Auf einmal sind wir dankbar
Lesezeit: 4 Minuten

Bei jeder Frau verändert sich etwas mit dem Älterwerden. Einigen wird bewusst, dass sie genug Geld verdient haben und bald nicht mehr arbeiten oder zumindest nicht mehr so viel arbeiten müssen. Bei anderen wird eine überstandene Krankheit zu einem Auslöser um neue Wege zu gehen. Und so einige finden ihren „Traummann“. Jeder Mensch entwickelt mit dem Älterwerden seine eigene Perspektive, es wird noch einmal fest an den Werten und Vorstellungen gerüttelt, bis man sich dankbar (sehr dankbar), zurücklehnen kann.

Erst vor kurzem saß ich auf unserer Trasse, vor mir ein kaltes Glas Spritz Bianco. Es war ein sehr warmer und schöner Abend. Und auf einmal dachte ich: Alles ist bestens, alles fühlt sich gut und richtig an, ich bin dankbar.

Ich glaube, dass Alter spielt eine große Rolle

Nicht das ich mit 30, 40 Jahren nicht auch für vieles dankbar war. Aber das Gefühl war ein anderes! In den letzten Jahren – so ab meinem Fünfzigsten, habe ich angefangen anders zu denken. Man hat schon so viel erlebt und lässt das Erlebte an sich vorbeiziehen. Jedenfalls war das bei mir so. Und ich stelle fest, dass ganz viele Dinge im Lauf der Jahre eine außergewöhnliche Richtung eingeschlagen haben. Ich habe enorm viel verändert. Ich habe mehr Tiefschläge eingesteckt als schöne Momente.

Und trotzdem, oder genau deswegen … in diesem Moment auf der Terrasse mit meinem kalten Glas Spritz in der Hand, kam ein wirklich schönes Gefühl in mir hoch. Nämlich ehrliche DANKBARKEIT! Ich war dankbar für alles Mögliche, das ich bisher als Selbstverständlich hingenommen habe:

  • Ich bin halbwegs gesund und habe den schwersten Teil meiner Krankheit gut im Griff (war ein langer Prozess).
  • Ich kann mich selbst versorgen (das war nicht immer so).
  • Ich habe ausreichend zu essen und zu trinken (auch das war lange Zeit nicht so).
  • Ich habe das Glück seit bald fünf Jahren mit demselben Mann glücklich zu sein, der ganz nebenbei auch noch so viele Eigenschaften in sich trägt, die ich mir immer gewünscht habe! ›lach‹
  • Ich habe zwei tolle Kinder, die beide ihren Weg gehen und ordentlich im Leben stehen. <3
  • Ich darf da leben, wo andere Urlaub machen (ein Wunsch den ich schon als Kind geträumt habe).
  • Ich darf ein nettes und ehrliches Umfeld genießen (nicht selbstverständlich).
  • Ich befinde mich in der privilegierten Situation, einer Arbeit nachzugehen, die mir Spaß macht (habe ich sehr lange vermisst).
  • Ich kann mir eine regelmäßige Pediküre bei der Kosmetikerin leisten (wenn ich will). ›lach‹
  • Ich bin nicht nur „gewaschen“, sondern auch im REINEN mit mir selbst! (dass ich das mal sagen kann … unvorstellbar).
  • Und, ICH bin wirklich DANKBAR!

Gewiss, gewiss … der Mensch strebt stets nach mehr, so sagt man jedenfalls und es könnte ALLES noch besser sein. Komischerweise, trifft das bei mir aber nicht zu. Ich  bin tatsächlich zufrieden. Eine tiefe Zufriedenheit zu spüren ist etwas ganz besonderes … so wie neulich eben auf der Terrasse mit meinem kalten Glas Spritz in der Hand. :D

Ist es nicht schön angekommen zu sein?

Ist es nicht herrlich mit fortgeschrittenen Alter halbwegs angekommen zu sein? Wir müssen nicht mehr alles erreichen. Wir müssen auch nicht noch mehr haben! Ich rede da jetzt von mir, aber ich glaube anderen, geht es genauso. Wer ständig nach noch MEHR hechelt, kann doch das Vorhandene gar nicht schätzen!

Was nützt mir denn der geilste Sportwagen (nicht das ich einen hätte), wenn ich schon bald eine neues „Objekt“ im Visier habe. Wie viel kostbare Lebenszeit geht einem da verloren … seien wir zufrieden mit dem, was wir haben. Versuchen wir doch, dass Schönste daraus zu „bauen“.

Vergessen wir mal die ganzen Magazine, Medien und Plattformen, seien wir einzig und alleine bei uns! Mit dieser inneren Befreiung gehen wir dann durch unsere Wohnung, schauen uns Bilder und Fotos an. Freuen uns dabei auf den nächsten Urlaub, auf den Herbst und Winter (möge aber der Sommer noch ganz lange dauern <3), betrachten wir unsere Pflanzen auf Balkonien und genießen einfach die warmen Sommertage und Nächte … so wie ich mit meinem kalten Glas in der Hand. :-)

Es braucht wirklich nur wenig um zufrieden zu sein!

Manchmal kann ich nur den Kopf schütteln über Frauen, die so rein gar nix genießen können und immer schlecht gelaunt und missmutig durch ihr Leben rennen. Das fällt mir hier in meiner Wahlheimat ganz stark auf. Grantige Damen, die in Wirklichkeit alles haben, so in etwa wie: MEIN Haus, MEIN schöner Mann, MEIN Auto, MEIN Boot … und so weiter.

Ein ganz klares Beispiel wieder, dass materielle Dinge nicht zum Glücklichsein ausreichen! Da hilft auch kein nettes Wort oder ein tägliches freundliches Lächeln oder ein Kompliment. Nix. Frau bleibt grantig und unzufrieden. Und ich lasse diese Frauen in ihrer Welt zurück, schließlich kann ich mich nicht um alle kümmern. Ich finde es nur sehr schade. :-(

Das Gute am Älterwerden ist auch die Tatsache, dass man mehr und mehr Menschen durchschaut. Und wenn das nicht funktioniert, wird man zumindest vorsichtig. Denn die Energieräuber und Muffeltanten zerstören die eigene Dankbarkeit!

Dankbarkeit macht glücklich und zufrieden

Wie schon geschrieben, die Dankbarkeit ist erst mit den letzten Jahren zu mir gekommen. Vorher war ich es auch aber eben anders. Mir ist klar geworden wie wichtig diese Dankbarkeit ist und vor allem – wie gut sie tut! Vielleicht hat es damit zu tun, dass mir bewusster wurde, dass das Leben nicht endlos ist.

Das die Gesundheit wichtiger ist als ein fettes Bankkonto. Das eine gute Beziehung etwas sehr Wertvolles sein kann und das ein Leben mit sich alleine genauso lebenswert sein kann, als in einer Beziehung! Lieben und schätzen wir das Leben und nicht die Dinge.

„Dinge“ schenken uns nur kurz eine Zufriedenheit, wenn überhaupt. Sie können verloren gehen, kaputt werden. Die schönen Momente, die wir uns schaffen, werden niemals verloren gehen oder auseinanderfallen. Sie bleiben bis zum Schluss.

Die meisten Menschen machen sich selbst durch übertriebene Erwartungen an das Schicksal unzufrieden.

W. v. Humbold

In diesem Sinne lasst uns dankbar sein. Und vielleicht denkst Du in einem ruhigen Moment, alleine auf Deiner Terrasse, mit einem Glas Wein in der Hand, an meine Worte und Gedanken :D

Genieße das Leben, …

Xo Sandra

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