Lesezeit: 5 Minuten

Wieso es gut tut sich zu öffnen

Als ich meinen Blog ins Leben gerufen habe, wollte ich, dass sich für mich etwas verändert hat. Alles was ich in den vielen Jahren meines verrückten Lebens lernen durfte weitergeben. Über die Erkenntnis, dass ein Leben mit Spaß und in Lebendigkeit mehr Freude macht, als eines, das nur aus Schmerz und Langeweile besteht. Ich habe viele Lektionen gesammelt und wollte meine Leserinnen dazu motivieren, es mir gleichzumachen! Raus aus der Opferrolle, raus aus dem festgefahrenen Trott des Lebens – REIN in die Veränderung und Weiterentwicklung.

Jetzt nach etwa zwei Jahren habe ich entdeckt, dass es nicht das ist was wir alle brauchen. Wir brauchen keine Anleitungen, auch nur selten ein paar Tipps oder 5 Schritte Methoden um voranzukommen. Wir brauchen auch niemanden der uns belehrt und uns ständig sagt, dass wir schon weiter sind als wir eigentlich glauben!

Darüber denke ich sehr viel darüber nach. Ich bin der Meinung, was wir Frauen wirklich brauchen, ist die Erlaubnis zu fühlen, zu spüren und uns zeigen zu dürfen. Wie wir sind! Mit all unseren Schattenseiten, Gedanken, ob sie gerade passend sind oder auch nicht. Aber auch mit unserer ganzen Power. Dazu braucht es lediglich wahre Geschichten. Geschichten von Erfolgen, aber auch vom Scheitern. Denn DAS ist es, was uns alle verbindet.

Diese Geschichten machen uns auch deutlich, wir sind gut so, wie wir sind. Es ist keine Optimierung notwendig. Wir können und dürfen uns selbst in die Arme nehmen. <3

Ich musste selbst lernen mich immer weiter zu öffnen

Ich freue mich immer riesig über die vielen E-Mails, die ich zu meinen Beiträgen bekomme. Sie lassen mein reifes Herz jedes Mal springen vor lauter Freude und Dankbarkeit! Dabei wird mir auch oft die Frage gestellt, wie ich es schaffe mich so zu öffnen, ob es denn nicht unangenehm sei?

NEIN. Das ist es keineswegs. Ich habe es endlich geschafft, mich authentisch zu zeigen. Es gibt nichts mehr, was ich zurückhalten müsste. Ich habe keine Angst mehr „demaskiert“ zu werden.

Eine Fassade in Form zu halten kostet zu viel Kraft und Energie. Diese Zeit ist vorbei. Ich nutze diese Kraft anders. Für Wichtiges und sinnvolleres. Wie Du vielleicht auch schon bemerkt hast, haben sich meine Artikel etwas verändert. Ich möchte damit mehr Tiefe erreichen. Eben solche wahre Geschichten bringen, die unser Leben zur  Verfügung stellt.

Und es ist vollkommen okay, wenn Menschen mich, oder das, was ich schreibe, nicht mögen.
Bis ich zu dieser Einstellung gekommen bin, lag ein sehr steiniger langer Weg vor mir.

Es gibt Momente, in denen mich Meinungen und Worte anderer sehr wohl verletzen … so ist es nicht. Aber dann stehe ich auch zu meiner Verletzlichkeit.

Als es mir sehr schlecht ging, begann ich Selbsthilfeliteratur zu lesen. Besser gesagt zu verschlingen. Ich ging eigens zu einem Buchclub, um mir alle Bücher die ich brauchte, auszuleihen. Ich begann, noch mehr als zuvor, alles aufzuschreiben was mich beschäftigte. Als es mir wieder besser ging, begann ich zu bloggen. Ich wollte Frauen helfen. Was ich ja auch nach wie vor möchte! Ich bemerkte schnell, dass viel zu viele Frauen ihre Lebendigkeit mit der Zeit eingebüßt hatten, sich aber sehr danach sehnten!

Ich wollte helfen, indem ich Tipps gab und  darüber schrieb, was bei mir alles prima funktionierte.
Doch merkte ich auch, dass diese „Tipps-Beiträge“ nicht so gut ankamen wie die Artikel, in denen ich mich zeigte. Es schien, als würde ich viele Frauen damit berühren … abholen und bei der Hand nehmen. Ich teilte sehr persönliche Geschichten von mir. Es gibt eine Menge Menschen, die das tun und es wiederholt sich immer und immer wieder. Ja, es sind andere Leute die darüber schreiben und eigentlich ist es immer derselbe Brei. Wenn aber die Persönlichkeit dahinter fehlt, verliert man jedoch schnell das Interesse. Zu groß ist das Angebot.

Und so, beginne ich mich immer mehr zu öffnen …

Es tut gut. Ohne das ich genau sagen konnte, warum das so ist. Warum haben wir eigentlich so eine riesige Angst, uns zu öffnen? Unsere Verletzlichkeit zuzugeben? Fällt es uns allen so schwer, mal ungeschminkt aus dem Haus zu gehen?

Warum haben wir so große Angst, dass uns Menschen nicht mögen würden, wenn sie unser „echtes und wahres“ ICH sehen?

Mein Gott, was für Angst hatte ich mein ganzes Leben mich so zu zeigen, wie ich wirklich war! Aber der Wunsch danach war so groß, dass ich es immer wieder versuchte. Ich habe so viele Dinge gemacht, die GUT waren. Ich war kreativ, machte Musik, malte Bilder … alles um mir Ausdruck zu verschaffen. Behielt aber immer alles ganz bei mir. Es wurden all die Dinge schon im Keim erstickt, bevor sie noch gesehen wurden.

Als mein Gedanke FrauenPunk geboren wurde, hatte ich schreckliche Angst, was die Leute/Freunde wohl von mir jetzt denken würden! Ich fand es eine schlimme Vorstellung zu wissen, dass auch Familie und Bekannte die Möglichkeit hatten meine Beiträge zu lesen. Dennoch war mein Wunsch mich zu öffnen größer, als jede Angst die ich darüber hatte.

Für mich stand fest: Wer mein Geschriebenes nicht mag, soll einfach was anderes lesen. Der, der mich nicht mag, soll sich mit anderen treffen und wem gefällt, was er an Lesestoff geboten bekommt, ist IMMER und jeder Zeit herzlichst willkommen <3. Dieser Entschluss fühlte sich an wie eine Befreiung. :-)

Ich begann damit, endlich die Frau zu sein die ich wirklich bin. Verändert, anders aber echt. Ich darf ängstlich und verletzlich sein. Und ich will anderen Frauen erlauben, genauso zu SEIN wie sie sind. Sich zu zeigen wie sie sind. Seit ich diesen Blog führe, habe ich das Gefühl helfen zu können. Die Verbindung zu anderen ist viel stärker, als es vorher war. Das ist ein wunderschönes Gefühl. <3

Persönlich habe ich die Schnauze voll von der Vervollkommnung

Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um uns gegenseitig zu optimieren, glaube ich mal. Ich habe schon zu viel geschluckt von den Leuten die meinen alles zu wissen und besser zu können und das, obwohl sie noch nicht mal in die Themenrichtung geschaut haben!

Ich habe die Nase voll von den Menschen, die mir sagen, wie ich aussehen und mich benehmen soll. Welches Essen für mich gut ist und wie mein Tag eingeteilt werden sollte. Wenn ich nämlich all das befolge, wie sie sagen, bin ich genauso glücklich wie alle anderen da draußen! Nun, wie glücklich sind sie denn wirklich? Verstehst Du, was ich damit sagen will? DANKE.

Jeder hat so seinen schwachen Punkt

Ich kenne niemanden, der jeden Tag nur Spinat futtert, ausnahmslos optimistisch ist und den ganzen Tag auf seiner Yogamatte verbringt. Ich habe höchsten Respekt und ich bewundere  Menschen, die Ihr Leben in ehrlicher Leichtigkeit meistern. Aber ich mag keine Leute die 24 Stunden positive Lebensenergie vorgaukeln. Scusa. DAS gibt es nämlich nicht. Was ist, wenn etwas Negatives genau meine Lektion fürs Leben sein soll? Wenn wir diese verdammte Krise zum „Hey … wach endlich auf“ brauchen?

Unser Leben besteht nicht nur aus Schutzmauern und guten Dingen. Das wissen wir. Und darüber müssen wir reden dürfen. Wir müssen uns öffnen und über unsere Verletzlichkeit und über unsere Ängste reden können. Hervorkommen aus den Fassaden ohne dabei panische Augen zu bekommen, dass uns plötzlich niemand mehr wahrnimmt!

Ich bin eine wie DU

Ich will Dir zeigen, dass ich so bin wie die meisten Frauen. Kein Stück besser, klüger oder schöner. Ja ich habe jetzt das Glück, viele wundervolle Tage genießen zu dürfen. Ich habe viele Erkenntnisse und tolle Momente. Aber ich habe auch Tage, die voll gestopft sind mit Zweifel, krankheitsbedingten Schmerzen und vielen Ängsten. Das alles gehört zu unser aller Leben. Kein Licht ohne Schatten. So ist das nun mal.

Ich bin davon überzeugt erst, wenn wir Verständnis für uns selbst haben und Frieden mit dem geschlossen haben wovor wir uns fürchten, ohne uns dabei zu schämen, könnten wir die Welt ein kleines Stück verändern. Wir würden mehr Verständnis aufbringen für andere. Wir würden den anderen ihre Fehler „gestatten“ und vieles mehr.

Unsere Offenheit UND unsere Verletzlichkeit, kann diese Welt zu einem schöneren Ort machen.

Das ist der Grund, weshalb ich mich hier zeige und auch gerne öffne. Auch verletzlich … mit all meinen Seiten. Um auch Dir Mut zu machen, Dich so zu zeigen, wie Du bist um damit auch andere zu inspirieren! Es gibt nichts mehr, was wir verstecken müssten. :-)

Viele Gedanken heute, nicht wahr? Aber es gibt so Momente, da müssen Dinge an die Oberfläche und dafür sind meine Gedankengänge nun mal da. <3 Ich freue mich sehr darüber, das Du bei mir warst. Und wenn Du magst, dieser Gedankengang darf auch gerne geteilt werden. :D

Einen schönen Sonntag für Dich und ich freue mich auf unser nächstes Treffen.

XOXO Sandra FrauenPunk

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Ich möchte mit FrauenPunk viele Frauen erreichen und freue mich wenn Du diesen Artikel teilst und weiter empfiehlst. Ich bin Dir für jede Unterstützung dankbar!

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4 Kommentare
  1. Silke
    Silke sagte:

    Hi!
    Das Gefühl der (fast täglichen) Veränderung mit Mitte 40 kenne ich. Mittlerweile bin ich 53 und finde meine durchlebte „Metamorphose“ gut. Ich habe, eigentlich nur durch einen kleinen „Anschubser“, Seiten an mir entdeckt, die ich vorher nicht wirklich bewusst wahrgenommen habe. Seitdem habe ich einiges so verändert, dass es bei meinen Mitmenschen nicht immer auf positive Reaktion gestoßen ist. C’est la vie! Aber für MICH war wichtig, dass es MIR dabei gut geht. Eben auch mal ein bisschen egoistisch denken und handeln. Ich habe eine persönlich schwere Zeit hinter mir, momentan arge Beziehungsprobleme und bin wieder gefordert, mein Leben ggf neu zu ordnen und organisieren. Aber da ich ein „Aufstehmädchen“ bin, wird sich auch hier ein Weg für mich auftun!
    Einen guten Wochenstart!
    Liebe Grüße Silke

    Antworten
    • Sandra
      Sandra sagte:

      Liebe Silke,
      klingt alles sehr bekannt :D. Du bist in einem fantastischen Alter … Du hast die richtige Einstellung zu Deinem Leben …
      und Du SOLLST auf jeden Fall ein wenig egoistisch sein, schließlich geht es um dein Leben.
      Es kommt mir manchmal so vor, als das unser Leben immer dafür sorgt, „aktiv“ zu bleiben. Körper, Geist und Seele ja nicht ruhen lassen!
      Beziehungsprobleme sind immer eine ganz besondere Herausforderung. In Wahrheit gibt es aber nur zwei Möglichkeiten.
      Bleiben oder gehen. Du wirkst auf mich seht Taff . Du wirst bestimmt den richtigen Weg für Dich/euch finden :D

      Ich wünsche Dir dabei jede Menge Energie, ausreichend Selbstliebe und natürlich eine Brise Geduld.
      Danke für Deine Zeilen, sei herzlichst gegrüßt
      XO Sandra

      Antworten

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