Gefühle zeigen: Erkenne wie wichtig emotionale Offenheit ist

Gefühle zeigen: Erkenne wie wichtig emotionale Offenheit ist
Lesezeit: 5 Minuten

Hast Du auch manchmal das Problem, dass Dich Menschen als unnahbar, kühl oder sogar arrogant wahrnehmen? Emotionen und Gefühle zu zeigen oder zuzulassen ist nicht so Dein Ding? Ich verstehe Dich total, denn ich war auch mal so. Ich würde vorschlagen, es ist an der Zeit, da mal wieder genauer hinzusehen und zu lernen, Gefühle zuzulassen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mein Beitrag Dich dabei unterstützen wird.

Es gibt eine solche Vielfalt an Gefühlen! Da gibt es die angenehmen, die nervigen und solche, die uns zutiefst verunsichern. Das wir klarerweise nicht allen Menschen unsere Gefühle offenbaren ist logisch. Immerhin machen wir uns damit auch eine Spur verletzbar. Problematischer wird es, wenn wir uns unseren engsten Freunden oder vertrautesten Personen nicht anvertrauen können und uns verschließen!

Innerlicher Rückzug schadet nicht nur uns selbst …

Wenn wir uns verschließen, sorgt dieser Rückzug auch dafür, dass wir in allen zwischenmenschlichen Beziehungen nie wirklich tiefe Verbindungen eingehen können. Ich habe dieses Leben lange Jahre genauso gelebt. Unfreiwillig, wenn ich ehrlich bin. Anfangs suchte ich diese Verschlossenheit und Jahre später, schaffte ich aus dieser Abgrenzung nicht mehr (alleine) heraus. Also wie Du siehst, und falls Du Dich gerade angesprochen fühlst, DU bist damit nicht alleine. Ich habe gelernt, dass man statt Gefühle zu unterdrücken, auch lernen kann, besser mit ihnen umzugehen.

Emotionale Offenheit ist nicht einfach, aber sehr wichtig. Du wirst mir recht geben, wenn ich behaupte, dass wir erst in unserem Leben eine Veränderung vornehmen, wenn wir merken, dass es unbedingt notwendig ist! Meine Verschlossenheit, die mich die erste Zeit unter einem ganz anderen Licht erscheinen hat lassen, wurde mit der Zeit ein unschönes Gefühl für mich. Ich wurde in erster Linie als arrogant, ablehnend und sehr eigenartig eingestuft.

Als ich in langsamen Schritten wieder gelernt habe, mich emotional zu öffnen, wurde mein Leben wieder sonniger. Ich strahlte wieder Vertrauen aus und das ist eine wichtige Botschaft und eine noch wichtigere Grundlage für eine zwischenmenschliche Beziehung oder Freundschaft. Indem wir uns einem anderen Menschen öffnen, geben wir ihm automatisch die Möglichkeit:

  • Er kann uns als Mensch richtig wahrnehmen. Es macht uns „greifbar“ und sympathischer.
  • Dieser Mensch kann uns auf Augenhöhe begegnen. Denn wenn ein Mensch unsere Gefühle und Emotionen NUR deuten kann, wird das mit der Zeit sehr anstrengend. In einer Partnerschaft sorgt es aber auch dafür, dass wir uns in eine Position der Hilflosigkeit oder Unterlegenheit begeben.
  • Unser Charakter und unsere Bedürfnisse werden sichtbarer. Denn an unseren preisgegebenen Emotionen, erkennt unser Gegenüber, welche Bedürfnisse gerade vernachlässigt werden.

Nicht nur die zwischenmenschlichen Beziehungen profitieren von der „Offenheit“, hauptsächlich bist DU es, die davon profitiert.

Fang bei Dir an …

Meine Verschlossenheit und Kälte waren natürlich das Ergebnis aus vielen unschönen Erlebnissen. Deshalb dachte ich anfangs immer, ich müsste zuerst an den Beziehungen zu meinem Mitmenschen arbeiten, wenn ich mich emotional öffnen wollte. Das war völliger Quatsch! Denn um anderen meine Gefühle zeigen zu können, musste ich erstmal wissen, was in mir so vor sich ging. Es war so schwierig, denn ich konnte meine Gefühle NICHT benennen. Es gibt das wirklich: Man kann die Fähigkeit, seine eigenen Gefühle zu spüren, verlieren!

Der richtige Weg war – meine Wahrnehmung ganz bewusst wieder zu schulen. Welche Empfindungen meinen Körper begleiten. Meinen Gefühlen wieder Namen zu geben. Ist es Wut? Oder ist es Trauer, Unsicherheit oder Aufregung? Es ist ein erster Schritt, die Gefühle wieder zu spüren und sie anzunehmen und neugierig zu werden, was da noch so alles kommt! :D

Wenn ich Dich jetzt frage: „WANN hast DU DICH das letzte Mal richtig gespürt?“ … was wäre Deine Antwort? ›lächel‹

Löse negative Glaubenssätze!

Viele Menschen wurden psychisch geprägt. Sei es in der Kindheit, oder in einer Partnerschaft. Glaubenssätze wie „Du kannst keinem Menschen trauen“ oder „Deine Gefühle werden niemals ernst genommen oder sie werden nur ausgenutzt“, sind Erfahrungen, die oft in der Vergangenheit gemacht wurden. Ist das der Fall, werden sie zu einem „Anker“, der sofort in die Tiefe rutscht, kommt es zu Nähe oder wird das Thema Vertrauen angesprochen.

Es ist hilfreich herauszufinden, welche Glaubenssätze dafür gesorgt haben, dass wir uns so verschlossen haben. Lass Dir aber eines gesagt sein. Die meisten dieser negativen „Ankerplätze“ haben heute keine Gültigkeit mehr! Das kann ich versprechen.

Es ist oft der Fall, dass wir die mangelnde Fähigkeit, uns emotional zu zeigen, einfach von unseren Eltern übernommen haben. Unsere Eltern waren immerhin die Personen, von denen wir sehr viel über soziale Interaktion gelernt haben.

Mach Dich verletzlich …

Hätte ich diesen Satz vor 8 Jahren gelesen, wäre es auch dem gleich gekommen: „Trinke Gift!“ ›lach‹ Heute kann ich darüber schmunzeln. Dieser Selbstschutz, den wir in uns tragen, ist vollkommen normal, aber dieser Schutz ist aus meiner Vergangenheit und nicht mehr in diesem Ausmaß notwendig. Denn letztendlich ist es doch so, wenn wir Gefühle unterdrücken soll uns das vor Verletzungen schützen!

Sobald wir aber gelernt haben, dass nichts Schlimmes geschieht, wenn wir in Alltagssituationen ein kleines Stück mehr Verletzlichkeit und emotionale Offenheit zulassen, gewinnen wir MUT und SELBSTBEWUSSTSEIN. Langsam beginnen wir auch in Situation, die etwas mehr Mut und Überwindung kostet, unser Herz zu öffnen. Ja, es kostet eine Portion Überwindung … heilsam ist trotzdem!

Über mich:

So lange ist es bei mir selbst noch nicht her, dass ich diese Entwicklung durchmachte. In meinen jungen Tagen war ich nie der Mensch gewesen, der sich öffnen konnte. Ich sprach auch mit niemandem über meine Gefühle und Emotionen. Weder mit Freunden noch mit meinen Eltern.

Als ich vor einigen Jahren anfing, mich damit zu beschäftigen, kamen auch andere Menschen in mein Leben. Menschen, die mir mit Verständnis begegneten. Herzlichkeit mitbrachten und mir Liebe schenkten. Und heute? Heute befinde ich mich in einer sehr glücklichen Situation, in der ich mit allen Menschen offen kommunizieren kann, wie es mir gerade geht. Ich habe einen Menschen an meiner Seite, dem ich vertrauen kann und mit dem ich all meine Gefühle teilen darf.

Gefühle zeigen ist keine Zauberei. Du musst nur in der Lage sein, offen und vor allem ehrlich über das zu reden, was gerade ist.

Ein wichtiger Tipp zum Abschluss:

Lenke Deine Aufmerksamkeit immer auf das Positive! Ich habe viel über unangenehme Gefühle geschrieben heute.

  • Woher sie herkommen,
  • wie Du sie annimmst,
  • warum Du diese Gefühle teilen sollst und
  • mit wem Du sie teilen sollst.

Unangenehme Gefühle machen jedoch nur einen Teil des Ganzen aus. Fühlst Du Dich gut? Dann lass es Deinem Umfeld wissen! Es gibt nämlich auch so unglaublich viele SCHÖNE Gefühle! Gefühle, die sich so toll anfühlen. :D

Es ist so wichtig, dass Du auch (Vor)Freude, Zufriedenheit, Dankbarkeit und Verbundenheit annimmst und zum AUSDRUCK bringst! Ich erlaube es mir heute auch vor anderen Menschen mein Lachen oder meine Begeisterung zu zeigen. :-) Genießen wir unser Leben mit all seiner Vielfältigkeit an Gefühlen und erlauben wir es unseren Mitmenschen, ein Teil davon zu sein.

Wenn Du das tust, wirst Du bald das Gefühl haben, in die ohnehin so unterkühlte Welt, ein bisschen Wärme zu senden und ein Zuhause zu haben, was viele schöne Plätze für Dich reserviert hat.

Menschen, die ihre Gefühle zeigen, sind nicht naiv. Im Gegenteil, sie sind so stark, dass sie keine Masken brauchen. :-)

Ich freue mich, wenn ich Dich heute mit meinem Beitrag abholen konnte. Wir können unser Leben mit so kleinen, vielleicht nicht immer ganz einfachen, Veränderungen sehr verschönern. Ein guter Zeitpunkt heute damit zu beginnen. ›lächel‹

Xo Sandra

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