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Jedenfalls war es bei mir mal so. Vielleicht kennst Du das Gefühl, wenn die Zukunft so weit weg ist und nicht greifbar? Ein blödes Gefühl, aber es gibt dafür einen einfachen Grund. Unsere Zukunft ist tatsächlich nicht „greifbar“. Kein Mensch hat sie jemals zu Gesicht bekommen und der einzige Platz, wo wir sie auffinden, ist in unseren Köpfen. Zukunftsängste … sie können unser Leben beeinträchtigen. Ein paar wertvolle Tipps sollen Dir dabei helfen, Sorgen einfach loszulassen.

Warum schreibe ich diesen Artikel? Es ist ganz einfach erklärt. Angst ist ein so breitgefächertes Thema und das Weltgeschehen um uns bietet sehr viel Angriffsfläche, um sich damit zu beschäftigen. Weiters kenne ich viele Menschen, die in den letzten  Jahren umdenken mussten. Sie sehen der Zukunft, aus heutiger Sicht, eher angsterfüllt entgegen. Und ich? Ehrlich gesagt habe ich über meine Zukunft auch schon mal besser gesprochen! ›lach‹.

Zukunftsangst – die Befürchtungen haben den Ursprung in unseren Gedanken

Die Zukunftsangst ist keinesfalls an ein bestimmtes Lebensalter gebunden. Bereits Kinder und Jugendliche können sich Sorgen um ihre Zukunft machen! Diese Angst kann uns ein Leben begleiten.

Mir wurde sie bewusst, als ich mich in einem Umbruch meines Lebens befand. Diese Angst hatte mir schon mehrere Male mein Leben nicht leichter gemacht. Schon mit dem ersten Augenaufschlag am Morgen machte mir diese Angst vor dem Ungewissen, den Tag schwer. Ich hatte das Gefühl, nichts mehr kontrollieren zu können und diese Ungewissheit löste bei mir Panik aus. Wer war ich denn, wenn ich plötzlich meinen Job verliere? Nicht mehr ausreichend Geld zur Verfügung habe? Gedanken Flick Flack pur.

Warum begegnen wir dem Ungewissen mit Angst? Wahrscheinlich, weil das Ungewisse schon immer eine „Bedrohung“ für uns Menschen ist. Wir reagieren mit Angst. Anders gesagt, hilft uns die Angst, uns auf das Unbekannte, nicht vorhersehbare, in der Zukunft vorzubereiten. Sie kann uns aber in ausgeprägterer Form auch lähmen und einen Alltag richtig schwer machen. Manchmal sogar so sehr, dass wir die Gegenwart nicht mehr richtig genießen können!

Wie gelingt es uns aus dieser Angstspirale zu befreien?

Da ich vor einigen Jahren eine Riesen-Panik vor meiner Zukunft hatte, ich absolut keine Perspektive gesehen habe, ich kaum finanzielle Mittel mehr hatte und zudem mitten in einer schweren Depression stand, suchte ich mir Hilfe. Gedanken wie „Was ist, wenn …“ spukten teilweise wie Geister in meinem Kopf herum. Geister, die sich verselbstständigten und eine Größe annahmen, die nichts mehr mit der Realität zu tun hatten. Ich  brauchte also einen Weg heraus aus diesem Dschungel …

Ein schöner Satz wurde mir damals gleich zu Beginn der gemeinsamen Arbeit an die Hand gegeben, den ich bis heute nicht vergessen habe und nie vergessen will! „Nur ICH bestimme, mit welchen Farben ich meine Zukunft ausmale.“ Wenn wir verstehen, was die Angst erzeugt, können wir einen Weg finden, um mit ihr umzugehen.

Komm ins TUN …

Fokussieren wir uns auf das, was wir verändern können, anstatt uns darüber zu sorgen, was wir sowieso nicht in der Hand haben! Nutzen wir den evolutionären Sinn der Zukunftsangst, indem wir uns auf diesen vorbereiten und ins aktive Handeln kommen.

Diese grau-schwarze Brille konnte ich damals natürlich nicht von heute auf morgen ablegen. Aber ich stand mir wohlwollend gegenüber und konzentrierte mich, Schritt für Schritt, auf das Positive. Ich begann ausschweifend Tagebuch zu schreiben. Ich notierte mir jeden Abend zwei bis drei Punkte, die für mich an diesem Tag angenehm waren … was ich geschafft habe und in meinem Kopf ordnen konnte. Schon das Notieren meiner Ängste verbuchte ich als sehr großen Erfolg. ›lächel‹. Es zählte jeder Moment und jedes Ereignis.

Mit dieser Routine entzog ich der Zukunftsangst, wenn auch langsam, den „Nährboden“. So gelingt es uns wieder unsere eigene Stärke zu erkennen. Wir alle haben schon so viel in unserem Leben erreicht und bestimmt auch schon vielen „Geistern“ das weiße Tuch vom Gesicht gezogen! Um nun auch den  gegenwärtigen angsteinflößenden Gestalten in unserem Kopf das Licht auszublasen, ist ein starker Selbstwert sehr hilfreich!

Gelassener in die Zeit, was kommt …

Unterm Strich bleibt die Zukunft für alle etwas Ungewisses. Keiner kann hellsehen. Viele malen schwarz. Jeder macht das, was er am besten kann, ob es hilfreich ist steht auf einem anderen Blatt. Dennoch sollten wir uns bewusst werden, dass es nur diese eine Zukunft geben wird und wir selber einen großen Anteil an ihr gestalten können!

Ich habe mir angeeignet, das Schwarzmalen sein zu lassen. Optimistisch, positiv, aber nicht weltfremd in die Zukunft zu sehen. Ganz nach dem Motto: „Es kommt wie es vorgesehen, für uns … für mich …“ Ändern wir die Welt, indem wir bei uns selbst beginnen! So können wir Vertrauen in uns und die Welt schöpfen und versuchen, das BESTE aus der Zukunft zu machen.

Und hier noch etwas, was DU auf keinen Fall vergessen darfst:

DU BIST ES WERT, JEDEN MOMENT GLÜCKLICH ZU SEIN … HAB KEINE ANGST UND VERTRAUE. DAS LEBEN IST IMMER FÜR DICH.

Fühl Dich geherzt und freue Dich auf die wieder helleren Tage im Frühling.

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Ich möchte heute über ein „Investment“ schreiben, dass sich in Deinem Leben nachhaltig bezahlt macht. Und damit meine ich keine teuren Kleidungs- oder Möbelstücke, Designer-Taschen oder Dinge, die einen hohen Anschaffungspreis haben. Das Investment, von dem ich heute sprechen will, ist Deine Persönlichkeit. Ich möchte Dir heute richtig Lust machen auf die inneren Werte. Bist Du dabei?

Vielleicht fragen sich manche, weshalb meine Themen gerade sehr persönlichkeitslastig sind? Schnell erklärt: Ich bin mitten drin und es ist mir ein so großes Anliegen, alles, was ich bis jetzt „neu“ erkennen darf, mit Dir zu teilen! :D Es fasziniert mich einfach und ich hoffe, Dich damit ein klein wenig anzuheizen.

Stärke, Mut und innere Schönheit begeistern mich enorm, wobei alles Äußere rundherum ganz im Hintergrund Platz nimmt. Es ist nämlich so, wir können unser Inneres durch Äußeres niemals aufpolieren! Das funktioniert NIE! Ganz egal wie viele Menschen uns wegen Äußerlichkeiten anschmachten … es ist nur von kurzer Dauer. Am Ende jeden Tages zählt eigentlich nur eines:

  • WER bin ich?
  • Welche Ausstrahlung habe ich und welche Atmosphäre entsteht, wenn ich auftauche?
  • Und welche Persönlichkeit steht mir gegenüber?

Und woher wissen wir, wie weit es mit unserer Persönlichkeit aussieht?

Das zeigt sich am besten, wenn wir unter Druck stehen. Treten unangenehme Situationen auf, zeigt sich das WESEN eines Menschen am besten. Anhand der Reaktion. Stehen Herausforderungen an, merkst Du sehr schnell – ist man von null auf hundert? Bricht die gute Laune wie ein Kartenturm zusammen? Ist man down und genervt? Rastet man vielleicht aus und ist wütend auf andere? Wird man ungeduldig und verfällt in Selbstmitleid? Sucht man sogenannte „Opfer“, um auf anderen herumzuhacken?

Ganz ehrlich? Wenn das so ist, dann gibt es in Sachen Persönlichkeitsschulung noch sehr viel Potenzial. ›zwinker‹

Und ist es andersherum: je größer dagegen die Herausforderung und je ruhiger und souveräner man damit umgeht, umso gefestigter die Persönlichkeit. Denn gute Laune haben, wenn alles easy ist, kann ja bekanntlich jeder. Leider bleiben wir alle nicht von Herausforderungen verschont und so ist es essenziell, dass Du in Deine Persönlichkeit investierst. :D Ein schöner Nebeneffekt wird eintreten: ein dauerhaft glückliches und erfülltes Leben. Unbeeinflusst von äußeren Umständen!

Wie kannst Du in Deine Persönlichkeit investieren?

Es gibt unglaublich viele Leute, die sehr viel Asche verdienen. Unmengen an Besitz vorweisen können, „Applaus“ von jeder Ecke erhalten und in Zeiten von Social Media abertausende Follower haben und sich auf jeder Plattform von der optimalen Seite anbieten. Wichtig und das sage ich deshalb, weil ich mich eine lange Zeit davon blenden habe lassen: Lass Dich davon nicht blenden, verführen oder gar verunsichern!

Nichts von all dem sagt etwas über deren Persönlichkeit aus. Und schon mal gar nicht die Zahl der Follower, die Mengen an Reichtum und deren äußeres Erscheinungsbild. Ich kenne einige Menschen, die sind so unscheinbar, dass Du sie gar nicht bemerkst, wenn sie an Dir vorbeigehen, aber hinterlassen einen gewaltigen Eindruck, wenn Du mit ihnen sprichst!

Beispiel:
Hitler hatte Millionen Anhänger …

Jesus hatte nur Zwölf.
Es sagt NICHTS aus.

Du verstehst, was ich meine? Es sagt null über die Persönlichkeit aus! Vergleiche Dich deswegen nie mit anderen. Ich habe das so lange Zeit gemacht, besonders was meine Arbeit, meinen Blog betraf. Ich hatte immer das Gefühl nicht gut genug zu sein … weil ich mich ständig an anderen orientierte. Das machen, was alle tun war absolut noch nie mein Ding und deshalb habe ich damit aufgehört. Es ist nicht zielführend. Für mich ist wichtig:

  • Würde
  • Standing
  • Größe & Stärke
  • Souveränität
  • Der Glaube an mich

Also kein Stress und wie meine Mentorin gerade in jedem Satz sagt: R E LA X. Keine Hektik aufkommen lassen, nur weil jemand anderer gerade äußere Bestätigung erlebt. DENN, was jemand anderer hat, bekommt oder erlebt, geht uns sowieso nix an. ›lach‹. Der ist der und WIR sind WIR.

Vertraue Deiner Intuition. Ich lebe übrigens nur so und Du darfst mir glauben, es ist sehr abenteuerlich und überraschend. Gleichzeitig spannend und oft auch richtig erfolgreich so ein (mein) Leben! :-)

Du hast verlernt nach Deinem Bauchgefühl zu leben?

Das verstehe ich. Ich war auch mal an diesem Punkt angekommen. Das kommt davon, wenn wir unsere innere Stimme dauernd ignorieren. Irgendwann nimmt man sie dann kaum noch wahr. Sie wird immer leiser. Diese Stimme ist ein sehr sensibles Ding! Das Gute aber – sie ist nicht nachtragend. Du kannst Dich jederzeit, in jedem Moment, wieder DAFÜR entscheiden. Vertraue und höre. Sie ist da.

Beschäftige Dich mehr mit Deinem INNEN als mit Deinem Außen

Im Außen findest Du ohnehin keinen nachhaltigen Input. Es ist so, Dein eigener Input bestimmt den „Output“.
Sag mir mal, womit Du Dich die meiste Zeit beschäftigst? Ich werde Dir sagen, wie Deine Persönlichkeit aussieht. :-)
Denn, wenn wir den ganzen lieben Tag nur Oberflächlichkeiten folgen und uns damit beschäftigen, uns nur mit „small minds“ –
also mittelmäßigen oberflächlichen Menschen umgeben, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn unsere Persönlichkeit nicht wachsen kann! Harter Tobak, ich weiß. Aber ich habe es bei mir selbst erlebt und erkennen dürfen.

Mit dem Alter wird man nur älter, nicht stärker und glücklicher!

Unsere Persönlichkeit wird nicht über Nacht schöner, reifer. Nö – das braucht viele Nächte, viele Tage, viele Entscheidungen. Es ist ein Prozess. Ehrlich? Ich genieße diesen Prozess. Beschleunigen kannst Du diesen Prozess, indem Du solche Dinge wie diese hier liest. Es ist eine Art „Booster“, den ich sehr gerne mit Dir teile. ›lach‹.

Investiere also lieber in Deine Persönlichkeit. Besuche Seminare, lies gute Bücher darüber und umgebe Dich mit inspirierenden Menschen statt Dich auf Instagram & Co. mit irgendwelchen Glanz-Profilen zu vergleichen und zu beschäftigen. Vielleicht sagst Du jetzt: „Das machen ja ohnehin nur die Jungen.“ Da muss ich Dir dagegen reden. Man glaubt gar nicht, wie viele ältere Menschen darin ihr Glück finden möchten! Ich darf Dir raten:

  • Entscheide Dich für Freude inmitten von Schwierigkeiten, den es zieht Dein Inneres hoch!
  • Weigere Dich, zu bemitleiden, denn jede Verweigerung macht Dich stark!
  • Vertraue auf die Liebe, auch wenn es im ersten Moment anders aussieht, sie lässt Dich innerlich wachsen.
  • Und jeder Entschluss und jede Entscheidung, scheint sie auch noch so unbedeutend, bringt Dich vorwärts und ist das richtige Investment für Dein inneres Wachstum, das sich lohnt.

IMMER VON INNEN NACH AUSSEN. Damit fährst Du gut. Andersrum bringt nichts. Denn, wenn das Licht ausgeht und der Fame, der Ruhm vorüber ist, dann bleibt nur eines über … WIR, die eigene Person. Und ist es nicht wunderbar, wenn diese Person die Strahlendste und Glücklichste von allen ist?  DU. Also mehr SEIN als SCHEIN? Genau dort solls hingehen und dabei wünsche ich Dir ganz viel Spaß! ›lächel‹.

Schön das es Dich gibt. Pass auf Dich auf bis bald.

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Dieser Beitrag, brennt mir schon länger unter den Nägeln. Zum einen, weil mir als Betroffene diese Thematik sehr am Herzen liegt und zum anderen, spricht die Gesellschaft nur bedeckt darüber. Ich bin sehr dankbar und froh darüber, dass jeder der Hilfe braucht, auch die Möglichkeit hat, sich in eine der unzähligen REHA-Einrichtungen zu begeben, um die Seele, die Psyche und den Körper wieder „einigermaßen“ zu heilen. Manches läuft nur leider nicht immer wie erwartet und darüber möchte ich heute schreiben.

Alle, die mich regelmäßig lesen, wissen natürlich auch, dass ich als Betroffene schreibe und jede Menge Erfahrungen gesammelt habe. Meine erste Erfahrung mit Therapien begannen 2010 und hatten ihr Ende 2020. Es waren unzählige psychosomatische REHA’s, die ich in dieser Zeit „durchgesessen“ habe. Ich habe so ziemlich alles durch was  an Medikamenten, therapeutische Maßnahmen und REHA-Einrichtungen angeboten wurde. Der Großteil der Hilfe in den vielen, langen und sicher nicht einfachen Jahren, war für mich lebensrettend. Vieles war sehr hilfreich und manches war eine Fehlentscheidung, die verordnet worden war.

Der Beitrag heute soll diejenigen unterstützen und Mut machen, die sich gerade in Therapie befinden, gerade eine Therapie hinter sich haben oder sich mit den Gedanken auseinandersetzen eine zu beginnen. Es ist auch sehr gut möglich, dass ich mir heute nicht nur Freunde mit diesem Beitrag mache, aber darum geht es mir auch gar nicht. Es ist an der Zeit, auch mal darüber zu schreiben, was nicht in den „Raster“ passt. Denn MERKE: Es ist nie ein Einzelfall, man redet nur nicht darüber …

So ein Leben ist nicht lebenswert …

Kurz über mich: 2010 war der Tiefpunkt in meinem Leben. Private, familiäre, gesundheitliche und dadurch auch berufliche Katastrophen schmissen mich völlig aus der Bahn. Körper-Seele-Geist … nichts spielte mehr zusammen. Ich nahm keine Nahrung mehr zu mir, meine Beine streikten und mein ganzes ICH verfiel in eine „Starre“, die von Angstzuständen und unerklärlichen Schmerzen begleitet wurde.

Es dauerte einige Jahre bis ich eine Diagnose hatte und all dem einen Namen geben konnte. Komplexe PTBS. Bedeutet, es finden Beeinträchtigungen im Denken und in der Gefühlswelt sowie in sozialen Beziehungen statt. Die Folge von schweren und (oder) wiederholten Traumatisierungen. Soviel zu meinem damaligen Zustand.

So ein Leben ist kein Leben. Das wurde mir klar, als ich damals meine erste „Akut-Phase“ überstanden hatte. Es war mehr als notwendig, etwas zu verändern, wenn ich nicht weiter so dahinsiechen wollte.

Der Begriff Psychosomatik

Er kommt aus dem Griechischen und steht für PSYCHE (Seele) und SOMA (KÖRPER). Psychosomatische Rehabilitationen behandeln psychische Faktoren, darunter fallen Erkrankungen, bei denen seelische Symptome im direkten Vordergrund stehen. Depressionen, Ängste – durch unterschiedliche Traumen entstanden, aber auch Erkrankungen, bei der psychischen Symptome als Ursache oder Folge körperlicher Beschwerden eine große Rolle spielen.

Für viele – und das war es auch für mich, ist der Weg bis zu einer passenden und wirkungsvollen Behandlung ein sehr langer. Aus einem ganz einfachen Grund: Die meisten Betroffenen suchen die Schuld bei sich selbst und meiden daher jede therapeutische Hilfe! Ich davon wirklich ein Lied singen. Psychische Erkrankungen gehören nicht nur zu den häufigsten Erkrankungen in unserer Gesellschaft, sondern auch zu den am meisten unterschätzten!

Betroffene erkennen selbst nicht ihren Krankheitswert und fühlen sich daher oft selbst verantwortlich für ihr Sein. Persönliches „Versagen“ stand bei mir ganz oben auf der Liste. Der Weg bis ich Hilfe in Anspruch nehmen konnte dauerte daher sehr lange. Leider folgten in meiner Geschichte sehr viele Fehldiagnosen, da sich auch der körperliche Zustand stark veränderte. Nichts passte zusammen. Sind diese Dinge aber erstmals abgeklärt (was wirklich dauern kann), kann ein stationärer Aufenthalt in einer Fachklinik geplant werden.

Es gibt (SOLLTE) effektive Hilfe geben

In einer psychosomatischen Einrichtung oder Trauma-Station treffen kranke Seelen auf Experten. Die körperlichen Aspekte der Erkrankung (sollten) berücksichtigt werden. Emotionales Empfinden (sollte) auf ganz viel Verständnis treffen! Ungesunde Verhaltensmuster und depressive Denkmuster (sollten) wieder neu „organisiert“ werden – ohne dabei zu überfordern!

Hilfestellungen (sollten) gelehrt werden, um bei der Bewältigung vieler Probleme zu helfen. Realistische Behandlungsziele (sollten) erstellt werden.

Es ist kein leichtes Vorhaben, hat man als Betroffener mehrere „Baustellen“, die man natürlich gerne am liebsten auf einmal zusammenräumen möchte. :D

Zurück zu mir:

In einer meiner ersten REHA auf der Psychosomatik kam ich mit ganz vielen gleichwertigen „Baustellen“ an. Dazu hatte ich immer wieder Ausfälle in meiner körperlichen Beweglichkeit und Schmerzen, die kaum auszuhalten waren. Unsicherheit und Angst nahmen den meisten Platz in meinem mitgebrachten Koffer ein. Die erste Woche war dazu da, ganz viele Fragen zu beantworten. Kindheit, Jugend, Eltern und Beziehung.

Ich hatte in dieser Zeit extreme Gefühls- und Denkmuster in sehr ausgeprägter Form in meinem Kopf, die hauptsächlich mir selbst aber auch meinem Umfeld schadeten. Ich war unangepasst und unflexibel. Es wurden in den Tagen und Wochen Kriterien erstellt, um mich „einzuordnen“. Und es wurden viele Regeln aufgestellt, die ich auch unterschreiben musste.

Ich wollte unbedingt diese Gefühle hinter mir lassen, endlich wieder Struktur in mein Leben bringen! Ich hatte nur ein großes Problem mit der Kommunikation und der Vorgehensweise mancher Ärzte auf der Station. Meine zugewiesene Therapeutin hätte meine Tochter sein können und das Miteinader funktionierte gleich null. Die Therapiepläne passten meines Erachtens nicht zu meinem Krankheitsbild und auf meine Frage, die Therapeutin zu wechseln wurde mir etwas anderes vorgeschlagen:
„Sie sind zu uns gekommen und wenn sie nicht kooperativ sind, packen sie ihre Sachen und gehen wieder nach Hause …“ der Tonfall klingt heute noch in meinem Ohr.

Natürlich blieb ich. Ich wollte ja Hilfe bekommen. Aber es folgten noch viele solcher Momente. Momente in denen mir das Feingefühl fehlte. Die Geduld. Die Aufklärung und leider tatsächlich auch die Menschlichkeit.

Meine damalige und erste Erfahrung mit einer Therapie stellt leider keinen Einzelfall dar, wie ich in den Jahren danach feststellen musste. Von Außen kann man recht wenig daran ändern. Und Fakt ist auch, man kann sein Leben mit einer psychischen Erkrankung in 6,8 oder 12 Wochen nicht wieder gerade rücken und erwarten, dass danach wieder alles gut ist.

Erwartungen?

Meine Erwartungen waren nicht sehr hoch damals. Ich spürte, dass diese Einrichtung nicht das „richtige“ für mich war. Ich erinnere mich noch genau, als ich meine Enttäuschung bei der wöchentlichen Visite zum Ausdruck brachte. Unsicher und ängstlich war ich. Man ließ mich nicht mal ausreden und schlug mir vor in die Psychiatrie zu wechseln! Ein wahrlich toller Lösungsansatz, der mir den Boden unter den Füßen wegzog.

Meine Gedanken damals waren sehr verwirrend. Ich verstand gar nichts mehr. Die Klinikleitung hatte sämtliche Befunde von mir und stellte dennoch kontraproduktive Therapien zusammen. Das war auch die Auffassung meiner Fachärztin als ich wieder nach Hause ging. Dumm gelaufen dachte ich und ich suchte die Schuld wieder mal bei mir …

Was darf ich erwarten? Natürlich sind nicht alle Einrichtungen verkehrt. Nicht alle Ärzte und Therapeuten sind empathielos und ohne Gefühl! Schließlich verdanke ich genau solchen Menschen meine Rückkehr ins Leben. Aber dazu komme ich zum Schluss.

Eine psycho(somatische) Therapie ist IMMER ein guter Schritt, entscheidet man sich dafür. Der regelmäßige Austausch mit Therapeut und dem Ärzteteam bietet wertvolle emotionale Unterstützung. Es ist hilfreich, den Ursachen der Beschwerden, die einen begleiten, auf den Grund zu gehen.

Zu einer psychotherapeutischen Behandlung gehört es, sich mit unangenehmen und belastenden Themen zu beschäftigen. Das führt oft zu einer totalen Überforderung. Selbstzweifel verstärken die Situation und das kann dazu führen, dass man sich vorübergehend schlechter fühlt. Solche Auseinandersetzungen sind aber auch ein wichtiger Schritt um einen guten Behandlungsverlauf zu erzielen!

Die wichtigsten Menschen dabei sind wir selbst, der Therapeut und einem eingespieltes Arzt- und Pflegeteam.

Ein letzter Erfahrungswert

Den ich nicht unerwähnt lassen möchte. Es waren Erfahrungen, die ich bei meiner bis jetzt letzten REHA 2020 erfahren habe.

Beinahe 3 Jahre wartete ich auf einen speziellen Therapieplatz, der mir vorgeschlagen und über den ich mich selbst sehr gut informiert hatte. Spezialisiert auf Traumaufarbeitung. Die Aufnahmen sind rar und Gold wert und ich war happy, als ich endlich den Anruf für mein Erstgespräch erhielt. Ich war gut vorbereitet und hatte zu dem Zeitpunkt, schon jede Menge „Selbstoptimierung“ und Arbeit mit mir hinter mich gebracht. Von diesem Aufenthalt versprach ich mir tatsächlich sehr viel!

Ich wollte endlich, mit Hilfe der Fachkräfte, meine Schubladen „schließen“ können. Nicht ausräumen … nur schließen.

Alle Abläufe waren mir nichts Neues mehr. Das Team machte einen sehr guten Eindruck. Die zusammengestellte Gruppe war mit den unterschiedlichsten tiefgeprägten Persönlichkeiten super und machte jede Stunde zu etwas ganz Besonderem für mich. Meine Einzeltherapeutin und ich erstellten einen Plan. Sie war über meine Themen genau informiert. Ich vertraute und legte all meine Themen in ihre Hände.

Es gab mehr Einzelsitzungen als ich normal kannte. Das fand ich toll, denn diese Termine brachten mir immer ganz, ganz viel. Allerdings waren wir nach 3 oder 4 Stunden nicht einer Meinung. Mein „wichtigstes“ Thema fand sie absolut nicht wichtig. Und so kam es, dass wir jede weitere Stunde durch alle möglichen Themen schlitterten.

Ich verlor den Halt und die Orientierung. Wo sollte die Reise hingehen? Die Stunden verliefen, es wurde ALLES wieder geöffnet, was eigentlich schon versiegelt war. Jeder Deckel wurde aufgerissen und nicht mehr zugemacht!

Mein Körper meldete sich, er spürte die Unruhe in mir und begann zu „streiken“. Ich konnte wieder mal nicht laufen. Von Schlaf war keine Rede. Ich aß entweder nichts oder Unmengen bis mir übel war. Meine Haare fielen mir aus und meine Gelenke wurden dick und schmerzten. Ich kam in wirklich sehrt guter Verfassung. Meine mentale Stärke reichte für zwei, aber dem war ich plötzlich nicht mehr gewachsen.

Das Endgespräch führte ich gemeinsam mit meinem Partner und der Stationsleitung. Sie bedauerten meinen schlechten Zustand. Entschuldigungen wurden ausgesprochen und sie versicherten mir, dass es bei der nächsten Intervall-Therapie, für die ich vorgesehen war, besser „laufen“ würde. Es passierten viele Dinge während meiner Zeit die ich da war, die hätten NICHT geschehen dürfen. Und so kam ich nach 12 Wochen wieder nach Hause. Ganze 7 Monate brauchte ich, um meinen inneren Saustall, die Unruhe, die Angst, die Alpträume u.s.w wieder so einigermaßen in den Griff zu bekommen. Und ich glaube sagen zu können – ICH war damals schon beinahe am Ziel und konnte mit der Vergangenheit gut umgehen.

Es waren viele GUTE Momente, die ich erlebt habe. Aber der Hauptkern der eigentlichen Therapie, hat mich kein Stück weitergebracht, ganz im Gegenteil. Die vorgesehene Intervall-Therapie hätte ich im Frühjahr antreten sollen. Ich habe sie abgelehnt. Das notwendige Vertrauen war nicht mehr vorhanden.

Ein sensibler Gesundheitsberuf

Meiner Meinung nach, ist das Aufgabenfeld dieses so wichtigen Gesundheitsberufes ein sicher schwieriges, das sehr viel Gefühl bedingt. „Ein Behandler der Seele“ stand auch da irgendwo zu lesen. Schöne Worte finde ich. Es verlangt viel Einfühlungsvermögen und Sicherheit in der Art und Weise, wie mit den Patienten umgegangen wird. Es muss bewusst sein, dass die Seele der Menschen, die sich mehrere Wochen in die Obhut vieler Fachleute begeben, kaputt, verletzt oder zerstört ist. Leidenszustände dürfen nicht verallgemeinert werden, auch wenn die Diagnosen mancher Patienten gleich sind.

Außerdem sehe ich es so: Jeder Patient ist für den Therapeuten etwas sehr wertvolles. Schließlich lernen wir nicht nur von ihm, sondern wir öffnen unser Innerstes, aus dem jeder Arzt und jeder Therapeut seine Erfahrungen sammeln darf! Alles kein Problem, solange man wertschätzende und einfühlsame Gegenleistungen erhält.

Nicht jeder Mensch ist ein Symphatieträger … manchmal kann man eben nicht mit jedem und das sollte ok sein dürfen und es sollte die Möglichkeit bestehen, seine Ansprechpartner und Therapeuten zu wechseln. Gerade in diesem Bereich. Und wie ich zu Anfang schon geschrieben habe – Therapie ist etwas sehr hilfreiches. Es kann ein Leben wieder lebenswert machen. Sie hilft, wieder neue Perspektiven zu erkennen. Sie lehrt, mit ganz viel Handwerkszeug, Probleme im Alltag leichter zu meistern. Und sie schenkt neues Selbstvertrauen. :-)

Für alle die vielleicht gerade über eine REHA nachdenken – MACHT ES!
Für die, die sich gerade in Therapie befinden und nur darauf warten, dass die Zeit vorrüber ist, weil sich so viel nicht richtig anfühlt – SAGT ES ODER BRECHT AB! Es war dann nicht das Richtige.

Fazit:

Es ist sehr gut möglich, dass ich mir heute mit meinem Beitrag nicht nur Freunde mache. Damit kann ich aber leben. :D
Ich bekomme sehr viele Zuschriften von Frauen & Männern, die ähnliches erlebt haben und mir berichten. Deswegen wollte ich diesen Artikel schreiben. Es schmeckt nicht alles „süß“, was wie Zucker aussieht. Aber vieles wird als „Zucker“ verkauft. Keiner dieser Menschen will verständlicher Weise genannt werden. Deswegen schreibe ich auch ausschließlich meine Erfahrungen nieder.

Über Erfahrungsaustausch freue ich mich immer. Also wenn Du magst, lass mir gerne einen Kommentar da.
Willst Du mich und meine Arbeit unterstützen? Dann teile mich auch gerne …

Es gibt keine „aussichtslosen“ Fälle. Die meisten Menschen kommen am Tiefpunkt in Therapie. Auch ohne Behandlung kann es nur besser werden. So sieht das Leben es vor. Und wenn wir nicht länger in der Lage sind eine Situation zu ändern … sind wir gefordert, uns selbst zu ändern.

Mit diesem Schlusssatz, DANKE ich Dir, dass DU mir Deine Zeit geschenkt hast!
Von Herzen nur das BESTE!