Du musst nicht auswandern um zu Dir zu finden
Lesezeit: 4 Minuten

Man hört, liest und kann immer wieder beobachten, dass Menschen ihre gewohnte Umgebung und ihr bisheriges Leben aufgeben und ganz woanders als sie bisher gelebt haben, neu anzufangen. Was steckt dahinter? Was treibt uns Menschen dazu, einen so großen Schritt zu gehen?

Mir ist dieses Denken ja nur all zu bekannt. „Eine ständig Suchende“, die sich in ihrem Heimatort nie richtig zu Hause gefühlt hat, … Diesen Satz sage ich gerne über mich selbst. Und er trifft bis heute ins Schwarze. Zwar hat sich in den letzten Jahren viel verändert und ich darf Italien zu meiner zweiten Wahlheimat ernennen, wo ich mit Herzmensch und unseren Hunden mehr als die Hälfte des Jahres lebe. In diesem Land habe ich mein „ICH“ gefunden. Mein ICH, indem ich  mich wohl und zu Hause fühle.

Was ich aber auch weiß ist, ist das ein Landeswechsel nicht der Schlüssel für eine SEIN- und SINN-Findung ist! Es ist vielleicht ein Sprungbrett, aber der eigentliche Prozess beginnt bei und in uns.

Was treibt Menschen an ihr gewohntes zu Hause, gegen ein unbekanntes zu tauschen?

Viele erhoffen sich einen aufregenden Neustart. Ein neues Land bedeutet auch ein neues Glück? Nochmal bei Null beginnen und sich in ein Abenteuer stürzen. Ein Abenteuer das im bisherigen Leben gefehlt hat oder im Alltag einfach nicht möglich war und zu kurz gekommen ist.

Andere suchen das totale Gegenteil. Sie sehnen sich nach Ruhe, ein Leben das langsamer und gelassener abläuft. Sie suchen die Einfachheit des SEINS. Ich weiß noch genau wie das Gefühl war, als ich wieder mal den Umzugswagen bestellte und aus der zentralen Stadtwohnung ins genaue Gegenteil gezogen bin. Kein Autolärm, keine Hektik und kein Gewusel vor der Haustüre. Keine stinkenden Abgase. Alles, was mir vor die Augen kam, wenn ich aus dem Fenster blickte waren Berge und Felder mit den dazugehörigen tierischen Bewohner, und jeden Tag ein fantastischer Sonnenuntergang. Und all das war nur 15 Minuten von meinem vorherigen Wohnort entfernt! Das neue Zuhause war zwar nicht unbedingt schicker, aber die Lebensqualität eine zu 100 % bessere!

Es gibt viele dieser Menschen wie ich es bin. Sie fliehen aus überfluteten Städten und lauten Altlagen und suchen die Abgeschiedenheit und Ruhe. Dabei überschreiten sie auch mal die Grenze, verlassen ihre Heimat. Sie geben ihren Besitz auf, … so als würden sie den ganzen Ballast, den sie über die Jahre mitgeschleppt haben, hinter sich lassen.

Manchmal treffe ich solche Menschen und frage sie, was sie an ihrem „neuen“ Leben besonders lieben. Die Antwort: Das einfache Leben und die Gewissheit, dass Leben wieder selbst zu bestimmen. Einer sinnhaften Tätigkeit nachzugehen. Sich wieder mit der Natur verbunden fühlen und ehrliche Gemeinschaft erleben.

Klingt gut und ist immer wieder aufs Neue spannend anzuhören und es ist noch schöner, dabei in die glänzenden Augen dieser Menschen zu sehen!

Danach stellt sich mir immer eine Frage

Muss man wirklich alles aufgeben und an einem fremden Ort neu anfangen um so ein Leben, das sich ja beinahe jeder wünscht, leben zu können? Ich glaube, nein, ich bin überzeugt, die Reise zu uns selbst kann überall begonnen werden! Was wenn wir auch in unserem gewohnten Alltag zu uns finden würden? Wir müssen weder Freunde noch unsere Wohnung aufgeben, um unser Leben nach unseren Werten auszurichten.

Angesammelten Ballast loszulassen funktioniert auch, ohne die Grenzen zu überschreiten. Davon bin ich überzeugt und es ist sicher noch ganz viel mehr möglich! Also was hält uns davon ab? Wir können jetzt und sofort damit beginnen den ersten Schritt in ein schöneres Leben zu gehen. Was sind eigentlich Deine Vorstellungen für Dein Leben?

Ich habe mir diese Frage immer gestellt. Ich habe Abende damit gefüllt und mir darüber Gedanken gemacht. UND – ich konnte mir gute Antworten liefern. Mach es wie ich es getan habe. Nimm Dir ein Blatt Papier und Stift und frage Dich:

  • Wie würde Dein Leben aussehen, wenn Du die Chance bekommst, neu zu beginnen?
  • Was würdest Du auf jeden Fall mitnehmen, weil es für Dich außergewöhnlich wertvoll ist?
  • Was würdest Du gerne abgeben, weil Du es nicht vermissen würdest?
  • Und WAS würdest Du ganz neu in Deinem Leben aufnehmen? Etwas das es in Deinem bisherigen Leben nicht gab?

Ich bin ja ein großer Fan solcher Listen und Fragen. Es ist jedes Mal wieder spannend zu beobachten, wie manche Antworten mit einer Leichtigkeit über die Lippen oder in den Sinn kommen und es bei anderen Fragen verdammt schwerfällt, eine Antwort darauf zu finden. Woran könnte das liegen?

Es geht dabei um Dein Leben!

Deshalb sei geduldig mit Dir. Wenn Du diese Fragen durchgehst, sei Dir bewusst, Du sitzt nicht vor einem Prüfungsblatt und hast auch keine Zeitvorgabe um alle Fragen zu beantworten! Nimm Dir dazu eine Woche Zeit, verändere, erweitere Deine Antworten. Wenn Du Dir darüber im Klaren bist, stell Dir die nächsten Fragen:

  • Wie kann ich zu diesen Zielen kommen?
  • Wen oder welche Unterstützung würde ich dazu brauchen?
  • Wer oder was hindert mich an all dem, was ich gerne hätte?

Auch diese Antworten wirst Du nicht in zehn Minuten beantworten können, wenn Du sie ernst nimmt. Schenke Dir auch dazu eine Woche Zeit. Suche dabei die Ruhe um auch richtig in Dich eintauchen zu können. So wirst Du Deine Antworten finden. Nach dieser weiteren Woche ist es wichtig, dass Du Dich entscheidest, was Du mit all Deinen Erkenntnissen machen möchtest. Willst Du alles beim Alten lassen oder willst Du Deine Reise zu Dir weiter gehen? Wenn Du Dir diese Frage klar beantworten kannst, bist Du bereit um Deine Koffer zu packen. Mit zwei Worten: Tu es! Die Resultate aus Deinen Erkenntnissen, helfen Dir dabei. ›lächel‹

Welches „Motto“ schenkst Du Deinem neuen Leben?

Ein guter und persönlicher Tipp von mir: Setze Deine Ziele nicht zu hoch. Diesen Fehler habe ich gemacht. Es sind immer die kleinen Schritte, die erfolgreich ans Ziel führen! Finde also ein gutes Mittelmaß an Veränderungen für Dich. Sie sollen Dich schon fordern, aber nicht überfordern!

Wenn Du diese Vorgehensweise immer wiederholst, wird sich Dein Gehirn auf eine neue Ausrichtung in Deinem Leben einstellen. Beobachte dabei was sich in den Wochen verändert, wie DU Dich dadurch veränderst! Eines steht fest: Du musst keinesfalls auswandern um zu Dir und Deinen Werten für ein angenehmeres Leben zu finden. Nicht jeder hat außerdem die Möglichkeit.

Zu all diejenigen, die Ihre Taschen trotzdem gepackt haben – ich kann es klarerweise nur zu gut verstehen. Einmal Freigeist, immer Freigeist. :-)

„Es ist nicht leicht Glück in sich selbst zu finden, aber unmöglich anderswo zu finden“.

Agnes Repplier

Ich wünsche Dir viele tolle und nachhaltige Antworten zu allen Fragen, die Du Dir stellst. Dicke Umarmung.

Xo Sandra

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