Angst vor dem alleine sein

Alleinsein. Ein Wort das bei jeder Menge Menschen schon die schlimmsten Emotionen auslösen kann. Du, ich, wir alle haben Ängste … manche davon sind offensichtlich, andere wiederum können wir gut geheim halten. Die Ängste die wir so gut verstecken können und die uns vielleicht auch gar nicht so bewusst sind, sind die die uns manipulieren. Sie leiten unser Handeln, unser Denken und unsere Entscheidungen ohne es zu bemerken.

Alleinsein … was löst es in dir aus?

Versuch es doch mal selbst. Sag dir dieses Wort einige Male immer wieder bewusst vor. Welche Reaktionen und Emotionen löst es in dir aus? Was fühlst du dabei? DU bist, DU wirst jetzt allein sein … Ich darf dir schon sagen, dass mir dieses Wort sehr lange Angst machte! Ein unangenehmer Widerstand war immer auf Knopfdruck da, ging es um dieses Thema, um das „alleine sein“. Darüber nachdenken wollte ich nie. Für mich war immer klar: Allein sein – das wollte ich auf keinem Fall! Eine Frage an dich: Verbindest du „alleine sein“ mit negativen Gefühlen?

Ich kenne viele Frauen die erst zum alleine sein verdonnert wurden, als sie ihre Kücken aus den Nestern hatte. Das Gröbste war vorbei, die Kinder groß, selbständig und aus dem Haus … die selbe Vorlage nahm sich auch der Partner zu Herzen. Welche Gründe auch immer dahinter steckten, sind nicht relevant. Fakt ist … das plötzliche alleine sein, das machte vielen zu schaffen. Vorher war die Bude voll, immer war was los und ständig brauchte jemand etwas. Die Zeit für Gemeinsamkeiten  war immer knapp oder auch zu anstrengend für den/die ein oder anderen. Das Gefühl von allein gelassen und ausgedient … hatten viele von ihnen.

Ein Leben ohne Partner und ohne Familie – undenkbar

Ich dachte mir auch immer, dass eine Beziehung ein Fixpunkt sein muss in meinem Leben. Es viel mir einfach sehr schwer, Zeit nur mit mir alleine zu verbringen. Schon als Teenie sehnte ich mich nach diesem Gefühl von Zusammengehörigkeit, eine Familie für die ich da sein kann, einen Mann den ich ständig verwöhnen würde 🙂 … und umgekehrt. Tja, dass das Leben sehr oft andere Pläne mit uns hat, brauche ich ja nun nicht extra erwähnen. Die Singlephasen waren für mich der absolute Horror – immer! Ich hatte ständig das Gefühl nicht vollkommen und „ganz“ zu sein.

Frauen die nach 15, 20 Jahren Beziehung wieder alleine sind, leben natürlich nach dem Motto: „Klar, ich genieße jetzt mein Leben!“ Aber aus dem tiefsten Herzen kamen diese Worte von den wenigsten mit denen ich geredet hatte. Besonders die Wochenenden an denen alles mit Familie zu tun hat, wo es etwas ruhiger zu geht, wo Freunde ausgebucht und nicht verfügbar sind … das sind die schlimmsten Tage laut Aussagen derer.

Ich hatte noch vor 7 oder 8 Jahren Panik, für immer alleine zu sein, nicht mehr vermittelbar wie man so schön sagt. Eigenheiten häufen sich und die Vorstellung von einer richtigen Partnerschaft wurden auch immer klarer. Schwierig, würde ich heute meine Definition von all dem beschreiben. Ich war sehr lange der Meinung, dass dieses Panik, diese Angst verschwindet, wenn ich in einer festen Beziehung bin. Ein totaler Blödsinn, dass weiß ich heute.

Die Ängste werden mitgeschleppt, nur anders ausgelegt. Fragen wie: Was wenn es doch wieder schief geht? Wenn die Wünsche und Erwartungen nicht eintreten? Es wird immer so weiterlaufen. Solange wir uns nicht mit unseren Ängsten auseinandersetzten, werden diese die Oberhand in unserem Leben haben – ohne es zu merken! Sie werden veranlassen, dass wir Dinge tun von denen wir uns im Nachhinein nur noch wundern es getan zu haben.

Wie merkst du nun, dass du Angst davor hast alleine zu sein?

Viele Frauen können einfach nicht alleine sein bzw alleine leben. Alle Dinge die sie tun und denken haben nur einen Ursprung: Nämlich die Angst niemanden um sich zu haben. Es ist ihnen nicht mal bewusst und deshalb passiert es oft das diese Angst, dieses Gefühl, die Oberhand und die Kontrolle über ihr Leben, über ihre Gedanken und über ihr Handeln übernehmen. Vielleicht bist du ja gerade selber in solch einer Situation, wie sieht es da bei dir aus? Welche Dinge hast du geplant oder hast du vor zu tun weil du jetzt alleine bist? Kommst du klar mit dem Gedanken, dass ab jetzt alles anders ist. Beobachte dich und hinterfrage deine Handlungen.

  • was versuche ich mit meinem Verhalten zu erreichen oder zu verhindern?
  • was genau ist der Grund, was steckt dahinter?
  • ist eventuell doch die Angst vor dem alleine sein dahinter?
  • ist es ein Muster das immer wiederkehrt, ob in der Beziehung oder auch nach einer Trennung?
  • warum klammere ich mich so an jeden Partner?
  • und weshalb fühlt sich jede Single-Phase wie ein Weltuntergang an?

Lass alles Alte mal an dir vorbei ziehen und betrachte es mit Abstand. Schreibe dir zusammen was dir in deinen Beziehungsphasen und Single-Phasen nicht gefallen hat. Auch die Handlungen, die du nicht mehr erklären kannst warum du sie eigentlich getan hast und die dir heute nur mehr peinlich sind. Erinnere dich an deine Gefühle. Was löst was genau in dir aus und wie gehst du damit um, wenn du alleine bist? Geh der Sache nach … Nur so wirst du erfahren, ob Angst vor dem Alleinsein dahinter steckt.

Arbeite mit deinen Ängsten

Generell soll es so sein, dass du die, egal welche, Angst du in dir entdeckst, nicht verdrängst! Annehmen und nicht dagegen ankämpfen. Kämpfst du dagegen, wird sie nur noch schlimmer werden. Ich war auch so eine Kandidatin. Bloß den Sauerstoff nicht alleine einatmen … immer Menschen um mich gescharrt, so bemerkte ich meine Panik vor der Ruhe und der Einsamkeit nicht! Bis mir mal einige Leute sagten: Du kannst gar nicht alleine sein oder? Es war schwer zuzugeben und zu sagen, dass die Angst vor dem Alleinsein über einem steht. 🙁

Das Leben ist der beste Lehrmeister, und so passieren Dinge, die einen Weg vorgeben … ob du willst oder nicht. Ich ging einen Weg ohne „Publikum“ und Partner.  Er war in  Wahrheit ganz simpel ist und aus grade mal zwei Punkten besteht.

  • stelle dich dieser Angst
  • und nimm sie auch richtig wahr!

Jedesmal wenn dich dieses Gefühl der „Hilfe, ich  bin jetzt alleine“ überkommt, schalte mal auf STOP. Halte inne und verurteile dein Gefühl nicht. Frage dich: was mache ich jetzt damit? Lass ich es zu, dass mich diese Angst delegiert oder nicht? In den meisten Fällen haben wir viel schrecklichere Vorstellungen von unseren Ängsten, als sie in der Realität wirklich sind.

Einige Frauen die ich kenne, auch ich, haben sich vor einigen Jahren ganz bewusst dafür entschieden, eine Weile ohne Partner zu leben. Nicht mehr nach dem alten Muster zu leben und von einer Beziehung in die nächste zu springen, nur um  nicht alleine zu sein. Persönlich wollte ich wissen, wie sich meine Angst anfühlt wenn sie ans Tageslicht kommt und zur Wahrheit wird. Und ich kann sagen – ich war überrascht. Klar war es zu Beginn schwer, erst recht wenn sich wieder Gedanken einschleichen die dann so ausgesehen hatten: „Du bist aber schon ganz schön alt, du solltest mal etwas Gas geben … sonst bleibst du echt noch über!“ Ja, alles klar … Schmunzelt-Strategie ist dabei sehr hilfreich 🙂 … diese Gedanken einfach vorbeiziehen lassen. Lass dich auf dieses Experiment ein und du wirst sehen, diese Angst vor dem Alleinsein wird sich bald in Luft auflösen! 🙂 Ein Erfahrungswert, den nicht nur ich alleine hatte. <3

Fazit

Alleinsein zu können, ist ein wichtiger Grundstein dafür dein Leben gut zu meistern. Ein Unabhängigkeitsgefühl das wahnsinnig wertvoll für uns ist! Menschen die Alleinsein können, werden leider sehr häufig mit „einsam“ in Verbindung gebracht. Eine Schlussfolgerung die nicht richtig ist. Wenn du in der Lage bist alleine zu sein, alleine zu leben, wird es für dich auch kein Problem sein in einem Lokal um einen Einzeltisch zu bitten und dabei die Gesichtsfarbe zu wechseln … oder alleine ins Kino zu gehen. Einfach die Dinge tun auf die du gerade Lust hast.

Wenn du dein Leben und vor allem deine Zufriedenheit und dein Glück nicht von anderen abhängig machst, wirst du garantiert ein glücklicherer Mensch sein! Du wirst ausserdem dein Selbstbewusstsein aus dem Alleinsein schöpfen … und das ist unbezahlbar! Und wenn du soweit bist und das gelernt hast … wird unerwartet jemand an deine Tür klopfen und zu dir sagen: „Ich würde dich sehr gerne kennenlernen“ 🙂 Ein weiterer Erfahrungswert für den ich sehr dankbar bin >zwinker<

Hast DU Erfahrung mit diesem Thema? Hilfreiche Anregungen um schneller und besser mit dem Alleinsein umzugehen? Dann schreibe mir doch, ich freu mich. Eine schöne Zeit und sei gut zu dir.

XOXO Sandra FrauenPunk

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