„Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich mich aus Diskussionen heraushalte. Selbst wenn jemand behauptet, 1+1 sei 5.“Ob dieses Zitat tatsächlich von Keanu Reeves stammt, kann ich nicht sagen. Was ich allerdings sagen kann: Ich mag den Gedanken dahinter.
Sehr sogar!
ES ÄNDERT SICH VIELES MIT DEN JAHREN …
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da hätte ich diskutiert. Und zwar leidenschaftlich. Ich wollte verstanden werden, wollte meinen Standpunkt erklären und war fest davon überzeugt, dass sich vieles lösen lässt, wenn man nur lange genug darüber spricht. Zugegeben – manchmal wollte ich auch einfach recht haben. Nicht immer, aber oft genug.
Heute sehe ich das anders!
Nicht, weil mir plötzlich alles egal geworden wäre. Ganz im Gegenteil. Es gibt Themen, für die ich weiterhin aufstehe, meine Meinung sage und Haltung zeige. Doch ich habe gelernt, zwischen wichtigen Dingen und bloßem Lärm zu unterscheiden.
Und der Lärm ist in den letzten Jahren erstaunlich laut geworden.
Überall wird diskutiert. In sozialen Medien. In Kommentarspalten. Am Stammtisch. Im Freundeskreis. Jeder hat eine Meinung. Oft sogar sehr viele. Und manche Menschen verteidigen ihre Ansichten mit einer Entschlossenheit, als hinge das Schicksal der Menschheit davon ab.
Jahre zuvor, wäre ich mitten hineingesprungen.
Heute nehme ich lieber einen Schluck Kaffee, genieße den Kuchen dazu und beobachte das Schauspiel von der Seitenlinie.
Denn irgendwann wurde mir klar, dass nicht jede Diskussion eine Diskussion ist. Viele Menschen hören nicht zu, um etwas Neues zu erfahren. Sie hören nur zu, um ihre nächste Antwort vorzubereiten! Da werden Argumente ausgetauscht wie Tischtennisbälle, während echtes Zuhören längst den Raum verlassen hat.
Und genau dort verliere ich das Interesse.
Warum sollte ich meine Energie investieren, wenn das Ergebnis von Anfang an feststeht? Warum sollte ich versuchen, jemanden zu überzeugen, der gar nicht überzeugt werden möchte? Und warum sollte ich mir einen Knoten ins Gemüt reden für etwas, das morgen ohnehin vergessen ist?
Mit den Jahren habe ich festgestellt, dass Frieden oft wertvoller ist als „Rechthaben“.
Das Älterwerden bringt einige Überraschungen mit sich. Die Bandscheiben melden sich gelegentlich ungefragt zu Wort, die Lesebrille liegt grundsätzlich dort, wo man sie gerade nicht vermutet, und manche Menschen werden mit zunehmendem Alter nicht unbedingt klüger. Aber eines schenkt uns diese Reise doch: die Fähigkeit, unsere Kämpfe bewusster auszuwählen. 🙂
Nicht jede Einladung zu einem Streit muss angenommen werden.
Nicht jede Meinung braucht eine Gegenmeinung.
Und nicht jeder Irrtum verlangt nach einer Korrektur.
Manchmal reicht ein freundliches Lächeln und der stille Gedanke:
„1 + 1 = 5? Von mir aus.“
Nicht aus Überheblichkeit. Nicht aus Resignation. Sondern aus Gelassenheit.
Es ist ein wohltuendes Gefühl, nicht mehr alles kommentieren, erklären oder verteidigen zu müssen. Es spart Zeit, Nerven und erstaunlich viel Lebensenergie. Energie, die ich heute lieber in Menschen investiere, die mir wirklich ihre Ohren schenken und zuhören. In Gespräche, die bereichern. In Dinge, die mein Leben schöner machen.
Denn am Ende interessiert mich längst weniger, ob ich eine Diskussion gewonnen habe. Sondern ob ich meinen Frieden behalten habe.
Und ganz ehrlich – DAS, fühlt sich tausendmal besser an. 🙂
Einfach aus dem Alltag gefischt und mit dir „teilen“ wollen.
Eine gute und friedliche Zeit für dich!



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