… UND AUF EINMAL DENKT „FRAU“ ÜBER VIELES ANDERS …
Vielleicht fragst du dich, warum ich in letzter Zeit viele, neue und „andere“ Fragen mit dir teile? Warum ich über manches länger nachdenke, Dinge anders betrachte und Gedanken auftauchen, die früher einfach keine große Rolle gespielt haben – über die ich auch selten geschrieben hab´?
Ganz genau kann ich es selbst nicht sagen.
Ich glaube, es hat damit zu tun, dass ich gerade mitten in einer neuen Phase meines Lebens stecke. Nicht in einer, die ich bewusst begonnen hätte. Ich habe auch nicht beschlossen, ab jetzt alles zu hinterfragen oder mein Leben neu zu sortieren!
Es verändert sich einfach etwas.
Manches verliert an Bedeutung, anderes bekommt plötzlich mehr davon. Mein Blick auf Menschen verändert sich nochmal eine Spur schärfer. Auf Beziehungen. Auf Zeit. Auf das, was mir wichtig ist – und auf vieles, das plötzlich gar nicht mehr so wichtig erscheint.
Und möglicherweise geht es dir ja auch so?
Kennst du dieses Gefühl, dass sich etwas im eigenen Denken verschiebt, ohne dass du genau sagen könntest, wann es angefangen hat?
Einer dieser Gedanken kommt mir immer wieder ins Gedächtnis:
Da ich schon mehr Jahre hinter als noch vor mir habe, denke ich über vieles total anders.
In jüngeren Jahren fühlt sich Zeit oft wie etwas an, das selbstverständlich vorhanden ist. Man verschiebt Dinge, hält Situationen endlos lange aus, macht sich Gedanken darüber, was andere denken, versucht Erwartungen zu erfüllen oder glaubt, für manches gäbe es irgendwann noch den richtigen Zeitpunkt!
Das macht man nicht bewusst. Unser öleben scheint einfach noch unglaublich weit vor uns zu liegen. 🙂
Irgendwann aber, verändert sich diese Wahrnehmung.
Nicht zwingend mit einem bestimmten Geburtstag oder von heute auf morgen. NEIN. Man begreift: Meine Zeit geht auch nicht endlos lange.
Und genau deswegen bekommt sie einen ganz anderen Wert für uns.
Das klingt vielleicht im ersten Moment ein wenig düster. Für mich ist es das überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil!
Diese Erkenntnis kann etwas ungeheuer Befreiendes haben. Plötzlich tauchen andere Fragen auf die ich mir stelle.
Will ich meine Zeit bis zum Schluß damit verbringen, mich über Menschen zu ärgern, die mir nicht gut tun … ohnehin nur „Mitläufer“ sind? Muss ich mich noch überall erklären? Warum sollte ich Situationen aushalten nur damit jemand anderes zufrieden mit mir ist? Was möchte ich eigentlich noch erleben?
Dabei wird eine Frage immer wichtiger: Wenn nicht jetzt – wann dann?
Kommt diese Einsicht automatisch?
Ich denke nicht.
Mehr Lebensjahre allein verändern nicht zwangsläufig unseren Blick! Man kann sehr lange an denselben Dingen festhalten, denselben Mustern folgen und immer wieder auf dieses berühmte „irgendwann“ vertrauen. Und ein anderer Mensch versteht möglicherweise viel früher, dass Zeit etwas Kostbares ist.
Das Leben schenkt uns Erfahrungen. Was diese Erfahrungen mit uns machen, ist etwas anderes.
Erfahrungen verändern unsere Maßstäbe. Verluste. Enttäuschungen. Liebe. Abschiede. Neuanfänge. Das Scheitern an Dingen, von denen wir überzeugt waren, sie müssten funktionieren. Und genauso all die schönen Überraschungen, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet haben!
Mit den Lebens-Jahren sammeln wir eben auch Beweise.
Beweise dafür, dass manches Drama tatsächlich vorbeigeht. Dass viele Leute im Leben kommen und gehen. Dass wir Fehler überleben. Dass nicht jede Meinung über uns wichtig ist. Dass wir uns noch so verbiegen können und trotzdem nicht von allen gemocht werden.
Und dann stellt man sich die durchaus berechtigte Frage:
Wozu eigentlich der ganze Aufwand?
Das Verhältnis zu diesem kleinen Wort „später“ verändert sich. (Bei mir jedenfalls ist es so)
Später mache ich das. Später ändere ich etwas.
Später fahre ich dorthin. Später sage ich, was ich denke.
Später kümmere ich mich darum, was ich eigentlich möchte.
Lange klang „später“ beinahe grenzenlos oder? Bis man versteht, dass es für manches nicht unendlich viele Später gibt.
Und genau darin liegt für mich inzwischen etwas sehr Schönes.
Nicht der Gedanke: Ich habe mehr Jahre hinter mir als vor mir – wie traurig.
SONDERN: Ich habe mehr Jahre hinter mir als vor mir – und vielleicht weiß ich gerade deshalb immer MEHR & besser, wie ich die vor mir liegenden Jahre verbringen möchte.
Ob diese neue Phase einen Namen braucht, weiß ich nicht. Eigentlich ist es mir auch gar nicht wichtig.
Ich merke nur, dass ich anders hinschaue. Anders abwäge. Weniger Zeit an Dinge verlieren möchte, die mir nichts geben, und viel bewusster darüber nachdenke, womit und mit wem ich die Zeit verbringen möchte, die vor mir liegt.
Es entstehen deshalb gerade ganz viele Fragen in meinem Kopf und es wird auch bestimmt mit Veränderung „Hand in Hand“ gehen.
Aber wie ich immer sage – unser Leben zeigt gerne neue Facetten an denen wir lernen dürfen. 🙂
Wie sieht dein Plan aus für „später“?



0 Kommentare