr.
Es ergibt sich einfach so.
Und das ist ein gutes Gefühl. 🙂
Lange gut zu leben heißt, dem Leben Platz zu lassen.
Für Wandel. Für Zweifel. Für Freude.
Für die Tage, die sich wunderbar leicht anfühlen, und für jene, die uns schwer im Magen liegen.
Es bedeutet, sich selbst zuzuhören, auch dann, wenn es unbequem wird.
Manches darf bleiben, anderes (muss) geht.
Und irgendwo dazwischen liegt das, was uns lebendig hält!
Gut zu leben bedeutet, offen zu bleiben für das Kleine, das uns berührt –
ein Blick, ein Gedanke, Momente, die wir lieben und nicht vergessen werden.
Vielleicht ist es genau das, was es ausmacht?
Mit offenen Augen durchs eigene Leben zu schlendern und jeden Tag somit ein Stück mehr bei sich anzukommen.
Schön, dass du da warst.
Ich wünsche dir eine lebendige Zeit, bis bald!



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