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Gehst Du Deinen Weg? Oder sollte ich besser fragen: Hast Du Deinen Weg im Leben gefunden? Es gibt so viele Möglichkeiten, jede Menge Wege, Straßen und Trampelpfade, die wir einschlagen könnten! Es gibt nicht nur links, rechts, gerade aus und zurück. Ich finde heutzutage stehen uns mehr Wege zur Verfügung als früher. Alle können uns dahin führen, (oder auch nicht) wo sich unser Ziel befindet. Das kann allerdings ganz schön anstrengend sein, diesen Weg zu finden.

Oft genug entscheiden wir uns für eine mehrspurige breite Straße. Eine Straße die genug Platz bietet, zu überholen, auszuweichen oder geradewegs und flott zum Ziel unserer Wahl zu kommen. Eine sichere bewährte Straße. Da fahren, wo eben alle sich bewegen. Da nimmt man auch schon mal gerne einen Stau in Kauf! Ist es nicht so?

Wildwege und Trampelpfade haben keine Wegweiser

Diese Wege klingen spannend, es besteht jedoch immer die Gefahr sich zu verirren! Es gibt keine Schilder, die uns weiterhelfen, uns eine Orientierungshilfe sind! Diese Wege sind holprig, manchmal auch steil und unsicher. Vor allem langwieriger. Die andere Seite ist, auf diesen Wegen können wir auch auf wundervolle Überraschungen stoßen! ›lächel‹ Welchen Weg also nimmst DU?

Wie sieht Dein bisheriger Weg aus? Warst Du nur auf der breiten und sicheren Autobahn unterwegs? Schnell und gerade. Oder war’s eine kurvige Bergstraße? Hast Du Dich durch verwachsene Waldwege gekämpft oder hast Du das Gefühl, dass Du Dich andauern in einer Einbahnstraße verfranzt? Ohne Wendemöglichkeit …

Der gängige Weg

Wir flitzen auf den unterschiedlichsten Straßen umher. Probieren mal da und mal dort einzubiegen. Bleiben sicher auch mal auf einer breiten Straße und verfolgen sie längere Zeit. Wir fahren und fahren … vergessen dabei auf Pausen bis wir völlig erschöpft stehen bleiben.

Manchmal verstehen wir die Straßenschilder nicht. Sehr oft fahren wir über STOP Tafeln und fahren sogar bei Rot über die Kreuzung … huch, nix passiert! Wir folgen falschen Abzweigungen, weil wir auf die Stimme des Navi´s hören und vieles mehr.

Oft haben wir das Gefühl im Leben, einfach nur umherzuirren und wir müssen uns eingestehen, dass wir Meilen weit von unserem Ziel entfernt sind! Wo verdammt ist diese tolle Straße, wo sind denn diese spannenden Wege, von denen so viel geredet wird? Warum finde ich keinen dieser Wege? Kennst Du diese Gedanken? ICH schon. Mein Hindernis waren die Meinungen der anderen. Also das „NAVI“. Wenn ein Navi nicht aktualisiert ist, wird es Dir in einer Großstadt nicht unbedingt eine Hilfe sein. Da ist, es besser Du vertraust Deiner Orientierung oder sogar Deinem Bauchgefühl.

Darf Dein Weg nur ein Ziel haben?

Ich glaubte sehr lange, dass es im Leben nur darum ginge, ein klares Ziel zu benennen und geradewegs darauf loszufahren. So ist ja das Ideal, nicht wahr? Doch, wenn ich mir dann die Menschen angeschaut habe die ich ab und an bewunderte, ist mir aufgefallen das Ihre Wege alles andere, als schnurstracks verlaufen sind!

Sie haben sich genauso in unzähligen Gassen ohne Umkehrmöglichkeit hineinmanövriert, sie haben Ausfahrten übersehen. Und sie mussten zahlreiche Umwege fahren und gehen ohne noch zu wissen, wo sich Ihr Ziel überhaupt befand!

Es gibt doch so ein Sprichwort, das schon sehr ausgelutscht ist, aber dennoch der Wahrheit entspricht:
„Der Weg ist das Ziel …“

Wenn wir es schaffen, all die Wege zu genießen, auch mal Pausen planen. Anhalten. Uns umsehen und die Landschaft, die Natur sehen anstatt auf der Autobahn mit Tempo 200 dahin zu brettern, dann müssen wir überrascht feststellen, dass es so wahnsinnig viel zu sehen gibt! :-)

Und wie wir ja alle schon gelernt haben, verändern sich durch das Entdecken vielleicht auch unsere ursprünglichen Ziele? Vielleicht wird aus einem Ziel ein zweites oder ein ganz anderes oder beides?

Vielleicht finden wir dadurch alte Ziele nicht mehr so wichtig? Wir beobachten … denken nach und kehren dann um und schlagen einen ganz anderen Weg ein?

Ziele verändern sich (Gott sei Dank)

Das wirst Du aus Deinen eigenen Erfahrungen schon bemerkt haben. Wir dürfen auch manchmal gar kein Ziel haben, na und! Wir lassen uns einfach von einem Augenblick treiben. Wir vertrauen unserer Intuition. So wie wir nach einem wunderschönen entspannten Waldspaziergang wieder zurück nach Hause finden. Wir genießen und fühlen uns gut.

Deshalb darf ich Dir sagen: Es ist okay vielleicht gerade „ziellos“ zu sein! Versuche nicht um jeden Preis auf der vierspurigen Straße Gas zu geben und nach einem „Ziel“ zu suchen … es ist Zeitverschwendung.

Unser Leben besteht  aus leistungsorientierten Phasen, aber auch Ruhephasen. Das kannst Du auch wunderbar in der Natur beobachten. Also Du darfst Dich ausruhen, Du darfst es Dir gut gehen lassen und Du darfst Dich „wichtig“ nehmen – egal was das Navi da draußen vorschlägt!

Diese Pause am Rastplatz wird Dir sehr viel bringen

Nach jeder Ruhephase beginnt es auch wieder unter den Fußsohlen zu brennen. Du wirst Lust verspüren, Dich in Deinen Wagen zu setzen und Gas zu geben! Du wirst jetzt eine Ahnung haben, wo Du hin möchtest. Wo Dein Weg Dich hinführen soll und welche Straße Du nehmen wirst.

Ob Du eine Kombination aus fahren und Fußmarsch wählst. Ob Du breite oder enge Straßen befahren wirst. Ob Du jemanden mitnehmen möchtest oder lieber Dein eigenes Ding machen willst. Gut möglich ist aber auch, dass Du gar keine dieser Straßen nehmen wirst, weil Du darauf nicht zu Deinem persönlichen Ziel gelangen wirst.

Du steigst aus Deinem Wagen und folgst keiner Straße. Du suchst Dir einen (Deinen) eigenen Wildpfad. Du lässt Dich auf Gestrüpp und Überwucherung ein. Du legst Dir Deinen eigenen Weg frei … in Deinem Tempo. <3
Dein ganz persönlicher eigener Weg, den vor Dir noch niemand gegangen ist.

Vielleicht ist er nicht perfekt. Er weicht vielleicht von Deinen Vorstellungen ab, so hat er Dich doch zu der Person gemacht, die Du nun bist. Du kannst entscheiden, wie es weitergehen darf. Du hast unendlich viele Möglichkeiten … immer!

Wie sieht Dein Weg aus?
Fährst Du gerade mit 200 auf der Autobahn oder parkst Du am Rastplatz?
Kämpfst Du Dich gerade durchs Gestrüpp?
Oder bist Du schon durch?

Ich hoffe, ich konnte Dir den WEG etwas näher bringen und freue mich natürlich, wenn ich Dich mit diesem Artikel abholen konnte.

Pass gut auf Dich auf und vergiss nicht, mal rechts ran zu fahren. :-)

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Wir verbringen durchschnittlich 374 Tage unseres Lebens mit warten. Wir warten an der Ampel, am Flughafen, beim Arzt, auf eine neue Wohnung, eine neue Liebe oder auf einen tollen Job. Dieser Leerlauf führt nicht zur Erholung, sondern gibt uns oft das Gefühl unsere wichtige Zeit zu vergeuden. Wir nennen es auch oft sehr gerne „verlorene Zeit“.

All dieses uns so bekannte Warten gehört zum Leben.

Manchmal aber gerät unser Leben ungewollt in eine Wartephase. Durch Krankheit ausgelöst … oder man verliert beispielsweise seinen Job, oder man hat ein Ziel vor Augen das man anstrebt. Diese Phasen können Wochen, Monate und Jahre dauern. Wir haben oftmals keinen Einfluss auf diese Situationen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu warten.

Mir erging es die letzten Jahre so. Mein Job der mich nicht mehr erfüllte, Krankheit die einen nicht ausließ und dann die Ungewissheit, ob sich das jemals wieder ändern würde. Das alles machte mich sehr unrund und ich war oft am Verzweifeln.

In diesen Wartephasen des Lebens fühlt man sich oft wie in eine Art Vakuum gepackt. Sich dagegen zu wehren ist jedenfalls zwecklos. Gewisse Dinge haben wir eben nicht in der Hand. Ich ging oft wie sediert zur Arbeit. Ungern, fühlte mich so als würde ich weniger Luft einatmen können als der Rest der Menschen. Das Gefühl auf der Stelle zu treten und nicht zu wissen ob sich etwas verändern wird, zermürbte mich sehr.

Im Nachhinein fragte ich mich oft: weshalb machen wir uns so immens viele Sorgen wenn wir uns im  Wartemodus befinden? Sehr oft hab ich anderen den Rat sehr glaubwürdig gegeben: „Du musst schon auch warten können“ … und selber krieg ich das aber schwer hin!?

Alles nimmt ein gutes Ende für den der warten kann

Warten kann was sehr Widerständiges sein – sich mit der Gegenwart einfach nicht abfinden wollen. Ich glaube es waren meine Eltern, die immer zu mir sagten:“ Alles wird gut werden wenn ich nur etwas mehr Geduld habe, und mehr Ausdauer hätte was das abwarten betrifft …“. Als Jugendlicher, fühlte sich für mich das Warten wie eine Strafe an!

Warten erfordert Selbstdisziplin

Heutzutage können die Meisten nicht mal 5 Minuten an der Kasse stehen ohne dabei NICHT auf das Handy-Display zu sehen. Und sollte der  Empfang grad ein schlechter sein, werden sie total ungeduldig und nervös. Jeder hat kaum Zeit sich an der Kasse wie ein normaler Mensch anzustellen. Es ist keine Seltenheit mehr, von hinten Sätze ins Genick geschleudert zu bekommen wie „Wie wärs eine weitere Kasse zu öffnen, oder oh Gott, die schläft ja ein beim kassieren!“ Oft bekommt man auch direkt ein schlechtes Gewissen, wenn man mal länger an einem Schalter zu tun hat, weil dir die Menschen dahinter so an die Pelle rücken , dass es unangenehm wird! Hast du sicher schon alles selbst erlebt. :D

Wie war das früher?

Ein Moment Pause war oft sehr angenehm. Wir konnten nachdenken, den Tag Revue passieren lassen, oder mit Leuten in Kontakt treten. Diese Hektik und die Eile, war nicht unbedingt so spürbar. Waren die Menschen anders? Und jetzt?  Sorry, wenn ich schon wieder im Supermarkt lande, aber hier fällt es mir am besten auf, wenn jemand vor uns an der Kasse in Zeitlupe seinen Einkauf einräumt, wird sofort überlegt die Schlange zu wechseln, an der anderen Kasse könnte es ja doch zügiger gehen und wir würden 40 sec. gewinnen! ? Man glaubt es auch kaum, wie manche sich über so kurze Zeitverzögerungen richtig ärgern können!

Wie wäre es, wenn wir hingegen versuchen, diese Zeit des Ärgers und der  Wut, mit etwas anderem auszufüllen.? Leicht geschrieben … in Wahrheit aber gar nicht so einfach.

Warten ist kein Stillstand

Sieh kleine Pausen als Geschenk

Ohne Leerlauf keine Kreativität. Mann weiss von Kindern, dass sie nur eigene Ideen entwickeln können, wenn sie auch mal Langeweile haben. Warum darf das bei Erwachsenen nicht genau so sein? Wir brauchen die Phasen des Wartens und des nichts Tun um unseren Gedanken freien Lauf zu lassen.

Jeder von uns hat das schon mal erlebt … wir sehen aus dem Fenster – Gedanken driften weg – und auf einmal geht alles ganz einfach. Ein guter Einfall, eine Lösung auf etwas scheinbar nicht lösbares … Kreativität entsteht. Man muss ihr nur „Raum geben“. Das funktioniert auch in der Warteschlange an der Kasse. :D

Die Philosophin Simone Weil sagte: Wartezeiten sind sehr wichtig, um sich in ungeteilten Aufmerksamkeiten zu üben. Den Geist leer und gleichzeitig offen zu halten.

Sie hat recht denn nur so erlauben wir unserem tiefen Inneren zur Ruhe zu kommen. Unsere Seele darf dort hin reisen wo sie sein möchte, ausserdem kann es sein, dass wir Antworten auf Fragen erhalten, die den Mittelpunkt unseres Lebens berühren.

Wir übersehen dabei auch sehr oft, dass die Zeit des Wartens auch die ist, die es braucht, um Gesätes einholen und ernten zu können.

  • eine interessante Arbeit
  • eine heranwachsende Liebe
  • Geburt von Kindern
  • eine Karriere aufzubauen
  • ein Instrument zu lernen
  • Gewicht zu verlieren uvm.

Natürlich ist das Warten auf etwas das man herbeisehnt nicht immer einfach und auch meistens lästig. Aber in der Zeit kann man auch darüber nachdenken wie sich „Was“ verändern wird … Aber in der Regel wissen wir ja auch, dass der scheinbare Stillstand irgendwann auch ein Ende hat. Auch wenn nicht immer alles genau so kommt, wie man es sich erwünscht hatte.

Wie gesagt, alles nimmt ein gutes Ende, für den, der warten kann :-) . Warten ist eben eine wichtige TUGEND. Es bedeutet etwas in die Wege zu leiten und dann mit GEDULD auf ein RESULTAT zu warten.

Und im besten Fall sich über das zu freuen was gelungen oder eingetroffen ist!