Ich achte auf mich. Aber liebe ich mich auch?

Inspiration, Liebe, Seelenleben

Diesen Satz habe ich schon unzählige Male gelesen.
Auf Bildern. In Beiträgen. Zwischen Sonnenuntergängen und perfekt inszenierten Lebensweisheiten.

Und jedes Mal dachte ich mir: Schön gesagt.
Aber was, wenn ich damit gar nicht so viel anfangen kann?
Denn wenn ich ehrlich bin, musste ich erst einmal lernen, mich überhaupt wichtig zu nehmen.
Grenzen zu setzen. Auf mich zu achten.
Nicht mehr alles hinzunehmen, nur damit andere sich wohlfühlen!
Das alleine war schon Arbeit genug. 🙂

ABER LIEBEN?

Dieses Wort fühlt sich für mich nach wie vor RIESIG an.
Fast fremd.

Liegtl es daran, dass ich persönlich mit dem Begriff „Liebe“ generell oft kämpfe?
Vielleicht auch daran, dass  ich und bestimmt auch manche Menschen NIE wirklich gelernt haben, wie sich gesunde Liebe überhaupt anfühlt?
Ich glaube, darüber wird viel zu selten gesprochen. :-
Es gibt Frauen, die in ihrer Kindheit oder Jugend nie das Gefühl hatten, wirklich gesehen zu werden.
Nicht emotional getragen.
Nicht ernst genommen.
Nie sicher und Sichtbar!

Manche wurden kritisiert statt gestärkt.
Verglichen statt verstanden.
Benutzt statt geliebt.
Und irgendwann wächst man mit diesem unsichtbaren Gefühl auf, ständig etwas leisten zu müssen, um überhaupt wertvoll zu sein.
Und dann frage ich mich: WIE soll daraus plötzlich diese große Selbstliebe entstehen, von der immer gesprochen wird?

Ich glaube, für manche Frauen ist Selbstliebe kein natürlicher Zustand.
Sondern richtige Schwerstarbeit!
Vor allem dann, wenn man nie erlebt hat, wie gesunde Liebe überhaupt aussieht.

Dennoch begegnet uns heute überall dieselbe Botschaft:
„Du musst dich selbst lieben.“

MUSS ICH DAS WIRKLICH?

Reicht es vielleicht fürs Erste schon, mich nicht mehr ständig selbst fertigzumachen?
Denn ehrlich:
Viele Frauen führen ihr ganzes Leben lang Gespräche mit sich selbst, die sie niemals mit einem anderen Menschen führen würden.

Zu dick, klein,groß oder dünn.
Zu empfindlich.
Nicht schön genug.
Nicht erfolgreich genug.
Zu „anders“ und n nicht in den Raster passend.

Und während wir anderen Mitgefühl schenken, zerlegen wir uns selbst in Einzelteile!
Man sagt: Wer sich selbst nicht lieben kann, kann auch keine Liebe geben.
Aber ich glaube nicht, dass das so einfach ist.

Denn viele Frauen lieben andere sogar sehr tief!
Nur sich selbst vergessen sie dabei ständig.
Es geht deshalb gar nicht darum, eines Tages vor dem Spiegel zu stehen und sich vollkommen zu L I E B E N.

DAS ZIEL IST ETWAS GANZ ANDERES

Sich selbst nicht mehr permanent zu verraten.
Die eigenen Grenzen ernst zu nehmen.
Sich Ruhe zu erlauben!
Nicht mehr überall an letzter Stelle zu stehen.

Und hier beginnt  etwas, das ehrlicher ist als dieses große Wort „Selbstliebe“.
Und wenn ich darüber nachdenke reicht das fürs Erste auch vollkommen aus. 🙂

Was meinst DU?

Xo Sandra

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