Gedankengänge #61
Lesezeit: 3 Minuten

Die Freude in den kleinen Dingen sehen … ja aber dann …

Grundsätzlich schreibe ich total gerne diese Art von Artikel! Weil sie mich motivieren. Mich dankbar und eben glücklich machen. Es sind Beiträge, die mich selbst daran erinnern und mir auf meine Schulter klopfen und sagen: Hey du, sei dankbar und erfreue dich  deines Lebens! DU hast ausreichend und es muss nicht mehr sein!

Das jetzt, heute und hier ist toll und soll gelebt werden … mach, was du liebst und liebe, was du machst!
Und so sitze ich da und nicke mir selbst, kraftlos entgegen. Ich weiß es doch selbst das es so ist …
Und mit diesem Gedanken steigt in mir sofort der Wunsch hoch, ein viel besseres und dankbareres altes Mädchen zu werden.
Sich einfach noch mehr an den winzigsten Kleinigkeiten zu erfreuen … es ist doch nicht schwer und tut so gut!

JA aber dann … dann rutscht einem schon am frühesten Morgen, nach einer Nacht wo kein Auge Schlaf finden konnte, der Zimt aus der Hand und verteilt sich wie in Zeitlupe im satten Orangebraun in alle Küchenladen und Fugen. Lang geplante Termine, die mir wirklich wichtig und reine Seelenschmeichler gewesen wären, müssen wieder abgesagt werden. (Der Lockdown hat uns fest im Griff).

Dann meldet sich Kind „Zwei“ und klagt über ihre „ich vermiss dich Gefühle“ und „Sehnsucht nach Mutter hat“ und mir es ja es genauso geht. Gleichzeitig stimmt es mich etwas nachdenklich, dass Kind „Eins“ dieses Gefühl absolut gar nicht kennt, nicht ausspricht oder wer weiß – auch gar nicht hat?

Dann freut man sich, dass sich die Hunde noch mehr als man selbst, über ihre frischen Betten freuen (frische Nester sind einfach auch für meine Tiere das Geilste) bis man – gerade die Waschmaschine eingeschaltet, gleich wieder von vorne beginnen kann! Wer von den beiden gerade alles vollgekotzt hat, wird ihr Geheimnis bleiben. >händezusammenschlagundnasezu<

Nebenbei findet man eine Mail auf dem Rechner mit einer Zahlungserinnerung plus saftige Mahngebühr … bitte ich schwör’s ich hab’s verschwitzt! Und, weil man gleich beim Thema Geld und Konto ist, wird zusammengerechnet wie viel „Kohle“ durch die ganze Corona-Scheiße nicht verdient werden kann!

Und dann hätte man gerne Nervennahrung … etwas einfach Süßes. Schnell und idiotensicher zusammengerührt wird er der – mein – Rührkuchen. Der sich aber genau an diesen Tag dazu entschlossen hat, besser an der Kuchenform festzuhalten statt an mir … und zwar so fest, dass absolut nix mehr zu retten ist. Es sei denn man steht drauf, alles herauszulöffeln!

Ja, und so passieren noch hundert Dinge zwischendurch, die einem alles aus dem Gesicht fallen lassen … den Magen zuschnüren, das Herz zwei Takte schneller (oder langsamer?) schlagen lassen oder ich sag’s einfach so: Einfach nur wahnsinnig nerven!

Kurze Ruhe und Pause:
Der Blick hebt sich, … man schaut über den Tellerrand und muss sich sagen (und gleichzeitig schämen), dass es anderen so viel schlechter geht! Ich meine wirklich schlecht! Dass Menschen krank sind, sterben.
Dass es viele gibt, die nichts Ordentliches im Kühlschrank vorfinden.
Dass Eltern und Kinder wahrscheinlich an ihren Grenzen stehen!
Dass es der ein oder anderen Freundin im Moment ziemlich bescheiden geht, weil die momentanen Umstände das komplette Leben zerlegen.
Dass Menschen aus ihrer Traurigkeit und Einsamkeit nicht mehr herausfinden und noch ganz viel mehr …

Also … ICH freue mich wirklich über die Sonne, die sich den letzten Tage im Schnee gespiegelt hat, wenn wir unsere Hunderunden im Wald gezogen haben! Ich freue mich generell wie meine Gesundheit klitzekleine Fortschritte macht und zeigt und ich freue mich, wenn ich gleich zwei  Tulpensträuße um 2,49 in meine Vase stellen darf!
Ich freue mich, wenn mir mein Herz-Mensch das beste und feinste Steak der Welt kocht!
Und ich finde es schön, wenn ich in den Augen fremder vorbeiziehender Menschen im Supermarkt, ein Lächeln erkennen kann.

JA WIRKLICH! Wie Du sehen kannst, ich kann mich freuen! Über ganz viele kleine Dinge in meinem Leben! Und ich bin dankbar dafür. Aber manchmal … da drücken mir diese so lächerlichen „Alltagsproblemchen“ gewaltig aufs Gemüt! Ich lass´ mich dann hinreißen, gebe kurz nach und schon ist er da der Stress, der Ärger und die Unzufriedenheit … und auch manchmal die Angst, dass nichts mehr so sein wird wie es mal war!

Eines darf ich aber jetzt noch sagen: Darüber zu reden hilft (mir), ob mir jemand zuhört? Ich habe keine Ahnung und ich denke, es spielt in Wahrheit auch gar keine Rolle. Es ist raus. Und das ist gut. :-)

Sag, erwischst Du Dich auch manchmal dabei? Jammern auf hohem Niveau sozusagen … OMG.

Oder bist Du 24 Stunden in der „Ich bin völlig entspannt und denke immer positiv – Wolke“?

Ich danke Dir fürs Zuhören, Teilen und vielleicht auch für Deinen Kommentar, wenn Du ihn dalassen willst! :-)
Pass gut auf Dich auf, und ich freue mich auf ein nächstes Mal mit Dir!

Xo Sandra

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