Mentale Leere. Oder: Wann war dein Kopf zuletzt still?

Inspiration, Persönliches

Neulich meinte meine Tochter zu mir:
„Mama, weißt du, was ich mir wünsche? Einfach mal wieder Langeweile im Kopf. An nichts denken müssen. Keine Sorgen wälzen. Einfach … nichts da oben.“
Dieser Satz war gut und wahr!

Er kam mitten aus einem dieser Gespräche, die wir oft führen. Kleine und größere Neuigkeiten, die man sich gegenseitig erzählt. Dinge, die passieren. Dinge, die man mitnimmt. Und während wir so reden, wird klar: Es ist einfach viel. Bei ihr. Bei mir. Bei allen.

Und auch wenn vieles davon für sich genommen gar nicht so groß wirkt – im Kopf bekommt es Gewicht. Es sammelt sich. Bleibt liegen. Und irgendwann ist da einfach kein Platz mehr.

Meine Antwort kam sofort: „Da bin ich dabei.“

Ehrlich – ich kann mich kaum erinnern, wann mein Kopf zuletzt wirklich ruhig war. Ohne viele Dinge im Hinterkopf. Ohne Planen. Ohne dieses ständige Sortieren und Organisieren. Wobei das ohnehin nichts bringt, weil das Leben seit längerer Zeit nicht mehr an Pläne hält, fällt mir auf!

Und da kam mir dieser Gedanke:
Ein ruhiger Kopf ist kein Normalzustand mehr. Er ist zur Ausnahme geworden.

Wir leben in einer Zeit, in der ständig etwas ist. Termine. Nachrichten. Enorme Reize und Erwartungen. Alles zieht gleichzeitig an uns. Und wir versuchen natürlich, mitzuhalten. Funktionieren. Reagieren und auszuhalten.
Das betrifft natürlich nicht nur den Körper, sondern unser Kopf ist im „Dauerlauf“. IMMER.

Unsere Köpfe sind voll – aber nicht, weil wir zu viel denken. Sondern weil wir zu viel aufnehmen.
Und dann stellt sich diese Frage:
Kann man Gedanken eigentlich aufräumen?

So wie einen überfüllten Kleiderschrank? Dinge rausnehmen, die man nicht mehr braucht? Sortieren und den Rest weggeben?
Ich denke, das geht. Ja.
Unser Kopf ist kein Abstellraum – und trotzdem behandeln wir ihn oft genau so.

„Aufräumen“,  funktioniert auf jeden Fall!
Denn ich erinnere mich gut daran, dass es früher leichter war. Nicht alles war einfacher – aber im Kopf war mehr Luft. Mehr Platz und weit weniger Dauerbeschallung.

Heute ist es anders. Schneller. Dichter. Voller.
Und genau deshalb braucht es etwas, das wir viel zu selten bewusst machen:
Weniger reinlassen! Weniger aufnehmen! DENN …

Nicht jeder Gedanke muss zu Ende gedacht werden.
Nicht jede Information braucht unsere Aufmerksamkeit.
Nicht alles, was auftaucht, muss behalten werden.
Und nicht jeder Gedanke verdient einen Platz in deinem Kopf!

Manches darf und sollte sogar einfach gehen. Ohne Analyse. Ohne Bewertung. Ohne dass wir es noch einmal drehen und wenden.
Das hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Das ist unser Selbstschutz.
Und genau da beginnt für mich etwas, das ich/WIR immer öfter brauche(n): mentaler Minimalismus.
Weniger im Kopf, mehr Raum und Ruhe zwischen all dem, was ohnehin da ist.

Denke ich darüber nach, dann wünsche ich mir genau das: nämlich endlich wieder mehr „Langeweile“ im Kopf. 🙂

Bis bald …

Xo Sandra

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