Dein Leben, Deine Grenzen
Lesezeit: 4 Minuten

Es ist ein schwieriges Leben, für den, der keine Grenzen setzen kann. Man ist der Menschheit schutzlos ausgeliefert. Fühlst Du Dich manchmal (oder sogar oft) von anderen überrumpelt? Steckst Du plötzlich in Situationen, die Dir gar nicht in den Kram passen? Fühlst Du Dich ausgesaugt und hast das Gefühl viel zu viel um die Ohren zu haben? Wenn es so ist, solltest Du Dir mal anschauen, wie es um Deine Grenzen steht …

Wie oft hast Du schon erlebt, dass jemand Deine Grenzen überschritten hat? Sei es durch reinen Egoismus, Unachtsamkeit oder falsches Verhalten. Oder einfach durch zu nahen Körperkontakt? Also mir als „Gutmensch“ ist das sehr oft passiert. Und das, obwohl ich ohnehin gleich die Krise bekomme, kommt mir jemand zu nahe. Es ist oft genug passiert! Ich habe einfach den Übergang zu spät oder gar nicht bemerkt.

Unsere Grenzen sind unser Hoheitsgebiet

Jedenfalls sehe ich das so. Jeder Mensch hat seine eigenen und ganz unterschiedlichen Grenzen. Und in diesem „Hoheitsgebiet“, wie ich es nenne, bestimmen wir, was erlaubt und erwünscht ist oder nicht. Sobald jemand diese Grenzen verbal oder sogar körperlich überschreitet, spüren wir sehr direkt und deutlich, dass uns das nicht behagt. Wir fühlen uns unangenehm berührt, wir bekommen Stress oder wir sind einfach nur verärgert.

Wir Menschen sind verschieden und deshalb werden die Grenzen von jedem von uns anders gesteckt. Mir persönlich ist zwischenmenschlicher Respekt sehr wichtig. Und ich mag keine Berührungen von Menschen, die ich kaum kenne. So wie Schulterklopfen, Küsschen links und rechts oder zu wenig Distanz in einem Gespräch. Ziemlich komisch für die meisten aber ich reagiere da wirklich „angepisst“ wenn jemand so auf mich zugeht.

Wie die Grenzen jedes einzelnen aussehen, hängt wahrscheinlich auch von der Sensibilität eines jeden einzelnen ab. Dünnhäutige Menschen haben bestimmt engere Grenzen als die, die ein dickeres Fell besitzen. Fakt ist, jeder hat so seine wunden Punkte, an denen man schnell zum Grenzüberschreiter wird. Manchmal passiert das sogar ohne es zu wollen, ja sogar, ohne es zu merken! Nun und weil wir alle so grundverschieden sind, kommt es auch sehr oft vor, dass wir versehentlich mal eine Grenze übertreten.

Kleinere Überschreitungen stecken wir meistens ganz gut weg. Wir nehmen es auf uns ohne viel herumzuzicken. Irgendwann aber kommt ein Punkt, da müssen wir etwas sagen. Zum Beispiel, wenn es sich immer wiederholt, oder wenn jemand einfach über unsere Grenztafeln drüberfährt. Dann ist es wirklich höchste Zeit den Zeigefinger hochzufahren.

„Mein(e) Liebe(r) … hier bist Du mir wirklich zu weit gegangen. So will ich das auf keinen Fall. Ich fühle mich dabei nicht wohl und es ist mir unangenehm. Lass das und mach das nicht wieder.“

Wir müssen unsere Grenzen verteidigen

Ich habe mir damit wirklich schwergetan. Ich dachte immer, wenn ich sage was mir nicht gefällt, würden sich die Menschen von mir abwenden! In Wahrheit ist aber das Gegenteil der Fall. Natürlich ist es von Vorteil, seine Grenzen zu kennen um sie dann auch verteidigen zu können. Nicht nur aus Eigeninteresse, sondern auch deshalb, damit die Menschen in unserem Umfeld wissen, mit wem sie es zu tun haben!

Vielleicht hast Du schon erlebt, dass Menschen mit gesunden starken Grenzen sehr angenehme Gesellschafter sind. Bei ihnen weiß man, woran wir sind. Gesunde Grenzen machen uns stark und Stärke ist einfach attraktiv.

Wie gesagt, heute kenne ich meine Grenzen. Ich besitze Stärke und Klarheit. Was aber nicht immer so war. Ich hatte dieses Potenzial verloren, es ist mir genommen worden. Nun gibt es da auch viele, die genauso wie ich damals, nicht besonders gut darin sind, für sich selbst, die eigenen Bedürfnisse und Werte einzustehen. Ihr visueller Grenzzaun ist nicht hoch genug und so trampelt jeder ungestraft darüber!

Und mit diesen Menschen ohne Grenzzaun kann man klarerweise alles machen. Ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Zum Beispiel kann man unhöflich und respektlos sein, man kann sie perfekt ausnutzen und auflaufen lassen und man kann sie super unter Druck setzen und nicht zu vergessen – emotional sind sie schwach und deshalb sind sie leicht für die Dinge zu haben, die sie nicht möchten.

Ich habe mir das nicht ausgedacht … ich habe es erlebt. Mit einer zu schwachen persönlichen Grenze ist man anderen Menschen schutzlos ausgeliefert. Deswegen ist es so wichtig, seine Grenzen zu kennen und sie zu nähren, um sie stark zu halten.

Wie verlaufen also Deine Grenzen?

  • Was ist Dir wirklich wichtig, wofür würdest Du kämpfen, wenn jemand, eine für Dich wichtige Sache verletzen würde?
  • Welches Verhalten anderer Menschen verletzt Deine Grenzen? Was muss jemand tun, um Deine Grenzen zu übertreten?
  • Was würdest Du nicht tolerieren?
  • Wer darf in welchen Situationen Dinge tun, die andere nicht dürfen?
  • Welchen Menschen erlaubst Du etwas und bei welchen Menschen sagst Du Stopp?

Es sind ganz einfache Fragen mit denen Du Deine Grenzen festlegen kannst. Es ist nämlich so, der erste Schritt zu einer besseren Grenzverteidigung besteht immer darin, sich die eigenen Grenzen bewusst zu machen! Mache Dir immer klar: Es ist Dein Recht einzufordern was Du möchtest. Und falls Dein Gegenüber darauf aggressiv oder beleidigt reagiert, dann bleibe trotzdem sachlich und klar in Deiner Aussage.

Meine Erfahrung war, wenn ein Mensch über längeren Zeitraum überhaupt nicht bereit ist, Deine Grenzen zu respektieren, dann stellt sich auch die Frage, ob diese Person langfristig ein fester Bestandteil unseres Lebens sein soll.

„Grenzen setzen ist Ausdruck Deiner Liebe zu Dir selbst. Grenzen achten ist Ausdruck Deiner Liebe zu anderen.“

Elke Bischof

In diesem Sinne, sei attraktiv, indem Du Deine Grenzen kennst und auch verteidigst. ›lächel‹

Xo Sandra

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