Die Ängste in unseren Beziehungen
Lesezeit: 4 Minuten

„Ich liebe dich … und das macht mir Angst.“ Hast Du solche Gedanken schon mal erlebt? Ich glaube wir alle, ganz besonders wir Frauen, neigen dazu uns darüber sehr viele Gedanken zu machen. Die LIEBE ist ein Krisenbereich, auch wenn sie noch so schön sein kann! Manche Menschen haben einfach das Glück  oder ein gutes Karma. Sie haben die Liebe auf den ersten Blick, den richtigen Partner und ein Vorzeigeleben, das sie ohne Krisen beständig und glücklich leben.

Dazu gehöre ich nicht. Sagen wir so, bis vor ein paar Jahren jedenfalls. Mein Karma hat sich viel zu viele Pausen genommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Liebe dich zwar auf Wolke 7 verfrachten kann, es aber eine verdammt harte Landung aus solcher Höhe ist, wenn alles zu Bruch geht. Seit ich diese Erfahrungen gesammelt habe, habe ich dieses Thema immer mit Angst in der Tasche behandelt. Im Laufe der Zeit, durfte ich ganz viele Menschen kennenlernen, denen das Thema Liebe und was so alles dazugehört, alles andere als leicht fällt. Und darüber schreibe ich heute. :D

Ich liebe dich, und das macht mir Angst

„Ich liebe dich“ zu sagen, ist mir niemals leicht über meine Lippen gekommen. Wahrscheinlich hängt es mit meiner Kindheit und den Folgejahren zusammen. Liebe war für mich nur etwas das ich aus Bücher oder dem Fernsehen kannte. Ich hatte kein Gefühl dazu. Irgendwann aber ist es dann so weit. Die erste Verliebtheit, die erste längere Beziehung, eine richtige Partnerschaft und besten Fall eine Heirat. Der Grundstock dafür sollte echte ehrliche Liebe sein.

Ich hatte dieses tiefe Gefühl nicht sehr oft. Wenn es aber dann vorhanden war, stieg gleichzeitig die Angst in mir hoch.

„Ich habe manchmal das Gefühl, er sieht mich ganz anders an als früher. Wo ist sein verliebter Blick geblieben?“ Ich vermisse das!“ Wir waren doch mal eine Einheit, wir gegen die Welt … ohne Kompromisse. Heute habe ich das Gefühl, dass wir nicht mehr so selbstverständlich sind.“ Ich liebe diesen Menschen so sehr, und genau das macht mir Angst! Ich habe Angst, dass er mich nicht mehr so liebt, wie es einmal war. Vielleicht bin ich zur Gewohnheit geworden, wie der Kaffee am Morgen?“

Ich weiß nicht mehr, wie viele solche Gespräche und Gedanken ich mit Frauen geteilt habe! Ich verstand sie nur zu gut. Danach musste ich immer an diese Angst, die Liebe in einem auslösen kann, denken. Eine sehr eigenartige Vorstellung, wenn man bedenkt, welche Gutes sie auch mit sich bringt!

Es ist nun mal Fakt. Wer liebt und geliebt wird, bekommt nicht nur viel geschenkt, sondern er hat auch verdammt viel zu verlieren. Einen Herzmenschen. Ein gemeinsames Leben, das man aufgebaut hat. Richtige Nähe zulassen braucht einfach verdammt viel Mut, weil wir alle wissen, dass aus dieser Nähe eine große Einsamkeit werden kann, wenn derjenige wieder verschwindet.

Es ist eine Einsamkeit, von der wir nie gewusst hätten, die wir nie gespürt hätten, wäre uns dieser Mensch nie begegnet. Liebe ist wunderschön, sie kann aber sehr viel abverlangen. Aber was macht am meisten Angst?

Die größten Ängste …

Es sind nicht die Seitensprünge, auf die die meisten tippen, wenn diese Frage gestellt wird. Nein, die größten Ängste drehen sich vielmehr um einen selbst und die eigene Unzulänglichkeit.

Die größten Sorgen und Ängste sind, dass der Partner uns nicht mehr attraktiv findet und sich deshalb die Liebe verflüchtigt oder der Gedanke an eine Trennung sogar hineininterpretieren wird. Oder anders gesagt, nähren sich die Gedanken auch aus diesen Ängsten:

  • Bin ich gut genug?
  • Leiste ich genug?
  • Reiche ich so wie ich bin um geliebt zu werden?
  • Habe ich noch das Aussehen um begehrt zu werden?

All diese Fragen und Ängste, bei denen Frauen und Männer tatsächlich gleich liegen, sind so nachvollziehbar, wie sie wahrscheinlich wenig mit den Beziehungen an sich zu tun haben. Irgendwie muss man heute mehr leisten, um eine Beziehung am Laufen zu halten und bei dem schnellen „Wechsel“, diejenige zu sein, die etwas hat was auch hält? Schon möglich, dass wir heute auch in Liebesdingen mehr leisten müssen. Wir sind ja auch in beinahe allen Lebensbereichen zu „Super-Optimierern“ geworden. Super-Optimierer sind mit sich selbst niemals fertig, sie sind nie genug und genau das, ist das Problem! Das kannte ich von mir selbst ganz genau.

Wenn wir nie der perfekte Mensch sein können, weil es immer noch irgendwie „besser“ ginge, dann fällt es auch sehr schwer, einen anderen nicht perfekten Menschen  anzunehmen, gernzuhaben und zu lieben.

Meine Frage war so oft: „Wieso will der mich, obwohl es da draußen so viel Besseres wartet?

Das war meine erste Antwort, ich habe aber auch noch eine andere:

Eigentlich glaube ich nicht daran, dass wir heute mehr „leisten“ müssen als früher um eine Beziehung zu erhalten. Denn Leistungsdruck, hat in meinen Augen generell in einer Partnerschaft nichts zu suchen! Kein Mensch sollte sich beweisen müssen, um geliebt zu werden! Sollte es doch so sein, würde ich mir diese Liebe mal ganz genau anschauen und fragen, ob es der richtige Platz ist, wo man da gelandet ist.

An Vertrauen kann man arbeiten. An der Liebe nicht. Sie ist da oder nicht. Und echte Liebe bleibt auch nicht deswegen, weil wir sie verdienen, da wir so toll funktionieren! Sie bleibt, weil wir genauso sind wie wir sind. <3 Ich weiß ganz genau wovon ich rede, denn ich bin in so wahnsinnig vielen Dingen unperfekt und werde genauso oder gerade deswegen geliebt. :D

Wenn wir älter werden, wird alles gut

Hallo, das ist tatsächlich so. ›lach‹ Aus einem ganz einfachen Grund, weil wir gut zu uns selbst werden! Also was machen wir mit unseren Ängsten? Vielleicht einfach ganz schnell älter werden … Ich rede mir da jetzt natürlich sehr leicht, bei mir zeigt das reifer werden, schon ganz viele positive Eigenschaften! :-) Meine Ängste sind verblasst. ›himmelhochjauchzend‹ DANKE. Es liegt sicherlich einerseits daran, dass einem mit den Jahren klar wird, dass Äußerlichkeiten nicht der Kleber ist, mit denen Beziehungen zusammengehalten werden, sondern Vertrauen und Engagement für den anderen.

Auch die Erfahrung, die jeder mit sich bringt und man zusammen schon viele Dinge gemeistert hat, ohne das der andere sich verdrückt hat. Man darf sich also auf das Alter freuen. Noch besser wäre es, es schon früher zu schaffen. Uns einfach mehr annehmen. Sich in Selbstliebe üben und den Gedanken, nicht genug zu sein, aus unseren Köpfen zu streichen!

Werfen wir alle einen liebevollen Blick auf uns und schenken wir uns jeden Tag aufs Neue ein Lächeln. Setzen wir unser imaginäres Krönchen auf und lassen alle Ängste hinter uns. Lieben ohne zu leiden funktioniert. Ich erlebe es tagtäglich. <3

So richtig lernen wir einen Menschen erst kennen, wenn wir sehen, wie er mit unseren Schwächen umgeht.

In diesem Sinne, eine angstlose dafür sehr liebevolle Zeit für Dich.

Xo Sandra

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