Fällt es dir schwer um Hilfe zu bitten?

Irgendwann kommt für jeden mal der Moment wo er mit seinem Latein am Ende ist. Man kann nicht alles wissen, können oder seine Probleme alleine lösen. Es ist jedoch für viele von uns ein sehr großes Problem jemanden um Hilfe zu bitten. Diese Stimme in unseren Köpfen ist fest verankert und hält uns ab den ersten Impuls zu folgen und um Hilfe zu fragen. So kommt es, dass wir uns mit unseren Fragen und Problemen alleine herumquälen.

Der Stolz und die Erwartungen der anderen

Jahrelang steuerte ich die große Karriere an, ich arbeitete hart und machte viele Dinge zeitgleich, bis ich durch eine Krankheit und darauf folgendem Burn-Out aus der Bahn geworfen wurde. Lange habe ich versucht, alleine mit diesen Situationen zurecht zu kommen. Ich war der festen Meinung es alleine schaffen zu müssen. Schließlich gab es ja nicht nur mich auf diesen Planeten der sich in einer Lebenskrise befand, sondern noch unzählige andere und die konnten sich auch selber helfen. Ich glaubte eine starke Persönlichkeit zu sein und starke Frauen schaffen das ohne Hilfe. Ich hatte IMMER das Gefühl „schwach“ zu sein, wenn ich jemanden um Hilfe bitten musste. Um Hilfe bitten kombinierte ich sofort mit hilfsbedürftig, mein Stolz  und die Erwartungen meines Umfeldes standen mir dabei immer im Weg.

Oft hat man auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, als man jemanden um Hilfe gebeten hat. Diese Erlebnisse können sehr prägsam sein, selbst wenn man sich nicht mehr bewusst daran erinnert, dass die Bitte abgelehnt oder belächelt wurde, kann das zukünftige Verhalten dadurch beeinflusst werden. In der Jetzt-Zeit will/darf  keiner mit Fehler und Makel behaftet sein, es passt nicht in unsere Gesellschaft. Es ist eine Blöße die sich niemand geben möchte. Hinter den Fassaden sieht die Welt jedoch ganz anders aus … Meisne Gedanken waren immer die selben , die mich daran hinderten, um Hilfe zu bitten:

  • Ich hatte Angst um meinen Ruf
  • Mein Selbstwertgefühl schrumpfte
  • Angst und Schwäche
  • Ich wollte niemanden zur Last fallen
  • Und ich wollte nicht in der Schuld des anderen stehen

All diese Punkte brachten mich dazu, erst gar nicht um Hilfe zu fragen. Die Angst vor Ablehnung und einer, ich nenne es Abhängigkeit – davor hatte ich Angst…

Ein langer Lernprozess

Mir war damals noch nicht klar das Hilfsbedürftigkeit nichts schlimmes ist. Ich wusste nicht das wenn man um Hilfe bittet, sehr viel Stärke und Persönlichkeit dahinter steckt. Ich musste all das erst lernen und vor allem verstehen. Dieses Lernen ging leider mit viel unnötiger Zeitverschwendung und Energieverlust einher, bis ich mir eingestand :“ ich schaff es nicht mehr alleine …“ Es gibt da draußen Menschen die warten darauf das ich zu ihnen komme, die mir mir helfen würden meine Kräfte wieder neu zu mobilisieren, und mich aus meinem „Tief“ hochziehen um das zu finden was ich gesucht habe.

Um Hilfe bitten Menschen die stark sind

Bist du in solch einer Situation, und für viele ist es oftmals schon fünf Minuten vor zwölf … dann ist dir klar, dass du deine Probleme nicht alleine bewältigen kannst, es ist keine Schande im Gegenteil, es braucht eine Portion Mut dazu sich an jemanden zu wenden der dir hilft, den nächsten Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Ich konnte nie wirklich verstehen weshalb ich für meine „Hilfesuche“ so überschwänglich gelobt wurde … ich sollte stolz sein … wurde mir gesagt, das ich diesen Schritt gesetzt hatte.

Vertrauen spielt dabei ebenso eine grosse Rolle. Wer vertraut seine Ängste und Probleme schon fremden oder auch gut bekannten Menschen an? Mir machte das grosse Schwierigkeiten. Im Normalfall aber kannst du viele Menschen um Hilfe bitten. Es fängt zu Hause bei der Familie an, Lebenspartner und sogar deine Kinder können dir in vielen Bereichen weiterhelfen. Jeder der um Hilfe gebeten wird, fühlt sich zudem auf einer gewissen Art geehrt. Dadurch das sich eine Person mit deinem Thema auseinandersetzt, entwickelt sich diese Person ebenfalls weiter. Eine „Win-Win-Situation könnte man sagen :-), weil beide Seiten davon profitieren. Ob nun professionelle Hilfe oder Hilfe von Freunden – es ist schön Hilfe zu bekommen von wo auch immer, es annehmen, und den nächsten Schritt tun zu können – im Nachhinein ein gutes wunderbares Gefühl.

Nachsatz

Sind wir soweit Hilfe anzunehmen, sollten wir nicht vergessen das die Hilfe der anderen uns unterstützend bei Seite steht – an uns arbeiten müssen wir selbst! Alles andere wäre zu einfach. Ein Zitat das ich immer in meiner Tasche hatte zu meiner „Hilfe suchenden“ Zeit, lautete :

Sei stark genug, um unabhängig zu bleiben, sei klug genug, um zu erkennen wenn du Hilfe brauchst. Sei weise genug, um darum zu bitten. 

Es dauerte eine Weile, die Zeilen kaum noch leserlich … bis ich es schaffte und um Hilfe bitten konnte :D. Ich weiß das es viele Menschen, besonders Frauen gibt, die damit so ihr Problem haben um Hilfe zu bitten … für euch ist dieser Beitrag, weil ich eine von euch bin! Auf DEINE Meinung, Anregung freue ich mich wie immer, und falls DU Fragen hast – keine Scheu! :-)

XOXO Sandra FrauenPunk

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2 Kommentare
  1. Annett
    Annett sagte:

    Ich habe mich in den Worten gefunden. Darüber hinaus kann ich für mich noch den Punkt Hilfe in neuer Beziehung anführen. Allgemein bin ich – wie ich mir selbst eingestehen muss sehr selbständig und mit teilweise falschem Stolz behaftet.

    Dazu kommt, dass ich nun das sechste Jahr alleinerziehende Mutter von 3 Kindern bin. Auch das immer allein. Jetzt habe ich seit 7 Monaten einen neuen Partner, der sich verzweifelt die Zähne daran ausbeißt, hier in meiner bzw.unserer Welt integriert zu werden. Das fällt mir persönlich unsagbar schwer das zuzulassen.

    Antworten
    • Sandra
      Sandra sagte:

      Guten Abend Annett

      Ich kann Dich sehr gut verstehen, gerade wenn Kinder im Spiel sind verstehe ich Deine Bedenken umso mehr!
      Sieben Monate sind jetzt noch nicht die Welt, um einen neuen Partner „integrieren“ zu müssen.
      Ich hoffe für euch, dass er weiß, dass man mit „Zähne ausbeißen“ nicht viel bis gar nichts erreichen kann?!

      Ich glaube Dir gerne, dass es Dir, als Frau die einen neuen Partner an ihrer Seite haben darf, sehr schwer
      fällt dagegen zu rudern … aber Du bist auch Mutter und hast Verantwortung, die Du sehr gut meisterst, indem Du
      noch abwartest! Ich würde es nicht anders machen.
      Ich glaube auch dass ihr es mit vielen Gesprächen und der Erklärung Deiner Sichtweise zu diesem Thema, gut hinbekommen werdet.

      Dazu würde mein heute veröffentlichter Beitrag sehr gut passen, den Du Deinem Partner vorlesen könntest. :-)
      Es geht um Geduld – bleibt man am Ball, wird man immer ein Gewinner sein!
      Ich wünsche Dir bzw. euch alles gute und ich danke Dir, für Deine Gedanken an denen Du uns teilhaben lässt!

      Einen schönen Abend noch XO Sandra

      Antworten

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