Worauf warten wir?
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Wenn ich mich umschaue, dann spaltet sich die Menschheit in zwei Richtungen. Die einen, die dauernd nach vorne rennen. Noch mehr von allem haben wollen. Mehr Ziele und noch viel mehr Pläne, noch mehr gute Vorsätze. Sie möchten immer noch mehr erreichen, weil das, was sie haben, noch immer zu wenig ist. Sie bekommen den Hals einfach nicht voll. Ja, und sie schätzen es nicht mal, die Dinge und Ziele die sie bereits geschafft haben auch zu schätzen.

Wir leben im Gestern oder im Morgen

Dann gibt es die anderen. Sie werden von der Vergangenheit geknebelt und festgehalten. Sie bewegen sich kaum vorwärts, weil in der Vergangenheit so viel geschehen ist und noch nicht aufgearbeitet wurde. Die schlechten und schmerzlichen Erinnerungen „sedieren“ sie und dadurch ist ihr Leben ständig im Nebel.

Wir alle meinen noch sehr viel Zeit zu haben. Alles zu erreichen, wovon wir träumen. Um endlich mal so zu leben, wie wir es uns wünschen. Schwierig, wenn wir entweder im Gestern oder im Morgen leben. Und was, wenn dieser Tag nie kommt? Und was, wenn uns das Leben einen Strich durch die Rechnung macht? Es kann sich schlagartig von heute auf morgen die ganze Welt verändern, wie wir ja aktuell sehr gut mitbekommen. Es gibt aber auch noch etwas anderes. Unfälle passieren. Krankheiten können uns von einer Minute auf die andere brechen.

Also warum verschieben wir unser Leben immer auf später?

Dalai-Lama sagte: „Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist gestern, der andere Morgen. Das bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Glauben, Lieben und vor allem zum Leben ist.“

Mein Umfeld ist derzeit mit eintausend Plänen für das nächste Jahr beschäftigt. Die verlorenen Gewinne, die wir der Pandemie zu verdanken haben, müssen wieder erarbeitet werden. Irgendwie ist das Außergewöhnliche schon wieder Normalität geworden. Der Eindruck setzt sich gerade schwer auf meine Schultern.

Immer noch mehr Ziele

Wann ist genug? Wann ist der Zeitpunkt, an dem wir sagen: „Jetzt mal abwarten und im Hier und Jetzt leben. Zeit wurde uns gegeben, auch wenn unaufgefordert. Was machen wir damit? An das nächste Jahr denken, statt JETZT das Leben zu genießen, wie es nun mal ist?“ Oder funktioniert das, nur wenn wir einen Umsatz im sieben-stelligen Bereich erzielt haben? Oder der Gehaltsscheck wieder seinen normalen Umfang erreicht?

Wenn wir wieder so viel zu tun haben, dass kaum Zeit für etwas anderes ist als arbeiten und Termine einhalten? Wann ist der richtige Zeitpunkt um zu leben? Wenn es zu spät ist, wir vielleicht aus gesundheitlichen Gründen auf fremde Hilfe angewiesen sind? Uns der Herzinfarkt streift oder keine Ahnung was noch …

  • Welche Menschen sprichst Du nicht an, weil Du glaubst, sie wollen mit Dir nichts zu tun haben?
  • Welche Aktivität unternimmst Du  nicht, weil Du denkst, es muss ja nicht sein?
  • Welche Tagträume beendest Du vorzeitig, weil andere sagen, dass Träumereien zu nichts führen?
  • Und welche Texte schreibe ich nicht, aus Angst, was andere darüber sagen könnten? (Der Punkt ist für uns „Schreiberlinge“)

Ich selbst war ja jahrelang eine Meisterin darin in die „Wenn – Dann – Falle“ zu fallen. Damit habe ich erfolgreich abgeschlossen. Das Leben genießen fällt den meisten Menschen immer schwer. Vor allem, wenn man als „Normalbürger“ geboren wurde. Eigentlich ist unser Leben dazu da, genossen zu werden. Nicht später, nicht in der Rente, sondern jetzt! Und ohne den Gedanken, dass wir es uns erst verdienen müssen, sondern einfach so. Ohne Schuldgefühle!

Wie oft kommt es vor, dass wir kleine zwischenmenschliche Momente verpassen, weil wir komplett in uns gekehrt durch die Welt laufen? Wie oft ignorieren wir die Schönheit der Natur, weil unsere Gedanken im Morgen stecken? Und wie oft kommt es vor, dass wir ein mit Liebe zu bereitetes Essen gedankenlos schlucken während wir auf dem Handy nach neuen Informationen suchen? Ich  bin mir sehr sicher, dass Du genau verstehst was ich sagen möchte. ›lächel‹

Ich würde mir eine Sache für Dich und alle Menschen wünschen: Erhöhen wir ganz klar unsere Prioritäten für uns und für ein Leben im Heute. Machen wir unser Wohlbefinden zur wichtigsten Sache in unserem Leben. Diese Entscheidung kannst Du übrigens jetzt treffen und nicht, erst morgen.

Ein persönlicher Nachsatz noch zum Schluss: Es ist auch möglich, die negativen Seiten unseres Lebens zu genießen! Es ist eine herausfordernde und zugleich spannende Aufgabe.

Eine schöne und genussvolle Zeit für Dich!

Xo Sandra

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