Der Zauber des ersten Mals

Inspiration, Persönliches

Es gibt Dinge, die verlieren ihren Zauber nie. Der Duft eines frisch gebackenen Kuchens. Das erste Bad im Meer nach einem langen Winter.
Das Kribbeln vor einer Reise. Und dieses besondere Gefühl, wenn man etwas zum allerersten Mal macht.
Egal, wie alt wir sind – in diesen Momenten wird etwas in uns wach. Eine Neugier. Eine Lebendigkeit. Eine Vorfreude, die im Alltag oft viel zu wenig Platz bekommt.

Eine einfache Frage. Und doch eine, die erstaunlich viel in Bewegung bringen kann …

Als Kinder leben wir fast ausschließlich von Premieren. Alles ist neu. Alles will entdeckt werden. Der erste Schultag, die erste Freundschaft, die erste große Liebe, die erste Reise ohne Eltern, die erste eigene Wohnung. Ständig betreten wir unbekanntes Terrain. Vielleicht erinnern wir uns deshalb so gut an diese Jahre. Sie waren voller erster Male.

Mit zunehmendem Alter verändert sich das. Wir finden unsere Lieblingsorte, unsere Gewohnheiten, unsere Abläufe. Wir kaufen oft dieselben Dinge, fahren dieselben Wege, treffen dieselben Menschen und verbringen unsere Tage in vertrauten Mustern. Daran ist überhaupt nichts falsch. Vertrautheit schenkt Sicherheit, Ruhe und Stabilität. Gleichzeitig frage ich mich aber, ob genau dort auch etwas verloren gehen kann?

Nämlich dieses Kribbeln.
Diese Neugier.
Dieses Gefühl, nicht genau zu wissen, was passieren wird.

Sind es nicht genau diese Momente, die uns das Gefühl geben, lebendig zu sein?
Ich glaube nämlich nicht, dass das Älterwerden der Grund ist, warum viele Menschen irgendwann das Gefühl haben, die Zeit würde rasen. Vielleicht fehlen einfach die besonderen Markierungen. Die Momente, die herausstechen. Die Tage, an denen wir etwas erleben, das wir noch nie erlebt haben.

Unser Gehirn liebt Neues. Es wird aufmerksam, wach und neugierig. Plötzlich nehmen wir Dinge wieder bewusster wahr. Ein neuer Ort. Ein neues Hobby. Ein Gespräch mit einem Menschen, den wir sonst nie angesprochen hätten. Eine Idee, die wir lange vor uns hergeschoben haben. Es müssen keine weltbewegenden Veränderungen sein. Oft sind es die kleinen Premieren, die den größten Zauber entfalten. 🙂

Zum ersten Mal allein verreisen.
Zum ersten Mal einen Kurs besuchen.
Zum ersten Mal ein Buch schreiben.
Zum ersten Mal eine Lesung halten.
Zum ersten Mal den Mut haben, etwas auszusprechen, das schon lange darauf wartet, GESAGT zu werden. i

Wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, dann waren die schönsten Erinnerungen genau solche Momente. Nicht unbedingt die perfekten.  Auch nicht die erfolgreichsten. Sondern die, bei denen ich etwas gewagt habe. Die, bei denen ich nicht wusste, wie es ausgehen würde. Die, bei denen ich ein wenig Herzklopfen hatte. 🙂

Wahrscheinlich liebe ich deshalb das Wort „NEU“ so sehr!

In diesem kleinen Wort steckt Hoffnung. Möglichkeit. Bewegung. Es erinnert uns daran, dass noch nicht alles erlebt, gesehen oder entdeckt wurde. Dass selbst mit sechzig, siebzig oder achtzig Jahren noch erste Male auf uns warten können.
Manchmal höre ich Menschen sagen: „Dafür bin ich zu alt.“ (Ich selbst höre mich das auch manchmal sagen.)
Und jedes Mal denke ich: Wirklich?
Seit wann gibt es ein Ablaufdatum für Neugier?
Seit wann dürfen wir keine Anfänger mehr sein?
Seit wann ist es verboten, sich überraschen zu lassen?

Ich bin mir sehr sicher: Wir halten uns viel öfter selbst klein, als das Leben es jemals tun würde!
Dabei wartet hinter vielen Türen etwas, das wir noch gar nicht kennen. Nicht alles wird uns begeistern. Nicht jede Premiere wird ein Erfolg. Doch auch das gehört dazu. Wer Neues einlädt, lädt automatisch immer auch das Ungewisse mit ein.

Und genau das ist das Schöne daran.
Denn ein Leben voller Gewohnheiten mag ja sicher sein. Ein Leben mit gelegentlichen ersten Malen bleibt jedoch lebendig!

Es ist eines der schönsten Geschenke, die wir uns selbst machen können: dem Alltag gelegentlich eine kleine Premiere zu schenken. Nicht, um jünger zu wirken. Nicht, um uns zu beweisen, wie mutig wir sind. Sondern um uns daran zu erinnern, dass wir noch immer wachsen, staunen und entdecken dürfen.

Denn alt werden ist unvermeidbar.
Aufhören, neugierig zu sein, nicht.

In diesem Sinne wünsche ich dir viele Premieren in nächster Zukunft!

Xo Sandra

Jetzt bist Du gefragt!

Hast Du Anregungen, Ergänzungen oder weitere Tipps für mich und andere Leserinnen? Dann freue ich mich auf Deinen Kommentar.

Ich möchte mit FrauenPunk viele Frauen erreichen und freue mich wenn Du diesen Artikel teilst und weiterempfiehlst. Ich bin Dir für jede Unterstützung dankbar!

Teile diesen Artikel mit Deinen Freundinnen …

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert