Die Beziehung zu meinen Ängsten

Die Beziehung zu meinen Ängsten
Lesezeit: 5 Minuten

Kann man mit der Angst Freundschaft schließen? Obwohl sie nicht unbedingt ein guter Kompass ist? Denn die Angst führt uns nicht zu uns, sondern sie veranlasst uns, negativ zu denken und ganz viele Dinge von vorneherein nicht zu tun. Jeder von uns kennt sie … diese Angst. Ein unangenehmes, mulmiges Gefühl, das sich ausbreitet, wenn wir andere ungewohnte Richtungen einschlagen.

Ich schreibe heute nicht über das gesunde Maß an Angst. Die Angst, die sich wie ein warmer Mantel über uns legt, sind wir in Gefahr. Ich schreibe über die Art von Ängsten, die ein Leben wirklich beeinträchtigen können. Über Angstzustände, die in bestimmten Situation auftauchen können. Generalisierte Ängste. Angst vor Ereignissen … sich übermäßig zu sorgen. Über die Angst, die Gefühle wie Panik und Hilflosigkeit auslöst.

Ich erzähle darüber, weil ich die Angst so gut kenne

Ich glaube sagen zu können, dass mein Leben schon von Kindheit an, von Angst ummantelt war. Meine Ängste reichten von – bis. In den Jahren danach, habe ich dann sehr gerne meine Komfortzone verlassen, bin immer wieder ausgebrochen und habe mehrmals auf die „STOP“ – Taste des Lebens gedrückt. Meistens war das unfreiwillig und bei meinem letzten „Stillstand“ vor einigen Jahren ging all das mit dutzenden Ängsten einher.

Mir war gar nicht bewusst, wie viele Ängste ein Mensch überhaupt haben kann! Meine Existenz – und Verlustangst war dabei am schlimmsten. Die Angst nicht geliebt zu werden … nicht richtig zu sein! Meine enorme Angst vor Stille und Leere! Und ich hatte riesige Angst Gefühle zu zeigen und zu spüren. Ich fürchtete mich davor, wieder verletzt zu werden. Ich hatte große Angst auf meine alten „Wunden“ zu stoßen. Und ich hatte Angst jegliche Kontrolle über mein Leben zu verlieren! Einige Zeit danach, vor meiner eigenen Größe … Angst vor Sichtbarkeit. 

Schon beim Aufzählen und Aufschreiben meiner Ängste wird mir ganz anders. Unglaublich, was ein Mensch für Ängste haben kann. Es gibt noch so viele Arten von Angst. Und wenn wir auch alle schon davon gehört haben, mit der oder dem einen darüber gesprochen haben – es ist total anders, wenn es einen selbst betrifft! Blicken wir hinter die Kulissen Angst geplagter Menschen, findet man sehr viel – ich nenne es jetzt mal „Unordnung“. Es bedarf sehr viel Arbeit, Disziplin und Mut, wieder etwas Ordnung in das Leben zu bringen.

In all der Zeit habe ich allerdings ganz viel lernen dürfen: Es sind genau DIESE Momente, die mich wachsen lassen … bis heute. Denn viele meiner Ängste sind geblieben. Sie sagen mir hin und wieder „Hallo du!“. Innere Reife und Stärke kommen eben nicht vom seichten durchs Leben tänzeln. :D Deshalb habe ich mich auch in einer gewissen Weise, mit meinen Ängsten angefreundet ›lach‹. Ich sehe sie als Chance mich weiterzuentwickeln!

„Wenn Du Deine Gefühle nicht fühlen willst, spann den Bauch an …“

Dieser Satz ist wirklich alt und ich habe ihn vor vielen Jahren gesagt bekommen. Denk doch mal an Deinen Alltag. Wie oft am Tag ist Deine Bauchgegend angespannt? Atmest Du tief in Dich hinein oder atmest Du „flach? Meine Antwort darauf war: Angespannt und gefühlt, kaum atmend.

Falls es Dir auch so geht und Du Dich dabei erwischst, dass Du häufig angespannt und flach atmend durch Dein Leben rennst, dann verurteile das nicht. Nimm es wahr. Das Schöne an der Sache ist, sobald wir uns unseren Ängsten stellen, fängt die Mauer um unser Herz an einzubrechen. Allerdings in einer „Slow-Motion“ Geschwindigkeit!  Aber mit jedem einzelnen Schritt in Richtung Angst wird diese Mauer niedriger, … DAS verspreche ich!

Meine Ängste waren meine Verbündeten. Mein Leben lang. Deshalb ist es auch nicht so einfach, sie ganz loszulassen. Ich kann jetzt nur aus meinen Erfahrungen berichten. Ich fühle zwar mit meinen Ängsten nicht unbedingt wohl, habe aber auch nie richtig gelernt, Vertrauen zu haben. Und so halte ich ganz gerne mal an der Angst fest. Tust Du das ebenso, schreit das Herz nach Aufmerksamkeit. Als Nächstes mischt unser Körper mit. Er sendet unüberhör-  und sehbare Signale in Form von Wehwehchen. Das können Rückenschmerzen, Dauermüdigkeit und Kopfschmerz sein. Aber selbst DAS übergehen wir und bringen es NICHT in Zusammenhang mit unserer Angst. Zu viel Druck und Stress JA. Angst NEIN.

Gerade in den letzten Monaten fühlten sich meine Ängste wieder richtig wohl bei mir! Es ist viel passiert, Dinge, die im Leben nicht eingeplant werden. Und dann äußert sich meine Angst als unangenehmes schweres Gefühl in Brust und Bauch. Bin ich in solchen Phasen nicht achtsam, nistet sie sich genau in diesen Bereichen ein und betrachtet mich wahrscheinlich als 5-Sterne Spa Hotel! ›lach‹.

Klar, sie bekommt alles, was sie möchte. Sie bekommt ein 5-Gänge-Menü mit pikanten negativen Gedanken von mir ans Bett.  Sie weiß ja ganz genau, was mich triggert, und worauf ich anspringe und das probiert sie immer und immer wieder aus. So ist sie … die Angst, das kleine Luder!

Ängste sind wie Wellen …

Ich hatte vor fünf Jahren ein starkes Bedürfnis, meine Gedanken, Worte und Erfahrungen öffentlich zu machen. Allerdings waren da auch gefühlt 100 000 Ängste in mir. Meine Zweifel waren so groß  und meine alten Glaubenssätze hatten so wahnsinnig viel Macht über mich! Ich wollte Veränderung, hatte aber gleichzeitig so große Angst davor, ausgelacht und abgelehnt zu werden.

Meine Zeit damals war keine gute gewesen. Es wäre sicher einfacher gewesen, weiter mit meiner depressiven, ängstlichen Einstellung, im Bett zu bleiben oder halbherzig einen Job anzunehmen, der mir Geld brachte. Ich war damals noch nicht sehr weit mit meinen Veränderungen, aber ich habe mich auf eine innere Suche zu mir selbst begeben. Das kostete mich viel Überwindung!

Mit viel Zuspruch meines neuen Partners habe ich eine Entscheidung getroffen und bin in die Wellen aus Scham, Schmerz, Angst und Trauer hineingetaucht. Ich bin all meinen Ängsten begegnet und konnte sie so langsam hinter mir lassen.

Die Angst wird kleiner, wenn wir sie zulassen und auch fühlen! Erst als ich ganz bewusst mit meinen Ängsten gearbeitet habe, konnte ich mich immer wieder dafür entscheiden, einen neuen Weg zu nehmen. Den Weg der Zuversicht, des Vertrauens und der Liebe.

Manchmal hilft es …

Manchmal hilft es, ganz konkret, Dinge zu lernen, die uns dabei helfen, unser Leben leichter zu machen. In meinem Fall war es mein Blog. Ich lernte jede Menge von meinem Herzmenschen. Musste mich über das Online Business, Marketing und Social Media schlaumachen. Wie die Dinge so funktionieren ›lach‹. Ich absolvierte intensives Schreib-Coaching, machte Online-Seminare, aber vor allem tat ich eines: Ich habe mich aktiv dazu entschlossen, meiner Angst ins Gesicht zu schauen. Mich nicht einschüchtern zu lassen!

Warum ich Dir das heute alles schreibe? Ganz klar gesagt. Ich möchte Dir Mut machen. Kein (Angst)-Berg ist zu hoch, um ihn nicht besteigen zu können! Egal um welche Angst es geht. Um welche Form des „gesehen werden“ es geht. Das nicht alle Menschen so denken wie Du und ich es tun ist ok. Dass uns nicht alle Menschen dafür lieben, WAS und WIE wir etwas machen, ebenso ok! Dass Kritik zum Leben gehört, wissen wir alle, also … auch ok. All das darf sein und die Ängste haben dabei auch ihre Berechtigung, NUR sie dürfen uns niemals einschränken und von unseren Wünschen abhalten!

Gehe Deinen Herzensweg. Unser Leben ist viel zu wertvoll, um uns von der Angst ausbremsen zu lassen. Ich gebe Dir mein Mantra mit auf Deinen Weg:

HERZLICH WILLKOMMEN ANGST!

Danke, dass DU heute bei mir warst und vielleicht kannst Du Dir daraus etwas mitnehmen, das Dich einen Schritt weiter bringt!
Bis zum nächsten Mal …

Xo Sandra

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