Hast du Lust, mit mir mal eine Runde zu drehen?
Darf ich dich auf einen Cappuccino oder einen Aperitivo einladen?
Komm, setz dich zu mir. Von hier aus haben wir den perfekten Blick aufs Meer, auf die Strandpromenade und auf all die kleinen und großen Geschichten, die das Leben täglich kostenlos aufführt. 🙂
DA SIND SIE …
Menschen, die mit der Sonne einen persönlichen Wettkampf austragen. Urlauber, die zwar das Meer vor der Nase haben, aber lieber auf ihr Handy schauen. Hunde, die eindeutig die vernünftigeren Entscheidungen treffen als ihre Besitzer. Und Begegnungen, bei denen man nicht weiß, ob man lachen, den Kopf schütteln oder beides gleichzeitig tun soll.
ALSO LEHNEN WIR UNS ZURÜCK …
Das Menschenkino beginnt.
Wer glaubt, Urlaub sei langweilig, hat noch nie mehrere Stunden lang auf eine Strandpromenade geschaut.
Ich sitze hier gerne mit meinem Cappuccino, das Meer glitzert vor sich hin, die Sonne meint es wie immer etwas zu gut, und die Welt liefert mir kostenlos ein Unterhaltungsprogramm, für das Netflix mittlerweile vermutlich ein Monatsabo verlangen würde. 🙂
Es ist erstaunlich, was man alles beobachtet, wenn man einfach nur sitzt und schaut.
Da wären zum Beispiel die Sonnenliebhaber. Jene tapferen Menschen, die offensichtlich beschlossen haben, innerhalb einer einzigen Urlaubswoche sämtliche Hauttöne zwischen „leicht gebräunt“ und „gut durchgegarter Hummer“ durchzuprobieren. Ich bewundere diesen Ehrgeiz. Wirklich. Während ich mich bereits nach wenigen Minuten auf die Suche nach Schatten begebe, liegen andere stundenlang in der Mittagssonne, als hätten sie einen persönlichen Vertrag mit ihr abgeschlossen.
Vielleicht verstehe ich das einfach nicht (mehr). Inzwischen bin ich zu sehr Team Sonnenschirm. Und ich habe gelernt, dass Haut irgendwann ein erstaunlich gutes Gedächtnis entwickelt!
Dann gibt es die Menschen, die mit ihren Handys am Strand sitzen. Nicht kurz. Nicht gelegentlich. Dauerhaft! Vor ihnen liegt das Meer. Dieses wunderschöne, glitzernde Meer, für das sie viele Kilometer reisen. Alles egal – der Bildschirm wird fokussiert, der Partner ignoriert.
Manchmal frage ich mich, ob wir irgendwann an einem Punkt ankommen, an dem jemand direkt vor einem Sonnenuntergang sitzt und dabei Videos von Sonnenuntergängen anschaut. Möglich scheint inzwischen alles. 🙂
Besonders beeindruckend finde ich auch jene Urlauber, die ihr Benehmen offenbar daheim vergessen haben. Handtücher werden zu territorialen Markierungen. Lautstärke ersetzt Gesprächskultur. Und Rücksichtnahme scheint gelegentlich gemeinsam mit den Winterjacken im Schrank zurückgeblieben zu sein. Scheint alles „normal“ zu sein.
Aber gut. URLAUB zeigt bekanntlich den wahren Charakter. Oder zumindest Teile davon.
Von diesem Platz aus kann ich außerdem direkt zum Doggy Beach hinübersehen. Und dort endet mein Schmunzeln sehr schnell.
Nicht wegen der Hunde. Die machen alles richtig. Sie freuen sich, spielen, buddeln, schwimmen und leben ihr bestes Hundeleben.
Was mich beschäftigt, sind ihre Menschen. Viele davon!
Wenn bei Temperaturen, die selbst mir den Schweiß auf die Stirn treiben, Hunde über aufgeheizten Sand oder Asphalt laufen müssen, frage ich mich manchmal, ob ein Hundeführerschein gar keine schlechte Idee wäre!
Zum Beispiel:
„Würden Sie selbst barfuß über diesen Boden gehen?“ Würden sie bei 40 Grad endlose Ballspiele machen wollen?
„Würden sie lieber in der prallen Sonne oder im Schatten liegen?“
Ich weiß, ich bin da empfindlich. Aber Hunde können ihren Menschen nun einmal nicht sagen, dass ihre Pfoten gerade gefühlt auf einer Herdplatte unterwegs sind. Durst haben und sich lieber einen Schattenplatz wünschen würden! Da schlägt mein Tierherz einfach dreimal so schnell, wenn ich all das sehe. 🙁
Ansonsten genieße ich diese italienischen Sommertage sehr. Zwischen Cappuccino und Aperitivo, zwischen Meeresrauschen und Menschenkino, zwischen Gelato und Sonnenuntergang.
Denn eines muss man den Menschen hier lassen:
Es wird hier nie langweilig!
Man braucht keinen Freizeitpark. Kein Fernsehen. Kein Abendprogramm.
Ein Tisch am Meer genügt völlig!
Den Rest erledigt die Menschheit ganz von allein! 🙂
Und während ich diese Zeilen schreibe, läuft gerade ein Mann in Badeschlapfen, Socken, Strohhut und knallroter Badehose an mir vorbei und fragt:
„Ist hier noch frei?“
Ich nehme noch einen Schluck Cappuccino, lehne mich zurück und denke mir: “ Che spettacolo …“
Manche Tage schreiben sich wirklich von ganz alleine … 🙂
Schön, dass du mir Gesellschaft geleistet hast!



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