Lebendigkeit statt Leere

Lebendigkeit statt Leere
Lesezeit: 5 Minuten

Wie geht es Dir … das ist wieder mal meine Frage an Dich. Wie fühlst Du Dich? Plagt Dich ein inneres Ungleichgewicht? Fühlst Du nur sehr wenig und kannst auch nichts so richtig aufnehmen und spüren? Man wandelt durch die Welt, als sei man ein Geist. Gefühle sind auf Standby. Das Leben als Autopilot. Ein sehr unangenehmes Gefühl, das ich aus Erfahrung kenne. Falls es Dir gerade so geht – ist dieser Beitrag sehr hilfreich für Dich.

Diese Leere in uns kann viele Gründe haben. Vielleicht bist Du gerade mit Dir selbst nicht im Reinen. Vielleicht hat das Schicksal Dir einen Strich durch so manch „Geplantes“ gemacht? Oder ein geliebter Mensch hat Dich verlassen? Es gibt so viele Gründe, um plötzliche Leere auszulösen. Und weil ich ganz genau weiß, wie schwierig es ist, aus diesem Zustand wieder herauszukommen, habe ich mir gedacht, ich teile meine Erfahrungen mit Dir.

Hausmittel und Co …

Gibt es überhaupt ein Hausmittel gegen dieses „Nicht-Gefühl“? Ich finde schon. Hausmittel klingt einfühlsamer als Tipps zu diesem Thema. Innere Leere ist ein schlimmes Gefühl. Genaugenommen ist es gar kein richtiges Gefühl, sondern eher die Abwesenheit davon! Wenn wir uns innerlich leer und unausgefüllt fühlen, spüren wir tatsächlich nichts.

Wenn ich zurückdenke, wie es mir ergangen war, ich spürte einerseits keine negativen Empfindungen wie Angst, Schmerz und Trauer. Genauso war es auch mit den positiven Gefühlen. Ich spürte keine Zufriedenheit, keine Freude … es war alles tot. Das Einzige, was mir bewusst war, war, dass sich NICHTS in mir regte. Es war mehr wie ein hilfloses Ohnmachtsgefühl, das mich jede Minute umgab. Ich machte mir noch zusätzliche Vorwürfe, dass da so gar nichts war und damit verschlimmerte ich meine Situation zusätzlich …

Das allererste, was ich Dir empfehlen möchte, ist:

Akzeptiere diese Zeit, es gibt immer einen Grund dafür!

Nimm es an, dass Du Dich im Moment in einer schwierigen Lage befindest. Akzeptiere auch, dass dieser Zustand noch ein Weilchen dauern kann und Du noch nicht weißt, wie Du diesen Zustand wieder verlassen kannst.

Sei besonders geduldig mit Dir und gehe fürsorglich mit Dir um. Nimm an, was ist! Dadurch wird sich zwar diese Leere nicht von alleine auflösen, aber sie wird auch nicht größer werden.

Ich hatte mich damals so sehr dagegen gewehrt! Ich wollte und konnte dieses Gefühl nicht annehmen. Ich war Dauer-gestresst und verhielt mich fast neurotisch. Ich wollte unbedingt all das Chaos in mir beseitigen. Geduld war kein Thema. Verständnis noch viel weniger. Es gelang natürlich nicht auf diesem erzwungenen Weg ohne Akzeptanz. 

Geh der Ursache genau auf den Grund …

Der Blick in die Vergangenheit … da liegen die Antworten. Meistens. Gibt es Erlebnisse in jungen Jahren, als Jugendlicher, aber auch als Erwachsener, die ein Trauma hinterlassen haben? In jungen Jahren haben wir noch keine Strategie entwickelt, um mit emotionalem Schmerz adäquat umzugehen. Deshalb bauen wir uns eine Schutzmauer auf, die verhindert, dass wir von starken negativen Gefühlen überrollt werden.

Leider ist diese Schutzmauer auch dafür verantwortlich, dass wir uns den Zutritt zu unseren Emotionen auch im erwachsenen Alter verwehren. Die Folge ist innere Leere. Deshalb ist es so wichtig, genau zu suchen, woher sie eigentlich kommt. WAS, WER dafür verantwortlich sein kann. Ein persönliches Beispiel:

Ich hatte wenig Freud als Kind. Meine Familie konnte meinen Bedürfnissen nach Liebe, Anerkennung oder Aufmerksamkeit, auch nicht gerecht werden. Das damit verbundene Gefühl der Einsamkeit war klar, aber auch so schmerzhaft, dass ich mich von allem distanziert habe. Ein anderer Teil in mir hat sich aber so sehr nach Nähe gesehnt – wusste aber, es ist keine Nähe verfügbar! Ich „löschte“ dieses Bedürfnis in mir. Redete es „schlecht“ und fühlte mich dadurch nicht mehr einsam. Ich schottete mich auch gleichzeitig emotional von meinen Mitmenschen ab, vermisste aber auch deren emotionales Verhalten … was auch kein Wunder war.

Deshalb – erlaube Dir, die Traumata Deiner Vergangenheit anzusehen. Jede Wunde von „irgendwann“, darf auch heute noch versorgt werden, denn was die meisten Menschen tun ist einfach zuschütten, wegsehen und versuchen zu vergessen.

Entwickle Präsenz …

Aufarbeitung ist der eine Weg, Präsenz zeigen ein weiterer. Was das bedeutet?

  • All dem, was gerade ist, keinen Widerstand entgegenzubringen.
  • Fühlen, was gerade in Dir passiert … was mit Deinem Umfeld passiert.
  • Bewusst wahrzunehmen, welche Impulse Dein Körper, Dein Herz und Deine Sinne senden.

Leider lenken wir uns ständig ab. Sei es das Smartphone, Veranstaltungen oder Netflix. Wir haben gar keine Zeit, sich mit uns zu beschäftigen. Wir haben den Zugang zu uns selbst und unseren Gefühlen verloren. Wie Zombies laufen viele durch die Gegend, ohne den Kopf zu heben und OHNE zu stolpern … beachtlich und traurig.

Ich war auch ganz genauso. Ablenkung! Dann merkte ich nicht, dass ich leer war. Nach etwa 5 Monaten holte ich mir Hilfe. Ich bekam gute Ratschläge und wertvolles Handwerkszeug mit auf meinen Weg. 

Deshalb – beginne häufig stehenzubleiben. Einfach „nur“ SEIN. Wahrzunehmen, was gerade ist. Mit der Zeit werden sich Deine Sinne und Gefühle von alleine schärfen. Es wird sich alles verändern: Deine Wahrnehmung, alles, was Du erlebst, wird sich langsam wieder öffnen. Und mit der Zeit wird sich Deine innere Leere zur Lebendigkeit entwickeln. ›lächel‹.

Komm ins TUN …

Lebendigkeit hat auch mit körperlichem Einsatz zu tun. Du wirst es bestimmt kennen, wenn Du Dich schon mal so richtig leer gefühlt hast:

  • Zittrige Beine und unsicheres Gehen,
  • ein Kloß im Hals,
  • Schmerzen in der Brust,
  • Hundemüde oder genau das Gegenteil – besonders hippelig.

Diese Gefühle äußern sich natürlich immer in Körperempfindungen. Der einfachste Weg, aktiv etwas an diesen Gefühlszuständen zu verändern, besteht darin, ins TUN zu kommen … körperlich aktiv zu werden.

Als mir mein Therapeut vor Jahren dazu sagte, ich MUSS mich bewegen, schellten bei mir alle Glocken, denn ich hatte keinen Bock auf Sport und Bewegung. Er verordnete mir diese Strategie, um meine innere Leere förmlich abzuschütteln! Innere Leere und Bewegung, vertragen sich nämlich nicht, meinte er. ›lach‹, genauso war es. Ich machte eine Routine daraus und ging jeden Tag mindestens 1,5 bis 2 Stunden Walken. Meine Musik im Ohr war mein Begleiter und ich gab es ja ungern zu – es tat mir unsagbar gut!

Deshalb – bewege Dich. Bewegung stimuliert Körper und Geist! Deine Emotionen werden in Wallung geraten und Du wirst schnell bemerken, dass Du Dich wieder spürst! Durch Bewegung funktionieren wir „harmonischer“. Und nach wirklich kurzer Zeit hast Du Deine LEERE hinter Dir gelassen. Natürlich kannst Du auch ins Gym gehen, eine Joggingrunde starten oder Fahrrad fahren. Ich genoss immer mehr und mehr, die Zeit mit mir alleine, die ich ja vorher auch nur sehr schwer aushielt!

Höre auf die Botschaft dahinter …

Den Ursprung für innere Leere zu finden ist manchmal nicht einfach, aber oftmals auch ganz leicht! Meistens sind es eine Vielzahl an Faktoren, die dafür sorgen, dass Du Dich wie „sediert“ fühlst. Deshalb solltest Du meine „Hausmittel“ nicht zu dogmatisch nehmen. Nimm eher wahr, welche Botschaft hinter Deiner inneren Taubheit steckt:

  • Tust Du vieles nur deshalb, weil es von Dir erwartet wird?
  • Lebst Du gegen Deine eigenen Werte, sondern die der anderen?
  • Welche Dinge gibt es in Deinem Leben, denen Du keine Beachtung schenkst, obwohl Du sie gerne tun würdest?
  • WAS willst DU wirklich und WAS auf KEINEN FALL?
  • Fehlt Dir der Sinn in Deinem Leben?
  • Suchst Du in Deinem Partner die Erfüllung?

Nachsatz:

Ich habe mir diese und noch ganz viel mehr Fragen gestellt. Regelmäßig gestellt! Anfangs konnte ich kaum Antworten finden. Mit der Zeit und der notwendigen Geduld aber wurden meine Gedanken dazu genauer. Ich entwickelte wieder ein Gefühl für meine eigenen Bedürfnisse! Meine Werte wurden neu adjustiert und „Wünsche“ bekamen wieder einen Namen. :D Irgendwann stellte ich fest, dass meine innere Leere zwar ihre Ursachen hatte, aber eigentlich nur ein Hinweis darauf war, wichtige Veränderungen in meinem Leben einzuleiten. #dankbarbindafür

Ich wünsche mir, dass Dich mein Beitrag heute etwas unterstützen kann, solltest Du gerade diesen unschönen Gast der Leere, beherbergen. Wenn Dir danach ist, kannst Du mir auch gerne schreiben oder einen Kommentar dalassen.

Jetzt wünsche ich Dir ganz viel Lebendigkeit und eine schöne Zeit, bis wir uns wieder lesen …

Xo Sandra

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